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EDITIO ALTERA.

i Dieutſcher der lateiniſchen Ausgabe zu Grunde liegender £ Entwurf.

(Deutſche Ausgabe. ) A 70 Le . 0 bs,

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NOV; 7 1950

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. Berlin, 1882.

R. von Deckers Verlag N & .

Einleitung.

Das nachſtehende Druckwerk giebt den Entwurf zur Phar- macopoea germanica (editio altera) in derjenigen deutſchen Faſſung wieder, in welcher derſelbe aus den Berathungen der behufs Ausarbeitung des neuen Arzneibuchs berufenen Sach— verſtändigen⸗Kommiſſion hervorgegangen iſt Auf Grund dieſes deutſchen Entwurfs iſt demnächſt die vom Bundesrath unterm 5. Juli 1882 genehmigte, durch die Bekanntmachungen des Reichskanzlers vom 8. Juli und 9. September 1882 (Central⸗ blatt für das Deutſche Reich S. 333 und 389) angekündigte lateiniſche Ausgabe des Werkes hergeſtellt worden.

Nachdem der Bundesrath beſchloſſen hat, daß nach Bekannt⸗ machung der officiellen lateiniſchen Pharmacopoea germanica (editio altera) eine Drucklegung des deutſchen Urtextes der Pharmakopöe für den Verkauf ſtattzufinden habe, iſt der Verlag des Werkes der R. v Decker ' ſchen Verlagsbuchhandlung

= ( Marquardt & Schenck), unter Feſtſetzung des Ladenpreiſes für eeein brochirtes Exemplar auf höchſtens 2 A. 30 f, ſeitens des

. Reichskanzlers übertragen worden.

Vorrede.

2 Gebrauche der erſten Ausgabe der Pharmacopoea ger- manica wurde im Laufe der Zeit allſeitig erkannt, daß dieſelbe ihren Zwecken nicht mehr genüge. Der Bundesrath hat ſich daher, in Würdigung dieſer Erfahrung und auf eine Anregung von Seiten des Herrn Reichskanzlers, in ſeiner Sitzung vom 6. Juni 1878 dahin ausgeſprochen, daß dieſes Werk einer Reviſion zu unter⸗ ziehen ſei.

Demgemäß wurde eine Kommiſſion aus 6 Klinikern, 6 Aerzten, 6 Pharmakologen, 6 Chemikern, 6 Apothekern, 2 von Seiten des Königlich preußiſchen Herrn Kriegsminiſters delegirten Ober- Militärärzten und 1 Corps⸗Stabsapotheker berufen, und dieſer der Auftrag ertheilt, dem Bundesrathe Vorſchläge wegen Ab- änderung und Ergänzung des Arzneibuches vom Jahre 1872 zu unterbreiten. | |

Zur Beſchaffung einer für eine erſprießliche Wirkſamkeit der Kommiſſion geeigneten Vorlage wurde von Seiten des Herrn

VI

Reichskanzlers an die deutſchen Bundesregierungen das Erſuchen gerichtet, zunächſt die ärztlichen und pharmaceutiſchen Kreiſe, ins⸗ beſondere auch einzelne namhafte Medicinalbeamte, Univerſitäts⸗ lehrer, Kliniker und Apotheker zu einer Aeußerung darüber zu veranlaſſen: welche Zweifel und Mängel bei der Anwendung der bisherigen Pharmakopöe hervorgetreten ſeien und welche Bereiche⸗ rung der Arzneiſchatz ſeit der erſten Herausgabe dieſes Buches erfahren habe.

Die demzufolge eingelaufenen Erklärungen ſind, unter Hinzu⸗ ziehung verſchiedener von anderen Seiten eingegangener, verwerth⸗ barer Beiträge, geſondert und geordnet worden und haben, zu einer paſſenden Zuſammenſtellung vereint, der Kommiſſion als Grundlage für ihre Berathungen gedient. .

Bei den an der Hand dieſer Erklärungen gepflogenen Ber rathungen ftellte es ſich heraus, daß eine ganze Reihe der in der erſten Ausgabe enthaltenen Arzneimittel den jetzt zur Geltung gekommenen Anſchauungen der Heilwiſſenſchaft nicht mehr ent⸗ ſprechen und aus der Pharmakopöe zu entfernen ſeien, und daß zur Neuaufnahme nur ſolche zu empfehlen ſein würden, deren Werth für die Praxis ſowohl von wiſſenſchaftlicher Seite als auch durch die Erfahrung bereits außer Zweifel geſtellt ſei.

Es zeigte ſich ferner, daß die einzelnen in der Pharmakopöe enthaltenen Artikel einer weſentlichen Aenderung ihrer Faſſung und Anordnung ihres Inhaltes, wie einer Vervollſtändigung durch genauere Charakteriſtrung und eingehende Prüfungsmethoden

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bedürfen, wenn für die Kontrole über die Beſchaffenheit der Arzneimittel in den Apotheken eine ſichere Handhabe geboten werden ſolle.

Nachdem die Kommiſſion ſich, unter Zugrundelegung dieſer Geſichtspunkte, die bei ihren Arbeiten zu verfolgenden Wege vorgezeichnet hatte, wurde eine Vereinbarung dahin erzielt, daß die zunächſt gefaßten allgemeinen Beſchlüſſe nebſt der Liſte der zur Streichung und Neuaufnahme empfohlenen Mittel veröffent- licht und eine Kritik der ſachverſtändigen Kreiſe über dieſelben erbeten werden ſolle. Durch die Ausführung dieſes Beſchluſſes wurde abermals ein umfangreiches und vielſeitiges Material ge⸗ wonnen, bei deſſen Einlieferung ſich eine große Mehrzahl der deutſchen Aerzte und Apotheker⸗Vereine betheiligen konnten.

Es wurde ferner eine Entſcheidung über die Einfügung ſolcher Mittel, welche lediglich zu Veterinärzwecken dienen, durch eine beſondere Kommiſſion aus Veterinärärzten und Veterinärbeamten herbeigeführt.

Endlich wurde eine eingehende kritiſche, im gegebenen Falle auch experimentelle Bearbeitung der einzelnen Artikel von Seiten der der Kommiſſion angehörenden Chemiker und Apotheker für nöthig erachtet und mit Erfolg ins Werk geſetzt.

An der Hand einer auf dieſe Weiſe fertig geſtellten, wohl⸗ vorbereiteten und nahezu erſchöpfenden Vorlage hat die Kom⸗ miſſion die ihr geſtellte Aufgabe in einer zweiten Sitzungsperiode nunmehr definitiv zu Ende geführt.

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Während des Verlaufes der zum Zwecke der Revifion der Pharmacopoea germanica von der Kommiſſion gepflogenen Be- rathungen ſind folgende ſpecielle Geſichtspunkte als beſonders maßgebend in den Vordergrund geſtellt worden:

Zunächſt wurde eine möglichſte Einheitlichkeit in der Aus⸗ drucksweiſe und der Anordnung der einzelnen Artikel als unerläß⸗ lich betrachtet. Demgemäß wurde die Beſprechung jedes einzelnen Mittels ſo eingerichtet, daß im erſten Abſchnitte die Merkmale und Kennzeichen beſchrieben und im zweiten Abſchnitte die An⸗ forderungen an die Beſchaffenheit, Reinheit u. ſ. w. der Körper aufgezählt wurden. Bei der Beſprechung der Rohdrogen trat eine gleiche Anordnung ein. Bei der Bearbeitung der chemiſchen Artikel bildete der officielle Name und wenn nöthig die Vor⸗ ſchrift zur Darſtellung den Anfang; dann erſt folgte: die Be⸗ ſprechung der phyſikaliſchen und chemiſchen Eigenſchaften, die Identitätsreactionen, die Prüfung Anforderung an die Rein- heit, Reaction und endlich die Art der Aufbewahrung, wie im gegebenen Falle die Bezeichnung der Maximal⸗Einzelgabe und Tagesgabe.

Bei den Chemikalien wurden die Grenzen fär den geſetzlich zuläſſigen Gehalt an anderen Körpern, ſoweit wie möglich, genau feſtgeſtelt.

Den chemiſchen Verbindungen wurden Formeln nicht bei- gefügt, auch wurde von der Aufftellung einer Atomgewichts⸗ tabelle Abſtand genommen.

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Bei den lateiniſchen Namen der Pflanzen und Thiere wurden die Autornamen „als für die Zwecke der Pharmakopöbe nicht erforderlich, nach eingehender Erwägung ausgeſchieden.

Die Kryſtallform der Chemikalien wurde nur dann bei⸗ gefügt, wenn das praktiſche Intereſſe dieſes als erforderlich erachten ließ.

Bezüglich der Angaben über die Aufbewahrung der Arznei⸗ mittel beſchränkte man ſich faſt ausſchließlich darauf, den Er- forderniſſen Rechnung zu tragen, welche in den Tabellen B und C ihren entſprechenden Ausdruck gefunden haben. Maßgebend dafür war die allſeitig gehegte Ueberzeugung, daß die bezüglich der Be⸗ ſchaffenheit der einzelnen Mittel geſtellten ſtrengen Anforderungen ſchon an und für ſich eine zweckentſprechende Aufbewahrung be⸗ dingen und Vernachläſſigungen in dieſer Hinſicht bei den vor⸗ geſchriebenen Prüfungen ſich mit Sicherheit erkennen laſſen. In einzelnen Fällen wurde eine Bezeichnung der Nothwendigkeit des Schutzes vor dem Lichte als unerläßlich angeſehen; die Wahl des dabei für zweckmäßig zu erachtenden Verfahrens dem Ermeſſen der Apotheker anheimgeſtellt.

Von einer beſonderen Kennzeichnung derjenigen Mittel, welche im Intereſſe der Veterinärmedicin in die Pharmakopöe auf⸗ genommen wurden, wurde abgeſehen. Bei denjenigen Mitteln dieſer Art, welche nur für äußerliche Zwecke zu dienen beſtimmt ſind, wurde eine Prüfung auf ihre Reinheit nicht für erforder⸗

lich gehalten. 8

x

Die Synonymen wurden in die Ueberſchriften des Textes nicht mitaufgenommen, wohl aber die Aufſtellung eines umfaſſen⸗ den Synonymenregiſters als Anhang zur Pharmakopbe für zweck⸗ dienlich erachtet.

Zur Charakteriſtik wurden die auf wiſſenſchaftlichem Wege ermittelten Grenzen für die Löslichkeit einzelner Mittel im Texte aufgeführt, dahingegen ſind die für die Praxis maßgebenden Löslichkeitsverhältniſſe, in einer entſprechenden Weiſe abgerundet, in einer beſonderen Löslichkeitstabelle zuſammengeſtellt.

Die Identitätsreactionen find, wo es ſich irgend durch⸗ führbar erwies, jedesmal in einem beſonderen Abſatze behandelt worden.

Bei den Vorſchriften zur Prüfung iſt überall den leicht auszuführenden, zuverläſſigeren Methoden der Vorzug gegeben worden und deshalb die Maßanalyſe in allen denjenigen Fällen als obligatoriſch eingeführt, wo ſich mit der Gewichtsanalyſe weder ſicherere, noch raſcher zum Ziele führende Reſultate er⸗ halten laſſen.

Bei Prüfungen auf dieſelben Körper iſt in der ganzen Pharmakopöe in der Regel dieſelbe Methode zur Anwendung gekommen.

Ueberhaupt wurde, wo es eben angängig war, auf eine genaue Feſtſtellung der Concentration der Löſung bei Prüfung der Präparate nebſt Angabe der Mengen der zuzuſetzenden Reagentien nicht minder auf eine ſcharfe Faſſung der bei den

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Reactionen entſtehenden Erſcheinungen (Trübungen, Niederſchläge, Färbungen u. ſ. w.) beſonders Bedacht genommen.

Zur Orientirung bei Benutzung der Pharmakopböe diene Folgendes:

1.

1

w

m

Für die Gewichtsangaben im Text gilt das Gramm als Einheit; dahingegen ſind bei den Maßangaben die Be— zeichnungen m, dm, em, mm als gleichberechtigt ev- achtet worden.

„Bei der Angabe der Löſungsverhältniſſe bedeuten die

Ausdrücke 1 = 10, 1=20 u. ſ. w., daß ein Theil Subſtanz in neun, bezüglich neunzehn Theilen Flüſſig · keit u. ſ. w. zu löſen iſt. Die im Text aufgeführten Reagentien beziehen ſich, wenn ein beſonderes Löſungs⸗ verhältniß nicht angegeben, oder nur der Name des Reagens genannt iſt, immer auf die in der Neagentien- tabelle vorgeſchriebenen Löſungen.

Wo das ſpecifiſche Gewicht eines in der Tabelle der

ſpecifiſchen Gewichte genannten Mittels innerhalb gewiſſer Grenzen ſchwanken darf, findet die gleiche Licenz für dieſes Mittel bei allen in der Tabelle vorkommenden Temperaturgraden ſtatt.

Wo in der Pharmakopöe der Ausdruck Waſſer ge⸗ braucht worden iſt, ſoll ſtets, auch bei den In⸗

XII fuſionen und Decocten, deſtillirtes Waſſer zur Ver- wendung kommen. | Bei den Temperaturangaben ift überall das 100 theilige Thermometer zur Grundlage genommen worden.

2

50

Wo bei den Prüfungen beſondere Temperaturgrade nicht angegeben ſind, iſt überall eine Temperatur von 15 Grad gemeint.

an

Bei der Anfertigung der Extracte, Kräutermiſchungen, Salben, Tincturen u. ſ. w. ſind überall die in den betreffenden allgemeinen Artikeln enthaltenen Vorſchriften zu beachten.

Zur Bereitung pharmaceutiſcher Präparate ſind, wo nicht ausdrücklich das Gegentheil vorgeſchrieben iſt, die Vegetabilien ſtets im getrockneten Zuſtande zu ver⸗ wenden.

D

Berlin, den 31. März 1882.

Acetum. Eſſig.

Klare, faſt farbloſe oder gelbe Flüſſigkeit von ſauerem Geſchmacke und dem ſtechenden Geruche der Eſſigſäure.

Der Eſſig muß klar ſein und darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht getrübt werden. 20 g müſſen nach Vermiſchung mit 0,5 cem Baryumnitratlöſung und 1 cem Zehntel⸗Normalſilberlöſung ein Filtrat geben, welches weder Chlor noch Schwefelſäure enthält. Werden 2 Volumen Eſſig vorſichtig mit 1 Volumen Schwefelſäure vermiſcht und mit 1. Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, jo darf zwiſchen beiden Flüſſigkeiten eine braune Zone ſich nicht bilden. Der Ver⸗ dampfungsrückſtand von 100 g Eſſig ſoll nicht mehr als 1,5 g betragen. Derſelbe darf einen ſcharfen Geſchmack nicht zeigen und muß eine alkaliſch reagirende Aſche geben. Der Eſſig ſoll in 100 Theilen 6 Theile Eſſigſäure enthalten; 10 g Eſſig müſſen daher 10 cem Normal- kalilöſung ſättigen.

Acetum aromaticum. Aromatiſcher Eſſig.

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eder! 1 ZI N. nenn aka ee 1 „/ essen. cancer san 2 r 2 hundert Theile Weingeiſttt!! 300 Vierhundertfünfzig Theile verdünnter Eſſigſäure 450 Zwölfhundert Theile Waſſeer nn 1200.

Die Oele werden in dem Weingeiſt gelöſt, die Säure und das Waſſer hinzugefügt, die trübe Miſchung einige Tage unter bisweiligem Umſchütteln hingeſtellt, alsdann filtrirt.

Es ſei eine klare, farbloſe Flüſſigkeit von aromatiſchem und ſauerem Geruche, welche ſich ohne Trübung mit Waſſer in allen Verhältniſſen vermiſchen läßt. Spec. Gewicht 0,987 bis 0,991.

Acetum Digitalis.

Fingerhuteſſig. uf Theile Fingerhutblatter rr!!! 5 % BR Sn 5 Neun Theile verdünnter Eſſigſäurrrku 9 Sechsunddreißig Theile Waſſe r.. wel

Die feingeſchnittenen Blätter werden mit den Flüſſigkeiten in einer verſchloſſenen Flaſche acht Tage hindurch unter öfterem Umſchütteln macerirt, alsdann ausgepreßt und filtrirt.

Klare, bräunlichgelbe Flüſſigkeit von ſauerem und ſtark bitterem Geſchmacke und ſäuerlichem Geruche.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 2,0. Maximale Tagesgabe 10,0.

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Acetum pyrolignosum crudum. Roher Holzeſſig.

Braune, nach Theer und zugleich nach Eſſigſäure riechende, ſauer und bitterlich ſchmeckende Flüſſigkeit, aus welcher beim Aufbewahren theerartige Subſtanzen ſich abſcheiden.

Der mit gleichem Volumen Waſſer verdünnte Eſſig darf durch Ba⸗ ryumnitrat kaum eine Trübung erleiden und durch Schwefelwaſſerſtoff— waſſer nicht verändert werden. Der Gehalt an Eſſigſäure muß min⸗ deſtens 6 Theile in 100 Theilen betragen. 10 g Holzeſſig dürfen daher nicht weniger als 10 cem Normalkalilöſung zur Sättigung erfordern.

Acetum pyrolignosum rectificatum. Rectificirter Holzeſſig.

Farbloſe oder gelbliche, klare Flüſſigkeit von brenzlichem und ſauerem Geruche und Geſchmacke, welche weder durch Baryumnitrat, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer eine Trübung erleiden und nicht unter 6 Procent Eſſigſäure enthalten darf. 10 g rectificirter Holzeſſig müſſen daher mindeſtens 10 cem Normalkalilöſung zur Sättigung erfordern.

Acetum Seillae,

Meerzwiebeleſſig. Fünf Theile getrockneter Meerzwiebelaœnꝙã nns 5 uf t ß 5 Neun Theile verdünnter Eſſigſäurrre 9 Sechsunddreißig Theile Waſſe rr. 36

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werden nach dem bei Acetum Digitalis angegebenen Verfahren drei Tage macerirt. Beim Coliren iſt ſtärkeres Auspreſſen zu ver⸗ meiden.

Klare, gelbliche Flüſſigkeit von ſauerem, hintennach bitterem Ge⸗ ſchmacke und ſäuerlichem Geruche.

10 g müſſen zur Sättigung 8,5 cem Normalkalilöſung erfordern, was einem Eſſigſäuregehalt von 5,1 Procent entſpricht.

Acidum acetieum. Eſſigſäure.

Klare, farbloſe, ätzende, ſtechend ſauer riechende und ſtark ſauer ſchmeckende, mit Waſſer, Weingeiſt und Aether in jedem Verhältniſſe miſchbare, flüchtige Flüſſigkeit, in der Kälte erſtarrend. Sie ſiedet bei etwa 117°. Spec. Gewicht 1,064.

1g genüge, um 16 cem Normalkalilöſung zu ſättigen, was 96 Theilen Eſſigſäure in 100 Theilen entſpricht.

Werden 5 cem Eſſigſäure mit 15 cem Waſſer und 1 cem Kalium⸗ permanganatlöſung gemiſcht, ſo darf die rothe Färbung innerhalb 10 Minuten nicht verſchwinden. Die mit 20 Theilen Waſſer ver⸗ dünnte Säure darf weder durch Baryumnitrat, noch durch Silber⸗ nitrat, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer verändert werden.

Acidum acetieum dilutum. Verdünnte Eſſigſäure.

Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit, von ſauerem Geruche und Geſchmacke. Spec. Gewicht 1,041.

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Sie beſitze keinen brenzlichen Geruch. 10 g derſelben ſollen 50 cem Normalkalilöſung ſättigen, was 30 Theilen Eſſigſäure in 100 Theilen entſpricht.

Werden 20 cem verdünnter Eſſigſäure mit 1 cem Kaliumper⸗ manganatlöſung gemiſcht, fo darf die rothe Farbe innerhalb 10 Mi- nuten nicht verſchwinden. Die mit 5 Theilen Waſſer verdünnte Säure darf auf Zuſatz von Baryumnitrat, Silbernitrat und Schwefel waſſerſtoffwaſſer nicht verändert werden.

Acidum arsenicosum. Arſenige Säure.

Weiße, porzellanartige oder durchſichtige Stücke, welche in einem Glasrohre vorſichtig erhitzt ein weißes oder in glasglänzenden Oktasdern oder Tetrasdern kryſtalliſirendes Sublimat geben und, auf Kohle erhitzt, ſich unter Verbreitung eines knoblauchartigen Geruches ver⸗ flüchtigen.

Das Präparat ſei vollſtändig flüchtig und löſe ſich, wenn auch langſam, in 15 Theilen heißen Waſſers ohne Rückſtand. Die Löſung in 10 Theilen warmen Ammoniaks werde durch überſchüſſige Salz ſäure nicht gelb gefärbt.

Sehr vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,005. Maximale Tagesgabe 0,02.

Acidum benzoicum. Benzosſäure. Durch Sublimation aus der Benzos bereitete, gelbliche bis gelblich⸗ braune Blättchen oder nadelförmige Kryſtalle von ſeidenartigem Glanze,

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benzosähnlichem und zugleich empyreumatiſchem Geruche, in 372 Theilen Waſſer, reichlich in Weingeiſt, Aether und Chloroform löslich und mit Waſſerdämpfen flüchtig.

Im Glasröhrchen erhitzt, ſchmelzen ſie zuerſt zu einer gelben bis ſchwach bräunlichen Flüſſigkeit und ſublimiren dann vollſtändig oder mit Hinterlaſſung eines geringen braunen Rückſtandes.

Die wäſſerige Löſung giebt mit Eiſenchlorid einen voluminöſen, bräunlichgelben Niederſchlag, welcher durch Schwefelſäure unter Ab⸗ ſcheidung von Benzosſäure zerſetzt wird.

Die in einem loſe verſchloſſenen Probirröhrchen mit dem gleichen Gewichte Kaliumpermanganat und 10 Theilen Waſſer einige Zeit gelinde erwärmte Benzoéſäure darf beim Oeffnen des Röhrchens nach dem Erkalten keinen Geruch nach Bittermandelöl zeigen.

0,1 g der Säure in 5 cem ſiedenden Waſſers gelöſt, muß, nach dem Erkalten mit 16 Tropfen Kaliumpermanganatlöſung (1 = 200) verſetzt, nach Verlauf von 8 Stunden faſt farblos erſcheinen.

Acidum boricum. Borſäure.

Farbloſe, glänzende, ſchuppenförmige ſich fettig anfühlende Kryſtalle, in 25 Theilen kalten, in 3 Theilen ſiedenden Waſſers und in 15 Theilen Weingeiſt, auch in Glycerin löslich, beim Er⸗ hitzen ſchmelzend und eine nach dem Erkalten glasartige Maſſe hinter- laſſend.

Die wäſſerige Löſung (1 = 50), mit wenig Salzſäure verſetzt, färbt Curcumapapier braun; die Löſung in Weingeiſt (1 = 16) oder Glycerin (1 = 40) verbrennt mit grüngeſäumter Flamme.

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Die wäſſerige Löſung (1 = 50) werde weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat oder Silbernitrat verändert. Durch Kaliumſulfocyanat darf ſie nicht geröthet und durch überſchüſſiges Ammoniak nicht gebläut werden.

Acidum carbolicum. Carbolſäure.

Farbloſe oder kaum röthliche, eigenthümlich, nicht unangenehm riechende, ätzend wirkende, flüchtige, aus dünnen, langen, zugeſpitzten Kryſtallen beſtehende, neutrale Maſſe, welche bei 35 bis 44 ° zu einer ſtark lichtbrechenden Flüſſigkeit von dem ſpec. Gewicht 1,060 ſchmilzt, die bei etwa 180 bis 184 ° ſiedet, mit weißer Flamme ohne Rückſtand verbrennt, in 20 Theilen Waſſer, in jeder Menge Weingeiſt, Aether, Chloroform, Glycerin, Schwefelkohlenſtoff und auch Natronlauge löslich iſt.

20 Theile Carbolſäure, in 10 Theilen Weingeiſt gelöſt, geben mit 1 Theil Eiſenchloridlöſung eine ſchmutzig grüne Flüſſigkeit, welche beim Verdünnen mit Waſſer, ſogar bis zu 1000 Theilen, noch eine ſchön violette, ziemlich beſtändige Färbung annimmt.

Brom erzeugt noch in einer Löſung von 1 Theil Carbolſäure in 50 000 Theilen Waſſer einen weißen, flockigen Niederſchlag.

Vorſichtig aufzubewahren.

| Maximale Einzelgabe 0,1.

Maximale Tagesgabe 0,5.

Acidum carbolieum erudum. Rohe Carbolſäure.

Gelbliche bis gelbbraune, klare, unangenehm brenzlich riechende, neutrale, in Waſſer nicht völlig, leicht in Weingeiſt und Aether lös⸗ liche Flüſſigkeit, ſchwerer als Waſſer.

Beim Schütteln von 10 Volumen derſelben mit 90 Volumen einer Miſchung aus gleichen Gewichtstheilen Natronlauge und Waſſer darf ſie nicht mehr als 1 Volumen flüſſigen oder halbflüſſigen Rückſtandes hinterlaſſen. Die alkaliſche Flüſſigkeit von dieſem auf geeignete Weiſe getrennt und mit verdünnter Schwefelſäure bis zur ſtark ſaueren Reac⸗ tion verſetzt, ſoll ein gelbliches bis gelbbraunes Oel abſcheiden, welches die Reactionen der Carbolſäure giebt und in dem 30 fachen Volumen Waſſer faſt löslich iſt.

Acidum earbolieum liquefactum. Verflüſſigte Carbolſäure.

Eine Miſchung aus 100 Theilen Carbolſäure und 10 Theilen Waſſer.

Klare, farbloſe, nach Carbolſäure riechende Flüſſigkeit, welche ſich in 18 Theilen Waſſer klar löſt. 5

1g des Präparates werde mit Waſſer zu einem Liter aufgefüllt. Von dieſer Löſung dürfen nicht mehr als 51,6 bis 52,6 cem ver- braucht werden, um das Brom zu binden, welches aus der Miſchung von je 50 cem der volumetriſchen Löſungen von Kaliumbromat und Kaliumbromid bei Zuſatz von 5 cem Schwefelſäure frei wird. Das

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Ende der Reaction wird daran erkannt, daß Jodzinkſtärkepapier durch die filtrirte Flüſſigkeit nicht mehr gebläut wird. Vorſichtig aufzubewahren.

Acidum chromicum. Chromſäure.

Scharlachrothe, glänzende, an der Luft zerfließende Kryſtalle, oder heller roth gefärbte, lockere, wollige Maſſe, in Waſſer und Weingeiſt leicht löslich, beim Erhitzen ſich dunkler färbend, dann unter Sauer⸗ ſtoffentwickelung ſchmelzend. Mit Salzſäure erwärmt entwickelt die Chromſäure Chlor.

Zum Gebrauch darf dieſelbe in dem gleichen Gewichte Waſſer gelöſt vorräthig gehalten werden.

Vorſichtig aufzubewahren.

Acidum eitricum, Citronenſäure.

Große, farbloſe, durchſcheinende, luftbeſtändige Kryſtalle, welche bei geringer Wärme verwittern, bei ungefähr 165° ſchmelzen und beim Glühen verkohlen. 1 Theil der Säure bedarf zur Löſung 0,54 Waſſer, 1 Theil Weingeiſt und etwa 50 Theile Aether.

Die wäſſerige Löſung bleibt beim Vermiſchen mit überſchüſſigem Kalkwaſſer klar, läßt aber beim Erhitzen einen weißen Niederſchlag fallen, welcher beim Erkalten faſt völlig wieder verſchwindet.

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Die wäſſerige Löſung der Säure (1=10) werde weder durch Baryumnitrat, noch durch Ammoniumonalat mehr als ſchwach opaliſirend getrübt. In gepulvertem Zuſtande mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer über⸗ goſſen, werde ſie nicht verändert. Beim Verſetzen einer weingeiſtigen Kaliumacetatlöſung mit einer wäſſerigen Löſung der Säure (1 = 3) entſtehe kein weißer kryſtalliniſcher Niederſchlag.

Acidum formieicum. Ameiſenſäure.

Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit, welche einen ſtechenden, keineswegs brenzlichen Geruch und ſtark ſaueren Geſchmack beſitzt. Spec. Gewicht 1,060 bis 1,063. Mit Bleieſſig vermiſcht, giebt ſie einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag. Die durch Sättigung der mit dem 5 fachen Gewichte Waſſer verdünnten Säure mit gelbem Queck⸗ ſilberoxyd ſich bildende klare Flüſſigkeit läßt beim Erhitzen unter Gas⸗ entwickelung einen weißen, ſchnell grau werdenden und ſchließlich ſich zu glänzenden Metallkügelchen vereinigenden Niederſchlag fallen.

10 g der Säure follen 54,35 cem Normalkalilöſung ſättigen, was 25 Theilen Ameiſenſäure in 100 Theilen entſpricht.

Die mit 5 Theilen Waſſer verdünnte Säure werde weder durch Silbernitrat, noch nach der Neutraliſation mit Ammoniak durch Calciumchlorid, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer verändert.

1 g der Säure, mit 5 g Waſſer verdünnt und mit 1 g gelben Queck⸗ filberogyds 10 Minuten erhitzt, gebe ein neutrales Filtrat.

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Acidum hydrochloricum. Salzſäure.

Klare, farbloſe, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von 1,124 ſpez. Gewicht, in 100 Theilen 25 Theile Chlorwaſſerſtoff enthaltend, welche mit Silbernitrat einen weißen, käſigen, in Ammoniak löslichen Niederſchlag giebt und, mit Braunſtein erwärmt, Chlor entwickelt.

Mit dem 5fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf ſie weder durch Jodzinkſtärkelöſung gebläut, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer ver- ändert werden, mit wenig Weinſäurelöſung und überſchüſſigem Am⸗ moniak verſetzt, durch Schwefelammonium nur grün gefärbt und durch Baryumnitrat innerhalb fünf Minuten nicht getrübt werden, auch nicht nach Zuſatz von Zehntel⸗Normaljodlöſung bis zur ſchwach⸗ gelben Färbung.

3 cem Salzſäure und 6 cem Waſſer werden in einem Probirrohre (ungefähr 3 em weit) mit Jodlöſung bis zur Gelbfärbung vermiſcht, hierauf einige Stückchen Zink hinzugefügt; nach Einſchiebung eines loſen Baumwollpfropfens wird die Oeffnung des Rohrs mit einem Blatte weißen Filtrirpapiers verſchloſſen, welches in ſeiner Mitte mit einem Tropfen concentrirter Silberlöſung (1 2) befeuchtet wird. Weder ſogleich, noch nach einer halben Stunde darf die mit Silber⸗ nitrat benetzte Stelle ſich gelb färben, noch die Färbung von der Peripherie aus in braun bis ſchwarz übergehen.

2 g der Säure bedürfen zur Neutraliſation 13,7 cem Normal⸗ kalilöſung. 8

Vorſichtig aufzubewahren.

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Acidum hydrochloricum erudum. Rohe Salzſäure.

Klare oder opaliſirende, mehr oder weniger gelbe Flüſſigkeit, an der Luft rauchend. Spec. Gewicht nicht unter 1,158, in 100 Theilen mindeſtens 29 Theile Chlorwaſſerſtoff enthaltend.

Vorſichtig aufzubewahren.

Acidum hydrochloricum dilutum. Verdünnte Salzſäure.

Eine Miſchung aus gleichen Theilen Salzſäure und Waſſer. Klare, farbloſe Flüſſigkeit von 1,061 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen 12,5 Theile Chlorwaſſerſtoff enthaltend.

Acidum lacticum. Milchſäure.

Klare, farbloſe oder ſchwach gelbliche, geruchloſe, ſyrupdicke, rein ſauer ſchmeckende Flüſſigkeit, welche das ſpec. Gewicht 1,21 bis 1,22 beſitzt, in jedem Verhältniſſe mit Waſſer, Weingeiſt und Aether miſch⸗ bar iſt, beim Erwärmen mit Kaliumpermanganat Aldehydgeruch giebt, bei ſtarker Hitze verkohlt und mit leuchtender Flamme ohne Rückſtand verbrennt.

Beim gelinden Erwärmen gebe fie keinen Geruch nach Fettſäuren aus, und beim Vermiſchen mit dem gleichen Volumen Schwefelſäure färbe ſie ſich nicht.

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In 10 Theilen Waſſer gelöft, darf fie weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch durch Silbernitrat, noch durch Ammoniumoxalat, noch durch überſchüſſiges Kalkwaſſer durch dieſes auch nicht beim Erwärmen verändert werden.

Dampft man die Säure mit überſchüſſigem Zinkoxyd im Waſſerbade faſt zur Trockne ein und zieht den Rückſtand mit der 3fachen Menge ab⸗ ſoluten Weingeiſtes aus, ſo darf die filtrirte Flüſſigkeit beim Ver⸗ dunſten keinen ſüßſchmeckenden Rückſtand hinterlaſſen.

Acidum nitricum. Salpeterſäure.

Klare, farbloſe, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von 1,185 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen 30 Theile Salpeterſäure enthaltend und, mit Kupfer erwärmt, dasſelbe unter Entwickelung gelbrother Dämpfe zu einer blauen Flüſſigkeit löſend.

Mit dem 5 fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf fie weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Silbernitrat, noch nach Ueber- ſättigung mit Ammoniak und Zuſatz von wenig Weinſäurelöſung durch Schwefelammonium verändert, noch durch Baryumnitrat innerhalb 5 Minuten mehr als opaliſirend getrübt werden.

Wird die mit dem doppelten Volumen Waſſer verdünnte Säure mit wenig Chloroform geſchüttelt, ſo darf letzteres nicht violett gefärbt werden, auch nicht nach Zuſatz von etwas Zinnfeile und ſchwachem Erwärmen.

3 g der Säure bedürfen zur Sättigung 14,3 cem Normalkali⸗ löſung.

Vorſichtig aufzubewahren.

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Acidum nitricum fumans, Rauchende Salpeterſäure.

Klare, rothbraune Flüſſigkeit, welche erſtickende, gelbrothe Dämpfe ausſtößt. Spec. Gewicht 1,45 bis 1,50.

Mit dem 150 fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf fie durch Baryumnitrat und durch Silbernitrat erſt nach 5 Minuten getrübt werden.

Vorſichtig aufzubewahren.

Acidum phosphoricum. Phosphorſäure.

Klare, farb- und geruchloſe Flüſſigkeit von 1,120 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen 20 Theile Phosphorſäure enthaltend, nach Neutrali⸗ ſation mittelſt Natriumcarbonats mit Silbernitrat einen gelben, in Ammoniak und in Salpeterſäure löslichen Niederſchlag gebend.

Mit Silbernitrat darf ſie ſich weder in der Kälte noch beim Er⸗ wärmen trüben, mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer vermiſcht, auch nach längerer Zeit nicht verändert und, mit dem Zfachen Volumen Waſſer verdünnt, weder durch Baryumnitrat, noch nach Zuſatz von über⸗ ſchüſſigem Ammoniak durch Ammoniumonalat ſogleich getrübt werden. Mit dem 4 fachen Volumen Weingeiſt gemiſcht, bleibe die Säure klar. 2 Volumen der Säure, mit 1 Volumen Schwefelſäure vermifcht, dürfen nach dem Ueberſchichten mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung keine braune Zone zeigen.

5 cem Phosphorſäure, 5 cem verdünnte Schwefelſäure, mit Jod- löſung und Zink verſetzt, dürfen unter den bei Acidum hydro-

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chloricum erwähnten Bedingungen das mit der concentrirten Silber löſung (1 = 2) befeuchtete Papier nicht verändern.

Acidum pyrogallicum. Pyrogallusſäure. N

Sehr leichte, weiße, glänzende Blättchen oder Nadeln von bitterem Geſchmacke, die ſich in 2,3 Theilen Waſſer zu einer klaren, farbloſen und neutralen Flüſſigkeit, auch in Weingeiſt und Aether auflöſen. Sie ſchmelzen bei 131° und ſublimiren bei vorſichtigem Erhitzen ohne Rückſtand.

Die wäſſerige Löſung wird auf Zuſatz von Natronlauge ſchnell ge- bräunt, durch eine friſch bereitete Löſung von Ferroſulfat (183) tief indigblau, durch Eiſenchloridlöſung braunroth gefärbt. Aus einer Löſung von Silbernitrat ſcheidet ſie faſt ſofort Silber ab.

Acidum salieylicum. Salicylſäure.

Leichte, weiße, nadelförmige Kryſtalle oder ein lockeres, weißes, kryſtalliniſches Pulver von ſüßlich⸗ſauerem, kratzendem Geſchmacke, in 538 Theilen kalten Waſſers, leicht in heißem Waſſer und heißem Chloro- form, ſehr leicht in Weingeiſt und in Aether löslich, bei etwa 160° ſchmelzend, dann, vorſichtig erhitzt, unzerſetzt, bei ſchnellem Erhitzen aber unter Entwickelung von Carbolſäuregeruch flüchtig. Die wäſſerige Löſung wird durch Eiſenchlorid dauernd blauviolett, in ſtarker Verdün⸗ nung violettroth gefärbt.

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Von dem 6fachen Gewichte kalter Schwefelſäure werde die Salicyl- ſäure faſt ohne Färbung aufgenommen. Schüttelt man die Löſung der Säure in überſchüſſigem Natriumcarbonat mit Aether, ſo darf dieſer beim Verdunſten keinen Rückſtand laſſen. Der beim freiwilligen Verdunſten der weingeiſtigen Löſung bleibende Rückſtand ſei voll⸗ kommen weiß. Die Löſung in 10 Theilen Weingeiſt werde nach dem Zuſatze von wenig Salpeterſäure durch Silbernitrat nicht verändert.

Acidum sulfuricum. Schwefelſäure.

Farb- und geruchlofe, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von öl⸗ artiger Conſiſtenz, von 1,836 bis 1,840 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen 94 bis 97 Theile Schwefelſäure enthaltend, in welcher nach Verdün⸗ nung mit Waſſer durch Baryumnitrat ein weißer, in Säuren unlös⸗ licher Niederſchlag erzeugt wird.

Mit dem 5fachen Volumen Weingeiſt vorſichtig verdünnt, darf ſie auch nach längerer Zeit nicht getrübt werden und 10 cem der mit dem 5 fachen Volumen Waſſer vermiſchten Säure dürfen, mit 3 bis 4 Tropfen Kaliumpermanganatlöſung verſetzt, letztere in der Kälte nicht ſogleich entfärben.

Mit dem 20 fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf die Säure weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Silbernitrat, noch, nach Ueberſättigung mit Ammoniak, durch Schwefelammonium verändert werden. Mit dem gleichen Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, darf ſie keine braune Zone zeigen.

2 cem der Säure mit 10 cem Waſſer verdünnt, dürfen nach Zuſatz von Jodlöſung und Zink unter den bei Acidum hydrochloricum

17 erwähnten Bedingungen das mit der concentrirten Silberlöfung ( benetzte Papier nicht verändern. Vorſichtig aufzubewahren.

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Acidum sulfuricum erudum. Rohe Schwefelſäure.

Klare, farbloſe bis bräunliche Flüſſigkeit von ölartiger Conſiſtenz, in 100 Theilen mindeſtens 91 Theile Schwefelſäure enthaltend. Spec. Gewicht nicht unter 1,830.

Vorſichtig aufzubewahren.

Acidum sulfuricum dilutum. Verdünnte Schwefelſäure.

Eine Miſchung von

JJ a een nein ehe 5 mit Be Eee HET a a ne a Sehe *

Spec. Gewicht 1,110 bis 1,114.

Acidum tannicum. Gerbſäure.

Weißes oder gelbliches Pulver oder glänzende, kaum gefärbte, lockere Maſſe, mit gleich viel Waſſer und mit 2 Theilen Weingeiſt eine klare, ſchwach, eigenthümlich, nicht nach Aether riechende, ſauer

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reagirende und zuſammenziehend ſchmeckende Löſung gebend, löslich in 8 Theilen Glycerin, unlöslich in abſolutem Aether. Aus der wäſſerigen Löſung (15) wird durch Zuſatz von Schwefelſäure oder von Koch⸗ ſalz die Säure abgeſchieden; Eiſenchlorid erzeugt einen blauſchwarzen, auf Zuſatz von Schwefelſäure wieder verſchwindenden Niederſchlag. Die Löſung in 5 Theilen Waſſer muß auf Zuſatz eines gleichen Volumens Weingeiſt klar bleiben, und die weingeiſtige Flüſſigkeit darf ſich auch durch Hinzufügung von 0,5 Volumen Aether nicht trüben. 1 g hinterlaſſe beim Einäſchern einen nicht wägbaren Rückſtand.

Acidum tartaricum. Weinſäure.

Große, farbloſe, durchſcheinende, ſäulenförmige, oft in Kruſten zuſammenhängende, luftbeſtändige, beim Erhitzen unter Ausſtoßung des Geruchs nach verbrennendem Zucker verkohlende Kryſtalle, in 0,8 Theilen Waſſer und in 2,5 Theilen Weingeiſt löslich.

Die wäſſerige Löſung der Säure giebt mit Kaliumacetatlöſung einen kryſtalliniſchen, mit überſchüſſigem Kalkwaſſer einen anfangs flockigen, bald kryſtalliniſch werdenden, in Ammoniumchlorid und in Natron- lauge löslichen, aus letzterer Löſung beim Kochen ſich gelatinös ab⸗ ſcheidenden, beim Erkalten ſich wieder löſenden Niederſchlag.

Die wäſſerige Löſung der Säure (1 = 10) werde weder durch Calciumſulfat noch durch Baryumnitrat oder Ammoniumoxalat getrübt. In gepulvertem Zuſtande mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſ übergoſſen, werde ſie nicht verändert. f

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Adeps suillus. Schweineſchmalz.

Das aus dem Zellgewebe des Netzes und der Nieren des Schweines, Sus Serofa, ausgeſchmolzene, gewaſchene und von Waſſer befreite Fett. Es ſei weich, von gleichmäßiger Conſiſtenz, bei 38 bis 42° zu einer farbloſen, klaren Flüſſigkeit von nicht ranzigem Geruche ſchmelzend. Heißer Weingeiſt mit dem Schweinefett geſchüttelt, darf nach dem Erkalten, mit gleichen Theilen Waſſer verdünnt, Lakmuspapier nicht verändern. Kocht man 2 Theile Schweineſchmalz mit 2 Theilen Kalilauge und 1 Theile Weingeiſt, bis ſich die Miſchung klärt, und dampft im Waſſerbade ein, ſo muß ſich die zurückbleibende weiche Seife in 50 Theilen warmen Waſſers unter Zuſatz von 10 Theilen Weingeiſt auflöſen.

Aether. Aethyläther.

Klare, farbloſe, leicht bewegliche, eigenthümlich riechende und ſchmeckende, leicht flüchtige, bei 34 bis 36° ſiedende, in jedem Ver⸗ hältniſſe mit Weingeiſt und fetten Oelen miſchbare Flüſſigkeit von dem ſpec. Gewicht 0,724 bis 0,728.

Fließpapier, mit dem Aether getränkt, darf nach dem Verdunſten desſelben nicht mehr riechen und befeuchtetes Lakmuspapier durch den⸗ ſelben nicht geröthet werden. Werden gleiche Volumen Aether und Waſſer kräftig geſchüttelt, ſo darf das Volumen des letzteren höchſtens um den zehnten Theil zunehmen.

Aether acetieus. Eſſigäther. Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit von eigenthümlichem, an⸗ genehmem, erfriſchendem Geruche, mit Weingeiſt und Aether in jedem 3.

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Verhältniſſe miſchbar, bei 74 bis 76° ſiedend. Spec. Gewicht 0,900 bis 0,904.

Lakmuspapier darf durch den Eſſigäther nicht ſofort geröthet werden. Werden gleiche Volumen Eſſigäther und Waſſer kräftig gefchüttelt, fo darf das Volumen des letzteren höchſtens um den zehnten Theil zunehmen.

Aloò. Aloe,

Der eingekochte Saft der Blätter von Alo& ferox, A. spicata, A. vulgaris, A. lingua und wohl noch anderer Alos-Arten des Caplandes. Dunkelbraune, leicht in großmuſchelige, glasglänzende Stücke und in ſcharfkantige, röthliche bis hellbraune, durchſichtige Splitterchen brechende Maſſe von eigenthümlichem Geruche und Geſchmacke. In der Wärme des Waſſerbades darf die Alos anfangs erweichen, doch nicht zuſammenfließen; völlig ausgetrocknet und auf das feinſte zerrieben, giebt fie ein gelbes Pulver, welches bei 100° nicht zuſammenbacken und ſeine Farbe nicht verändern darf. Siedendes reines Chloroform wird durch Alos gar nicht, reiner Aether nur ſehr ſchwach gelblich gefärbt.

5 Theile Aloe müſſen mit 10 Theilen ſiedenden Waſſers eine faft klare Löſung geben, aus welcher ſich jedoch in der Kälte ungefähr 3 Theile wieder abſcheiden. Eine Löſung in 5 Theilen Weingeiſt muß auch in der Kälte klar bleiben.

Alumen. Kali⸗Alaun. Farbloſe, durchſcheinende, harte, regulär oktasdriſche Kryſtalle oder kryſtalliniſche Bruchſtücke, oberflächlich beſtäubt, in 10,5 Theilen Waſſer

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löslich, in Weingeiſt unlöslich. Die wäfferige Löſung von ſaurer Re action und ſüßlichem, ſtark zuſammenziehendem Geſchmacke giebt mit Natronlauge einen weißen, gelatinöſen, im Ueberſchuſſe des Fällungs⸗ mittels löslichen Niederſchlag, welcher auf Zuſatz von Ammonium- chlorid wieder erſcheint.

Die wäſſerige Löſung (1 20) darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht verändert werden und durch Kaliumferrocyanatlöſung erſt nach zehn Minuten eine bläuliche Färbung annehmen. Der bei gewöhnlicher Temperatur durch Natronlauge entſtandene Niederſchlag löſe ſich im Ueberſchuſſe derſelben vollſtändig auf, ohne den Geruch nach Ammoniak zu verbreiten; auch darf dieſe Löſung durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht getrübt werden.

Alumen ustum. Gebrannter Alaun.

Hundert Theile gepulverten Alauns werden in dünner Schicht ſo lange bei 50° getrocknet, bis fie etwa 30 Theile an Gewicht ver- loren haben und dann in einer Porzellanſchale im Sandbade unter beftändigem Umrühren fo lange bei einer 160° nicht überſchreitenden Temperatur erhitzt, bis der Rückſtand nur 55 Theile an Gewicht beträgt.

Es ſei ein weißes Pulver, welches beim gelinden Glühen nicht mehr als 10 Procent an Gewicht verlieren darf und ſich in 25 Theilen Waſſer langſam, aber klar auflöſen muß.

Aluminium sulfuricum. Aluminiumſulfat. Weiße, kryſtalliniſche Stücke, welche ſich in 1,2 Theilen kaltem, weit leichter in heißem Waſſer löſen, in Weingeiſt aber unlöslich ſind. Die

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wäſſerige Löſung reagirt und ſchmeckt ſauer und zuſammenziehend und giebt mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure unlöslichen und mit Natronlauge einen farbloſen, gelatinöſen, im Ueberſchuſſe löslichen Niederſchlag.

1 g des Präparats muß mit 10 cem Waſſer eine farbloſe Löſung geben und nach Zuſatz von 1,2 g Baryumchlorid und einigen Tropfen Phenolphtaleinlöſung 8,3 bis 8,7 cem Normalkalilöſung bis zur dauernden Röthung verbrauchen. 1 g, in 10 cem Waſſer gelöſt, darf durch 1 Tropfen Tanninlöſung entweder nicht oder nur bläulich ge- färbt werden.

Ammoniacum. Ammoniakgummi.

Das Gummiharz der Ammoniakdolde Dorema Ammoniacum. Es beſteht aus loſen oder mehr weniger zuſammenhängenden Körnern oder größeren Klumpen von bräunlicher, auf dem friſchen Bruche trübe weißlicher Farbe. In der Kälte ſpröde, erweicht es in der Wärme, ohne klar zu ſchmelzen; ſein Geruch iſt eigenartig, der Geſchmack bitter und etwas ſcharf, unangenehm aromatiſch.

Mit dem Zfachen Gewichte Waſſer zerrieben, bildet es eine weiße Emulſion, welche durch Natronlauge gelb, dann braun wird. Ueber⸗ gießt man es mit dem Zfachen Gewichte Salzſäure, fo darf ſich dieſelbe, ſelbſt beim Erwärmen auf 60°, nicht färben.

Zum pharmaceutiſchen Gebrauche laſſe man es in der Kälte hart werden, pulvere es und befreie es mittelſt eines Siebes von

Aureinta tet I.

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Ammonium bromatum, Ammoniumbromid.

Weißes, kryſtalliniſches Pulver, in Waſſer leicht, in Weingeiſt ſchwer löslich, beim Erhitzen flüchtig. Die wäſſerige Löſung färbt nach Zuſatz von wenig Chlorwaſſer und Chloroform letzteres roth— gelb und entwickelt beim Erhitzen mit Natronlauge Ammoniak.

Eine kleine Menge des gepulverten Salzes auf Porzellan ausge— breitet, darf feuchtes Lakmuspapier nicht röthen, ebenſowenig nach Zuſatz von wenigen Tropfen verdünnter Schwefelſäure ſich ſofort gelb färben.

5 cem der wäſſerigen Löſung (1 10) mit 1 Tropfen Eifen- chloridlöſung verſetzt, färben zugeſetztes Chloroform nach dem Umſchüt⸗ teln nicht violett. 10 cem einer Löſung von 3g ſcharf getrockneten Ammoniumbromids in 100 cem Waſſer dürfen nach Zuſatz einiger Tropfen Kaliumchromatlöſung nicht mehr als 31,1 cem Zehntel— Normalſilberlöſung bis zur bleibenden Röthung verbrauchen.

Ammonium earbonicum. Ammoniumcarbonat.

Dichte, harte, durchſcheinende, faſerig⸗kryſtalliniſche Maſſen von ſtark ammoniakaliſchem Geruche, mit Säuren aufbrauſend, an der Luft verwitternd und häufig an der Oberfläche mit einem weißen Pulver bedeckt. Es iſt in der Wärme flüchtig und in 4 Theilen Waſſer langſam, aber vollſtändig löslich.

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Die wäſſerige, mit Eſſigſäure überfättigte Löſung (120) darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch durch Ammoniumopalat verändert werden, noch darf fie nach dem Zuſatz von wenig Chlorwaſſer und Chloroform letzteres violett färben.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit Silbernitrat im Ueberſchuſſe verſetzt, darf nach dem Ueberſättigen mit Salpeterſäure weder ge bräunt, noch innerhalb zwei Minuten mehr als opaliſirend getrübt werden.

lg des Salzes, mit Salpeterſäure überfättigt und im Waſſerbade zur Trockne verdampft, muß einen farbloſen, bei höherer Temperatur flüchtigen Rückſtand geben.

Ammonium chloratum. Ammoniumchlorid.

Weiße, harte, faſerig⸗kryſtalliniſche Kuchen oder weißes, farb⸗ und geruchloſes, luftbeſtändiges Kryſtallpulver, in der Wärme flüchtig, in 3 Theilen kalten und dem gleichen Theile ſiedenden Waſſers löslich, in Weingeiſt faſt unlöslich. Die wäſſerige Löſung giebt mit Silbernitrat einen weißen, käſigen, in Ammoniak löslichen Niederſchlag und ent⸗ wickelt, mit Natronlauge erwärmt, Ammoniak.

Die wäſſerige Löſung (1 20) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch durch verdünnte Schwefel⸗ ſäure verändert, noch mit Salzſäure angeſäuert auf Zuſatz von Eiſenchlorid geröthet werden. Mit Schwefelammonium darf ſie nur eine dunkelgrüne Färbung, keinen ſchwarzen Niederſchlag geben. 1 g des Salzes, mit wenig Salpeterſäure im Waſſerbade zur Trockne

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verdampft, muß einen weißen, bei höherer Temperatur flüchtigen Rückſtand geben.

Ammonium chloratum ferratum.

Eiſenſalmiak. Zweiunddreißig Theile Ammoniumchlorid 32 werden in einer Porzellanſchale mit Neun Theilen Eiſenchloridlöſun . 9

gemiſcht und unter fortwährendem Umrühren im Dampf⸗ bade zur Trockne verdampft. Rothgelbes, an der Luft feucht werdendes, in Waſſer leicht lösliches Pulver, ungefähr 2,5 Procent Eiſen enthaltend. Vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Amygdalae amarae. Bittere Mandeln.

Die Samen von Prunus Amygdalus. Sie find unſymmetriſch eiförmig, abgeplattet, ungefähr 2 em lang und durchſchnittlich 1,5 em breit, ſpitz genabelt, am ſtumpf gerundeten entgegengeſetzten Ende bis lem dick. Die braune, ſchülferige, von wenig verzweigten Gefäß bündeln durchzogene Samenhaut läßt ſich nach dem Einweichen in Waſſer von den rein weißen Cotyledonen leicht abziehen. Die letzteren ſchmecken ſtark bitter.

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Amygdalae dulces. Süfe Mandeln.

Die Samen von Prunus Amygdalus. Sie find unſymmetriſch eiförmig, abgeplattet, ſpitz genabelt, am entgegengeſetzten Ende ſtumpf abgerundet. Man wähle die größeren, durchſchnittlich ungefähr 2,25 cm langen und mindeſtens 1,5 em breiten Sorten. Die braune, ſchülferige, von wenig verzweigten Gefäßbündeln durchzogene Samenhaut läßt ſich nach dem Einweichen in Waſſer leicht von den rein weißen Cotyledonen abziehen. Dieſe müſſen milde ölig, zugleich etwas ſüß und ſchleimig, nicht ranzig ſchmecken.

Amylium nitrosum. Amylnitrit.

Klare, gelbliche, flüchtige Flüſſigkeit von nicht unangenehmem, frucht⸗ artigem Geruche, von brennendem, gewürzhaftem Geſchmacke, kaum löslich in Waſſer, in allen Verhältniſſen mit Weingeiſt und Aether miſchbar, bei 97 bis 99 ſiedend, angezündet mit gelber, leuchtender und rußender Flamme verbrennend.

10 cem des Amylnitrits dürfen die alkaliſche Reaction von 2 cem einer Miſchung aus 1 Theil Ammoniak und 9 Theilen Waſſer nicht aufheben.

Mit dem 3 fachen Volumen einer Miſchung aus gleichen Theilen Ammoniak und abſoluten Weingeiſtes, nach Zuſatz von etwas Silber⸗ nitrat gelinde erwärmt, darf Amylnitrit keine Bräunung oder Schwärzung hervorrufen.

Vor Licht geſchützt über einigen Kryſtallen von Kaliumtartrat vorſichtig aufzubewahren.

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Amylum Tritici. Weizenſtärke.

Das Stärkemehl der Früchte von Triticum vulgare. Weißes, ſehr feines Pulver; unter Waſſer bei 150 facher Vergrößerung betrachtet, annähernd kreisrunde Körner; die einen von ſehr geringem, die anderen, weniger zahlreichen von ſehr viel größerem Durchmeſſer; mittlere Körner finden ſich ſeltener. Läßt man Weingeiſt dazu treten, ſo zeigt ſich, daß die großen Körner linſenförmig oder planconvex find. Das Mikroſkop läßt leicht eine Beimiſchung der viel größeren und unregelmäßigeren Stärkekörner der Kartoffel erkennen. Beim Ver⸗ brennen darf die Stärke nicht über 1 Procent Aſche hinterlaſſen. Mit 50 Theilen Waſſer gekocht, giebt die Weizenſtärke einen nach dem Erkalten dünnflüſſigen, trüben Schleim, der keinen beſonderen Geruch und Geſchmack beſitzt und Lakmuspapier nicht verändert.

Antidotum Arseniei. Gegengift der arſenigen Säure.

Hundert Theile Ferriſulfatlöſun ggg. 100 werden mit ö Zweihundertfünfzig Theilen WaſſerXrrr r e 250

vermiſcht und dieſer Flüſſigkeit alsdann unter Um⸗ ſchütteln und möglichſter Vermeidung der Erwärmung eine Miſchung aus

Fünfzehn Theilen gebrannter Magne in 15 mit

Zweihundertfünfzig Theilen Waſſe nãnrõrõrr r 250 hinzugefügt.

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Eine braune Schüttelmixtur, welche zum Gebrauche jedesmal friſch zu bereiten iſt.

Es müſſen zu dem Zwecke mindeſtens 500 g Ferriſulfatlöſung und 150 f gebrannter Magneſia jederzeit vorräthig gehalten werden.

Apomorphinum hydrochloricum. Apomorphiuhydrochlorat.

Weißes oder grauweißes, trockenes, kryſtalliniſches, neutrales Pul⸗ ver, in Waſſer löslich, in Aether oder Chloroform faſt unlöslich. Das Salz färbt ſich an feuchter Luft bei Einwirkung von Licht bald grün. Salpeterſäure färbt es blutroth. Es löſt ſich in überſchüſſiger Natron- lauge, die Löſung färbt ſich an der Luft raſch purpurroth, ſpäter ſchwarz. Silbernitratlöſung wird dadurch reducirt. Der durch Natriumbicarbonat entſtehende Niederſchlag färbt ſich an der Luft ſchnell grün.

Die wäſſerige Löſung des Salzes ſei farblos oder nicht ſtark gefärbt; ein Präparat, welches mit 100 Theilen Waſſer eine ſmaragd⸗ grüne Löſung giebt, iſt zu verwerfen.

Vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,01. Maximale Tagesgabe 0,05.

Aquae destillatae. Deſtillirte Wäſſer. Die deſtillirten Wäſſer ſollen den Geruch und den eigenthümlichen Geſchmack der flüchtigen Beſtandtheile derjenigen Subſtanzen haben, aus welchen ſie bereitet ſind.

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Zum Zwecke der Dispenfation find fie durch Filtration von nicht gelöſtem atheriſchem Oele zu befreien.

Schleimige und gefärbte Wäſſer ſind zu verwerfen.

Mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer vermiſcht, dürfen fie keine Verän— derung erleiden.

Aqua Amygdalarım amararum. Bittermandelwaſſer.

Zwölf Theile bitterer Mandelas 12 werden zerſtoßen und vermittelſt der Preſſe ohne Erwär⸗ mung ſo weit als möglich von dem fetten Oele befreit, dann in ein feines Pulver verwandelt.

Dieſes werde in einer geräumigen Deſtillirblaſe, welche am zweckmäßigſten ſo eingerichtet iſt, daß die in einem Dampferzeuger entwickelten Waſſerdämpfe hindurchſtreichen können, mit

Achtzig Theilen gewöhnlichen Waſſernnn mmm. 80 gut gemiſcht Ein Theil Weingeiſt c. . asien 3 ee ee 1

zugefügt und die Miſchung gut verſchloſſen zwölf Stunden lang ſtehen gelaſſen. Hierauf werden vorſichtig bei ſorg⸗ fältiger Abkühlung

EEE ( ! 11 in eine Vorlage abdeſtillirt, welche

Ww u ar: 1 enthält.

Das Deſtillat werde auf ſeinen Gehalt an Cyan⸗ waſſerſtoff geprüft und mit ſoviel von einer Miſchung aus Einem Theil Wenge 1 und

Fünf Theilen Waſſeer. b e L i 5

30

verdünnt, daß in Tauſend Theilen ein Theil Cyan⸗ waſſerſtoff enthalten iſt.

27,0 g Bittermandelwaſſer mit 54,0 g Waſſer verdünnt, verſetze man mit breiförmigem Magneſiumhydrat bis zur Undurchſichtigkeit und füge einige Tropfen Kaliumchromatlöſung hinzu. Hierauf laſſe man ſo lange Zehntel⸗Normalſilberlöſung zufließen, bis die bei jedes⸗ maligem Zuſatze entſtehende rothe Färbung von Silberchromat beim Umrühren eben nicht mehr verſchwindet. Die Anzahl der verbrauchten Cubikcentimeter Silberlöſung, mit 0,01 multiplicirt, ergiebt den Procentgehalt an Cyanwaſſerſtoff.

Das Bittermandelwaſſer ſei klar oder faſt klar und rieche ſtark nach Bittermandelöl und Blauſäure. Der Geruch nach erſterem muß auch nach Wegnahme der Blauſäure vermittelſt Silbernitrat verbleiben.

Vorſichtig aufzubewahren.

Für Aqua Lauro-Cerasi iſt Aqua Amygdalarum amararum zu dispenſiren.

Maximale Einzelgabe 2,0. Maximale Tagesgabe 8,0.

Aqua Calcariae.

Kalkwaſſer. Ein Theil ghmner 1 werde mit in Wa nf,f, 4 gelöſcht und unter Umrühren mit Bei len , 22 2 Ka 50

gemischt. Nach einigen Stunden gieße man die Flüffig- keit fort und vermiſche den Bodenſatz mit weiteren

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Das Kalkwaſſer ſei klar, farblos und von ſtark alkaliſcher Reaction. 100 cem Kalkwaſſer, mit 3,5 bis 4,0 cem Normalſalzſäure ge— miſcht, dürfen keine ſaure Flüſſigkeit geben.

Aqua carbolisata.

Carbolwaſſer. Eine Miſchung aus Dreiunddreißig Theilen verflüffigter Carbolſäu re 33 und Neunhundertſiebenundſechszig Theilen Waſſer . 3 967.

Klare, nach Carbolſäure riechende Flüſſigkeit.

Aqua chlorata. Chlorwaſſer.

Klare, gelbgrüne, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von erſtickendem Geruche, welche blaues Lakmuspapier ſofort bleicht, in 1000 Theilen mindeſtens 4 Theile Chlor enthaltend.

Werden 25 g Chlorwaſſer in eine mit Stärkelöſung verſetzte wäſſe⸗ rige Löſung von 1 g Kaliumjodid eingegoſſen, jo müſſen zur Bindung des ausgeſchiedenen Jods mindeſtens 28,2 cem Zehntel⸗Normalnatrium⸗ thioſulfatlöſung verbraucht werden.

Vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Aqua Cinnamomi. Zimmtwaſſer. Ein Theil gröblich zerſtoßenen Zimmt s. 1 werde mit ien Theil Weingeiſt =

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und der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers übergoſſen, und nach zwölf Stunden

Es ſei trübe, ſpäter klar werdend.

Aqua destillata. Deſtillirtes Waſſer. Klare, ohne Rückſtand verdampfende Flüſſigkeit, ohne Farbe, Geruch und Geſchmack. Es darf weder durch Queckſilberchlorid, noch durch Silbernitrat, noch beim Vermiſchen mit dem doppelten Volumen Kalkwaſſer eine Trübung erleiden.

Aqua Florum Aurantii. Orangenblüthenwaſſer. Klare oder ſchwach opaliſirende, farbloſe Flüſſigkeit von angenehmem Geruche nach Orangenblüthen. Vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Aqua Foeniculi.

Fenchelwaſſer. es "Shell eren n 1 werde mit der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers übergoſſen und t 30 abdeſtillirt.

Es ſei wenig trübe.

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Aqua Menthae erispae. Krauſeminzwaſſer. Ein Theil zerſchnittener Krauſeminzblätte rr 1 werde mit der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers übergoſſen und

Es ſei etwas trübe.

Aqua Menthae piperitae. Pfefferminzwaſſer. Ein Theil zerſchnittener Pfefferminzblätterrõrr e 1 werde mit der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers übergoſſen und

Es ſei etwas trübe. Aqua Picis.

Theerwaſſer. /ſJ%%%%%%000 ///, ĩͤ ß 1 werde mit Drei Theilen gepulverten Bimsſteinnn . 3,

welcher vorher mit Waſſer ausgewaſchen und wieder ge⸗ trocknet wurde, gemiſcht und zum Gebrauche aufbewahrt. Von dieſer Miſchung werden

Bier Theile nie nee 4 mit Zehn Theilen Waller» nee ae ee 10

5 Minuten lang geſchüttelt und dann filtrirt.

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Es ſei klar, gelblich bis bräunlichgelb, vom Geruche und Ge— ſchmacke des Theeres. |

Es werde entweder bei jedesmaligem Bedarf friſch bereitet oder doch nur für kurze Zeit vorräthig gehalten.

Aqua Plumbi.

Bleiwaſſer. Ein Zu d ⁵ð2 ne 1 werde mit Neunundvierzig Theilen Ball -..,.0a8 dr cn 49 gemiſcht.

Es ſei etwas trübe. Vor der Dispenſation werde es umgeſchüttelt. Für Aqua Plumbi Goulardi iſt Aqua Plumbi zu dispenſiren.

Aqua Rosae. Roſenwaſſer. Vier Tropfen Roſenöl werden mit Tauſend Gramm lauwarmen Waſſers einige Zeit geſchüttelt und die Miſchung filtrirt. Es ſei klar.

Argentum foliatum. Blattſilber.

Zarte Blättchen von reinem Silberglanze, in Salpeterfänne zu einer klaren, farbloſen Flüſſigkeit löslich, in welcher durch Salzſäure ein weißer, käſiger, in Salpeterſäure unlöslicher, in Ammoniak leicht löslicher Niederſchlag erzeugt wird.

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Argentum nitricum. Silbernitrat.

Weiße, glänzende oder grauweiße, ſchmelzbare Stäbchen mit kryſtalliniſch ſtrahligem Bruche, in 0,6 Theilen Waſſer, in 10,2 Theilen Weingeiſt und in Ammoniak klar und farblos löslich. Die wäſſerige Löſung iſt neutral; Salzſäure fällt daraus weiße Flocken, welche ſich leicht in Ammoniak löſen, dagegen unlöslich in Salpeterſäure ſind.

Die wäſſerige Löſung (1 = 10) darf ſich nach dem Vermiſchen mit dem 4 fachen Volumen verdünnter Schwefelſäure und Erhitzen bis zum Sieden nicht trüben. Nach Ausfällen eines anderen Theils der Löſung mit Salzſäure muß ein Filtrat erhalten werden, welches beim Verdampfen keinen Rückſtand giebt.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,2.

Argentum nitricum cum Kalio nitrico. Salpeterhaltiges Silbernitrat.

ae e 1 und i 04040. 2

werden gemiſcht, vorſichtig geſchmolzen und in Stäbchenform gegoſſen.

Weiße oder grauweiße, harte, im Bruch porzellanartige, kaum kryſtalliniſche Stäbchen.

Wird 1 g des eee in 10 cem Waſſer gelöſt und mit 20 cem Zehntel ⸗N iumchloridlöſung und 10 Tropfen Kalium⸗ chromatlöſung gemiſcht, ſo erf u nur 0,5 bis 1,0 cem Zehntel-Normal⸗ ſilberlöſung zur Röthung der Flüſſigkeit verbraucht werden.

Vorſichtig aufzubewahren.

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Asa foetida. Aſant.

Das Gummiharz von Ferula- (Peucedanum-) Arten des weſt⸗ lichen Hochaſiens, beſonders Ferula Scorodosma und Ferula Narthex. Es bildet entweder loſe oder verklebte Körner oder anſehn⸗ lichere Klumpen; an der Oberfläche iſt es grau bis violett, braun, innen weiß, aber auf dem Bruche anfangs roth anlaufend, dann in braun übergehend. Geruch und Geſchmack des Aſants ſind höchſt eigentümlich. Mit dem 3fachen Gewichte Waſſer zerrieben, liefert er eine weißliche Emulſion, die auf Zuſatz von Natronlauge gelb wird. Gießt man Salzſäure auf Aſant, ſo darf kein ſtarkes Aufbrauſen er⸗ folgen und nach 6 Stunden ſoll die Säure kaum gefärbt ſein. Beim Verbrennen darf der Aſant nicht über 10 Procent Aſche hinterlaſſen.

Zum pharmaceutiſchen Gebrauche laſſe man ihn in der Kälte hart werden, pulvere ihn und befreie ihn von Unreinigkeiten vermittelſt eines Siebes.

Atropinum sulfuricum. Atropinſulfat.

Weißes, kryſtalliniſches Pulver, mit gleichviel Waſſer, ſowie mit dem Zfachen Gewichte Weingeiſt neutrale Löſungen gebend. Von Aether und Chloroform wird es nicht aufgenommen.

Zu 0,001 g, welches im Glasröhrchen bis zum Auftreten weißer Nebel erhitzt wird, gebe man 1,5 g Schwefelſäure und erwärme bis zur beginnenden Bräunung. Sofortiger Zuſatz von 2 g Waſſer ruft die Entwickelung eines angenehmen, höchſt eigenthümlichen Geruches hervor; fügt man alsdann ein Kryſtällchen Kaliumpermanganat zu, ſo entwickelt ſich Geruch nach Bittermandelböl.

37 Die wäſſerige Löſung werde durch Natronlauge, nicht aber durch Ammoniak getrübt.

Selbſt bei 1000 facher Verdünnung ſchmeckt die Auflöſung bitter und kratzend.

Sehr vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,001. Maximale Tagesgabe 0,003.

Auro-Natrium chloratum. Natriumgoldchlorid.

Fünfundſechszig Theile reinen Goldes 65 werden unter gelindem Erwärmen gelöſt in einer Miſchung aus

Fünfundſechszig Theilen Salpeterſäure n 65 und

Zweihundertvierzig Theilen Salzſäure .. 240. Die Löſung wird mit

Weribunbert Theilen Waſſ er 200

verdünnt und darin Hundert Theile reinen, ausgetrockneten Natriumchlorids . 100 aufgelöſt.

Die klare Flüſſigkeit wird im Waſſerbade unter Umrühren zur Trockne gebracht.

Das Präparat iſt ein goldgelbes Pulver, welches in 2 Theilen Waſſer vollſtändig, in Weingeiſt aber nur zum Theil löslich iſt. Beim Glühen wird es unter Abſcheidung von Gold zerſetzt.

Es darf bei Annäherung eines mit Ammoniak benetzten Glasſtabes keine Nebel geben. 0,5 g im bedeckten Porzellantiegel langſam zum

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Glühen erhitzt, müſſen nach dem Auslaugen des Rückſtandes mit Waſſer mindeſtens 0,150 g 30 Procent Gold hinterlaſſen. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,2.

Balsamum Copaivae. Copaivabalſam. Der Harzſaft ſüdamerikaniſcher Copaifera-Arten, vorzüglich der

Copaifera officinalis und der Copaifera guianensis. Klare, gelbbräunliche, gar nicht oder nur ſchwach fluorescirende Flüf- ſigkeit von eigenthümlich aromatiſchem Geruche und anhaltend ſcharfem und bitterlichem Geſchmacke. Man wähle die dickflüſſigeren Sorten von 0,96 bis 0,99 ſpec. Gewicht, welche im Waſſerbade abgedampft hell⸗ braunes, nach dem Erkalten amorphes, klares und ſprödes Harz zurück— laſſen. Man verdünne den Balſam mit dem 20 fachen Gewichte Schwefelkohlenſtoff und ſchüttle dieſe Auflöſung mit einigen Tropfen eines abgekühlten Gemiſches von gleich viel Schwefelſäure und rauchender Salpeterſäure, wobei ſich keine rothe oder violette Färbung einſtellen darf. 1 Theil Copaivabalſam, mit 5 Theilen Waſſer von 50 kräftig geſchüttelt, gebe ein trübes Gemenge, das ſich im Waſſerbade bald wieder in zwei klare Schichten trennen muß.

Balsamum Nueistae.

Muscatbalſam. Ein Theil gelben Wachſeszzz . 1 Zwei Theile Olivenöl ...... ser ae ee 2

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werden im Dampfbade zuſammen geſchmolzen, colixt und in Rapfeln ausgegoſſen. Er ſei von bräunlichgelber Farbe und aromatiſchem Geruche.

Balsamum peruvianum. Perubalſam.

Der durch Anſchwelen der Stammrinde der Toluifera Pereirae (Myroxylon Pereirae) gewonnene Harzſaft, eine braunrothe bis tief dunkelbraune, in dünner Schicht klar durchſichtige, nicht fadenziehende Flüſſigkeit von angenehmem Geruche und ſcharf kratzendem, bitterlichem Geſchmacke. Der Perubalſam beſitzt ein ſpec. Gewicht von 1,137 bis 1,145, klebt nicht und trocknet an der Luft nicht ein. Er iſt klar miſchbar mit dem gleichen Gewichte Weingeiſt. 3 Theile des Balſams nehmen 1 Theil Schwefelkohlenſtoff ohne Trübung auf; aber nach Zuſatz von ferneren 8 Theilen des letzteren ſcheidet ſich ein braun⸗ ſchwarzes Harz ab. Die davon abgegoſſene klare Flüſſigkeit darf nur ſchwach bräunlich gefärbt ſein, und nicht oder doch nur ſchwach fluoresciren. Wird 1g Balſam mit 5 g Petroleumbenzin kräftig durchgeſchüttelt und werden von dieſer Miſchung, nachdem dieſelbe kurze Zeit geſtanden, 30 Tropfen in einem Porzellanſchälchen der freiwilligen Verdunſtung überlaſſen, ſo darf der ölartige, gelblich gefärbte Rückſtand auch beim gelinden Erwärmen nicht den Geruch des Terpenthins, Styrax oder Copaivabalſams zeigen und mit 5 Tropfen ſtarker Salpeter⸗ ſäure (1,30 bis 1,33 ſpec. Gewicht) verſetzt, eine blaue oder blaugrüne Färbung auch bei ſchwächerem Erwärmen nicht annehmen.

Werden 5 Tropfen Balſam mit 3 cem Ammoniak durch kräftiges Schütteln gemiſcht, ſo darf nur ein geringer, bald zerfallender Schaum ſich bilden und die Miſchung ſelbſt nach 24 Stunden nicht gelatiniren.

F . . 7

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Reibt man 10 Tropfen Balſam mit 20 Tropfen Schwefelſäure zu⸗ ſammen, ſo muß eine gleichmäßige, zähe, kirſchrothe Miſchung entſtehen, die, nach einigen Minuten mit kaltem Waſſer ausgewaſchen, einen harz⸗ artigen, in der Kälte brüchigen Rückſtand hinterläſt. Mit dem 200 fachen Gewichte Waſſer der Deſtillation unterworfen, darf der Perubalſam kein ätheriſches Oel liefern.

Benzinum Petrolei. Petroleumbenzin.

Farbloſe, nicht fluorescirende Antheile des Petroleums von 0,64 bis 0,67 ſpec. Gewichte, bei der Deſtillation zwiſchen 55 und 75° faſt ganz übergehend, von ſtarkem, nicht unangenehmem Gerüche, leicht entzündlich. Schüttelt man 2 Theile Petroleumbenzin mit einer ab⸗ gekühlten Miſchung von 1 Theile Schwefelſäure und 4 Theilen rauchen⸗ der Salpeterſäure, ſo darf ſich das Gemenge nicht färben und nicht den Geruch nach Bittermandelöl annehmen.

Benzoe. Benzo.

Das Harz der Styrax Benzoin. Graubräunliche, oft löcherige, leicht zerreibliche Maſſe mit hellen Körnchen oder Klümpchen, oder auch flache, gelbbräunliche, innen hellere Stücke. Im öfachen Gewichte Weingeiſt löſt ſich die Benzos in gelinder Wärme bis auf eine geringe Menge Pflanzentrümmer auf; das Filtrat giebt mit Waſſer eine milchige Flüſſigkeit von ſaurer Reaction.

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Bismutum subnitrieum. Baſiſches Wismutnitrat.

Biel Then Wem ee 2 und Ein Theil Natriumnitrat re 1

werden in einer eiſernen Schale bis zum ſchwachen Roth; glühen erhitzt und, ſobald die Maſſe zu ſchwellen beginnt, umgerührt, bis das Metall fein zertheilt kaum noch ſichtbar iſt. Der halberkalteten Maſſe giebt man

GUN, en rn an 5 und Drei Theile Natrontauge a ER en 3

zu, kocht einige Minuten, ſammelt das fein zertheilte Wismut nebſt dem gebildeten Oxyd auf einem Filter, wäſcht mit Waſſer bis zur völligen en des Alkali aus und trocknet den Rückſtand. Derſelbe wird ſodann in Acht Theile heißer Salpeterſd ure Ju 8

allmälig eingetragen, das Ganze einige Minuten auf 80 bis 90° erwärmt, dann durch Asbeſt filtrirt und bis auf 6 Theile verdunſtet.

Die nach dem Erkalten erhaltenen Kryſtalle werden mit wenig ſal⸗ peterſäurehaltenden Waſſers einige Male abgeſpült, hierauf wird 1 Theil derfelben mit 4 Theilen Waſſer gleichmäßig zerrieben und unter Um- rühren in 21 Theile ſiedenden Waſſers eingetragen. Sobald der Niederſchlag ſich ausſcheidet, wird die überſtehende noch warme Flüſſigkeit entfernt, der Niederſchlag geſammelt, nach völligem Ab⸗ laufen des Filtrates mit dem gleichen Volumen kalten Waſſers nach⸗ gewaſchen und nach Ablauf desſelben bei 30° ausgetrocknet.

6

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Weißes, mikrokryſtalliniſches, ſauer reagirendes Pulver. Bei 120° verliere es 3 bis 5 Procent an Gewicht und hinterlaſſe nach dem Glühen, unter Entwickelung gelbrother Dämpfe, 79 bis 82 Procent Wismutoxyd.

0,5 g des baſiſchen Wismutnitrats löſen ſich in 25 cem ver dünnter Schwefelſäure ohne Entwickelung von Kohlenſäure klar auf. Ein Theil dieſer Löſung, mit überſchüſſigem Ammoniak verſetzt, gebe im farbloſen Filtrate mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer keine Reaction. Ein zweiter Theil, mit mehr Waſſer verdünnt und mit Schwefelwaſſer⸗ ſtoff vollſtändig ausgefällt, gebe ein Filtrat, das nach dem Eindampfen keinen Rückſtand hinterläßt.

In Salpeterſäure löſe ſich das Wismutnitrat klar; die Löſung werde weder durch Silbernitrat, noch durch Löſung von Baryumnitrat (150) getrübt. Mit Natronlauge im Ueberſchuß erwärmt, darf das Präparat kein Ammoniak entwickeln; wird dieſe Flüſſigkeit filtrirt und in einer Probirröhre mit einigen Stückchen blanken Eiſendrahtes und etwas Zinkfeile erwärmt, fo darf ein mit Silberlöſung (1=2) be feuchtetes Papier durch das entweichende Gas binnen einer Stunde nicht gefärbt werden.

Bolus alba. Weißer Thon.

Eine weißliche, zerreibliche, abfärbende, durchfeuchtet etwas zähe, im Waſſer zerfallende, aber nicht lösliche, erdige Subſtanz, welche e ſächlich aus waſſerhaltigem Aluminiumſilicat beſteht.

Beim Uebergießen mit Salzſäure darf kein Aufbrauſen ſtattfinden und beim Abſchlämmen kein ſandiger Rückſtand bleiben.

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Borax. Natriumborat.

Harte, weiße Kryſtalle oder kryſtalliniſche Stücke, welche ſich in 17 Theilen kalten, der Hälfte ihres Gewichtes ſiedenden Waſſers und reichlich in Glycerin löſen, in Weingeiſt aber unlöslich find,

Die wäſſerige Löſung färbt Curcumapapier auf Zuſatz von wenig Salzſäure braun. Am Oehre des Platindrahtes färbt der Borax die Flamme gelb.

Die wäſſerige Löſung (1850) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch durch Ammoniumcarbonat verändert werden, mit Salpeterſäure angeſäuert nicht aufbrauſen und weder durch Baryum⸗ nitrat, noch durch Silbernitrat nach 5 Minuten mehr als opaliſirend getrübt werden.

Bromum. Brom.

Dunkelrothbraune, flüchtige Flüſſigkeit von 2,9 bis 3,0 ſpec. Gewicht, bei gewöhnlicher Temperatur verdampfend und gelbrothe Dämpfe bildend. Es löſt ſich in 40 Theilen Waſſer, leicht in Weingeiſt, Aether, Schwefelkohlenſtoff und Chloroform mit tief rothgelber Farbe.

Das Brom ſei in Natronlauge leicht löslich. Eine Löſung in Waſſer (1 40), mit überſchüſſigem gepulverten Eifen geſchüttelt, gebe eine Flüſſigkeit, welche nach Zuſatz von wenig Eiſenchlorid und Chloro— form letzteres nicht violett färbt.

Vorſichtig aufzubewahren.

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Bulbus Scillae. Meerzwiebel.

Aus den mittleren Schalen der Zwiebel von Urginea maritima (Seilla maritima) geſchnittene Streifen von durchſchnittlich 3 mm Dicke. Sie ſind gelblichweiß, durchſcheinend, von ſtarken Querſtreifen durch⸗ zogen und ſchmecken widerlich bitter.

Calcaria chlorata. Chlorkalk.

Weißes oder weißliches Pulver von chlorähnlichem Geruche, in Waſſer nur theilweiſe löslich, in 100 Theilen mindeſtens 20 Theile wirkſamen Chlors enthaltend. Mit Eſſigſäure giebt es unter reichlicher Chlorentwickelung eine Löſung, welche, mit Waſſer verdünnt und filtrirt, durch Ammoniumoxalat weiß gefällt wird.

Werden 0,5 g Chlorkalk mit 100 cem Waſſer angerieben, 2 g Ka⸗ liumjodid, 20 Tropfen Salzſäure ur etwas Stärkelöſung zugefügt, fo müſſen 28,5 cem Zehntel⸗N iumthioſt g zur Bindung des ausgeſchiedenen Jods verbraucht werden.

Wäſſerige Löſungen von Chlorkalk ſind filtrirt zu dispenſiren.

4 1 1 1

Calearia usta. Gebrannter Kalk.

Dichte, weißliche Maſſen, welche, mit der Hälfte ihres Gewichtes Waſſer beſprengt, ſich ſtark erhitzen und zu Pulver zerfallen, mit der 3, bis 4fachen Menge Waſſer einen dicken, gleichmäßigen Brei bilden, der in Salpeterſäure faſt ohne Aufbrauſen zum größeren Theile löslich iſt. Letztere Löſung, mit Waſſer verdünnt und mit

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Natriumacetat verſetzt, giebt mit Ammoniumoxalat einen weißen Niederſchlag.

Calcium carbonicum praeeipitatum. Calciumcarbonat.

Weißes, mikrokryſtalliniſches, in Waſſer faſt unlösliches Pulver. In Eſſigſäure löſt es ſich unter Aufbrauſen und die Löſung giebt mit Ammoniumoxalat einen weißen Niederſchlag.

Mit der 50 fachen Menge Waſſer geſchüttelt, gebe es ein Filtrat, welches nicht alkaliſch reagirt.

Die mit Hülfe von Eſſigſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (150) darf durch Baryumnitrat nicht verändert und durch Silbernitrat nach Zuſatz von Salpeterſäure nur opaliſirend getrübt werden.

Die mit Hülfe von Salzſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (150) darf durch Ueberſättigung mit Ammoniak nicht getrübt werden und auf Zuſatz von Schwefelammonium nur dunkelgrüne Färbung geben.

Calcium phosphoricum.

Calciumphosphat. Zwanzig Theile kryſtalliniſchen Ealeiumcarbonats ....... 20 werden mit %% ¼ A AAA ˙¹ð¹ðl! Ä. 50 und Faure ß) ̃¾ ẽĩ¹M—,...ĩ˙—Ü·' 50

übergoſſen und, nachdem die Einwirkung in der Kälte aufgehört hat, damit erwärmt. Die klar abgegoſſene Flüſſigkeit werde mit friſch bereitetem überſchüſſigem

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Chlorwaſſer vermiſcht. Hierauf erwärme man, bis der Chlorgeruch verſchwunden iſt, und digerire eine halbe Stunde mit JJ c 1. Der klaren, mit verdünnter Eſſigſäure ſchwach an⸗ geſäuerten Flüſſigkeit werde eine filtrirte Löſung von

Einundſechszig Theilen Natriumphosp hann 61 in Dreihundert Theilen ſiedenden Waſſerss 6. 300

nach und nach unter Umrühren zugeſetzt, die Miſchung einige Stunden ſtehen gelaſſen, der entſtandene kryſtalliniſche Niederſchlag auf einem angefeuchteten leinenen Tuche geſammelt und ſo lange mit Waſſer ausgewaſchen, bis eine Probe der Waſchflüſſigkeit, mit Salpeterſäure angeſäuert, mit Silbernitrat nur noch eine ſchwache Opaliſirung zeigt.

Nach vollſtändigem Abtropfen werde der Niederſchlag ſtark aus- gepreßt, bei gelinder Wärme getrocknet und zu Pulver zerrieben.

Leichtes, weißes, kryſtalliniſches, in Waſſer unlösliches Pulver, in kalter Eſſigſäure ſchwer löslich, in Salzſäure und Salpeterſäure ohne Aufbrauſen leicht löslich.

Die ſalpeterſaure Löſung, mit Silbernitrat vermiſcht, giebt nach vorſichtiger Neutraliſirung mit verdünntem Ammoniak einen gelben, mit Natriumacetat im Ueberſchuſſe verſetzt, mit Ammoniumoxalat einen weißen Niederſchlag. Mit Silbernitrat befeuchtet, wird das Calcium- phosphat gelb, was nicht geſchieht, wenn es zuvor auf Platinblech längere Zeit geglüht war. Der Glühverluſt betrage 25 bis 26 Procent.

Wird Calciumphosphat mit der 20 fachen Menge Waſſer ge ſchüttelt, die Miſchung filtrirt und das Filtrat mit Eſſigſäure an⸗ geſäuert, ſo darf es durch Baryumnitrat nicht verändert werden.

Die mit Hülfe von Salpeterſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (1=20) darf durch Silbernitrat nach 2 Minuten nur opaliſirend ge-

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trübt werden und muß, mit überſchüſſigem Ammoniak und Schwefel: ammonium verſetzt, einen weißen Niederſchlag geben.

Calcium phosphoricum erudum. Rohes Calciumphosphat. Weißes oder grauweißes, in Salzſäure unter ſchwachem Aufbrauſen mit Hinterlaſſung eines geringen Rückſtandes lösliches Pulver. Eine kleine Menge des Salzes, mit Silbernitratlöſung übergoſſen, färbt ſich beim Stehen gelb.

Calcium sulfuricum ustum. Gebrannter Gyps.

Weißes, amorphes Pulver, welches, mit der Hälfte ſeines Gewichtes Waſſer gemiſcht, innerhalb fünf Minuten erhärten muß.

Camphora. Campher.

Durch Sublimation aus Cinnamomum Camphora ge wonnenes Stearopten. Weiße, kryſtalliniſche, mürbe Maſſe von eigen⸗ artigem Geruche und Geſchmacke, aus offener Schale nach kurzer Zeit ohne Rückſtand verdampfend, die Wandung halbgefüllter Flaſchen mit glänzenden Kryſtallen bedeckend. In Waſſer kaum löslich. Aether, Chloroform, Weingeiſt löſen den Campher reichlich; mit dieſen Flüſſig⸗ keiten beſprengt, läßt er ſich pulvern.

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Cantharides. Spaniſche Fliegen.

Der möglichſt wenig beſchädigte Käfer Lytta vesicatoria, von ſchön glänzend grüner und beſonders in der Wärme blau ſchillernder Farbe, 1,5 bis gegen 3 em lang und 6 bis 8 mm breit. Beim Ver⸗ brennen dürfen die Käfer nicht über 8 Procent Aſche liefern.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,15.

Carbo ligni pulveratus. Gepulverte Holzkohle.

Die käufliche Meilerkohle werde in genügend geſchloſſenen Gefäßen erhitzt, bis ſie keine Dämpfe mehr giebt, nach dem Erkalten ſogleich gepulvert.

Das Pulver muß ſchwarz ſein und darf an Weingeiſt nichts ab⸗ geben. Auf Platinblech erhitzt, muß es bis auf eine geringe Menge Aſche ohne Flamme verbrennen.

Carrageen. Irländiſches Moos.

Der höchſtens handgroße, laubartige, in ſchmälere oder breitere Lappen getheilte Thallus des Chondrus erispus (Fucus erispus) und der Gigartina mammillosa. Andere Florideen und Algen dürfen nur in höchſt geringer Menge vorhanden ſein. Mit 30 Theilen Waſſer übergoſſen wird das irländiſche Moos ſchlüpferig weich und giebt

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damit beim Kochen einen fade ſchmeckenden, in der Kälte ziemlich dicken Schleim, welcher durch Jod nicht blau gefärbt wird.

Caryophylli. Gewürznelken.

Die nicht geöffneten Blüthen der Eugenia caryophyllata (Caryophyllus aromatica). Der gerundet vierkantige, 10 bis 15 mm lange, bis 4 mm dicke, braune Fruchtknoten breitet ſich in 4 Kelch⸗ lappen aus, über welche ſich die 4 kugelig zuſammenſchließenden helleren Blumenblätter erheben. Auf dem Querbruche erkennt man mit der Loupe am Rande große Oelzellen; aus denſelben ergießen ſich Tropfen des ätheriſchen Oeles, wenn man Längsſchnitte der Gewürznelken auf Löſchpapier drückt. Dieſelben müſſen kräftig riechen und ſchmecken.

Castoreum. Bibergeil.

Mit dem Geſchlechtsapparate des amerikaniſchen Bibers, Castor americanus, in Verbindung ſtehende Beutel. Sie beſtehen aus 2 äußeren, nicht leicht zu trennenden und 2 inneren, wenig auf— fallenden Häuten, welche letztere den in trockenem Zuſtande glänzenden, harten, dunkelbraunen Inhalt durchſetzen. Derſelbe liefert ein bell- braunes, eigenthümlich riechendes, kratzend und bitterlich ſchmeckendes Pulver, welches bei 100° nicht ſchmilzt.

Catechu. Catechu. Ein in Indien aus Uncaria Gambir und Areca Catechu dar- geſtelltes Extract. Bei 200 maliger Vergrößerung erweiſt ſich dasſelbe, 7

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in Glycerin betrachtet, als kryſtalliniſch. Das Catechu ſchmeckt zu⸗ ſammenziehend bitterlich, zuletzt ſüßlich. Mit 10 Theilen Weingeiſt gekocht, giebt dasſelbe eine dunkelbraune klare Löſung, wobei nicht mehr als 15 Procent zurückbleiben dürfen. Das nach dem Erkalten mit 100 Theilen Weingeiſt verdünnte Filtrat nimmt auf Zuſatz von Eiſenchlorid grüne Farbe an. Mit 10 Theilen Waſſer zum Sieden erhitzt, liefert das Catechu eine trübe, Lakmus röthende Flüſſigkeit, die ſich beim Erkalten wieder trübt. Der Rückſtand muß nach dem Trocknen bei 100° weniger als 15 Procent betragen. Beim Ver⸗ brennen ſoll das Catechu nicht über 6 Procent Aſche hinterlaſſen.

Cera alba. Weißes Wachs.

Das gebleichte Bienenwachs; bei etwa 64° zu einer farbloſen Flüſſigkeit ſchmelzend. Miſcht man 2 Theile Weingeiſt mit 7 Theilen Waſſer und läßt dieſe Flüſſigkeit bei 15° ſtehen, bis alle Luftblaſen daraus verſchwunden ſind, ſo ſchwebt das reine Wachs in derſelben oder bleibt doch in der Mitte ſchweben, wenn durch Waſſerzuſatz das ſpecifiſche Gewicht des verdünnten Weingeiſtes auf 0,965 bis 0,975 gebracht iſt. Vom Farbſtoffe abgeſehen, zeigt das weiße Wachs im weſentlichen die chemiſchen Eigenſchaften des gelben Wachſes. Es darf nicht ranzig riechen.

Cera flava. Gelbes Wachs.

Eine gelbe Maſſe, welche in der Kälte mit körniger, matter, nicht kryſtalliniſcher Oberfläche bricht und bei 63 bis 64° zu einer klaren,

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angenehm riechenden, gelbrothen Flüſſigkeit ſchmilzt. Nach dem Er— ſtarren zeigt ſich das Wachs unter dem Mikroskope verworren kryſtal— liniſch. Läßt man Weingeiſt, mit dem 3fachen Gewichte Waſſer ver- dünnt, bei 15° ſtehen, bis die Luftblaſen verſchwunden find, jo muß ſich ein Stückchen Wachs in der Mitte ſchwebend erhalten oder doch zum Schweben gelangen, wenn das ſpec. Gewicht der Flüſſigkeit durch Zutröpfeln von Waſſer oder verdünntem Weingeiſt auf 0,955 bis 0,967 gebracht if. In 300 Theilen ſiedenden Weingeiſtes von 0,830 ſpec. Gewicht muß ſich das Wachs bis auf einen höchſt geringen braungelben Rückſtand auflöſen. Beim Erkalten ſcheidet ſich ein weißer Kryſtallbrei aus; die davon abfiltrirte blaßgelbliche Flüſſigkeit darf durch Waſſer nicht getrübt werden und blaues Lakmuspapier nicht oder doch nur ſehr ſchwach röthen. Kocht man 1 Theil Wachs eine Stunde lang mit 300 Theilen Weingeiſt von 0,96 ſpec. Gewicht unter Zuſatz von 1 Theil geglühten Natriumcarbonats, ſo darf in dem nach völligem Erkalten erhaltenen klaren Filtrate durch Zuſatz von Salzſäure kein Niederſchlag hervorgerufen werden.

Cerussa. Bleiweiß.

Weißes, ſchweres, ſtark abfärbendes Pulver oder leicht zerreibliche Stücke, welche in Waſſer unlöslich, dagegen in verdünnter Salpeter⸗ ſäure und Eſſigſäure unter Aufbrauſen löslich ſind. Dieſe Löſung wird durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer ſchwarz und durch verdünnte Schwefelſäure weiß gefällt.

In einer Miſchung von 1 Theile Salpeterſäure und 2 Theilen Waſſer ſei das Präparat löslich, oder hinterlaſſe nur einen geringen Rückſtand. Der in dieſer Löſung durch Natronlauge entſtehende

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Niederſchlag muß ſich im Ueberſchuſſe der letzteren löſen. Dieſe alkaliſche Löſung darf weder durch einen Tropfen verdünnter Schwefel- ſäure beim Schütteln bleibend getrübt werden, noch nach ihrer voll— ſtändigen Fällung durch dieſe Säure ein Filtrat geben, welches durch Kaliumferrocyanat oder einen Ueberſchuß von Ammoniak getrübt wird.

Beim Glühen muß das Bleiweiß mindeſtens 85 Procent Bleioxyd hinterlaſſen.

Vorſichtig aufzubewahren.

Getaceum. Walrat.

Der durch wiederholtes Preſſen und Umkryſtalliſiren gereinigte feſte Antheil des Inhalts der Kopfhöhlen der Pottwale, vorzüglich des Physeter macrocephalus. Großblättrige Kryſtallmaſſe von 0,943 ſpec. Gewicht, bei 50 bis 54° zur klaren, farbloſen, nur wenig riechenden Flüſſigkeit ſchmelzend. In 40 Theilen ſiedenden Weingeiſtes mus ſich 1 Theil Walrat auflöſen; beim Erkalten kryſtalliſirt er wieder heraus und die davon abfiltrirte Flüſſigkeit darf Lakmuspapier nicht verändern und durch Waſſer nicht ſtark gefällt werden. Wieder⸗ holt man dieſen Verſuch unter Zuſatz von 1 Theil geglühten Natrium- carbonats, ſo darf in dem Filtrate nach dem Anſäuern nur eine Trübung entſtehen.

Charta nitrata. Salpeterpapier. Fließpapier werde mit einer Auflöſung von 1 Theile Kaliumnitrat in 5 Theilen Waſſer getränkt und getrocknet.

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Charta sinapisata. Senfpapier. Mit entöltem Senfpulver überzogenes Papier. Der Ueberzug darf nicht ranzig riechen und muß der Unterlage feſt anhaften. Mit Waſſer befeuchtet, muß es alsbald einen ſtarken Geruch nach ätheriſchem Senföl zeigen.

Chininum bisulfuricum. Chininbiſulfat.

Weiße, glänzende Prismen von bitterem Geſchmacke, welche mit 11 Theilen Waſſer und 32 Theilen Weingeiſt blau fluorescirende, ſauere Löſungen geben. Verdünnt man eine oder die andere dieſer Löſungen mit ungefähr 200 Theilen Waſſer und 50 Theilen Chlorwaſſer, ſo wird die Flüſſigkeit grün, wenn man Ammoniak zutröpfelt. Die wäſſerige Auflöſung des Salzes wird durch Baryumnitrat, nicht durch Silbernitrat getrübt. Im Glasrohre ſchmilzt das Chininbiſulfat bei 80°; trocknet man 100 Theile desſelben bei 100°, fo bleiben 77 Theile zurück.

Man trockne 2 g des Salzes mit 1g Ammoniak ein und prüfe den Rückſtand, wie bei Chininum sulfuricum angegeben. Durch⸗ feuchtet man das Chininbiſulfat mit Salpeterſäure oder Schwefelſäure, ſo darf es ſich nicht färben.

Vor Licht geſchützt aufzubewahren.

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Chininum ferro-eitricum. Eiſenchinincitrat.

%%% Ä . ̃ m•̃̃p̃ ie 6 werden in

Fänſhundert Theilen Waſſe rr ame nn 500 gelöſt und

Die Theile gepuſverten Eiſen s 3

zugefügt. Nachdem die Miſchung unter öfterem Bewegen 48 Stunden im Waſſerbade digerirt worden, werde filtrirt, zur dünnen Syrupdicke abgedampft und nach dem Erkalten zugefügt

Ein Theil Chinin (aus 1,3 Chininſulfat durch Natron⸗ aa e ansehen 1;

Nachdem dieſes vollſtändig gelöſt, werde die Flüſſig⸗

keit auf Glas- oder Porzellanplatten ausgebreitet und getrocknet.

Glänzende, durchſcheinende, dunkelrothbraune Blättchen von eiſen⸗ artigem und bitterem Geſchmacke; in Waſſer langſam, aber in jedem Verhältniſſe löslich, wenig löslich in Weingeiſt.

1 g Eiſenchinincitrat in 4 cem Waſſer gelöſt, mit Natronlauge verſetzt und mit 10 Theilen Aether geſchüttelt, liefere nach dem Ver⸗ dampfen des abgehobenen Aethers mindeſtens 0,09 Chinin.

Vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Chininum hydrochloricum. Chininhydrochlorat. Weiße Kryſtallnadeln von bitterem Geſchmacke, welche mit 3 Theilen Weingeiſt und mit 34 Theilen Waſſer neutrale, nicht fluorescirende

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Löſungen geben. Fügt man einer dieſer mit ungefähr 200 Theilen Waſſer verdünnten Löſungen 50 Theile Chlorwaſſer zu, ſo wird ſie grün, wenn man Ammoniak zutröpfelt. Durch Silbernitrat entſteht in der Auflöſung des Salzes ein weißer Niederſchlag.

Von 100 Theilen des Chininhydrochlorats, welche man bei 100° trocknet, müſſen 91 Theile zurückbleiben. Man dampfe 2 g des Salzes mit 1 g Natriumſulfat und 20 g Waſſer zur Trockne ein, koche den Rückſtand mit 12 g Weingeiſt aus und verdampfe das Filtrat. Das jetzt zurückbleibende Chininſulfat prüfe man, wie bei Chininum sulfuricum angegeben.

Die Löſung des Chininhydrochlorats in 100 Theilen Waſſer darf durch Baryumnitrat nur ſehr ſchwach, durch verdünnte Schwefelſäure nicht getrübt werden. Mit Salpeterſäure durchfeuchtet, darf das Chininhydrochlorat nicht roth werden; ſchüttelt man es 5 Minuten mit einer zur Löſung nicht hinreichenden Menge Chlorwaſſer, ſo darf keine Gelbfärbung eintreten.

Chininum sulfuricum. Chininſulfat.

Weiße, biegſame Kryſtallnadeln von bitterem Geſchmacke, welche ſich in 6 Theilen ſiedenden Weingeiſtes, in 25 Theilen ſiedenden Waſſers auflöſen. In der Kälte ſind dazu 800 Theile Waſſer erforderlich; dieſe Löſung zeigt keine Fluorescenz und keine, oder doch keine ſaure Reaction auf Lakmuspapier. 1 Tropfen verdünnter Schwefelſäure ruft in der Auflöſung blaue Fluorescenz hervor. Fügt man zu 5 Theilen der kalt geſättigten wäſſerigen Löſung 1 Theil Chlorwaſſer, ſo wird ſie

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grün, wenn man Ammoniak zutröpfelt. Die wäſſerige Löſung wird durch Baryumnitrat, nicht durch Silbernitrat gefällt. Von 100 Theilen Chininſulfat müſſen nach dem Trocknen bei 100° mindeſtens 85 Theile übrig bleiben.

2 g Chininſulfat ſchüttle man bei 15 ° mit 20 cem Waſſer und filtrire nach einer halben Stunde 5 cem in ein Probirröhrchen. Hierauf miſche man allmälig Ammoniak zu, bis das ausgeſchiedene Chinin wieder aufgelöſt iſt. Das hierzu erforderliche Ammoniak darf nicht mehr als 7 cem betragen.

Durchfeuchtet man das Chininſulfat mit Salpeterſäure oder mit Schwefelſäure, ſo darf es ſich nicht färben.

1 g Chininſulfat löſe ſich in 7 cem eines Gemenges von 2 Vo⸗ lumen Chloroform und 1 Volumen abſoluten Weingeiſtes nach kurzem Erwärmen auf 40 bis 50° vollſtändig; die Löſung bleibe auch nach dem Erkalten vollkommen klar.

Chinioidinum. Chinioidin.

Braune oder ſchwarzbraune, harzartige Maſſe, leicht zerbrechlich mit muſcheligem, glänzendem Bruche, von bitterem Geſchmacke, in Waſſer wenig löslich; leicht löslich in angeſäuertem Waſſer, Weingeiſt und Chloroform.

1 g Chinioidin muß ſich in einer Miſchung von 1 g verdünnter Eſſigſäure und 9 g Waſſer in der Kälte bis auf einen geringen Rückſtand klar löſen. 1 g Chinioidin ſei in 9 g kalten, verdünnten

57 Weingeiſtes klar löslich. Beim Verbrennen darf es nicht mehr als 0,5 bis 0,7 Procent Aſche hinterlaſſen.

Chloralum hydratum. Chloralhydrat.

Trockene, farbloſe, luftbeſtändige, durchſichtige, bei 58° ſchmelzende Kryſtalle von ſtechendem Geruche, ſchwach bitterem, ätzendem Geſchmacke, leicht in Waſſer, Weingeiſt und Aether, weniger in fetten Oelen und Schwefelkohlenſtoff löslich, unlöslich in kaltem Chloroform. Beim Erwärmen mit Natronlauge geben ſie eine trübe, unter Abſcheidung von Chloroform ſich klärende Löſung.

Die Löſung in 10 Theilen Weingeiſt darf blaues Lakmuspapier kaum röthen und nach dem Anſäuern mit Salpeterſäure, durch Silber- nitrat nicht mehr als ſchwach opaliſirend getrübt werden. Erhitzt ſei es flüchtig, ohne brennbare Dämpfe zu entwickeln.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 3,0. Maximale Tagesgabe 6,0.

Chloroformium. Chloroform. Klare, farbloſe Flüſſigkeit von eigenthümlichem Geruche, ſüßlichem Geſchmacke, ſehr wenig in Waſſer, leicht in Weingeiſt, Aether und fetten Oelen löslich, bei 60 bis 61 fiedend. Spet. Gewicht 1,485

bis 1,489. 8

58

Wird es mit alkoholiſcher Kalilöſung unter Zuſatz von Anilinſulfat erwärmt, ſo tritt ein durchdringender und widriger Geruch auf.

Mit Chloroform geſchütteltes Waſſer darf blaues Lakmuspapier nicht röthen, noch eine Trübung hervorrufen, wenn es vorſichtig über eine mit gleich viel Waſſer verdünnte Zehntel⸗Normalſilberlöſung ge⸗ ſchichtet wird. Tropfen von Chloroform, welche durch eine min⸗ deſtens 3 em lange Schicht Kaliumjodidlöſung hindurchfallen, dürfen ſich nicht färben.

Von dem erſtickenden Geruche nach Phosgen ſei es frei.

20 g Chloroform ſollen beim öfteren Schütteln mit 15 g Schwefel- ſäure in einem 3 em weiten Glaſe mit Glasſtöpſel, welches vorher mit Schwefelſäure geſpült iſt, innerhalb einer Stunde die letztere nicht färben.

Vorſichtig vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Chrysarobinum. Chryſarobin.

Gelbes, leichtes, kryſtalliniſches Pulver, erhalten durch Reinigung des in Höhlungen der Stämme von Andira Araroba aus geſchiedenen Secretes. Mit 2000 Theilen Waſſer gekocht giebt das Chryſarobin, ohne ſich völlig zu löſen, ein ſchwach braunröthlich gefärbtes, geſchmackloſes Filtrat, welches Lakmuspapier nicht verändert und durch Eiſenchloridlöſung nicht gefärbt wird. Mit Ammoniak geſchüttelt, nimmt das Chryſarobin im Laufe eines Tages ſchön karminrothe Farbe an. Streut man 0,001 g Chryſarobin auf einen Tropfen rauchender Salpeterſäure und breitet die rothe Löſung in dünner Schicht aus, ſo wird dieſe beim Betupfen mit Ammoniak violett.

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Auf Schwefelſäure geftreut, gebe das Chryſarobin eine röthlich⸗ gelbe Löſung. In 150 Theilen heißen Weingeiſtes muß es ſich bis auf einen ſehr geringen Rückſtand auflöſen. Im offenen Schälchen erhitzt, ſchmilzt dasſelbe, ſtößt gelbe Dämpfe aus, verkohlt etwas und muß zuletzt ohne Rückſtand verbrennen.

Wenn Chryſophanſäure zum äußerlichen Gebrauche verordnet wird, ſo iſt Chryſarobin zu geben.

Codeinum. Codein.

Farbloſe oder weiße, oft deutlich oktasdriſche Kryſtalle, mit 80 Theilen Waſſer eine alkaliſche Löſung von bitterem Geſchmacke gebend. Beim Kochen mit Waſſer ſchmilzt das Codein, ehe es ſich löſt, und bildet klare Tropfen, die nach dem Erkalten kryſtalliniſch erſtarren.

Codein löſt ſich leicht in Weingeiſt, Aether oder Chloroform; in Petroleumbenzin iſt es wenig löslich. Die Kryſtalle verwittern in der Wärme; das waſſerfreie Codein ſchmilzt bei 155°. Verdünnte Säuren löſen Codein leicht; Kalilauge löſt es nur wenig; wäſſeriges Ammoniak löſt es in ähnlichem Verhältniſſe wie Waſſer. 0,005 g Codein geben mit 10 g Schwefelſäure eine farbloſe Löſung, welche, gelinde erwärmt, auf Zuſatz von 2 Tropfen einer ſehr verdünnten Eiſenchloridlöſung eine dunkelblaue Färbung giebt.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,2.

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Coffeinum. Coffein.

Weiße, glänzende, biegſame Nadeln, mit 80 Theilen Waſſer eine neutrale Löſung von ſchwach bitterem Geſchmacke gebend, im doppelten Gewichte heißen Waſſers löslich und beim Erkalten zu einem Kryſtall⸗ brei erſtarrend. 1 Theil Coffein löſt ſich in nahezu 50 Theilen Weingeiſt oder in 9 Theilen Chloroform; in Aether iſt es wenig löslich. Waſſerfreies Coffein, vorſichtig erhitzt, ſublimirt über 180° ohne Rückſtand.

Wird die Löſung von Coffein in Chlorwaſſer auf dem Waſſerbade eingedampft, ſo bleibt ein gelbrother Rückſtand, der bei ſofortiger Einwirkung von wenig Ammoniak ſchön purpurroth wird. Die kalt geſättigte wäſſerige Löſung wird durch Chlorwaſſer oder Jodlöſung nicht getrübt. Gerbſäure ruft darin einen reichlichen Niederſchlag hervor, welcher bei fernerem Zuſatze derſelben verſchwindet.

Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 0,6.

Collodium. Collodium. Vierhundert Theile roher Salpeterſäure ww 400 von 1,380 ſpec. Gewicht werden vorſichtig mit Tauſend Theilen roher Schwefelſäur 1000

von 1,830 ſpec. Gewicht gemiſcht; nachdem die Miſchung bis auf 20 abgekühlt iſt, werden in dieſelbe Fünfundfünfzig Theile gereinigter Baumwolle 55

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eingedrückt und 24 Stunden bei 15 bis 20° hingeſtellt.

Das Gemiſch werde hierauf in einen Trichter gebracht und 24 Stunden lang zum Abtropfen des überflüſſigen Säuregemiſches ſtehen gelaſſen. Die zurückbleibende Collodiumwolle werde mit Waſſer fo lange aus⸗ gewaſchen, bis die Säure vollſtändig entfernt iſt, dann ausgedrückt und bei 25 getrocknet. Von dieſer Collodiumwolle werden

%%% ² ² ) nn 2 mit

Zweiundvierzig Theilen Aether&rnrnã 42 gut geſchüttelt,

Sechs Theile Weingeiſt ooo 6

zugefügt und bis zur Löſung geſchüttelt, hierauf einige Wochen der Ruhe überlaſſen und klar abgegoſſen.

Es ſei eine farbloſe oder nur ſchwach gelblich gefärbte, neutrale Flüſſigkeit von Syrupdicke, in dünnen Schichten nach dem Verdampfen des Aetherweingeiſtes ein farbloſes, feſt zuſammenhängendes Häutchen hinterlaſſend.

Collodium cantharidatum.

Canthariden⸗Collodium.

Fünfzig Theile grob gepulverter Canthariden 50 werden mit Achtzig Theilen Aethe⸗eõ⸗e”rr nnr 80

drei Tage lang unter öfterem Umſchütteln macerirt, hierauf colirt und ſo viel Aether auf die Canthariden nachgegoſſen, daß die Colatur

Sweat. n Ka Sinakuripgi: 1 beträgt. Dieſer werden zugefügt Zwei Theile CollodiumwolllWuuuuuuuu .. 2

Sechs Theile Weingeiſt und ſo lange geſchüttelt, bis die Löſung erfolgt it Es ſei eine olivengrüne, ſyrupdicke, klare, neutrale Flüſſigkeit, in dünnen Schichten nach dem Verdampfen des Aetherweingeiſtes ein grünes, feſt zuſammenhängendes Häutchen hinterlaſſend. Vorſichtig aufzubewahren.

Collodium elasticum. Elaſtiſches Collodium. Eine Miſchung von

Neunundvierzig Theilen Collodiuũmm̃nmm mmm. 49 und Einem Theile “““ ““ ðͤ ß 1. Colophonium. Geigenharz.

Das von Terpenthinöl befreite Harz der Coniferen, vorzüglich der Pinus australis und Pinus Taeda, eine großmuſchelig in ſcharf— kantige Stücke ſpringende, gelbliche oder hellbraune Maſſe von 1,068 bis 1,070 ſpec. Gew. Im Waſſerbade ſchmilzt das Colophonium zu einer zähen, klaren Flüſſigkeit, welche, ſtärker erhitzt, ſchwere, weiße, aromatiſche Dämpfe ausgiebt. Es löſt ſich bei 60 ° langſam im

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gleichen Gewichte Weingeift und ebenſo in gleichviel Eſſigſäure; in beiden Flüſſigkeiten entſtehen in der Kälte ſehr langſam Kryſtalle von Abietinſäure.

Cortex Cascarillae. Cascarillrinde.

Von Croton Eluteria. Harte Röhren, welche gewöhnlich weniger als 1 dm Länge und 1 em Durchmeſſer erreichen, oder rinnenförmige, 1 bis 2 mm dicke Stücke. Dieſelben find theilweiſe von hellgrauem Korke bedeckt, an den entblößten graugelblichen oder braunen Stellen längsſtreifig und querriſſig, die bräunliche Innen⸗ fläche gleichmäßig feinkörnig, der kurze, unebene, ölglänzende Bruch in der inneren Hälfte ſehr feinſtrahlig. Der Geruch der Cascarillrinde iſt deutlich aromatiſch, der Geſchmack ſtark aromatiſch und bitter; Holzſtücke ſind vor dem Gebrauche zu beſeitigen.

Die Copalchirinde von Croton niveus bildet viel ſtärkere, bis fußlange, 2 em im Durchmeſſer und oft über 4 mm Dicke erreichende, auf dem Bruche grobſtrahlige Röhren oder auch Rinnen von etwas ſchärferem Geſchmacke, als die Cascarillrinde. Die Copalchirinde darf nicht gebraucht werden.

Cortex Chinae. Chinarinde. Zweig⸗ und Stammrinden cultivirter Cinchonen, vorzugsweiſe ſolche der Cinchona suceirubra, welche häufig in Röhren von ungefähr 6 dm Länge und 1 bis 4 em Durchmeſſer bei einer Dicke

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von 2 bis 4 mm, ſowie auch in Halbröhren von entſprechender Stärke vorkommen. Dieſe mürbe brechenden Rinden tragen einen dünnen, graubräunlichen Kork mit groben Längsrunzeln und kurzen Querriſſen und beſitzen eine braunrothe, faſerige Innenfläche. Unter dem Mifro- ſkope zeigt die Chinarinde die für die Cinchonen bezeichnenden Baſtfaſern. Wird 0,1 g der Rinde im Glasröhrchen geglüht, jo bildet ſich ſchön carminrother Theer.

Die Chinarinde giebt ein rothbraunes Pulver, welches mindeſtens 3,5 Procent Alkaloide enthalten muß. Man ſchüttele 20 g desſelben wiederholt kräftig durch mit 10 8 Ammoniak, 20 g Weingeiſt, 170 8 Aether und gieße nach einem Tage 120 g klar ab. Nach Zuſatz von 3 cem Normalſalzſäure entferne man den Aether durch Deſtilla⸗

tion oder Verdunſtung und füge nöthigenfalls noch ſo viel Salzſäure

zu, als erforderlich iſt, um die Löſung anzuſäuern. Hierauf wird dieſelbe filtrirt und in der Kälte mit 3,5 cem Normalkalilöſung ver- miſcht. Nachdem die Alkaloide ſich abgeſetzt haben, tropft man zu der klaren darüber ſtehenden Flüſſigkeit noch ſo lange Kalilauge, als ein fernerer Niederſchlag entſteht. Schließlich wird der geſammte Nie⸗ derſchlag auf dem Filter nach und nach mit wenig Waſſer aus⸗ gewaſchen, bis die abfließenden Tropfen, an die Oberfläche einer in der Kälte geſättigten neutralen wäſſerigen Auflöſung von Chinin⸗ ſulfat gleitend, keine Trübung mehr hervorrufen. Nach dem Ab- tropfen preſſe man die Alkaloide gelinde zwiſchen Löſchpapier, trockne ſie dann an der Luft hinlänglich, um ſie auf ein Glasſchälchen bringen zu können, in welchem man ſie über Schwefelſäure und ſchücßlch im Waſſerbade vollkommen austrocknet.

Das Gewicht der in dieſer Weiſe erhaltenen Alkaloide darf nicht weniger als 0,42 g betragen. Kocht man ein wenig davon mit dem 300 fachen Gewichte Waſſer, fo müſſen ſich nach dem Erkalten Flocken

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von Chinin aus dem Filtrate abſcheiden. Wenn man 5 Theilen der davon abgegoſſenen und abgekühlten Löſung 1 Theil Chlorwaſſer zuſetzt und ſogleich Ammoniak zutröpfelt, jo muß eine ſchoͤn grüne Färbung eintreten.

Cortex Cinnamomi. Chineſiſcher Jimmt.

Die Rinde der Zweige oder jüngerer Stämme von Cinnamomum- Arten Südchinas. Fußlange Röhren oder Halbröhren von 0,5 bis über 3 em Durchmeſſer und 1 bis 3 mm Dicke, innen braun, von bräunlichgrauem, wenig riſſigem Korke bedeckt oder beinahe ganz vom Korke befreit, durchſchnittlich nur ungefähr 1 mm dick und alsdann von hellbrauner, längsaderiger Oberfläche. Der Zimmt muß das ihm eigene Aroma in hohem Grade ohne ſchleimigen Beigeſchmack darbieten.

Cortex Condurango. Condurangorinde.

Von Gonolobus Cundurango gelieferte Rinde, welche un- gefähr 1 dm lange und 1 bis 7 mm dicke verbogene Röhren oder rinnenförmige Stücke darſtellt. Ihre bräunliche oder braungraue Oberfläche iſt längsrunzelig und höckerig, die Innenfläche hellgrau, derb längsſtreifig. Der Querſchnitt zeigt unter dem dünnen braunen Korke ein gleichmäßiges, weißliches, ſchlängelig⸗ſtrahliges Gewebe mit großen, braunen Steinzellen und reichlichen Mengen Stärkemehl.

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Die Rinde iſt leicht ſchneidbar; aus ihrem körnigen Bruche ragen vereinzelte Faſern heraus. Der Geſchmack iſt bitterlich, ſchwach kratzend

Cortex Frangulae. Faulbaumrinde.

Von Rhamnus Frangula. Bis 3 di lange Röhren von 1,5 mm Dicke und matt bräunlicher bis grauer, mit zahlreichen Lenticellen beſprengter Oberfläche, innen dunkelbraun, von gelbem, faſerigem Längsbruche. Die Rinde ſchmeckt ſchleimig, etwas ſüßlich und bitterlich; legt man ſie in Kalkwaſſer, ſo färbt ſie ſich innen ſchön roth. Der braune Aufguß der Faulbaumrinde wird durch Eiſenchlorid ohne Trübung tief braun gefärbt.

Cortex Fructus Aurantii. Pomeranzenſchale.

Die Schale der ausgewachſenen Früchte von Citrus vulgaris, in Längsvierteln von rothgelben bitteren Früchten abgezogen. Nach dem Trocknen ſind ſie von höckeriger, bräunlicher Oberfläche, unter welcher zahlreiche Oelräume in das weiße innere Gewebe hereinragen. Die Pomeranzenſchalen ſind aromatiſch, ihr Geſchmack zugleich ſtark bitter. Man befreie ſie vom größten Theile ihres weißen Gewebes und verwende nur dieſe Flavedo Fructus Aurantii..

Cortex Fructus Citri. Citronenſchale.

Die Schale der ausgewachſenen Früchte von Citrus Limonum. in Spiralbänder geſchnitten und getrocknet. Unter der höckerig grubigen, bräunlichgelben Oberfläche liegen ſehr zahlreiche Oelräume und ein weißes Gewebe von geringer Mächtigkeit. Die Citronenſchalen ſind aromatiſch und bitterlich

Cortex Granati. Granatrinde.

Von Punica Granatum. Die Stammrinde bildet Röhren oder rinnenförmige, meiſt weniger als 1 din lange, 1 bis 3 mm dicke, oft verbogene Stücke. Ihre mattgraue Oberfläche iſt von hellen Korkleiſtchen der Länge nach durchzogen und gewöhnlich mit ſchwarzen Flechten (Arthonia astroidea, A. punctiformis, Arthopyrenia atomaria am häufigſten) beſetzt, welche unter der Loupe deutlich fichtbar find. Das innere Rindengewebe iſt gelblich, die Innenfläche mehr bräunlich. Die übrigens der Stammrinde gleichende Rinde der Wurzel iſt von einem oft etwas mehr bräunlichen Korke bedeckt, welcher an den ſtärkſten Stücken muldenförmige Abſchuppungen zeigt und keine Flechten trägt. Regelmäßigere Längsleiſtchen fehlen der Wurzelrinde.

Schüttelt man zerkleinerte Granatrinde mit dem 100 fachen Ge- wichte Waſſer, ſo erhält man nach einer Stunde einen gelblichen Auszug, aus welchem durch Kalkwaſſer rothe Flocken abgeſchieden werden. Mit einer Auflöſung von Eiſenchlorid (1 1000) färbt ſich der wäſſerige Auszug der Rinde blau.

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ER BL 9 5 n

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Cortex Quercus. Eichenrinde.

Die jüngere Rinde der Quercus Robur, beſonders die als Spiegelrinde bezeichnete Sorte. 1 bis 3 em im Durchmeſſer erreichende, 1 bis 3 mm dicke Röhren von grauer oder brauner Oberfläche. Dieſe iſt an jüngeren Rinden glatt und glänzend, an älteren etwas riſſig und uneben, die Innenfläche braun und grobfaſerig. Die Eichenrinde ſchmeckt ſehr adſtringirend; 100 Theile Waſſer, welche man damit ſchüttelt, geben einen bräunlichen Auszug, in welchem durch Eifen- chloridlöſung (1 = 100) ein ſchwarzblauer Niederſchlag hervor- gerufen wird.

Crocus. Safran.

Die geſättigt braunrothen Narben des Crocus sativusj fie ſollen von kräftigem Geruche und gewürzhaftem, bitterem Geſchmacke ſein. In Waſſer aufgeweicht, erſcheinen ſie als 3 em lange, am obern Rande erweiterte, gezähnte und an einer Seite aufgeſchlitzte Röhren. Die blaßgelben Griffel, welche jeweilen 3 der Narben tragen, dürfen nur in geringer Menge vorhanden ſein. Mit 10 Theilen Waſſer giebt der Safran eine gelbrothe, nicht ſüßſchmeckende Flüſſigkeit, welche mit 10 000 Theilen Waſſer verdünnt noch gelb ausſieht. Bei 100 ° muß der Safran weniger als 14 Procent Waſſer abgeben und als⸗ dann beim Verbrennen nicht über 8 Procent Aſche hinterlaſſen.

Vor Licht geſchützt aufzubewahren.

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Cubebae. Cubeben.

Die vor der Reife geſammelten, kugeligen, bis 5 mm Durchmeſſer erreichenden Früchtchen der Cubeba officinalis. Die dunkel grau- braune, runzelige, 0,25 mm dicke Fruchtwand iſt in ein gegen 1 em langes, kaum Imm dickes Stielchen ausgezogen. Die helle, zerbrechliche, in- nere Fruchtſchicht ſchließt einen einzigen, nur an ihrem Grunde befeſtigten, gewöhnlich eingeſchrumpften Samen ein. Die Cubeben ſchmecken durch⸗ dringend gewürzhaft, nicht ſcharf, aber zugleich etwas bitterlich. Die bis 4 em langen, über 2 mm dicken Stiele des Fruchtſtandes ſind zu beſeitigen.

Cuprum oxydatum.

Kupferoxyd. Dehn Theile Rupfertulfal 2: SET EATEEEE, 10 Fünfzehn Theile Natriumearbonat ... 22.222220... 15 werden jedes für fich in Fänfzig Theilen heißen Waſſer s Henn 50

gelöſt, unter Umrühren gemiſcht und noch einige Minuten erwärmt, ſo daß der Niederſchlag ſich am Boden des Gefäßes dicht abſcheidet. Derſelbe wird auf einem Filter geſammelt, ausgewaſchen, getrocknet und ſchwach geglüht.

Schwarzes, nicht kryſtalliniſches, ſchweres Pulver, in verdünnter Salpeterſäure leicht, ohne Entwickelung von Kohlenſäure und ohne Rückſtand löslich.

Ein Theil der ſalpeterſauren Löſung, mit Schwefelwaſſerſtoff völlig ausgefällt, gebe ein farbloſes Filtrat, welches beim Verdunſten keinen

70

Rückſtand hinterlaſſe; ein anderer Theil, mit Ammoniak im Ueberſchuſſe

verſetzt, gebe eine klare, tief blaue Löſung. lg Kupferoxyd, mit

1 cem Ferroſulfatlöſung übergoſſen, darf, wenn 1 cem Schwefelſäure

langſam zugefügt wird, keine braune Zwiſchenzone geben. Vorſichtig aufzubewahren.

Cuprum sulfuricum. Kupferſulfat.

Blaue, durchſichtige Kryſtalle, in trockner Luft wenig verwitternd, löslich in 3,5 Theilen kalten und 1 Theil ſiedenden Waſſers, nicht in Weingeiſt. Die wäſſerige Löſung giebt mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure unlöslichen Niederſchlag, mit Ammoniak im Ueberſchuſſe eine klare, tief blaue Flüſſigkeit.

Wird das Kupfer aus wäſſeriger Löſung durch Schwefelwaſſerſtoff ausgefällt, ſo hinterlaſſe das farbloſe Filtrat nach dem Abdampfen keinen Rückſtand.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 1,0.

Cuprum sulfuricum erudum. Rohes Kupferſulfat.

Blaue, meiſt große, durchſichtige Kryſtalle, oder auch kryſtalliniſche Kruſten, wenig verwitternd.

Löslich in 3,5 Theilen kalten und 1 Theil ſiedenden Waſſers. Die Löſung reagirt ſauer und giebt mit Ueberſchuß von Ammoniak eine tief blaue, klare oder faſt klare Flüſſigkeit.

Vorſichtig aufzubewahren.

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Decoeta. Abkochungen.

Bei Abkochungen, für welche die Menge der anzuwendenden Subſtanz nicht vorgeſchrieben iſt, wird auf 10 Theile Colatur 1 Theil Subſtanz verwendet.

Ausgenommen hiervon ſind Arzneikörper, für welche eine Maximal⸗ doſe gegeben iſt, und ſtark ſchleimige Subſtanzen. Bei erſteren muß der Arzt die Menge angeben, bei letzteren wird dieſelbe dem Ermeſſen des Apothekers anheimgeſtellt.

Die Subſtanz, aus welcher eine Abkochung zu bereiten iſt, wird in einem geeigneten Gefäße mit kaltem Waſſer übergoſſen und ½ Stunde lang den Dämpfen des ſiedenden Waſſerbades unter bisweiligem Um- rühren ausgeſetzt. Darauf wird die Flüſſigkeit noch warm abgepreßt.

Decoctum Sarsaparillae compositum fortius. Stärkere Sarſaparill⸗Abkochung.

Hundert Theile zerſchnittener Sarſaparillu 100 werden mit

Zweitauſendſechshundert Theilen Waſſeenrnrns. 2600 24 Stunden digerirt und nach Hinzufügung von

Fünf Dheilen Zucker e eee eee 5 und -

Fünf Theilen Maut REN RN 5

in einem bedeckten Gefäße unter öfterem Umrühren 3 Stunden lang der Wärme des ſiedenden Waſſer⸗ bades ausgeſetzt. Die Miſchung wird darauf unter Zuſatz von ö ?

72

Fünf Theilen gröblich zerſtoßenen Anis. 5

Fünf Theilen gröblich zerſtoßenen Fenchelss 5

Fünfundzwanzig Theilen zerſchnittener Sennesblätter ... 25 und

Zehn Theilen zerſchnittenen Süßhol zess 10

noch eine Viertelſtunde digerirt und die Flüſſigkeit dann durch Preſſen abgeſchieden. Nach dem Abſetzen und Abgießen wird das Gewicht durch Waſſerzuſatz auf 2500 Theile gebracht.

Decoctum Sarsaparillae compositum mitius. Schwächere Sarſaparill⸗Abkochung.

Fünfzig Theile zerſchnittener Sarſapari lll 50 werden mit Zweitauſendvierhundert Theilen Waſſee r. 2400

24 Stunden digerirt und darauf in einem bedeckten Gefäße unter öfterem Umrühren 3 Stunden der Wärme des ſiedenden Waſſerbades ausgeſetzt.

Darauf wird die Abkochung mit

Fünf Theilen zerſchnittener Citronenſcha lll 5

Fünf Theilen zerſtoßenen Zimmtdss 5

Fünf Theilen zerſtoßener Cardamome n 5 und

Fünf Theilen zerſchnittenen Süßholzeů s 5

eine Viertelſtunde digerirt und die Flüſſigkeit durch Preſſen abgeſchieden.

2 73 Das Gewicht ersehen wird nach dem Abſetzen und Abgießen auf 2500 Theile gebracht.

Elaeosacchara. Oelzucker.

1 Tropfen des vorgeſchriebenen ätheriſchen Oeles werde mit 2g gepulverten Zuckers gemiſcht. Nur auf Verordnung zu bereiten.

Electuarium e Senna.

Sennalatwerge. Jehn Theile gepulverter Sennesblätte⸗r nnn 10 werden mit Vierzig Theilen weißen Syrupeee s 40 und | Fünfzig Theilen gereinigten Tamarindenmuſes. 50

gemiſcht und auf dem Dampfbade erwärmt. Die Latwerge ſei grünlichbraun.

Elixir amarum. Bitteres Elixir.

Zehn Theile Wermutex trait A 10 und Fünf Theile Pfefferminzoͤl⸗ Zuckern» RE:

werden mit

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Fünfundzwanzig Theilen Waſſeeõrrnnr. verrieben und dieſer Miſchung

Fünf Theile aromatiſcher Tinctu ns. und

Fünf Theile bitterer Tinttrrt er zugefügt.

Es ſei eine wenig trübe, dunkelbraune Flüſſigkeit.

Elixir Aurantiorum compositum. Pomeranzenelixir.

Fünfzig Theile zerſchnittener Pomeranzenſchalen

Zehn Theile zerſtoßenen Zimmt̃sss und

Zwei und fünf Zehntel Theile Kaliumcarbonat .......- werden, mit

Zweihundertundfünfzig Theilen Xeresweinn übergoſſen, 8 Tage maceritt.

In der abgepreßten Flüſſigkeit, welche durch Zuſatz von Kereswein auf 230 Theile zu bringen iſt, werden gelöſt

%) O ↄ—] ¼ .

Fünf Theile Wermmezttaa kk

JJ 2.0

%%% ² A Nach dem Abſetzen wird die Miſchung filtrirt.

Es ſei eine klare, braune, aromatiſch und bitter ſchmeckende

Flüſſigkeit.

75

Elixir e Succo Liquiritiae.

Bruſtelixir. Dehn Theile gereinigten Lakrtze s 10 werden in Dreißig Theilen Fenchelwaſſennnnn n 30 gelöſt und Zehn Theile anisölhaltiger Ammoniakflüſſig kei. 10 hinzugemiſcht. Nach 2tägigem Stehen wird die Flüſſigkeit vom Bodenſatze ab—

gegoſſen. Trübe, braune Flüſſigkeit, die mit 10 Theilen Waſſer verdünnt ſich klärt.

Emplastrum adhaesivum. Heftpflaſter.

Fünfhundert Theile Bleipffaſte r: 500 werden geſchmolzen und bis zur Verdampfung des Waſſers gekocht. Der Maſſe, welche eine etwas graue Farbe angenommen hat, werden hinzugefügt bei einer Temperatur von 60 bis 80°

Fünfzig Theile gelben Wachſe s. 50 und eine geſchmolzene Miſchung aus

Fünfzig Theilen Dammar harz: 50

Fünfzig Theilen Geigenrĩnmnsnsnnn 50 und

inf hee s ͤ ee 5

Das Pflaſter ſei etwas gelblich und klebe ſehr ſtark. 10*

76

Emplastrum Cantharidum ordinarium. Spaniſchfliegenpflaſter. 8 Fünfzig Theile gepulverter Canth ariden werden mit Fünfundzwanzig Theilen Olivenöbp ·n nnn. einige Stunden digerirt, dann 2 % er. und Fünfundzwanzig Theile Terpenthin nnn. hinzugefügt und nach dem Schmelzen im Dampfbade gut gemiſcht. Es ſei ein weiches Pflaſter.

Emplastrum Cantharidum perpetuum. Zugpflaſter. Siebenzig Theile Geigenha zzz Fünfzig Theile gelben Wachſeee ss. Fünfunddreißig Theile Terpenthinn nn. und wn The Ela . 8 werden bei gelinder Wärme geſchmolzen und darauf mit Zwanzig Theilen feingepulverter Canth ariden und Fünf Theilen feingepulverten Euphorbiu nnen gemiſcht.

Es ſei ein grünlichſchwarzes Pflaſter.

77 Emplastrum Cerussae.

Bleiweißpflaſter. Sechszig Theile Bleipflaſtee nr. 60 werden mit Zehn Theilen gemeinen Olivenölesaꝛuu . 10 geſchmolzen und darauf mit Fünfunddreißig Theilen feingepulverten Bleiweißes 35 gemiſcht.

Das Gemiſch werde unter bisweiligem Waſſerzuſatz und öfterem Umrühren bis zur Pflaſterconſiſtenz gekocht. Es ſei ein weißes, hartes Pflaſter.

Emplastrum fuscum camphoratum.

Mutterpflaſter. Dreißig Theile feingepulverter Men nine. 30 werden mit Sechszig Theilen gemeinen Olivenö les. 60

unter fortwährendem Rühren gekocht, bis die Maſſe eine ſchwarzbraune Farbe angenommen hat. Darauf werden

Fünfzehn Theile gelben Wachſe ss. 15 und

Ein Theil mit wenig Olivenöl verriebenen Camphers . 1 hinzugefügt.

Es ſei ein ſchwarzbraunes, zähes, nach Campher riechendes Pflaſter.

Emplastrum Hydrargyri. Queckſilberpflaſter. Hundert Theile Onenie r! 100 werden mit Fänfzig Theilen Terpentin? 50

78

unter Zuſatz von etwas Terpenthinöl aufs innigſte verrieben und in einer durch Schmelzung erhaltenen halb erkalteten Miſchung von

ECC ana 300 und Fünfzig Theilen gelben Wachſeee ss. 50

gleichmäßig vertheilt. Das Pflaſter ſei grau und laſſe mit bloßem Auge keine Queckſilber⸗ kügelchen erkennen.

Emplastrum Lithargyri. Bleipflafter. Gleiche Theile gemeinen Olivenöles, Schweineſchmalz und feingepulverter Bleiglätte werden bei mäßigem Feuer unter bisweiligem Zuſatze von Waſſer und unter fortdauerndem Umrühren ſo lange gekocht, bis die Pflaſterbildung vollendet iſt und das Pflaſter die nöthige Härte erlangt hat. Es ſei ein weißes, zähes, nicht fettiges Pflaſter, welches keine un⸗ gelöſte Bleiglätte mehr enthalten darf.

Emplastrum Lithargyri compositum.

Gummipflaſter. Hundertundzwanzig Theile Bleipflaſtenrnr»rnrns. 120 und Fünfzehn Theile gelben Wachſe s 15

werden in gelinder Wärme geſchmolzen. Der halb erkal⸗

teten Maſſe wird eine unter Hinzufügung von etwas

Waſſer im Dampfbade bewirkte und colirte Miſchung von Zehn Theilen Ammoniakgummmiimim 10

Dehn Theilen Galli du een 10 und

sehn Theilen Terpenthan?sss.s. 10 zugeſetzt.

Es ſei ein gelbliches, mit der Zeit nachdunkelndes, zähes Pflaſter von gleichmäßiger Beſchaffenheit.

Emplastrum saponatum.

Seifenpflaſter. C;;ͤö˙ẽ ff 000 rncnen nn nnen. 70 und Dehn Theile gelben Waipesssee susanne neuen 10

werden bei mäßiger Wärme geſchmolzen. Der halb⸗ erkalteten Maſſe werden unter Umrühren hinzugeſetzt

Fünf Theile gepulverter mediciniſcher Seife 5 und Ein Theil Campher, mit wenig Olivenöl zerrieben 4 Es ſei ein gelblichweißes, nicht ſchlüpferiges Pflaſter. Emulsiones. Emulſionen.

Die Samen-Emulfionen werden, wenn nicht andere Verhältniſſe vorgeſchrieben ſind, bereitet aus

.... a EL RE 1 und jo viel Waſſer, daß die Colatur .. 8 F 10 beträgt. Die Oel-Emulſionen ebenſo aus Zwei Theilen x 2 Einem Theile gepulverten arabiſchen Gummis 1

d Dei ß,, 18;

80

Euphorbium. Euphorbium.

Das leicht zerreibliche, matt gelbliche Gummiharz der Euphorbia resinifera. Es umhüllt die zweiſtacheligen Blattpolſter, die Blüthen⸗ gabeln und die dreiknöpfigen Früchtchen derſelben und bietet die Umriſſe dieſer Pflanzentheile dar. Das Euphorbium ſchmeckt andauernd brennend ſcharf.

Vorſichtig aufzubewahren.

Extracta. Extracte.

Die zur Bereitung der Extracte beſtimmten Subſtanzen müſſen klein und gleichmäßig zerſchnitten oder zerſtoßen ſein. Die Maceration geſchehe bei 15 bis 20°, die Digeſtion bei 35 bis 40°; in beiden Fällen unter öfterem Umrühren.

Die wäſſerigen Flüſſigkeiten werden ſofort bis auf ein Drittel ihres Volumens verdampft, einige Tage an einem kalten Orte bei Seite geſtellt und colirt.

Die weingeiſtigen und ätherhaltigen Flüſſigkeiten werden decanthirt und filtrirt.

Alle Flüſſigkeiten werden unter Umrühren bis zur Extractdicke eingedampft; bei wäſſerigen und weingeiſtigen Auszügen darf die Verdampfungstemperatur 100°, bei ätheriſchen 50° nicht überſteigen.

Die Extracte werden in Betreff der Conſiſtenz in drei Abſtufungen bereitet, nämlich:

1. dünne, von der Dicke des friſchen Honigs;

2. dicke, welche erkaltet ſich nicht ausgießen laſſen;

3. trockene, welche ſich zerreiben laſſen.

81

Letztere werden in der Weiſe bereitet, daß man die Extracte in Porzellangefäßen abdampft, bis ſie eine zähe und nach dem Erkalten zerreibliche Maſſe darſtellen, dieſelben noch warm mit einem Spatel aus dem Gefäße herausnimmt, in dünne Streifen zieht und bei gelinder Wärme trocknet.

Ein in die mit einigen Tropfen Salzſäure angeſäuerte Extract- löſung (1 =4) gebrachtes blankes Eiſenſtäbchen darf nach einer halben Stunde nicht röthlich gefärbt erſcheinen.

Trockene narcotiſche Extracte werden aus den dicken Extracten bereitet, indem man

Vier Theile ern 4 und Drei Theile fein gepulverten Süßholzeͤo ss 3

in einer erwärmten Porzellanſchale mengt und das Gemiſch bei 40 bis 50 austrocknet, bis es nicht mehr an Gewicht verliert.

Die trockene Maſſe wird noch warm zerrieben und ihr ſo viel fein gepulverten Süßholzes zugemiſcht, daß die doppelte Menge des angewandten Extractes erhalten wird.

Löſungen narcotiſcher Extracte dürfen nach folgender Vorſchrift bereitet vorräthig gehalten werden:

Din ie tra... . 10 ß 6 being ae 1 Didi Sſpeer ae ee a. 3.

Extraetum Absinthii. Wermutextract. wand hen d me 20 werden mit einem Gemiſche von

Weiz hellen Wege 2: t N 40 und Seh zig Theile Wafer 60

24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von

%%% . ᷣ̃ᷣ¶ͥU ... FET RR 20 und en ᷣœ / ᷣ̃⁵⁵ ... 30

24 Stunden maceritt. Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei grünbraun und in Waſſer trübe löslich.

Extractum Aconiti. Aconitextract.

Zwanzig Theile Aconit⸗Knolleæe˙e nn 20 werden ſechs Tage mit einem Gemiſche von

7777. / ¼ . ĩͤͤ ER 40 und

e OMINER so see een ee seinen, 30 maceritt.

Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird

nochmals mit einem Gemiſche von

e SREINGR een cnes hen. 20 und

, N a a a ee 15

3 Tage hindurch macerirt.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte eingedampft.

83 Es ſei gelbbraun und in Waſſer trübe löslich. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,02. Maximale Tagesgabe 0,1.

Extractum Aloes.

Alosextract. ee A ET eine 1 wird in af enn , ua 5 gelöſt.

Die völlig erkaltete Löſung wird nach 2 Tagen von dem Harze abgegoſſen, colirt und zu einem trockenen Extracte eingedampft. Es ſei gelbbraun und in Waſſer trübe löslich.

Extraetum Belladonnae.

Belladonnaertract.

Zwanzig Theile friſchen, in Blüthe ſtehenden Belladonna⸗ —— p TAPTRE 20 werden mit

BE THE —., x |

beſprengt, in einem ſteinernen Mörſer zerſtoßen und ausgepreßt, was mit %%% ů-h éꝗſëñ ,, T 3 wiederholt wird. Die gemiſchten Flüſſigkeiten werden bis auf 80° erwärmt, colirt, bis auf 2 Theile eingedampft und Jͤ;ö;];]ãI 2 zugefügt.

84

Die Miſchung wird bisweilen umgeſchüttelt und nach 24 Stunden colirt. Der hierbei erhaltene Rückſtand wird mit Einem Theile verdünnten Weingeiſte ss. 1 in einem geſchloſſenen Gefäße etwas erwärmt und wieder⸗ holt umgeſchüttelt. Die nach dem Abſetzen klar abge⸗ goſſene Flüſſigkeit werde der früher erhaltenen hinzu⸗ gefügt, die geſammte Miſchung filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei dunkelbraun, in Waſſer faſt klar löslich. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,2.

Extraetum Calami.

Calmusextract. Zwanzig Theile Calmuswurzeẽeõ ll 20 werden mit einem Gemiſche von Mie ein dd N 40 und Senne w ass see 60

24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von

Zwanzig Theilen Wein geit 20 un e ß ra 30

24 Stunden macerirt. Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei rothbraun und in Waſſer trübe löslich.

85

Extractum Cannabis indicae. Indiſch⸗Hanfextract.

Ein Theil indiſcher Hann es 1 wird mit Fünf Theilen Weingeiſttt . 5

6 Tage macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit Fünf Theilen Weingeiſ . 5 3 Tage maceritt. Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei ſchwarzgrün und unlöslich in Waſſer. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,1. Maximale Tagesgabe 0,4.

Extractum Cardui benedicti. Cardobenedictenextract.

Ein Theil Cardobenedictenkrau⸗ “mc 1 wird mit Fünf Theilen ſiedenden Waſſer n 5

übergoſſen und 6 Stunden digerirt. Der nach dem Abpreſſen der Flüſſigkeit bleibende Rückſtand wird noch⸗ mals mit Fünf Theilen ſiedenden Waſſernss cn... 5

übergoſſen und 3 Stunden digerirt.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem

dicken Extracte eingedampft. Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.

86

Extractum Cascarillae.

Cascarillextract. ff.. . ̃ͤᷣ ß ĩ˙ 1 wird mit C / ccc 5

übergoſſen und 24 Stunden ſtehen gelaſſen. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit

Fünf Theilen ſiedenden Waſſ ers 5 übergoſſen und 24 Stunden ſtehen gelaſſen.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden decanthirt und zuletzt unter Zuſatz von einer kleinen Menge verdünnten Weingeiſtes zu einem dicken Extracte eingedampft.

Es ſei dunkelbraun, in Waſſer trübe löslich.

Extractum Chinae aquosum. Wäſſeriges Chinaextract.

Ein Theil Chinarinde wird mit

Zehn Theilen Waſſer 48 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit

%%%%// dA! ĩð2³ 10 48 Stunden macerirt.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden auf 2 Theile verdampft, nach dem Erkalten filtrirt und daraus ein dünnes Extract hergeſtellt.

Es ſei rothbraun, in Waſſer trübe löslich.

Extraetum Chinae spirituosum. Weingeiſtiges Chinaertract. n seinen 1 wird mit

87

Fünf Theilen verdünnten Weingeifte® ...uencenmeeeenn.

6 Tage macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende

Rückſtand wird nochmals mit Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte sz 3 Tage macerirt.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem

trockenen Extracte eingedampft. Es ſei rothbraun, in Waſſer trübe löslich.

Extractum Colocynthidis. Coloquinthenextract.

Dei Theile Edlen een en werden mit

Fünfzehn Theilen verdünnten Weingeiſte sss 6 Tage macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von

Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte sz und

VJV%% I, 3 Tage macerirt.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem trockenen Extracte

eingedampft. Es ſei gelbbraun, in Waſſer trübe löslich. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,2. Extraetum Cubebarum. i Cubebenextract. Zehn Theile . o.. ee werden mit einem Gemiſche von

Unnfgchn Theilen Weiber. = 28 ea a 15 und Fünfzehn Theilen Weingeift sr. 2 3.208. 15

3 Tage macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von

%%% Äœd.. ¾ ⅛•òt.e. ³ ĩ 10 und JJ 8 10

3 Tage macerirt. Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem dünnen Extracte eingedampft. Es ſei braun, in Waſſer nicht löslich. Vor der Dispenſation muß dasſelbe umgeſchüttelt werden.

Extractum Pigitalis.

Fingerhutextract.

Zehn Theile friſchen, in der Blüthe ſtehenden Fingerhut⸗ a ee 10 werden mit

ee a A 1

befprengt, in einem ſteinernen Mörſer zerſtoßen und ausgepreßt; dieſes wird mit e e ee A 3 wiederholt. Die gemiſchten Flüſſigkeiten werden bis auf 80° erwärmt, colirt, auf 2 Theile eingedampft und mit C 2 verdünnt. Die Miſchung wird bisweilen umgeſchüttelt und nach 24 Stunden colirt.

89

Der hierbei erhaltene Rückſtand wird mit Einem Theile verdünnten Weingeiſtes 1 in einem geſchloſſenen Gefäße etwas erwärmt und wieder⸗ holt umgeſchüttelt.

Die nach dem Abſetzen klar abgegoſſene Flüſſigkeit werde der früher erhaltenen hinzugefügt, die Miſchung filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft.

Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 1,0.

Extractum Ferri pomatum. Eiſenextract. Aufzig Theile fanerer Aepfel 50 werden in einen Brei verwandelt und ausgepreßt. Der Flüſſigkeit wird Ein i gepulverten Eiſe ns are 1 hinzugeſetzt und das Gemiſch im Waſſerbade ſo lange erwärmt, bis die Gasentwickelung aufgehört hat. Die mit Waſſer bis auf 50 Theile verdünnte Flüſſigkeit wird mehrere Tage bei Seite geſtellt, filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei grünſchwarz, in Waſſer klar löslich.

Extractum Filicis.

Farnextract. Fünf Theile acc 5 werden mit Fünßzehn hein 8 15

3 Tage macerirt.

90

Nach dem Abgießen der Flüſſigkeit werde der Rück⸗ ſtand nochmals mit Dehn Theilen Aether 10 3 Tage macerirt und ausgepreßt. Die vereinigten Flüſſigkeiten werden filtrirt und zu einem dünnen, von Aether vollſtändig befreiten Extracte eingedampft. Das umgerührte und mit Glycerin verdünnte Extract darf unter dem Mikroſkope keine Stärkekörnchen zeigen. Es ſei grünlich, in Waſſer nicht löslich.

Extractum Gentianae.

Enzianextract. 711½%% mmm ĩ K 1 wird mit %% ̃ ̃᷑œ TT.... ² ˙ j 5

48 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit . ᷣͤ ͤͤ . ͤ . 5 12 Stunden ausgezogen.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, aufgekocht, decanthirt und bis auf zwei Theile im Waſſerbade eingedampft. Der Rückſtand wird in kaltem Waſſer gelöſt, die Löſung filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft.

Es ſei braun, in Waſſer klar löslich.

Extractum Graminis. Queckenextract. N Zwei Theile Queckenwur zel kauen 2 werden mit

91

Zehn Theilen ſiedenden Waſſcaha ss. 10 übergoſſen und 6 Stunden digerirt. Die nach dem Coliren erhaltene Flüſſigkeit wird auf 3 Theile eingekocht, filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei rothbraun, in Waſſer klar löslich.

Extractum Helenii.

Alantextract. Zwanzig Theile Alantwur zeln ʒ 20 werden mit einem Gemiſche von Vierzig Theilen Wein geit e 40 und i Sechszig Theilen Waſſer ; 60

24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von

Zwanzig Theilen Weingeiſt : te 20 und 5 Dreißig Theilen Waſſe : ee 30

24 Stunden macerirt. Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.

Extractum Hyoseyami.

Bilſenextract.

Zwanzig Theile friſchen, in Blüthe ſtehenden Bilſen⸗ krau tes Eee 20 werden mit

B Theile Waſſe rere 1

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beſprengt, darauf in einem fteinernen Mörſer zerſtoßen und ausgepreßt; dieſes wird mit Drei Theilen Waſſ err wiederholt. Die gemiſchten Flüſſigkeiten werden bis auf 80° erwärmt, colirt, auf zwei Theile eingedampft und JJ%%%%%%%%V%%%0% x zugefügt. Die Miſchung wird bisweilen umgeſchüttelt und nach 24 Stunden colirt. Der hierbei erhaltene Rückſtand wird mit Einem Theile verdünnten Weingeiſtesꝶs 0. in einem geſchloſſenen Gefäße etwas erwärmt und wieder⸗ holt umgeſchüttelt. Die nach dem Abſetzen klar ab⸗ gegoſſene Flüſſigkeit werde der früher erhaltenen hinzu—⸗ gefügt, die Miſchung filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei grünlichbraun, in Waſſer trübe löslich. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 1,0.

Extractum Opii. Opiumextract. Zwei Theile gepulverten Opium n werden 24 Stunden mit eien aer, macerirt und der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand nochmals mit

in gleicher Weiſe behandelt.

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Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, filtrirt und zu einem trockenen Extracte eingedampft.

Es ſei rothbraun, in Waſſer trübe löslich.

Zu 30 g einer kalt bereiteten, filtrirten Löſung von 3 g Opium- extract in 42 g Waſſer ſetze man 10g Weingeiſt, 10 g Aether und 1g Ammoniak. Das Gefäß werde nach kräftigem Durchſchütteln verſchloſſen und bei 10 bis 15° unter öfterem Umſchütteln 12 Stunden hingeſtellt. Der Inhalt wird alsdann auf ein kleines, bei 100° ge- trocknetes und gewogenes Filter gebracht, die auf demſelben zurüd- bleibenden Kryſtalle zweimal mit einer aus 2 g verdünnten Weingeiſtes, 2 g Waſſer und 2 g Aether beſtehenden Miſchung abgeſpült und bei 100° getrocknet. Das Gewicht derſelben muß mindeſtens 0,34 g betragen.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,15. Maximale Tagesgabe 0,5.

Extractum Ouassiae.

Quaſſiaextract. if, 1 wird mit Fünf Theilen ſiedenden Waſſeer s 5

übergoſſen, 6 Stunden digerirt und der nach dem Ab⸗ preſſen der Flüſſigkeit bleibende Rückſtand nochmals mit Fünf Theilen fiedenden Waſſeere ss. 5 übergoſſen, drei Stunden ſtehen gelaſſen und ausgepreßt. Die vereinigten Flüſſigkeiten werden zu einem trockenen Extracte eingedampft. Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.

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Extractum Rhei.

Rhabarberextract. Sans Theile Rhabarber. ee ae 20 werden mit einem Gemiſche von JJ..;;éo.ꝗ̃ ò ũ. . 8 40 und JJ 60

24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird mit einem Gemiſche von dein Wangeiſf t. 20

und %% ̃ Maler a —. 30 ebenſo behandelt. Die ſo erhaltenen Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem trockenen Extracte eingedampft. Es ſei gelblichbraun, in Waſſer trübe löslich.

Extractum Rhei compositum. Zuſammengeſetztes Rhabarberextract.

Dreißig Theile Rhabarberextractt...ͥ˖u 30 . ̃ , ²¾— . ĩ§ if... 10 mi lane an,” 5 Zwanzig Theile mediciniſcher Seif 20

werden zerrieben, gemiſcht, mit verdünntem Weingeiſt be⸗ feuchtet, im Dampfbade erwärmt und zu einem trockenen Extracte eingedampft.

Es ſei ſchwärzlichbraun, in Waſſer trübe löslich.

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Extractum Sabinae.

Sabinaegtract. Zwanzig Theile Sabinakrau-UUUUUU „. 20 werden mit einem Gemiſche von Vierzig Theilen Weingeiſ᷑ . 40 und Sechszig Theilen Waſſ erer 60

24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von

Zwanzig Theilen Weingeiſttr kee 20 und i Dreißig Theilen Waſſee nnn 30

in gleicher Art behandelt. Die ſo erhaltenen Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei grünbraun, in Waſſer faſt unlöslich. Vorſichtig aufzubewahren.

Extractum Feillae.

Meerzwiebelextract. Fünf Theile Meer zwiebel 5 werden mit Zwanzig Theilen verdünnten Weingeiſte ss 20

6 Tage macerirt. Die nach dem Abpreſſen erhaltene Flüſſigkeit wird mehrere Tage bei Seite geſtellt, dann filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei gelblichbraun, in Waſſer faſt klar löslich. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 1,0.

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Extractum Secalis cornuti.

Mutterkornextract. Zehn Theile Mutterkorrnnn nns 10 werden mit Zwanzig Theilen Waſſe urn 20

6 Stunden macerirt und der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand nochmals in gleicher Weiſe behandelt. Die

ſo erhaltenen Flüſſigkeiten werden gemiſcht, colirt und

bis auf 5 Theile eingedampft. Dieſer concentrirte Aus⸗ zug, mit

Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte sss. 5

gemiſcht, werde unter öfterem Umſchütteln 3 Tage bei Seite geſtellt, filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft.

Letzteres werde mit dem gleichen Gewichte Weingeiſt angerührt und die nach kurzem Stehen über dem Extracte befindliche Flüſſigkeit abgegoſſen. Den Rückſtand behandle man nochmals in gleicher Weiſe mit Weingeiſt und dampfe ihn zu einem dicken Extracte ein.

Es ſei rothbraun, in Waſſer klar löslich.

Extractum Strychni.

Strychnosſamenextract. Zehn Theile Stehchnos amen 10 werden bei einer 40° nicht überſteigenden Temperatur mit Zwanzig Theilen verdünnten Weingeiſte s. 20

24 Stunden unter öfterem Umſchütteln ausgezogen. Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit

Fünfzehn Theilen verdünnten Weingeiſte s. 15 in derſelben Weiſe behandelt.

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Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, mehrere Tage bei Seite geſtellt und zu einem trockenen Extracte eingedampft. Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,15.

Extractum Taraxaci.

Löwenzahnextract.

Ein Theil der im Frühjahr geſammelten und getrockneten %% ¼ ¼ ¼ĩ/½ . ARTE 1 wird mit

r na ea ee 5

48 Stunden macerirt und der nach dem Abpreſſen blei- bende Rückſtand nochmals mit

Au Theiſen Waſſe en 5 12 Stunden ausgezogen.

Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, aufgekocht, decanthirt und bis auf 2 Theile im Waſſerbade eingedampft. Der Rück⸗ ſtand wird in kaltem Waſſer gelöſt und die filtrirte Löſung zu einem dicken Extracte eingedampft.

Es ſei braun, in Waſſer klar löslich.

Extractum Trifolii fibrini.

Bitterkleeextract. 1 /// ⁵y .... 1 wird mit Fünf Theilen fiebenben Paſe rn 5

übergoſſen, 6 Stunden digerirt und der nach dem Abpreſſen der Flüſſigkeit bleibende Rückſtand nochmals 3 Stunden in derſelben Weiſe behandelt.

13

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Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, decanthirt und zu einem dicken Extracte eingedampft. Es ſei ſchwarzbraun, in Waſſer klar löslich.

Ferrum carbonicum saccharatum. Zuckerhaltiges Ferrocarbonat.

% . ER 50 werden in Zweihundert Theilen ſiedenden Waſſers s 200

gelöſt und in eine geräumige Flaſche filtrirt, welche eine klare Löſung von

Fünfunddreißig Theilen Natriumbicarbonat ............ 30 in

Fünfhundert Theilen lauwarmen Wafferd.............. 500 enthält.

Nachdem man den Inhalt der Flaſche vorſichtig gemiſcht hat, fülle man dieſelbe ganz mit heißem Waſſer, verſchließe ſie loſe und ſtelle ſie bei Seite.

Die über dem Niederſchlage ſtehende Flüſſigkeit werde mit Hülfe eines Hebers abgezogen und die Flaſche wieder mit heißem Waſſer angefüllt. Nach dem Abſetzen ziehe man die Flüſſigkeit abermals ab und wiederhole dieſe Operationen fo oft, bis die abgezogene Flüſſig⸗ keit durch Baryumnitrat kaum noch getrübt wird.

Den von der Flüſſigkeit möglichſt befreiten Niederſchlag bringe man in eine Porzellanſchale, welche

Zehn Theile gepulverten Milchzuckerr”rsss 8 10 und Dreißig Theile gepulverten Zuckern. 30

enthält, verdampfe die Miſchung im Dampfbade zur Trockne, zerreibe ſie zu Pulver und miſche demſelben noch

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ſoviel gut ausgetrockneten Zuckerpulvers zu, daß das Gewicht

Hundert Thell e a REN TER 100 betrage.

Ein grünlichgraues Pulver, ſüß, ſchwach nach Eiſen ſchmeckend, in 100 Theilen 10 Theile Eiſen enthaltend. In Salzſäure iſt es unter reichlicher Kohlenſäureentwickelung zu einer grünlichgelben Flüſſigkeit löslich, und die mit Waſſer verdünnte Löſung giebt ſowohl mit Kaliumferrocyanat, als auch mit Kaliumferricyanat einen blauen Niederſchlag.

Die mit Hülfe einer möglichſt geringen Menge Salzſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (1=50) darf durch Baryumnitrat nicht ſofort getrübt werden.

1 des Präparats werde bei Luftzutritt bis zur Zerſtörung des Zuckers geglüht, der Rückſtand mit heißer Salzſäure vollſtändig aus⸗ gezogen und das Filtrat nach Zuſatz einiger Kryſtalle von Kaliumchlorat bis zur völligen Oxydation des Eiſens und Beſeitigung des Chlors erhitzt. Nach dem Erkalten und nach Zuſatz von 2 g Kaliumjodid werde die Flüſſigkeit in einer mit Glasſtopfen verſchloſſenen Flaſche eine Stunde in gelinder Wärme bei Seite geſtellt. Es müſſen nach Zuſatz von Jodzinkſtärkelöſung mindeſtens 17 cem der Zehntel⸗Normalnatrium⸗ thioſulfatlöſung zur Bindung des ausgeſchiedenen Jods verbraucht werden.

Ein Präparat von brauner Farbe, welches wenig mit Säuren aufbrauſt, werde verworfen.

Ferrum jodatum. Eijenjodür. Dreißig Theile gepulverten Eiſennn ss. 30 werden mit

Hundert Theilen Maffer aka ee. 100 übergoſſen, nach und nach unter fortwährendem Umrühren heile "DD 27... lie 82

hinzugefügt und die Löſung filtrirt, ſobald ihre roth⸗ braune Farbe grünlich geworden iſt. Das Filter wird mit Waſſer nachgewaſchen.

Nach dieſer Vorſchrift werde das Eiſenjodür bei Bedarf bereitet und den vom Arzte verordneten flüſſigen Miſchungen zugeſetzt. Soll es einer Pillenmaſſe zugefügt werden, fo iſt die Löſung in einer eiſernen Schale möglichſt raſch einzudampfen.

82 Theile Jod entſprechen 100 Theilen Eiſenjodür.

Ferrum lacticum. Ferrolactat.

Grünlichweiße, aus kleinen, nadelförmigen Kryſtallen beſtehende Kruſten oder kryſtalliniſches Pulver von eigenthümlichem, aber nicht ſtark ausgeprägtem Geruche, langſam löslich in 38,2 Theilen Waſſer zu einer grünlichgelben, ſchwach ſauer reagirenden, durch Kalium⸗ ferricyhanat ſogleich dunkelblau, durch Kaliumferrocyanat nur ſchwach hellblau gefärbt werdenden Flüſſigkeit. Es löſt ſich in 12 Theilen ſiedenden Waſſers, kaum in Weingeiſt. Beim Erhitzen verkohlt es unter Verbreitung eines brenzlichen, caramelartigen Geruches und ver- brennt dann zu rothem Eiſenoxyd.

Die kalt geſättigte wäſſerige Löſung darf ſowohl durch Blei⸗ acetat, als auch nach dem Anſäuern mit Salzſäure durch Schwefel. waſſerſtoffwaſſer nur opaliſirend getrübt werden. Ebenſo verhalte ſich die mit Salpeterſäure angeſäuerte Löſung auf Zuſatz von Baryumnitrat.

Kocht man die Löſung unter Zuſatz von einigen Tropfen ver⸗ dünnter Schwefelſäure 10 Minuten überſättigt dann mit Natronlauge

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und erwärmt gelinde mit einigen Tropfen einer Löſung von 1 Theil Kupferſulfat und 3 Theilen Weinſäure in 20 Theilen Waſſer, der man ſoviel Natronlauge, als zur Herſtellung einer klaren blauen Löſung erforderlich iſt, hinzufügt, ſo darf ſich kein rother Niederſchlag abſcheiden.

Zerreibt man das Salz mit Schwefelſäure, ſo mache ſich weder eine Gasentwickelung, noch bei längerem Stehen eine Braunfärbung be- merkbar.

1g mit Salpeterſäure durchfeuchtet, hinterlaſſe beim Glühen an⸗ nähernd 0,27 g Eiſenoxyd, welches an heißes Waſſer nichts Wägbares abgeben darf.

Ferrum oxydatum saccharatum solubile.

Eiſenzucker. Neun Theile gepulverten Zuckeröm 9 werden in Nenn hein Waſſer! in inn. 9 gelöſt, zunächſt Dreißig Theile Eiſenchloridlöſun UUPꝑU]U—E E 30,

dann nach und nach unter Umrühren eine in der Wärme bereitete und wieder erkaltete Löſung von

Vierundzwanzig Theilen Natriumcarbonaauaaa 24 in

Achtund vierzig Theilen Waſſee rr 48 zugeſetzt.

Nachdem die Kohlenſäure möglichſt entwichen iſt, ſetze man nach und nach

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Vierundzwanzig Theile Natronlaunhhne ne 24 zu und laſſe die Miſchung ſo lange ſtehen, bis ſie klar geworden iſt.

Nach Zuſatz von

Neun Theilen Natriumbicarbonaie 9 werde dieſelbe ſofort mit

Sechshundert Theilen ſiedenden Waſſer sss 600 verdünnt und zum Abſetzen bei Seite geſtellt. Die über dem Niederſchlage ſtehende Flüſſigkeit werde mittelſt eines Hebers abgezogen und der Niederſchlag mit

Vierhundert Theilen heißen Waſſer̃rx s 400 vermiſcht. Nach der Klärung entferne man die Flüſſig⸗ keit und behandle den Niederſchlag nochmals in gleicher Weiſe mit weiteren

Vierhundert Theilen heißen Waſſer s . 400

Alsdann ſammle man denſelben auf einem an⸗

gefeuchteten Tuche, waſche ihn mit heißem Waſſer, bis die ablaufende Flüſſigkeit, mit dem 5fachen Volumen Waſſer verdünnt, durch Silbernitrat nur opaliſirend getrübt wird, und preſſe ihn aus. Hierauf werde der Niederſchlag in einer Porzellanſchale mit

Fünfzig Theilen gepulverten Zuckers. 50 vermiſcht, im Dampfbade unter Umrühren zur Trockne verdampft, zu Pulver zerrieben und dieſem ſo viel Zuckerpulver zugemiſcht, daß das Gewicht der Geſammt⸗

Kothbraunes, ſüßes Pulver, ſchwach nach Eiſen ſchmeckend, in 100 Theilen 3 Theile Eiſen enthaltend und mit der 20 fachen Menge

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heißen Waſſers eine völlig klare, rothbraune, kaum alkaliſch reagirende Löſung gebend, welche durch Kaliumferrocyanat für ſich nicht ver⸗ ändert, auf Zuſatz von Salzſäure aber zuerſt ſchmutzig grün, dann rein blau gefärbt wird.

Die mit überſchüſſiger verdünnter Schwefelſäure erhitzte, dann wieder erkaltete wäſſerige Löſung (120) darf durch Silbernitrat nur opali- ſirend getrübt werden.

2 g des Präparates werden bei Luftzutritt bis zur Zerſtörung des Zuckers geglüht. Der Rückſtand werde zerrieben, wiederholt mit heißer Salzſäure ausgezogen und das Filtrat nach Zuſatz einiger Kryſtalle Kaliumchlorat bis zur völligen Oxydation des Eiſens und Beſeitigung des Chlors erhitzt. Nach dem Erkalten und Zuſatz von 1g Kaliumjodid werde die Flüſſigkeit in einem mit Glasſtopfen ver⸗ ſchloſſenen Glaſe eine Stunde in gelinder Wärme bei Seite geſtellt. Es müſſen dann nach Zuſatz von 5 ge Jodzinkſtärkelöſung 10 bis 10,7 cem der Zehntel ⸗N I thioſulfatlöſung zur Bindung des ausgeſchiedenen Jods gebraucht werben

Ferrum pulveratum. Gepulvertes Eiſen.

Feines, ſchweres, etwas metalliſch glänzendes, graues Pulver, welches vom Magnet angezogen wird und durch verdünnte Schwefel⸗ ſäure oder Salzſäure unter Entwickelung von Waſſerſtoff gelöſt wird. Dieſe Löſung giebt auch bei großer Verdünnung durch Kalium⸗ ferricyanat einen tiefblauen Niederſchlag.

2 g des Präparates müſſen fi in 30 g eines Gemiſches aus gleichen Theilen Salzſäure und Waſſer bis auf einen geringen Rückſtand leicht

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auflöſen. Das ſich entwickelnde Waſſerſtoffgas darf einen mit Silber⸗ nitrat⸗Löſung (1 = 2) benetzten Papierſtreifen nicht ſofort gelb oder braun färben. Ein Theil der ſaueren Löſung darf nach Ueberſchichtung mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer an der Berührungsfläche keine dunkle Zone zeigen, ein anderer Theil derſelben Löſung, nach Oxydation des Eiſens durch Salpeterſäure und Ausfällen des Oxyds durch über⸗ ſchüſſiges Ammoniak, im Filtrat durch Schwefelammonium nicht weiß getrübt werden. Die Löſung des in Salzſäure unlöslichen Theils des Eiſens in Salpeterſäure darf weder durch Schwefelwaſſerſtoff⸗ waſſer dunkel, noch durch überſchüſſiges Ammoniak blau gefärbt werden.

0,1 g des Präparates ſoll nach feiner bei Ausſchluß der Luft er⸗ folgten Löſung in 15 g verdünnter Schwefelſäure nicht weniger als 55,5 cem der Kaliumpermanganatlöſung zur Oxydation verbrauchen.

Ferrum reduetum. Reducirtes Eiſen.

Ein graues, glanzloſes Pulver, welches vom Magnet angezogen wird und beim Erhitzen unter Verglimmen in ſchwarzes Eiſenoxydul⸗ oxyd übergeht. i

2 g des Präparates ſeien in 30 g einer erwärmten Miſchung aus gleichen Theilen Salzſäure und Waſſer vollſtändig oder faſt voll- ſtändig löslich unter Entwickelung eines Gaſes, welches ein mit Silber⸗ nitratlöſung (1=2) benetztes Papier weder ſofort gelb noch braun färben darf. Der unlösliche Rückſtand darf nicht mehr als 0,02 g betragen.

0,3 g werden mit 50 g Queckſilberchloridlöſung unter Ausſchluß der Luft während einer Stunde im Waſſerbade digerirt, dann nach

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dem Erkalten mit Waſſer zu 100 cem ergänzt und nach dem Mifchen zum Abſetzen hingeſtellt. 25 com der klaren Flüſſigkeit dürfen nicht weniger als 38 cem der Kaliumpermanganatlöſung zur Oxydation ver- brauchen. Dies entſpricht 89,75 Procent metalliſchen Eiſens.

Ferrum sesquichloratum. Eiſenchlorid.

1000 Theile Eiſenchloridlöſung werden im Waſſerbade auf 483 Theile abgedampft und der Rückſtand in einer bedeckten Schale an einen kühlen, trockenen Ort geſtellt, bis er vollſtändig erſtarrt iſt.

Gelbe, kryſtalliniſche, trockene, aber an feuchter Luft bald zer⸗ fließende, in gelinder Wärme ſchmelzende Maſſe, welche in Waſſer, Weingeiſt und Aether löslich iſt.

In gleichen Theilen Waſſer gelöſt, entſpreche das Präparat den Anforderungen an die Reinheit der Eiſenchloridlöſung.

Ferrum sulfuricum. Ferroſulfat.

2 Theile reinen Eiſendrahtes werden mit einer Miſchung aus

3 Theilen Schwefelſäure und 8 Theilen Waſſer übergoſſen. Die

noch warme Löſung wird, ſobald die Gasentwickelung nachgelaſſen

hat, in 4 Theile Weingeiſt filtrirt, welchen man in kreiſender Be⸗

wegung erhält. Das Kryſtallmehl wird ſofort auf ein Filter ge⸗ 14

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bracht, mit etwas Weingeiſt nachgewaſchen, dann ausgepreßt, auf Filtrirpapier zum raſchen Trocknen ausgebreitet und dieſes am Beſten im direkten Sonnenlichte zu Ende geführt, bis die Kryſtalle nicht mehr aneinander haften.

Ein kryſtalliniſches, an trockener Luft verwitterndes Pulver, welches ſich in 1,8 Theilen Waſſer mit grünlichblauer Farbe löſt. Selbſt eine ſehr verdünnte Löſung des Salzes giebt mit Kaliumferricyanat einen tief blauen und mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure un⸗ löslichen Niederſchlag.

Die mit ausgekochtem und abgekühltem Waſſer friſch bereitete Löſung ſei klar, von grünlichblauer Farbe und faſt ohne Wirkung auf blaues Lakmuspapier.

0,5 g in 20 g verdünnter Schwefelſäure und 150 g Waſſer gelöſt müſſen 56 bis 57 cem der Kaliumpermanganatlöſung zur Oxydation verbrauchen.

Werden 2 g des Salzes in wäſſeriger Löſung mit Salpeterſäure oxydirt und dann mit einem Ueberſchuß von Ammoniak verſetzt, ſo darf das farbloſe Filtrat durch Schwefelammonium weder getrübt werden, noch beim Abdampfen und Glühen einen Rückſtand geben.

Ferrum sulfuricum erudum. Eiſenvitriol.

Kryſtalle oder kryſtalliniſche Bruchſtücke von grüner Farbe, meiſt etwas feucht, ſeltener an der Oberfläche weißlich beſtäubt, mit 2 Theilen Waſſer eine etwas trübe, ſauer reagirende Flüſſigkeit von zuſammen⸗ ziehendem, tintenartigem Geſchmacke gebend.

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Die wäſſerige Löſung (185) fol eine blaugrüne Farbe zeigen, keinen erheblichen ockerartigen Bodenſatz fallen laſſen und durch Schwefel⸗ waſſerſtoffwaſſer nur ſchwach gebräunt werden.

Terrum sulfuricum siceum. Entwäſſertes Ferroſulfat.

100 Theile Ferroſulfat werden allmälig in einer Porzellanſchale im Waſſerbade erwärmt, bis fie 35 bis 36 Theile an Gewicht ver- loren haben.

Es ſei ein feines, weißes, in Waſſer langſam, aber ohne Rüd- ſtand lösliches Pulver. 0,3 g des Präparates müſſen zur Oxydation des Eiſens 51,5 bis 52,5 cem Kaliumpermanganatlöſung verbrauchen.

Flores Arnicae. Arnicablüthen.

Die Blüthenköpfchen der Arnica montana. Die zweireihige, behaarte Kelchhülle ſchließt einen hochgewölbten, 6mm im Durchmeſſer erreichenden, grubigen und behaarten Blüthenboden ein. Aus dieſem erheben ſich ungefähr 20 randſtändige, zehnnervige Zungenblüthen und zahlreiche, weit kürzere Scheibenblüthen, alle von rothgelber Farbe und vom Bau der Compoſitenblüthen. Die borſtigen, fünfkantigen Früchte find bis 6 mm lang, gelblichgrau bis ſchwärzlich, von einem Pappus aus ſcharfen, ſtarren, bis 8 mm langen Haaren gekrönt. Nur die vom Kelche und Blüthenboden befreiten Blüthen ſind zu ge⸗

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ne lan

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brauchen. Der Geruch der Arnicablüthen ift ſchwach aromatiſch, der Geſchmack zugleich bitterlich.

Flores Chamomillae. Kamillen.

Die Blüthenköpfchen der Matricaria Chamomilla. Sie find in allen ihren Theilen kahl; ihre trockenhäutig berandeten Hüllblättchen ſchließen den gegen 5 mm hohen, am Grunde 1,5 mm im Durchmeſſer erreichenden, kegelförmigen, nackten, im Gegenſatze zu allen anderen verwandten Pflanzen nicht markig angefüllten, ſondern hohlen Frucht⸗ boden ein. Die 12 bis 18 Randblüthen müſſen von weißer, die viel zahlreicheren Scheibenblüthen von gelber Farbe ſein. Die Köpfchen ſollen kräftig aromatiſch riechen und zugleich etwas bitterlich ſchmecken.

Flores Cinae. Wurmſamen.

Die Blüthenköpfchen der turkeſtaniſchen Form der Artemisia maritima. Dieſelben beſtehen aus 12 bis 18 kahlen, ſtumpf eiförmigen, ſanft gekielten Hüllblättchen von etwas glänzend grüner, nach längerer Aufbewahrung bräunlicher Farbe. Sie ſchließen oben dicht zuſammen, ſo daß das ganze Köpfchen nur gegen 4 mm Länge und höchſtens 1,5 mm Durchmeſſer erreicht; im Innern läßt ſich meiſt nur undeutlich

die Anlage der 3 bis 5 Einzelblüthchen erkennen. Der Geruch der

Blüthen iſt ſehr eigenartig, der Geſchmack widerlich bitter und kühlend gewürzhaft. Blätter, Stiele und Stengel dürfen nicht beigemengt ſein.

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Flores Koso. Koſoblüthen.

Die nach der Blüthezeit geſammelten weiblichen Blüthen oder die viel- verzweigten Blüthenrispen der Hagenia abyssinica. Die 4 oder 5, bis gegen 1 em langen, aderigen, am Grunde borſtigen Blättchen des äußeren Kelches find von dunkelrother, nach längerer Aufbewah⸗ rung mehr bräunlicher Farbe; die inneren, kaum 3 mm langen Kelch⸗ blättchen neigen ſich über den noch kleineren Blumenblättchen und den zwei borſtigen Griffeln zuſammen. Die Blüthen ſitzen ziemlich dicht gedrängt auf geknickten, meiſt ſtark behaarten, 1 bis 2 mm dicken Stielen, welche von einer gemeinſamen, gegen 1 em dicken, reichlich mit einfachen Haaren beſetzten Spindel des Geſammtblüthenſtandes abgehen. Wo die Waare aus dieſem letzteren beſteht, pflegt ſie in 5 dm langen, ſpiralig mit geſpaltenen Halmen des Cyperus articu- latus umwickelten Bündelchen von ungefähr 120 g vorzukommen. Das Koſo ſchmeckt ſchleimig, dann kratzend bitter und zuſammenziehend. Die Stiele ſind vor dem Gebrauche zu beſeitigen.

Flores Lavandulae. Lavendelblüthen.

Die Blüthen der Lavandula vera. Der 5 mm lange, walzig⸗ glockige, von 13 Längsrippen durchzogene Kelch iſt ſtahlblau oder bräunlich angelaufen und mit zierlichen Sternhaaren flockig beſtreut, ſo daß die 4 kürzeren Kelchzähnchen kaum hervortreten und der fünfte größere Zahn mehr durch ſeine ſchwarzblaue Farbe auffällt. Die bräunliche oder bläuliche Blumenröhre ragt aus dem Kelche heraus

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und erweitert ſich zweilippig. Die Lavendelblüthen riechen angenehm und ſchmecken bitter. Stiele und Blätter ſind zu beſeitigen.

Flores Malvae. Malvenblüthen.

Von Malva silvestris. Der 5 mm hohe, fünfſpaltige, ftern- haarige Kelch iſt von 3 lanzettlichen, längsſtreifigen, borſtigen Hüll⸗ blättchen geſtützt. Die 5, über 2 em langen, vorn ausgerandeten Blumenblätter ſind am Grunde mit der Staubfadenröhre verwachſen. Die zartblaue Farbe der Blumen geht durch Befeuchtung mit Säuren in roth, durch Ammoniak in grün über.

Flores Rosae. Roſenblätter.

Die blaßröthlichen, wohlriechenden Blumenblätter der Rosa centi— folia.

| Flores Sambuci. Holunderblüthen.

Die Blüthenſtände von Sambucus nigra. Jeder der 5 Zweige der Trugdolde theilt ſich in 3 bis 5 Aeſte, welche, wiederholt gabelig getheilt, zuletzt in feinen, bis 6 mm langen Stielchen mit einer Endblüthe abſchließen; Staubfäden, Kronlappen und Kelchzähne je 5 an Zahl. Die weißlichen Lappen der Blumenkrone, urſprünglich flach ausgebreitet, ſind durch das Trocknen ſtark eingeſchrumpft; mit ihnen wechſeln die viel kürzeren Kelchzähne ab. Der ſchwache Geruch eigen⸗ artig, der Geſchmack unbedeutend; die Holunderblüthen dürfen nicht braun ausſehen.

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Flores Tiliae. Lindenblüthen.

Die Trugdolden der Tilia parvifolia und Tilia grandifolia. Der kahle Stiel iſt bis zur Hälfte mit einem papierdünnen, deutlich durchſcheinenden Deckblatte verwachſen und trägt bei der erſteren Art bis 13 geſtielte Blüthen, bei der zweitgenannten nur 3 bis 5 erheblich größere Blüthen mit dunklen gelblichbraunen Blumenblättern. Die Staubfäden zahlreich, 3 Blumenblätter und Fruchtfächer je 5 an Zahl.

Die Blüthen der Tilia tomentosa (Tilia argentea) ſind größer, außer den 5 Corollenblättern noch mit 5 petaloiden Staub- blättern verſehen, das Deckblatt des Blüthenſtandes iſt vorn am breiteſten, oft mehr als 2 em breit, unterſeits meiſt ſternhaarig. Dieſe Blüthen ſollen nicht verwendet werden.

Flores Verbasei. Wollblumen.

Die Blumenkronen des Verbascum phlomoides (mit Ein- ſchluß des Verbascum thapsiforme). Aus der ſehr kurzen, nur 2 mm weiten Blumenröhre erheben ſich 5, bis gegen 1,5 em lange, außen ſternhaarige, innen kahle und ſchön gelbe Lappen von breit gerundetem Umriſſe. Dem größten derſelben ſtehen am Grunde 2 kahle Staubfäden zur Seite, 3 etwas kürzere, bärtige Staubfäden ent⸗ ſprechen den 3 übrigen Einſchnitten der Blumenkrone. Sie ſollen von kräftigem Geruche und nicht von brauner Farbe ſein.

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Folia Althaeae. Eibiſchblätter.

Von Althaea officinalis. Rundlich elliptiſche, dreilappige bis fünflappige Blätter mit gerade abgeſchnittenem, herzförmigem oder keilförmigem Grunde und gekerbtem oder geſägtem Rande. Die größten Blätter bis 8 em im Durchmeſſer, der Blattſtiel höchſtens halb jo lang. Die Eibiſchblätter find von derber, brüchiger Beſchaffen⸗ heit, auf beiden Flächen durch Sternhaare graufilzig.

Folia Belladonnae. Belladonnablätter.

Von Atropa Belladonna. Höchſtens 2 dm lange, 1 dm breite, ſpitz elliptiſche, in den weniger als halb ſo langen Stiel auslaufende, dünne, kahle oder unterſeits ſehr ſpärlich drüſig gewimperte Blätter. Sie ſind ganzrandig, oberſeits grünbräunlich, unterſeits mehr grau, auf beiden Flächen mit weißen Pünktchen beſetzt. Von etwas wider⸗ lichem, ſchwach bitterlichem Geſchmacke.

Zur Bereitung des Extractes ſind die oberirdiſchen Theile der Pflanze in friſchem Zuſtande zu verwenden.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 0,6,

Folia Digitalis. Fingerhutblätter. Von Digitalis purpurea, zur Blüthezeit von wildwachſen⸗ = Thames zu ſammeln. Dünne, unregelmäßig gekerbte, in den auslaufende Blätter von länglich eiförmigem Umriſſe, höch⸗

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ſtens 3 dm Länge und 15 cm Breite erreichend. Das reich ver⸗ zweigte Adernetz iſt beſonders unterſeits ſtark ausgeprägt und trägt hier einen Filz von nicht veräſtelten, weichen Haaren. Die Finger⸗ hutblätter geben mit dem 10 fachen Gewichte ſiedenden Waſſers einen bräunlichen, Lakmus röthenden, widerlich bitteren, nicht aromatiſchen Auszug von eigenartigem Geruche, welcher durch Eiſenchlorid zunächſt ohne Trübung dunkel gefärbt wird; nach einigen Stunden entſteht ein brauner Abſatz. Verdünnt man den Auszug mit dem Zfachen Gewichte Waſſer, ſo muß durch Zutröpfeln von Gerbſäurelöſung eine Trübung, in dem unverdünnten Auszuge aber ein reichlicher Niederſchlag entſtehen, welcher von überſchüſſiger Gerbſäure nur ſchwer aufgelöſt wird. Vorſichtig, nicht über 1 Jahr aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 1,0.

Folia Farfarae, Huflattigblätter.

Die grundſtändigen, langgeſtielten, handgroßen Blätter der Tussi- lago Farfara. Von dem herzförmigen Grunde bis zu der kaum hervortretenden Spitze erreichen ſie oft 1 dm Länge bei nicht ge⸗ ringerer Breite. Oberſeits von dunkelgrüner Farbe ſind ſie auf der Unterſeite mit einem leicht ablösbaren, dichten, weißen Filze bedeckt, welcher aus ſehr langen, dünnen, nicht verzweigten Haaren beſteht.

Tolia Jaborandi. Jaborandiblätter. Die langgeſtielten, meiſt ganz kahlen Fiederblätter des Pilocarpus

pennatifolius. Sie beſtehen aus 2 oder 3, ſeltener 4 ſitzenden 15

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oder kurz geftielten Jochen derb lederartiger, ganzrandiger Fieder⸗ blättchen und 1 unpaarigen Endblatte, welches von einem bis 3 em langen Stiele getragen wird. Die Fiederblättchen ſind lanzett⸗ lich oder oval, vorn etwas ſtumpf oder ausgerandet, bis 16 em lang und 4 bis 7 cm breit. Das Blattgewebe läßt äußerſt zahlreiche, durch⸗ ſcheinende Oelräume erkennen; Geſchmack etwas ſcharf.

Folia Juglandis. Walnußblätter.

Von Juglans regia. Der beinahe fußlange Blattſtiel iſt mit 1 bis 4, am gewöhnlichſten mit 3 Paaren nicht genau gegenüber ſtehender Fiederblätter und einem gewöhnlich größeren Endblatte beſetzt. Die erſteren erreichen 15 em Länge und über 5 em Breite; alle Blättchen ſind ganzrandig, eiförmig, kahl, im durchfallenden Lichte nicht punktirt. Geſchmack kratzend, kaum aromatiſch. N

Die Walnußblätter dürfen nicht ſchwärzlich ausſehen.

Folia Malvae. Malvenblätter.

Von Malva vulgaris und Malva silvestris. Die Blätter der erſteren im Umriſſe annähernd kreisrund, bis 8 em im Durch⸗ meſſer, oder mehr nierenförmig, am Grunde tief ausgeſchnitten, ſehr langgeſtielt, der ungleich geſägt⸗gekerbte Rand undeutlich gelappt. Die gewöhnlich größeren Blätter der zweiten Art am Grunde weniger tief ausgeſchnitten, beſonders die oberſten Stengelblätter breit, fünflappig oder dreilappig. Die Blätter beider Arten ſind von ſchleimigem Geſchmacke.

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Folia Melissae. Meliſſenblätter.

Von Culturformen der Melissa officinalis. Breit eiförmige oder herzförmige, ſtumpf zugeſpitzte, dünne, kahle oder nur unterſeits etwas flaumige Blätter von höchſtens 4 em Länge und 3 em Breite, am Rande jeder Hälfte der Blattſpreite mit 5 bis 10 rundlichen Kerb— zähnen.

Folia Menthae erispae. Krauſeminzblätter.

Blätter des unter dem Namen Mentha crispa cultivirten Krautes. Sie ſind ſitzend oder ſehr kurz geſtielt, von herzförmigem oder rundlich eiförmigem Umriſſe, ſcharf gezähnt, zugeſpitzt, von wellenförmiger Oberfläche, am Rande kraus verbogen, kahl oder etwas behaart. Von kräftigem, eigenartigem Geſchmacke.

Tolia Menthae piperitae. Pfefferminzblätter. Von Mentha piperita. Spitz eiförmige, kurzgeſtielte, bis 7 em lange, beſonders gegen die Spitze hin ſcharf geſägte Blätter, welche von einem ſtarken Mittelnerv durchzogen und meiſt kahl find. Von kräftigem, eigenartigem Geſchmacke.

Folia Nicotianae. Tabakblätter. Die mittelgroßen Blätter der Culturformen der Nicotiana

Tabacum, an der Luft ohne weitere Behandlung getrocknet. Sie 8

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ſind braun, ſpitz lanzettlich oder elliptiſch, ganzrandig, in den Blatt⸗ ſtiel herablaufend. Von widerlichem, ſcharfem Geſchmacke und eigen⸗ artigem Geruche.

Folia Salviae. Salbeiblätter.

Blätter der cultivirten und wildwachſenden Salvia officinalis. Von meiſt eiförmigem Umriſſe, bis beinahe 1 dm lang, oder ſehr viel kleiner, bisweilen am Grunde geöhrt. Das ſehr verzweigte, runzelige, engmaſchige Adernetz iſt graufilzig behaart. Von aromatiſchem, zu⸗ gleich bitterlichem Geſchmacke.

Folia Sennae. Sennesblätter.

Die Fiederblättchen der Cassia angustifolia und Cassia acutifolia. Die erſtere Sorte, die indiſchen Sennesblätter aus Tinnevelly, beſteht ohne alle Beimengung aus den unbeſchädigten, lanzettlichen, bis 6 em langen, flachen, bis gegen 2 em breiten Fieder⸗ blättchen. Die Blättchen der zweiten Sorte, der alexandriniſchen, ſind durchſchnittlich kleiner, ſpitz eiförmig, ſelten 3 em lang, meiſt ſchmäler als 13 mm, weniger flach und gewöhnlich begleitet von anderen Theilen der Cassia acutifolia, ſowie von den ſteiflederigen, verbogenen und höckerigen Blättchen des Cynanchum Arghel, welche auch an dem kurzen, ſteifen Haarbeſatze kenntlich ſind. Die Sennesblätter dürfen nicht bräunlich oder gelblich ausſehen.

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Folia Stramonii. Stechapfelblätter.

Von Datura Stramonium zur Blüthezeit geſammelt. Die dünne Blattſpreite ſpitz eiförmig, ungleich buchtig gezähnt; den großen Lappen nochmals 1 oder 2 Zahnpaare aufgeſetzt. Die höchſtens gegen 2 dm langen und 1 dm Durchſchnittsbreite erreichenden Blätter gehen keilförmig oder faſt herzförmig in den bis 1 dm langen, 1 bis 2 mm dicken Blattſtiel über. Geſchmack unangenehm bitterlich, etwas ſalzig.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 1,0.

Folia Trifolii fibrini. Bitterklee.

Die dreitheiligen Blätter der Menyanthes trifoliata, ge tragen von einem bis 1 dm langen und 5 mm dicken Stiele. Die derben, rundlich eiförmigen, gegen 8 em langen und halb ſo breiten Blattabſchnitte ganzrandig oder grob gekerbt, mit breiter Spitze endigend. Von ſtark bitterem Geſchmacke.

Folia Uvae ursi. Bärentraubenblätter.

Von Arctostaphylos Uva ursi. Die ſtarr lederige, ober⸗ ſeits etwas rinnige und ſtark netzaderige Blattſpreite erreicht bei einer Länge von höchſtens 2 em in ihrer vorderen Hälfte bis 8 mm Breite und läuft nach unten raſch in den nur etwa 3 mm langen Blatt⸗

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ſtiel aus. Die Blätter find ganzrandig, doch erſcheinen manche durch Zurückbiegung der ſtumpflichen Spitze ausgerandet. Die Unterſeite zeigt keine drüſigen Punkte. Die Bärentraubenblätter ſchmecken herbe. In 50 Theilen Waſſer, welche man einige Stunden mit 1 Theile derſelben ſtehen läßt und dann abfiltrirt, wird durch Schütteln mit einem Körnchen Eiſenvitriol eine rothe, dann violette Färbung hervorgerufen und nach Kurzem ſcheidet ſich ein ſchön dunkel- violetter Niederſchlag ab.

Fructus Anisi. Anis.

Von Pimpinella Anisum. Die etwas über dem Grunde bis 3 mm Durchmeſſer erreichende, nach der Spitze zu ſtark verſchmälerte, bis gegen 5 mm lange Frucht iſt von matter, grünlichgrauer Farbe, von 10 geraden, glatten, etwas helleren Rippen durchzogen und mit Börſtchen dicht beſetzt. Geruch und Geſchmack in hohem Grade ge⸗ würzhaft.

Fructus Aurantii immaturi. Unreife Pomeranzen.

Die kugeligen, vor der Reife geſammelten, 5 bis 15 mm meſſenden, harten Früchte von Citrus vulgaris. Der durch ihre untere Hälfte horizontal geführte Querſchnitt zeigt dicht unter der matt graugrün⸗ lichen oder bräunlichen, grobkörnigen Oberfläche zahlreiche Oelräume und 10 oder 8, ſeltener 12, in der Mittelſäule zuſammentreffende Fächer. Die Früchte riechen und ſchmecken ſehr aromatiſch; die äußeren Schichten ſind überdies reich an Bitterſtoff.

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-Fructus Capsici. Spaniſcher Pfeffer.

Von Capsicum annuum (mit Einſchluß des Capsicum longum). Die kegelförmigen, 5 bis 10 em langen, am Grunde bis etwa 4 cm dicken, dünnwandigen Früchte von rother, gelbrother oder braunrother, glatter, glänzender Oberfläche. Sie ſind größtentheils hohl und ſchließen nur in ihrer unteren Hälfte zahlreiche, ſcheibenförmige, gelbliche Samen von ungefähr 5 mm Durchmeſſer ein. Von ſcharf brennendem Ge⸗ ſchmacke.

Fructus Cardamomi. Malabariſche Cardamomen.

Die gerundet dreikantigen, kahlen Fruchtkapſeln der Elettaria Cardamomum. Die hell gelblichgraue, 1 bis 2 em lange, ungefähr 1 em dicke Sorte muß gewählt werden. Jede der drei Klappen iſt von ungefähr einem Dutzend ſtarker Längsnerven durchzogen, die Kapſel durch ein 1 bis 2 mm langes, röhriges Schnäbelchen gekrönt. Dieſelbe ſchließt in 3 Verticalreihen gegen 20 braune, unregelmäßig kantige, runzelige Samen ein. Dieſen allein iſt der kräftige, milde campherartige Geruch und Geſchmack eigen.

Fructus Carvi. i Kümmel.

Die meift in ihre beiden Hälften getrennten braunen Früchte des Carum Carvi. Sie ſind faſt ſichelförmig, nach oben und nach unten verſchmälert, bis 5mm lang und I mm dick, in jedem der vier, von 5 hellen feinen Rippen eingefaßten Thälchen mit einem Oel⸗

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gange verſehen und außerdem 2 derſelben auf der Fugenfläche zeigend. Geruch und Geſchmack ſehr kräftig, eigenartig.

Fructus Coloeynthidis. Coloquinthen.

Die geſchälte, kugelige Frucht des Citrullus Coloeynthis. Das weiße, mürbe und lockere Fruchtgewebe von äußerſt bitterem Geſchmacke läßt ſich leicht in 3 Verticaltheile zerbrechen, welche die zahlreichen Samen bergen.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,3. Maximale Tagesgabe 1,0.

Tructus Foeniculi. Fenchel.

Die bis ungefähr 8 mm Länge und 3 mm Durchmeſſer erreichenden, bräunlichgrünen Sorten der Frucht von Foeniculum capillaceum. Zwiſchen den hellen Rippen, von denen die randſtändigen am ſtärkſten hervortreten, ſchimmern dunkle Oelgänge durch. Sehr gewöhnlich iſt die Frucht in die beiden Hälften zerfallen. Geruch und Geſchmack gewürzhaft und ſüß.

Fruetus Juniperi. Wacholderbeeren.

Der kugelige, beerenartige, bis 9 mm meſſende Fruchtſtand von Juniperus communis. Die ſchwarzbraune, glänzende Oberfläche iſt bläulich bereift, am Scheitel mit 3 Nähten, am Grunde mit 2 drei⸗ zähligen Wirteln brauner Blättchen verſehen. Das kräftig gewürzhaft

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und ſüß ſchmeckende Fruchtfleiſch ſchließt 3 aufrechte, harte, kantige Samen ein, welche einige Oelſchläuche tragen.

Fruetus Lauri. Lorbeeren.

Die länglich runden oder kugeligen, bis 15 mm meſſenden Beeren von Laurus nobilis. Das kaum 0,5 mm dicke, außen braun- ſchwarze, innen braune Fruchtgehäuſe iſt beinahe ausgefüllt von einem bräunlichen, leicht in die beiden Cotyledonen zerfallenden Samen⸗ kerne. Die Lorbeeren ſind ſehr aromatiſch, mit bitterem, etwas herbem Beigeſchmacke.

Fructus Papaveris immaturi. Unreife Mohnköpfe.

Die vor der Reife geſammelten und getrockneten Früchte von Papa ver somniferum. Von graugrünlicher Farbe und annähernd kugeliger Form, 3 bis 3,5 em meſſend, ohne die Samen 3 bis 4g ſchwer, gekrönt von der großen, flachen, mehrlappigen Narbenſcheibe, am Grunde wulſtig in den Stiel übergehend. Bei der Verwendung der Mohnkapſeln in geſchnittener Form ſind die Samen zu beſeitigen. Geſchmack bitter.

Fructus Phellandrii. Waſſerfenchel.

Die gewöhnlich nicht in ihre beiden Hälften zerfallene aus⸗ gereifte Frucht der Oenanthe Phellandrium. Jede der bis 16

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5 mm langen und 2 mm breiten Fruchthälften zeigt auf der hell⸗ gelblichen Fugenfläche 2 dunkle Oelgänge, eingefaßt von 2 holzigen Randrippen, auf der dunkelbraunen Rückenwölbung 3 ſchwächere Rippen und in jedem der 4 dazwiſchen liegenden ſchmalen Thälchen einen dunkleren Oelgang. Der Waſſerfenchel ſchmeckt ſcharf aromatiſch.

Fructus Rhamni catharticae. Kreuzdornbeeren.

Die kugeligen, gegen 1 em großen Früchte der Rhamnus cathartica, am Grunde geſtützt von einer gegen 3 mm Durch meſſer erreichenden achtſtrahligen Kelchſcheibe. Das glänzend ſchwarze Fruchtfleiſch ſchließt 4 holzige, einſamige Fächer ein. In friſchem Zuſtande liefern die Früchte einen violettgrünen Saft von ſauerer Reaction und ſüßlichem, dann widerlich bitterem Geſchmacke. Durch Alkalien wird der Saft grünlichgelb, durch Säuren roth.

Fructus Vanillae. Vanille.

Die nicht ausgereifte Frucht der Vanilla planifolia. Tief längsfurchige, nicht geöffnete Schoten von 2 bis 3 dm Länge und höchſtens L em Dicke, am unteren Ende in den gekrümmten Stiel verſchmälert. Die glänzend ſchwarzbraune Oberfläche iſt häufig mit weißen Kryſtällchen beſetzt; in das ſehr wohlriechende, ſchwarze, ſchmierige Fruchtmus find zahlloſe, höchstens 0,25 mm meſſende Samen eingebettet. a

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Fungus chirurgorum. Wundſchwamm.

Die weichſte, lockerſte Gewebsſchicht, welche ſich aus dem Hute des Polyporus fomentarius als zuſammenhängender, ſchön brauner Lappen herausſchneiden läßt. Der Wundſchwamm, welcher ſich unter dem Mikroskope als aus lauter Fadenzellen beſtehend erweiſt, muß raſch das doppelte Gewicht Waſſer aufſaugen. Preßt man das; ſelbe ab und dampft es ein, ſo darf es keinen erheblichen Rückſtand hinterlaſſen. Der als Feuerſchwamm oder Zunder durch Tränkung mit der Auflöſung von Salpeter und anderen Salzen zubereitete Pilz iſt zu verwerfen.

Galbanum. Galbanum.

Das Gummiharz nordperſiſcher Ferula- (Peucedanum-) Arten, ſehr wahrſcheinlich Ferula galbaniflua und Ferula rubricaulis. Es bildet entweder loſe oder häufiger zuſammenklebende Körner von bräunlicher oder gelblicher, oft etwas grünlicher Färbung, welche ſelbſt auf dem friſchen Bruche nicht weiß erſcheint, oder aber eine ziemlich gleichartige braune, leicht erweichende Maſſe. Der Geruch des Galbanum iſt ſehr aromatiſch, der Geſchmack zugleich bitter, ohne eigentliche Schärfe. Uebergießt man dasſelbe mit dem 3 fachen Gewichte Waſſer, ſo wird letzteres nach Zuſatz eines Tropfens Ammoniak bläulich fluorescirend. Salzſäure, welche man eine Stunde lang über Galbanum ſtehen läßt, nimmt eine ſchön rothe Farbe an, welche vorübergehend dunkelviolett wird, wenn man allmälig Weingeiſt zuſetzt und auf 60° erwärmt.

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Zum pharmaceutiſchen Gebrauche laſſe man es in der kalten Jahreszeit hart werden, pulvere es und befreie es vermittelſt eines Siebes von den Unreinigkeiten.

Gallae. Galläpfel.

Durch die Gallwespe auf den jungen Trieben der orientaliſchen Form von Quercus lusitanica hervorgerufene Auswüchſe von höchſtens 25 mm Durchmeſſer. Die obere Hälfte der kugeligen oder birnförmigen Oberfläche iſt höckerig und faltig, in der unteren Hälfte liegt, häufiger bei den leichteren gelblichen als bei den ſchweren graugrünlichen Gallen, das 3mm weite Flugloch, wenn die Gallen durchbohrt ſind. Das innere, ſehr dichte Gewebe iſt weißlich bis braun.

Gelatina Carrageen. Irländiſch⸗Moos⸗Gallerte.

Ein Theil irländiſchen Mooſe ss. 1 wird mit R% AAA ĩðù 40

eine halbe Stunde im Dampfbade ſtehen gelaſſen, dann

colirt und ſchwach gepreßt. Der Colatur werden Ne e ana 2

zugefügt und dieſelbe unter Rühren ſo weit abgedampft,

daß nach Entfernung des Schaumes

Dieſe Gallerte werde nur auf Verordnung bereitet.

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Gelatina Lichenis islandici. Isländiſch⸗Moos⸗Gallerte.

Drei Theile isländiſchen Mooſemsssssss . 3 werden mit Hundert Theilen Waſſenrnrnrnrnrn 100

eine halbe Stunde unter öfterem Umrühren im Dampf- bade ſtehen gelaſſen, dann colirt und ſchwach gepreßt. Der Colatur werden Drei Theile ,. ee eier ee 3 zugefügt und dieſelbe unter Rühren jo weit eingedampft, daß nach Entfernung des Schaumes

Dieſe Gallerte werde nur auf Verordnung bereitet.

Glandulae Lupuli. Hopfendrüſen.

Die Drüſen des Fruchtſtandes von Humulus Lupulus. Ein gröbliches, ungleiches, im Anfange klebendes Pulver von braungelber Farbe. Neben den Drüſen dürfen ſich unter dem Mikroſkope, außer einer geringen Menge der unvermeidlichen Trümmer der Hopfenpflanze, keine Beimengungen zeigen; die beim Verbrennen zurückbleibende Aſche muß weniger als 10 Procent betragen. Erſchöpft man die Hopfen⸗ drüſen mit Aether, fo fol der Rückſtand nicht über 30 Procent be- tragen; der Aether, in gelinder Wärme abgedunſtet, hinterläßt ein braunes, weiches Extract, welches in hohem Grade das Aroma des Hopfens darbietet.

Vor Licht geſchützt nicht über ein Jahr aufzubewahren.

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Glycerinum. Glycerin.

Klare, farbloſe und geruchloſe, ſüße, neutrale, ſyrupartige Flüſſig⸗ keit, welche in jedem Verhältniſſe in Waſſer, Weingeiſt und Aether⸗ weingeiſt, nicht aber in Aether, Chloroform und fetten Oelen löslich iſt. Spec. Gewicht 1,225 bis 1,235.

Mit 5 Theilen Waſſer verdünnt, werde das Glycerin weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium verändert, ebenſowenig durch Silbernitrat, Baryumnitrat, Ammoniumopalat oder Calciumchlorid getrübt.

In offener Schale bis zum Sieden erhitzt, dann angezündet, ver⸗ brenne es ohne Rückſtand. Auf eine ammoniakaliſche Löſung von Silbernitrat wirke es bei gewöhnlicher Temperatur binnen einer Viertel- ſtunde nicht reducirend. Mit dem gleichen Volumen Natronlauge er- wärmt, darf es ſich weder färben noch Ammoniak entwickeln und mit verdünnter Schwefelſäure gelinde erwärmt, keinen unangenehmen, ranzigen Geruch geben.

Gossypium depuratum. Gereinigte Baumwolle.

Die Haare der Samen von Gossypium herbaceum, G. arboreum und anderen Arten.

Die Baumwolle ſei weiß, von Beimengungen vollſtändig und von Fett faſt frei.

Sie darf nicht mehr als 0,6 bis 0,8 Procent Aſche hinterlaſſen, be⸗ feuchtetes Lakmuspapier nicht verändern und muß in Waſſer ſofort unterſinken.

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Gummi arabicum. Arabiſches Gummi.

Hauptſächlich von Acacia Senegal (Acacia Verek), aus den Ländern des oberen Nilgebietes. Die wenig gefärbten Sorten, welche leicht in klare, riſſige Splitter brechen, ſind vorzuziehen. Das Gummi muß ſich zwar langſam, aber vollſtändig im doppelten Ge⸗ wichte Waſſer zu einem klebenden, geruchloſen, ſchwach gelblichen Schleime von fadem Geſchmacke auflöſen. Der Gummiſchleim iſt mit Bleiacetat ohne Trübung in jedem Verhältniſſe miſchbar, wird aber durch Weingeiſt gefällt und durch Eiſenchloridlöſung zu einer ſteifen Gallerte verdickt. In einer Gummiauflöſung, ſelbſt wenn in 5000 Theilen derſelben nur noch 1 Theil Gummi enthalten iſt, entſteht Kal Zuſatz von Bleieſſig ein Niederſchlag.

Gutti. Gummigutt.

Das Gummiharz der Garcinia Morella. Bis gegen 7 cm dicke, walzenförmige oder verbogene und zuſammengefloſſene Klumpen von grünlichgelber Farbe, welche leicht in gelbrothe, flachmuſchelige, undurchſichtige Splitter brechen. 1 Theil Gutti mit 2 Theilen Waſſer zerrieben, giebt eine ſchön gelbe Emulſion von brennendem Geſchmacke, welche ſich mit 1 Theil Ammoniak klärt und feurig rothe, dann braune Farbe zeigt; neutraliſirt man das Ammoniak, ſo ſcheiden ſich gelbe Flocken ab, und die Flüſſigkeit entfärbt ſich.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,3. Maximale Tagesgabe 1,0.

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Herba Absinthii. Wermut.

Blätter und blühende Spitzen der wild wachſenden oder culti⸗ virten Artemisia Absinthium. Die bodenſtändigen, dreieckig⸗ rundlichen, langgeſtielten Blätter ſind dreifach gefiedert, die letzten Abſchnitte zungenförmig oder dreitheilig bis fünftheilig. Die mittleren Stengelblätter ſind doppelt gefiedert, die oberen Deckblätter des reich verzweigten, rispigen Blüthenſtandes ungetheilt lanzettlich. Aus den Blattwinkeln desſelben neigen ſich einzeln die beinahe kugeligen, 3 mm meſſenden Blüthenkörbchen nach außen; ſie enthalten zahlreiche gelbe, drüſige Röhrenblüthen. Blätter und Stengel ſind, beſonders bei dem wildwachſenden Wermut, mit weichhaarigem Filze bedeckt, in welchem zahlreiche Oeldrüſen verſteckt ſind. Geruch ſehr aromatiſch, Geſchmack zugleich ſtark bitter.

Herba Cannabis indicae. Indiſcher Hanf.

Die im Norden Indiens unter dem Namen Bhang zu Anfaug der Fruchtreife geſammelten Zweigſpitzen der weiblichen Stengel von Cannabis sativa oder die davon abgeſtreiften warzig⸗rauhhaarigen Blätter. Die ſchmal lanzettlichen, ſägezähnigen Theilblättchen ſind entweder zerbrochen oder bilden mit der verblühten Aehre verklebt einen dichten Knäuel. Die holzigen Stengel und die eiförmigen, gekielten, bis 5 mm erreichenden Früchte dürfen nur in geringer Menge vor⸗ handen ſein. Der indiſche Hanf muß mehr grün als braun ausſehen, kräftig und eigenthümlich aromatiſch riechen und unter Vergrößerung betrachtet, zahlreiche Oeldrüſen zeigen. Geſchmack unbedeutend.

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Herba Cardui benedieti. Cardobenedictenkraut. Die Blätter und blühenden Zweige des Cnieus benedictus (Carbenia benedicta). Die beinahe fußlangen, bodenſtändigen Blätter buchtig fiedertheilig mit rundlichen, ſtacheligen Sägezähnen und ge⸗ flügeltem Stiele. Die großen einzelnen Blüthenköpfchen von breit eiförmigen, ſcharf zugeſpitzten, ſpinnwebig behaarten Deckblättern um⸗ hüllt und in den derb ſtacheligen Hüllkelch eingeſchloſſen. Die Köpfchen enthalten gelbe, röhrenförmige Zwitterblüthen. Von bitterem Ge⸗ ſchmacke.

Herba Centaurii. Tauſendgüldenkraut.

Die zur Blüthezeit geſammelten oberirdiſchen Theile der Ery- thraea Centaurium. Die bis über 2 dm Länge und 2 mm Dicke erreichenden kantigen Stengel ſind doldenartig verzweigt; die 5 rothen Lappen der Blumenkrone ſchließen nach dem Trocknen zuſammen. Die ſitzenden, ganzrandigen Blätter ſind paarweiſe gegenſtändig, am Grunde des Stengels bis 4 cm lang und gegen 2 em breit, an den oberen Theilen des Stengels kleiner und ſpitzer, die ganze Pflanze kahl. Von bitterem Geſchmacke.

Herba Cochleariae. Löffelkraut.

Das zur Blüthezeit geſammelte Kraut der Cochlearia offi- einalis, ſowie auch die ſehr lang geſtielten Blätter der noch nicht zur Blüthe gelangten Pflanzen. Die Blätter der letzteren ſind 2 bis 3 em breit, eiförmig oder herzförmig, ſtumpf, die oberen Stengel- blättchen ſpitz⸗eiförmig, mit 1 bis 3 Sägezähnen am Rande jeder

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Blatthälfte, mit tiefherzförmigem Grunde den Stengel umfaſſend. Die weißen Blüthen zeigen den der Familie der Cruciferen eigenen Bau; die Schötchen, kaum 0,5 em lang, enthalten in jedem der beiden Fächer 4 rothbraune Samen und werden von 1 bis 2 em langen, dünnen Stielchen getragen.

Das Löffelkraut riecht beim Zerquetſchen ſcharf, ſenfartig und ſchmeckt ſcharf und ſalzig; beim Trocknen verliert es Geruch und Geſchmack.

Herba Conii. Schierling.

Blätter und blühende Spitzen des Conium maculatum. Die bodenſtändigen Blätter, von breit eiförmigem Umriſſe, über 2 dm lang, von einem ungefähr gleich langen, hohlen Stiele getragen, ſind dreifach gefiedert, die letzten ſchmalen Theilungen und Sägezähne abgerundet und in ein ſehr kurzes, trockenhäutiges Spitzchen ausgezogen. Dieſes zeichnet auch die Abſchnitte der ſtengelſtändigen, weit kleineren und weniger reich gefiederten Blätter aus. Stengel und Blätter find matt- grün, völlig kahl; fie riechen, beſonders beim Zerreiben mit Natron⸗ lauge, unangenehm nach Coniin und ſchmecken widerlich ſalzig, bitter⸗ lich und ſcharf.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,3. Maximale Tagesgabe 2,0.

Herba Hyoscyami. Bilſenkraut. Blätter und blühende Stengel des Hyoscyamus niger. Die grundſtändigen Blätter höchſtens 3 dm lang und bis 1 dm breit,

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länglich eiförmig, in den Blattſtiel auslaufend, am Rande auf beiden Hälften mit 3 bis 6 großen Kerbzähnen. Die ſtengelſtändigen Blätter kleiner, ſitzend, die oberſten auf beiden Blatthälften nur einen Zahn tragend. Die anſehnliche, zarte, blaßgelbliche, violett geaderte Blumen- krone iſt fünflappig, die trockenhäutige, zweifächerige Fruchtkapſel öffnet ſich mit einem ringsum abſpringenden Deckel. Stengel und Blatt⸗ nerven der unteren Fläche ſind reichlicher mit weichen Haaren beſetzt, als die oft beinahe kahle Blattſpreite. Geruch und Geſchmack des Bilſenkrautes ſind nach dem Trocknen nicht bedeutend. Zum Extracte werden die oberirdiſchen Theile der blühenden Pflanze verwendet. Vorſichtig aufzubewahren. Maximale Einzelgabe 0,3. Maximale Tagesgabe 1,5.

Herba Lobeliae. Lobelienkraut.

Die zur Blüthezeit geſchnittene Lobelia inflata, getrocknet und gewöhnlich in Backſteinform gepreßt. Die ungeſtielten, eiförmigen, etwas gekerbten Blätter ſind am Rande mit Drüſen und Börſtchen beſetzt, mehr noch die Stengel. Die weißlichen, zweilippigen Blüthen werden von einem ſpitz eiförmigen Deckblättchen überragt; die dünn⸗ wandige, von dem fünftheiligen Kelche gekrönte, bauchige Kapſel ent⸗ hält in ihren 2 Fächern ſehr zahlreiche, braune, kaum 0,5 mm große Samen. Dieſelben beſitzen noch mehr als das Kraut einen unange- nehmen, ſcharfen und kratzenden Geſchmack.

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Herba Meliloti. Steinklee.

Blätter und blühende Zweige von Melilotus officinalis und Melilotus altissimus. Die ungefähr 1 em langen Blattſtiele tragen 2 einander gegenüberſitzende Blättchen und ein oft etwas längeres, geſtieltes Endblättchen, alle drei geſtutzt lanzettlich, ſpitz gezähnt, bis gegen 4 em lang. Die zahlreichen gelben Schmetterlingsblüthen in geſtreckten Trauben einſeitig herabhängend, die kleinen, einſamigen bis dreiſamigen, runzeligen Früchte kahl und braun bei Melilotus offi- einalis, ſchwärzlich behaart und deutlicher zugeſpitzt bei Melilotus altissimus. Von kräftigem Wohlgeruche.

Herba Serpylli. Quendel.

Die beblätterten, blühenden, 1 mm ſtarken Zweige des Thymus Serpyllum. Die rundlich eiförmigen bis ſchmal lanzettlichen, drüfen- reichen Blätter, höchſtens 1 em lang und 7 mm breit, verſchmälern ſich in das bis 3 mm lange Blattſtielchen. Die Scheinquirle der kleinen, weißlichen oder purpurnen Lippenblüthen ſtehen ſehr zahlreich in endſtändigen Köpfchen. Der Quendel riecht und ſchmeckt ſehr ge⸗ würzhaft.

Herba Thy mi. Thymian.

Die beblätterten, blühenden Zweige des wildwachſenden oder cultivirten Thymus vulgaris. Die dicklichen, bis 9 mm langen, höchſtens 3 mm breiten Blätter find ſitzend oder kurz geſtielt, am Rande umgerollt und faſt ſtumpf nadelförmig, mit großen Oeldrüſen

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verſehen, mehr oder weniger behaart. Der borſtige, drüſenreiche Kelch wird von der blaßröthlichen, zweilippigen Blumenkrone überragt. Von ſehr gewürzhaftem Geruche und Geſchmacke.

Herba Violae trieoloris. Stiefmütterchen.

Das blühende Kraut mit hohlem, kantigem Stengel der wild wachſenden Viola tricolor. Derſelbe iſt bis in die Mitte beſetzt mit langgeſtielten, breiten, am Rande ausgeſchweiften Blättern; die oberen Blätter mehr geſägt, kürzer geſtielt, die ſehr anſehnlichen Nebenblätter leierförmig fiederſpaltig, mit oft ſehr großem Endlappen. Die bis über 5 em langen, oben gekrümmten Blüthenſtiele tragen eine ungleich fünfblätterige, geſpornte, faſt lippenförmige Blume von blaß violetter oder mehr weißlich gelber Farbe.

Hirudines. Blutegel.

Der deutſche Blutegel, Sanguisuga medicinalis, trägt auf dem Rücken auf gewöhnlich grünem Grunde 6 ſchwarz gefleckte, rothe Längsbinden; die hellere, gelbgrüne Bauchfläche iſt ſchwarz gefleckt. Der ungariſche Egel, Sanguisuga officinalis, zeigt auf dem Rücken 6 breitere, durch ſchwarze Punkte oder oft umfangreichere ſchwarze Stellen unterbrochene gelbe Längsbinden; die hellgrüne, ſchwarz eingefaßte Bauchfläche nicht gefleckt. Das Gewicht der Egel ſoll zwiſchen lg und 5 g betragen.

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Hydrargyrum. Queckſilber. Flüſſiges, beim Erhitzen flüchtiges Metall. Spec. Gewicht 13,57.

Hydrargyrum bichloratum. Queckſilberchlorid.

Weiße, durchſcheinende, ſtrahlig kryſtalliniſche Stücke, beim Zer⸗ reiben ein weißes Pulver gebend, beim Erhitzen im Probirrohre ſchmelzend und ſich verflüchtigend. Spec. Gewicht 5,3.

Es löſt ſich in 16 Theilen kalten und 3 Theilen ſiedenden Waſſers, in 3 Theilen Weingeiſt und 4 Theilen Aether. Die wäſſerige Löſung reagirt ſauer und wird bei Zuſatz von Kochſalz neutral. Die mit Salpeterſäure angeſäuerte wäſſerige Löſung wird durch Silbernitrat weiß, durch Schwefelwaſſerſtoff im Ueberſchuſſe ſchwarz gefällt.

Nachdem das Queckſilber aus der wäſſerigen Löſung durch Schwefelwaſſerſtoff gefällt worden iſt, darf das farbloſe Filtrat bei dem Verdunſten keinen Rückſtand hinterlaſſen. Wird das ſo erhaltene Schwefelqueckſilber mit verdünntem Ammoniak geſchüttelt, ſo gebe das Filtrat nach dem Anſäuern und Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoff⸗ waſſer keine Abſcheidung von Schwefelarſen.

Sehr vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,1.

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Hydrargyrum bijodatum.

Queckſilberjodid.

Vier Theile Queckſilberchlo d 3111 4 werden in

Achtzig Theilen BE AN EEE Sur 80 gelöft; ebenſo

Fünf Theile Ralluniobib.n sent sera. 5 in

LT EA 1 3.1) BE BR I RER 15.

Die klaren Löſungen werden unter Umrühren vermifcht, der ent- ſtandene Niederſchlag abfiltrirt, mit Waſſer ausgewaſchen und bei 100° getrocknet.

Scharlachrothes Pulver, beim Erhitzen in der Glasröhre gelb wer- dend, ſchmelzend, dann flüchtig; in 130 Theilen kalten und 20 Theilen ſiedenden Weingeiſtes, kaum in Waſſer löslich.

Die erkaltete weingeiſtige Löſung ſei farblos, reagire nicht ſauer und werde durch Ammoniak nur braun gefärbt, nicht getrübt. Mit Queckſilberjodid geſchütteltes Waſſer darf weder durch Schwefelwaſſerſtoff⸗ waſſer, noch durch Silbernitrat verändert werden.

Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,1.

Hydrargyrum chloratum. Queckſilberchlorür.

Durch Sublimation bereitete, ſtrahlig⸗kryſtalliniſche Stücke von 7,0 ſpec. Gewicht, ein gelbliches, bei 100 facher Vergrößerung deutlich

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kryſtalliniſches Pulver gebend. In Waſſer und Weingeiſt iſt es unlöslich, beim Erhitzen im Probirrohre, ohne zu ſchmelzen, flüchtig.

Mit Natronlauge erwärmt, ſchwärze ſich das Queckſilberchlorür ohne Entwickelung von Ammoniak. Angefeuchtet und auf blankes Eiſen gelegt, darf es auf demſelben binnen einer Minute keinen dunkeln Fleck hervorrufen.

Vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Hydrargyrum chloratum vapore paratum. Durch Dampf bereitetes Queckſilberchlorür.

Durch ſchnelles Erkalten des Queckſilberchlorürdampfes gewonnenes, weißes, nach ſtarkem Reiben gelbliches Pulver, welches bei 100 facher Vergrößerung deutliche Kryſtällchen zeigt; in Waſſer und Weingeiſt unlöslich, beim Erhitzen im Probirrohre, ohne zu ſchmelzen, flüchtig.

Mit Natronlauge erwärmt, ſchwärze ſich das Salz ohne Entwickelung von Ammoniak. Angefeuchtet auf blankes Eiſen gelegt, darf es auf demſelben binnen einer Minute keinen dunkeln Fleck erzeugen.

Vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Hydrargyrum eyanatum. Queckſilbercyanid.

Farbloſe, durchſcheinende, ſäulenförmige Kryſtalle, welche ſich in 12,8 Theilen kalten, in 3 Theilen ſiedenden Waſſers und in 14,5 Theilen Weingeiſt löſen, in Aether aber ſchwer löslich ſind.

Mit gleich viel Jod in einer Glasröhre ſchwach erhitzt, giebt das Queckſilbercyanid zuerſt ein gelbes, ſpäter roth werdendes und darüber ein weißes, aus nadelförmigen Kryſtallen beſtehendes Sublimat.

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Die wäſſerige, neutrale Löſung (1 = 20) darf, ſchwach mit Sal— peterſäure angeſäuert und mit einigen Tropfen Silbernitratlöſung verſetzt, keinen Niederſchlag geben. Auf Platinblech vorſichtig erhitzt, ſei es ohne Rückſtand flüchtig.

Sehr vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,1.

Hydrargyrum jodatum.

Queckſilberjodür. Acht Theile gereinigten Queckſil bers 8 Fünf Theile Jod J ĩ 8 5.

Das Jod werde allmälig unter Beſprengung mit einigen Tropfen Weingeiſt mit dem Queckſilber zuſammengerieben, bis keine Queck⸗ ſilberkügelchen mehr bemerkbar ſind und das Pulver eine gleichmäßige, grünlichgelbe Farbe zeigt. Alsdann wird dasſelbe mit Weingeiſt aus⸗ gewaſchen und bei Lichtabſchluß getrocknet.

Grünlichgelbes, amorphes Pulver, ſpec. Gewicht 7,6, ſehr wenig löslich in Waſſer, unlöslich in Weingeiſt und Aether. Mit Schwefel⸗ ſäure und Braunſtein erwärmt, entwickelt es reichlich Joddämpfe. Es ſei in der Wärme flüchtig und gebe, mit 20 Theilen Weingeiſt geſchüttelt, ein Filtrat, welches durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer kaum verändert wird.

Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,2.

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Hydrargyrum oxydatum. Queckſilberoxyd.

Rothes, kryſtalliniſches Pulver von 11,0 ſpec. Gewicht; fein zer⸗ rieben, matt gelblichroth. In Waſſer iſt es unlöslich, leicht löslich in verdünnter Salzſäure oder Salpeterſäure, beim Erhitzen im Probir⸗ rohre unter Abſcheidung von Queckſilber flüchtig.

Mit Oxalſäurelöſung (1 12) geſchüttelt, gebe es kein weißes Salz. 1g mit 5 cem Waſſer und 5 cem Schwefelſäure gemiſcht, nach dem Erkalten mit 1 cem Ferroſulfatlöſung überſchichtet, gebe an der Be⸗ rührungsſtelle keine braune Zone.

Die mit Hülfe von Salpeterſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (1100) ſei klar und werde durch Silbernitrat nur opaliſirend getrübt. .

Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,1.

Hydrargyrum oxydatum via humida paratum. Gelbes Queckſilberoxyd.

Zwei Theile Queckſilberchlorildd . 2 werden in

Zwanzig Theilen warmen Waſſer ss. 20 gelöſt und in eine kalte Miſchung von

Sechs Thellen Naters lauge 6 mit

Dehn Theilen SER Rn es 2 10 unter Umrühren langſam eingegoffen; die Wärme der Miſchung überſteige nicht 30 0.

Der Niederſchlag werde geſammelt, mit warmem Waſſer aus- gewaſchen und bei 30 5 getrocknet.

Gelbes, amorphes Pulver, von 11,0 ſpec. Gewicht, in Waſſer unlöslich, leicht löslich in verdünnter Salzſäure oder Salpeterſäure, beim Erhitzen im Probirrohre unter Abſcheidung von Queckſilber flüchtig.

Mit Oxalſäurelöſung (1 12) geſchüttelt, liefere es weißes Oxalat. Die mit Hülfe von Salpeterſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (1 = 100) ſei klar und werde durch Silbernitrat nur opaliſirend getrübt.

Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,1.

Hydrargyrum praeeipitatum album. Weißer Queckſilberpräcipitat.

Zwei Theile neckfilberchlor re IT. 2 werden in

Vierzig Theilen warmen Waſſ ers 40 gelöſt und nach dem Erkalten unter Umrühren langſam

Theile Annes ru nee. 3

oder ſo viel zugegoſſen, daß dasſelbe wenig vorwalte. Der Niederſchlag wird auf einem Filter geſammelt und nach dem Ablaufen des Flüſſigen mit %% ⁵²²mm e nee 18 ausgewaſchen und, vor Licht geſchützt, bei 30° getrocknet. 18*

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Weiße Maſſe oder amorphes Pulver, unlöslich in Waſſer, leicht löslich in erwärmter Salpeterſäure. Wird es mit Natronlauge erw wärmt, ſo ſcheidet ſich, unter Entwickelung von Ammoniak, gelbes Queckſilberoxyd ab.

Beim Erhitzen im Probirrohre iſt der weiße Präcipitat, ohne zu ſchmelzen, unter Zerſetzung flüchtig. Mit gleichviel Waſſer verdünnte Salpeterſäure löſe ihn beim Erwärmen auf; an Waſſer oder Weingeiſt darf er nichts abgeben.

Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.

Infusa. Aufgüſſe.

Bei Aufgüſſen, für welche die Menge der anzuwendenden Subſtanz nicht vorgeſchrieben iſt, wird auf 10 Theile Colatur 1 Theil Subſtanz genommen.

Bei Arzneikörpern, für welche eine Maximaldoſe feſtgeſetzt iſt, muß die Menge derſelben vom Arzte angegeben ſein.

Zur Herſtellung eines Aufguſſes wird die Subſtanz in einem ge⸗ eigneten Gefäße mit heißem Waſſer übergoſſen „dieſe Miſchung unter bisweiligem Umrühren 5 Minuten den Dämpfen des ſiedenden Waſſer⸗ bades ausgeſetzt und die Flüſſigkett nach dem Erkalten durch Coliren abgeſchieden.

Infusum Sennae compositum. Wiener Trank.

Fünf Theile zerſchnittener Sennes blätter 5 werden mit Dreißig Theilen heißen Waſſerr s 30

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übergoffen und 5 Minuten im Dampfbade erwärmt. In der nach dem Erkalten colirten Flüſſigkeit werden

Fünf Theile Kaliumnatriumtar tra 5 un

Zehn Theile gewöhnlicher Manna. 10 gelöſt.

Die erhaltene Flüſſigkeitsmenge betrage nach dem Abſetzen und Co- liren 40 Theile.

Jodoformium. Jodoform.

Kleine, glänzende, hexagonale, fettig anzufühlende Blättchen oder Tafeln von citronengelber Farbe, von durchdringendem, etwas ſafran⸗ artigem Geruche. Sie ſchmelzen bei nahezu 120°, find mit den Dämpfen des ſiedenden Waſſers flüchtig, faſt unlöslich in Waſſer, löslich in 50 Theilen kalten und ungefähr 10 Theilen ſiedenden Weingeiſtes und in 5,2 Theilen Aether.

Erhitzt ſei es flüchtig und liefere mit Waſſer geſchüttelt ein Filtrat, welches weder durch Silbernitrat noch durch Baryumnitrat verändert werde.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,2. Maximale Tagesgabe 1,0.

Jodum. Jod.

Schwarzgraue, metalliſch glänzende, kryſtalliniſche, trockene, rhom⸗ biſche Tafeln oder Blättchen von eigenthümlichem Geruche, welche beim

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Erhitzen violette Dämpfe bilden, Stärkelöſung blau färben, in etwa 5000 Theilen Waſſer, in 10 Theilen Weingeiſt mit brauner Farbe löslich ſind. Von Aether und Kaliumjodidlöſung wird es mit brauner, von Chloroform und Benzol mit violetter Farbe reichlich gelöſt.

Es muß in der Wärme flüchtig ſein.

Werden 0,5 g Jod mit 20 cem Waſſer geſchüttelt, ein Theil des

Filtrats mit Natriumſulfitlöſung bis zur Entfärbung, dann mit einem

Körnchen Ferroſulfat, einem Tropfen Eiſenchloridlöſung und etwas Natronlauge verſetzt und gelinde erwärmt, ſo darf ſich die Flüſſigkeit auf Zuſatz von überſchüſſiger Salzſäure nicht blau färben. Ein anderer Theil der entfärbten Löſung gebe, mit überſchüſſigem Ammoniak verſetzt und mit Silbernitrat ausgefällt, nach Trennung des Jodſilbers ein Filtrat, das nach dem Ueberfättigen mit Salpeterſäure nur eine Trübung, aber keinen Niederſchlag bilde.

0, g Jod mit 0,5 g Kaliumjodid in 50 cem Waſſer gelöſt und mit Stärkelöſung vermiſcht, müſſen 15,5 bis 15,7 cem Zehntel-Nor⸗ malnatriumthioſulfatlöſung zur Entfärbung gebrauchen.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,05. Maximale Tagesgabe 0,2.

Kali causticum fusum. Kaliumhydroxyd.

Trockene, weiße, ſchwer zerbrechliche, ſehr ätzende, an der Luft feucht werdende Stücke oder cylindriſche Stäbchen, welche auf der Bruchfläche ein kryſtalliniſches Gefüge zeigen. Seine wäſſerige Löſung

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mit Weinſäure überſättigt, giebt einen weißen, kryſtalliniſchen Nieder⸗ ſchlag.

Wird es in der doppelten Menge Waſſer gelöſt und mit der 4fachen Menge Weingeiſt gemiſcht, ſo darf ſich nach einigem Stehen nur ein ſehr geringer Bodenſatz bilden. Dieſelbe Löſung mit der 15 fachen Menge Kalkwaſſer gekocht, muß ein Filtrat geben, welches, in überſchüſſige Salpeterſäure gegoſſen, nicht aufbrauſen darf. 2 Vo⸗ lumen der mit verdünnter Schwefelſäure hergeſtellten Löſung (1 = 20) dürfen nach Zuſatz von 1 Volumen Schwefelſäure und 2 Volumen Ferroſulfatlöſung keine braune Zone zeigen.

1g Kaliumhydroxyd, in 100 com Waſſer gelöſt und mit Salpeter- ſäure überſättigt, darf mit 4 Tropfen Baryumnitrat und mit 4 Tropfen Silbernitrat erſt nach 2 Minuten eine Trübung geben.

Vorſichtig aufzubewahren.

Kalium aceticum. Kaliumacetat.

Weißes, etwas glänzendes, ſchwach alkaliſches, an der Luft ſchnell zerfließendes, in 0,36 Theilen Waſſer und in 1,4 Theilen Weingeiſt lösliches Salz.

Die wäſſerige Löſung wird auf Zuſatz von Eiſenchlorid dunkelroth gefärbt und giebt mit überſchüſſiger Weinſäure einen weißen, kryſtalli⸗ niſchen Niederſchlag.

Die wäſſerige Löſung (1 20) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium, noch nach Zuſatz von ver⸗ dünnter Salpeterſäure durch Baryumnitrat verändert, noch durch Silber⸗ nitrat mehr als opaliſirend getrübt werden.

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Kalium bicarbonicum. Kaliumbicarbonat.

Farbloſe, durchſcheinende, in 4 Theilen Waſſer langſam lösliche, in Weingeiſt unlösliche, alkaliſch reagirende Kryſtalle, welche mit Säuren aufbrauſen, und deren wäſſerige Löſung mit überſchüſſiger Weinſäure einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag giebt.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit Eſſigſäure überfättigt, darf weder durch Baryumnitrat, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer ver- ändert, noch nach Zuſatz von Salpeterſäure durch Silbernitrat mehr als opaliſirend getrübt werden.

Läßt man 5 g Kaliumbicarbonat 10 Minuten mit 5 cem kalten Waſſers in Berührung, ſo darf die abgegoſſene Löſung nach Verdün— nung mit 45 cem Waſſer auf Zuſatz von 2 Tropfen Queckſilber⸗ chloridlöſung keinen rothbraunen Niederſchlag geben.

Kalium bichromicum. Kaliumbichromat. Große, dunkelgelbrothe Kryſtalle, in 10 Theilen Waſſer löslich, beim Erhitzen zu einer braunrothen Flüſſigkeit ſchmelzend. Die wäſſerige Löſung (1 - 20), welche ſauere Reaction beſitzt, färbt ſich beim Erhitzen mit dem gleichen Volumen Weingeiſt unter Zuſatz von Salzſäure grün.

Vorſichtig aufzubewahren.

Kalium bromatum. Kaliumbromid. Weiße, würfelförmige, glänzende, luftbeſtändige, in 2 Theilen Waſſer oder 200 Theilen Weingeiſt lösliche Kryſtalle. Die wäſſerige Löſung,

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mit wenig Chlorwaſſer verſetzt und mit Aether oder Chloroform geſchüttelt, färbt letztere rothgelb; mit überſchüſſiger Weinſäure ver⸗ miſcht, giebt ſie nach einigem Stehen einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag.

Am Oehre des Platindrahtes muß das Salz vom Beginne an die Flamme violett färben. Zerriebenes Kaliumbromid, auf weißem Porzellan ausgebreitet, darf ſich nicht ſofort gelb färben, wenn ein Tropfen verdünnter Schwefelſäure dazu gebracht wird. Einige Bruchſtücke des ſelben, auf befeuchtetes rothes Lakmuspapier gelegt, dürfen die berührten Stellen nicht ſogleich violettblau färben. Die Löſung von 1g des Salzes in 10 cem Waſſer färbe, nach Zuſatz von einigen Tropfen Eiſenchloridlöſung, hinzugefügtes Chloroform nicht violett. 20 g der Löſung (1 = 20) mit 4 Tropfen Baryumnitratlöſung vermiſcht, dürfen nicht getrübt werden.

10 cem einer wäſſerigen Löſung, welche 3 g des ſcharf getrockneten Salzes in 100 cem Waſſer enthält, dürfen, nach Zuſatz von einigen Tropfen Kaliumchromatlöſung, bis zur bleibenden Röthung nicht mehr als 25,6 cem der Zehntel-Normalſilberlöſung verbrauchen.

Kalium carbonicum. Kaliumcarbonat.

Weißes, in gleichviel Waſſer klar lösliches, alkaliſch reagirendes Pulver, in 100 Theilen mindeſtens 95 Theile Kaliumcarbonat ent⸗ haltend. Die wäſſerige Löſung, mit Weinſäure überſättigt, läßt unter Aufbrauſen einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag fallen.

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Das Salz gebe am Oehre des Platindrahtes in der Flamme die charakteriſtiſche violette, keine andauernd gelbe Färbung.

Die wäſſerige Löſung (1 20) darf weder durch Schwefel- ammonium, noch durch Ammoniumcarbonat verändert werden und muß mit überſchüſſigem Silbernitrat einen rein weißen Niederſchlag geben, welcher bei gelindem Erwärmen nicht dunkel gefärbt werden darf; mit wenig Ferroſulfat und Eiſenchloridlöſung gemiſcht und gelinde erwärmt, darf ſie ſich nach Ueberſättigung mit Salzſäure nicht blau färben. 2 Volumen der mit verdünnter Schwefelſäure her⸗ geſtellten Löſung des Salzes dürfen nach Zuſatz von 1 Volumen Schwefelſäure und 2 Volumen Ferroſulfatlöſung keine braune Zone geben. |

Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit Eſſigſäure überſättigt, darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat verändert, noch nach Zuſatz von verdünnter Salpeterſäure durch Silber⸗ nitrat nach 2 Minuten mehr als opaliſirend getrübt werden.

2 g des Salzes bedürfen zur Neutraliſation 27,4 cem Normalſalz⸗ ſäure.

Kalium carbonicum erudum. Pottaſche.

Weißes, trockenes, körniges, in der gleichen Menge Waſſer faſt völlig lösliches, alkaliſch reagirendes Pulver, in 100 Theilen mindeſtens 90 Theile Kaliumcarbonat enthaltend. Die wäſſerige Löſung, mit Wein⸗ ſäure überſättigt, läßt unter Aufbrauſen einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag fallen.

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2 g des Salzes bedürfen zur Neutralifation 26 cem Normal- ſalzſäure.

Kalium chloricum. Kaliumchlorat.

Farbloſe, glänzende, blätterige oder tafelförmige, luftbeſtändige Kryſtalle, in 16 Theilen kalten, in 3 Theilen ſiedenden Waſſers und in 130 Theilen Weingeiſt löslich. Die wäſſerige Löſung, mit Salzſäure erwärmt, färbt ſich grüngelb und entwickelt reichlich Chlor, mit überſchüſſiger Weinſäure giebt ſie einen weißen, kryſtalliniſchen Nieder ſchlag.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch durch Ammoniumovalat, noch durch Silbernitrat verändert werden. Im bedeckten Tiegel geglüht, muß das Salz einen weißen, in Waſſer löslichen Rückſtand hinterlaſſen, der nicht alkaliſch reagiren darf.

Kalium jodatum. Kaliumjodid.

Weiße, würfelförmige, an der Luft nicht feucht werdende Kryſtalle von ſcharf ſalzigem und hinterher bitterem Geſchmacke, in 0,75 Theilen Waſſer, in 12 Theilen Weingeiſt löslich. Die wäſſerige Löſung mit wenig Chlorwaſſer verſetzt und mit Chloroform geſchüttelt, färbt letzteres

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violett; mit überſchüſſiger Weinſäure vermifcht, giebt fie nach einigem Stehen einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag.

Am Oehre des Platindrahtes erhitzt, muß das Salz die Flamme von Anfang an violett färben. Einige Bruchſtücke, auf befeuchtetes rothes Lakmuspapier gelegt, dürfen letzteres nicht ſogleich violettblau färben. Die wäſſerige Löſung (1 = 20) darf durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer nicht verändert und, mit verdünnter Schwefelſäure gemiſcht, auf Zuſatz von Stärkelöſung nicht ſofort gebläut werden. Veranlaßt man mittelſt Zink und Salzſäure eine lebhafte Gasentwickelung und fügt die mit Stärkelöſung verſetzte Auflöſung des Kaliumjodids hinzu, ſo darf ſich dieſe nicht bläuen.

20 Lem der wäſſerigen Löſung (1 = 20) dürfen durch 10 Tropfen Baryumnitratlöſung nach 5 Minuten nicht getrübt werden. Mit einem Körnchen Ferroſulfat und einem Tropfen Eiſenchloridlöſung, nach Zu⸗ ſatz von Natronlauge gelinde erwärmt, darf ſich dieſe Löſung nicht blau färben, wenn man dieſelbe mit Salzſäure überſättigt.

Werden 0,2 g Kaliumjodid in 2 cem Ammoniak gelöſt, unter Um⸗ ſchütteln mit 13 cem Zehntel⸗Normalſilberlöſung ausgefällt, fo darf das Filtrat nach Ueberſättigung mit Salpeterſäure innerhalb 10 Minuten nicht bis zur Undurchſichtigkeit getrübt werden.

Vorſichtig aufzubewahren.

Kalium nitricum. Kaliumnitrat.

Farbloſe, durchſichtige, luftbeſtändige, prismatiſche Kryſtalle oder kryſtalliniſches Pulver, in 4 Theilen kalten und weniger als der

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Hälfte feines Gewichtes ſiedenden Waſſers löslich, in Weingeiſt faſt unlöslich.

Die wäſſerige Löſung giebt mit überſchüſſiger Weinſäure einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag und färbt ſich, mit Schwefelſäure und überſchüſſiger Ferroſulfatlöſung gemiſcht, braunſchwarz.

Die wäſſerige Löſung (1 20) muß neutral fein und darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch durch Silbernitrat verändert werden.

Kalium permanganicum. Kaliumpermanganat.

Dunkel violette, faſt ſchwarze Prismen von ſtahlblauem Glanze, welche mit 20,5 Theilen Waſſer eine blaurothe Löſung geben. Die wäſſerige Löſung (1 —= 1000) iſt ohne Wirkung auf Lakmuspapier und wird durch Ferroſalze, ſchwefelige Säure, Oxalſäure, Weingeiſt und andere reducirende Körper entfärbt. Viele leicht verbrennliche Subſtanzen ent⸗ zünden ſich beim Zuſammenreiben mit dem trockenen Salze unter. Ex⸗ ploſion.

0,5 des Salzes müſſen, mit 2 g Weingeiſt und 25 g Waſſer zum Sieden erhitzt, ein farbloſes Filtrat geben, welches weder durch Baryumnitrat oder Silbernitrat mehr als opaliſirend getrübt, noch nach Zuſatz von verdünnter Schwefelſäure und metalliſchem Zink durch Jodzinkſtärkelöſung blau gefärbt werden darf.

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Kalium sulfuratum.

Schwefelleber. / ⁰ͥ BETT I ET 1 und Dhein DREHEN 4 2

werden innig gemiſcht und in einem geräumigen, bedeckten, eiſernen oder irdenen Gefäße fo lange unter zeitweiligem Umrühren über ge- lindem Feuer erhitzt, bis die Maſſe aufhört zu ſchäumen und eine Probe ſich ohne Abſcheidung von Schwefel in Waſſer löſt. Die Maſſe werde ſodann auf eine Eiſenplatte oder in einen eiſernen Mörſer aus⸗ gegoſſen und nach dem Erkalten zerſtoßen.

Leberbraune, ſpäter gelbgrüne Bruchſtücke, welche ſchwach nach Schwefelwaſſerſtoff riechen, an feuchter Luft zerfließen und ſich in der doppelten Menge Waſſer bis auf einen geringen Rückſtand zu einer alkaliſchen, gelbgrünen, opaliſirenden Flüſſigkeit löſen.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit überſchüſſiger Eſſigſäure erhitzt, entwickelt reichlich Schwefelwaſſerſtoff unter Abſcheidung von Schwefel und giebt ein Filtrat, welches nach dem Erkalten durch überſchüſſige Weinſäure einen weißen kryſtalliniſchen Niederſchlag fallen läßt.

Kalium sulfuricum. Kaliumſulfat.

Weiße, harte Kryſtalle oder Kryſtallkruſten, welche in 10 Theilen kalten und 4 Theilen ſiedenden Waſſers löslich, in Weingeiſt aber unlöslich ſind. Die wäſſerige Löſung giebt mit überſchüſſiger Wein⸗

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ſäure nach einiger Zeit einen weißen kryſtalliniſchen, mit Baryum⸗ nitrat ſogleich einen weißen, in Säuren unlöslichen Niederſchlag.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20) muß neutral fein und darf weder durch Schwefelammonium, noch durch Ammoniumopalat, noch durch Silbernitrat verändert werden. Werden 2 Volumen der Löſung mit 1 Volumen Schwefelſäure gemiſcht und mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, ſo darf keine braune Zone entſtehen. Am Oehre des Platindrahtes erhitzt, darf es die Flamme nicht dauernd gelb färben.

Kalium tartaricum. Kaliumtartrat.

Farbloſe, durchſcheinende, luftbeſtändige Kryſtalle, die in 1,4 Theilen Waſſer zu einer neutralen Flüſſigkeit, in Weingeiſt nur wenig löslich ſind, beim Erhitzen unter Entwickelung von Dämpfen, welche nach ver⸗ brennendem Zucker riechen, verkohlen und dann einen alkaliſch reagiren⸗ den, die Flamme violett färbenden Rückſtand hinterlaſſen. Die con⸗ centrirte wäſſerige Löſung des Salzes giebt mit verdünnter Eſſigſäure einen im Ueberſchuſſe unlöslichen, wohl aber in Salzſäure und in Natronlauge löslichen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20) werde weder durch Schwefel⸗ ammonium, noch durch Ammoniumopalat, noch, nach Zuſatz von Salz⸗ ſäure, durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer und durch Baryumnitrat ver⸗ ändert; mit Salpeterſäure angeſäuert werde ſie durch Silbernitrat nicht mehr als opaliſirend getrübt. Beim Erwärmen mit Natron- lauge entwickele das Salz kein Ammoniak.

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Kamala. Kamala.

Der von den Früchten der Mallotus philippinensis ab- geriebene Ueberzug; ein leichtes, nicht klebendes Pulver von other, mit Grau gemifchter Farbe, ohne Geruch und Geſchmack. Siedendem Waſſer ertheilt die Kamala blaßgelbliche Färbung; das Filtrat wird durch Eiſenchlorid braun gefärbt. Aether, Chloroform, Weingeiſt, ſowie auch wäſſerige alkaliſche Löſungen nehmen aus Kamala in reichlicher Menge dunkelrothes Harz auf. Dieſelbe bildet unregelmäßig kugelige Drüſen, welche 40 bis 60 mikroſkopiſche, ſtrahlenförmig geordnete, keulenförmige Zellen einſchließen. Die Drüſen ſind begleitet von dick⸗ wandigen, ungefärbten Büſchelhaaren; Stückchen von Blättern und Stengeln ſollen nicht beigemiſcht ſein. Die beim Verbrennen der Kamala zurückbleibende Aſche darf 6 Procent nicht überſteigen.

Kreosotum. Kreoſot.

Eine neutrale, klare, ſchwach gelbliche, ſelbſt im Sonnenlichte ſich kaum bräunende, ſtark lichtbrechende, ölige Flüſſigkeit von durch⸗ dringendem, rauchartigem Geruche und brennendem Geſchmacke. Sper. Gewicht 1,03 bis 1,08. Das Kreoſot deſtillirt größtentheils zwiſchen 205 bis 220°, erſtarrt ſelbſt bei 20° noch nicht und kann mit Aether, Weingeiſt und Schwefelkohlenſtoff klar gemiſcht werden, giebt aber erſt mit etwa 120 Theilen heißen Waſſers eine klare Löſung, welche ſich beim Erkalten trübt und allmälig unter Abſcheidung von Oeltropfen wieder klar wird. Die von letzteren getrennte Löſung wird durch

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Brom rothbraun und harzig gefällt, nimmt auf Zuſatz von ſehr wenig Eiſenchlorid unter Trübung eine graugrüne oder ſchnell vorübergehende blaue Färbung an und wird ſchließlich ſchmutzigbraun unter Abſcheidung von ebenſo gefärbten Flocken.

Mit gleichviel Natronlauge gebe das Kreoſot eine klare Miſchung, welche ſich nicht dunkel färben und beim Verdünnen mit viel Waſſer auch keinen übelriechenden Theer abſcheiden darf. Beim Schütteln mit dem gleichen Volumen Collodium darf keine Gallertbildung eintreten, auch ſoll beim Schütteln von 2 Volumen Kreoſot mit 20 Volumen Ammoniak das Volumen des erſteren höchſtens auf 1,5 Volumen ver⸗ mindert werden.

In dem Z3fachen Volumen eines Gemiſches aus 3 Theilen Glycerin und 1 Theil Waſſer ſei das Kreoſot faſt unlöslich.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,1. Maximale Tagesgabe 0,5.

Lactucarium. Giftlattigſaft.

Der eingetrocknete Milchſaft der Lactuca virosa. Gelbbraune, innen weißliche Klumpen, welche entweder annähernd größeren Stücken einer Kugel entſprechen oder kleinere unregelmäßige Brocken darſtellen. Das Lactucarium iſt ſchwer zerreiblich und liefert mit Waſſer erſt unter Zuſatz von Gummi eine Emulſion. In ſiedendem Waſſer er⸗ weicht es; das klare, ſehr bittere Filtrat wird beim Erkalten trübe und wird durch Schütteln mit gepulvertem Jod nicht gefärbt. Ammoniak ſowohl als Weingeiſt klären das trübe Filtrat; in der erſteren Löſung

20

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entſteht nach Zuſatz von Calciumſulfat ein reichlicher Niederſchlag. Eiſen⸗ chlorid ruft in der weingeiſtigen Löſung keine Veränderung hervor. Der Geruch des Lactucariums iſt eigenthümlich narcotiſch; beim Ein⸗ äſchern darf es nicht über 10 Procent Rückſtand hinterlaſſen. Vorſichtig aufzubewahren. | Maximale Einzelgabe 0,3. Maximale Tagesgabe 1,0.

Laminaria. Laminariaſtiele.

Die Stiele des blattartigen Thallus der Laminaria Cloustoni. Graubraune, mehrere dm Länge und 1 em Dicke erreichende, längs⸗ runzelige Cylinder. Ein Querſchnitt durch die hornartig zähen Stiele quillt im Waſſer ſehr ſtark auf und zeigt innerhalb der dunkelbraunen Rinde eine von anſehnlichen Schleimhöhlen durchzogene Mittelſchicht. Das innere markige Gewebe darf nicht hohl ſein.

Lichen islandicus. Isländiſches Moos.

Der ganze Thallus der Cetraria islandica. Seine blattartige, höchſtens 0,5 mm dicke, handgroße Fläche iſt in breitere oder ſchmälere, oft rinnenförmig gebogene oder krauſe, grob gewimperte Lappen getheilt. Die eine Seite derſelben iſt bräunlichgrün, ſtellenweiſe rothfleckig, die andere blaſſer, weißlich oder grau, mit weißen eingeſenkten Flecken. Ein mit dem 20 fachen Gewichte Waſſer dargeſtelltes Decoct der Flechte bildet nach dem Erkalten eine ſteife Gallerte von bitterem Geſchmacke.

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Verduͤnnt man dieſelbe mit gleich viel Waſſer und fest Weingeiſt zu, fo fallen dicke Flocken nieder, welche, abfiltrirt und nach dem Ab— dunſten des Weingeiſtes noch feucht mit Jod beſtreut, blaue Farbe annehmen.

Lignum Guajaci. Guajakholz.

Geſchnittene oder durch Abdrechſeln gewonnene Stücke des Holzes von Guajacum officinale, vorzugsweiſe des Kernholzes. Das- ſelbe ſinkt in Waſſer, läßt ſich nicht gerade ſpalten und nicht leicht ſchneiden; es iſt krummläufig faſerig, von gelbbräunlicher, an der Oberfläche etwas grünlicher Farbe. Der aromatiſche Geruch tritt beim Erwärmen deutlicher hervor; der Geſchmack iſt etwas kratzend. Wein⸗ geiſt, den man mit Guajakholz ſchüttelt, hinterläßt nach dem Ver⸗ dunſten einen gelbbräunlichen Rückſtand, welcher, mit einer Auflöſung von Eiſenchlorid in 100 Theilen Weingeiſt beſprengt, vorübergehend ſchön blaue Farbe annimmt.

Lignum Ouassiae. Quaſſiaholz.

Zerkleinertes Holz und Rindenſtücke von Quassia amara und Picraena excelsa. Das Holz beider Bäume iſt weißlich, gut ſpaltbar und läßt auf dem Querſchnitte unter der Loupe Jahresringe und Markſtrahlen erkennen. Der Geſchmack iſt rein und anhaltend bitter. Das Holz der Quassia amara iſt dicht, die höchſtens 2 mm dicke, ſpröde Rinde von gelblich brauner bis grauer Farbe, die

8 20 *

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Innenfläche blauſchwarz gefleckt: Das Holz der Picraena excelsa iſt lockerer, ſehr ſchwach gelblich; die bis 1 em dicke, braunſchwarze Rinde iſt gut ſchneidbar und bricht faſerig. Die fein längsſtreifige, braungraue Innenfläche derſelben zeigt ſehr gewöhnlich ebenfalls blau- ſchwarze Flecken.

Lignum Lassafras. Saſſafrasholz.

Das zerkleinerte Holz der Wurzel von Sassafras officinalis, mit oder ohne die dunkel rothbraune Rinde. Das leichte, lockere, gut ſpaltbare Holz iſt bräunlich bis fahlröthlich. Ninde und Holz ſind ſehr aromatiſch, mit ſüßlichem Beigeſchmacke. Das faſt gar nicht aromatiſche Holz des Stammes iſt zu verwerfen.

Linimentum ammoniato-camphoratum.

Flüchtiges Campherliniment.

j 3

ein Theil Mobubl 52. E 1

Die ieh ana .Z˙“́˙l a3 rien 1 werden durch Schütteln zu einem gleichmäßigen Liniment vereinigt.

Es ſei weiß, dickflüſſig und trenne ſich ſelbſt nach längerem Stehen nicht in zwei Schichten.

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Linimentum ammoniatum. Flüchtiges Liniment.

SE Helle een 3

Ein Theil Mohn teen AT er 1

Ein Theil Amen e Fi 1 werden durch Schütteln zu einem gleichmäßigen Liniment vereinigt.

Es ſei weiß, dickflüſſig und trenne ſich ſelbſt nach längerem Stehen nicht in zwei Schichten.

Linimentum saponato-camphoratum.

Opodeldok. Sechszig Theile mediciniſcher Seifꝶ a 60 bel ] T 20 werden bei gelinder Wärme in Achthundertzehn Theilen Weingeiſtůtt cc 810 und aalen Giherr inn SEIT 50

gelöſt. Nachdem die noch warme Löſung unter Benutzung eines bedeckten Trichters in das zur Aufbewahrung des fertigen Opodeldoks beſtimmte Gefäß filtrirt iſt, werden

Bir n nm ne Sechs ) , ĩͤ neaenn 6 Füußzig Theil Amwmamt ̃ 50

hinzugefügt und das Gemenge ſchnell abgekühlt. Er ſei faſt farblos, wenig opaliſirend und durch die Wärme der Hand leicht ſchmelzend.

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Linimentum saponato-camphoratum liquidum. Flüſſiger Opodeldok.

Hundertzwanzig Theile CampherſpiritunnnzU U 120 Dreihundertfünfzig Theile Seifenſpiritun ss. 350 Vierundzwanzig Theile Ammoniakk .. 24 un TEE . , ⁰·—ů]ö en 2 enen den Ben er 4

werden gemiſcht und filtrirt. Klare, gelbliche Flüſſigkeit.

Linimentum terebinthinatum. Terpenthinliniment.

Seh Weile Pottaſche en , ame 6 werden innig gemiſcht mit

Vierundfünfzig Theilen Schmierſeife V 54 und darauf hinzugefügt

r 2 445422.18 42500 u 40,

Es fei ein braungrünliches Liniment.

Liquor Aluminii acetieci. Aluminiumacetatlöſung.

Dreihundert Theile Aluminiumſul fat... 300 Dreihundertſechszig Theile verdünnter Eſſigſäurree 360 Hundertdreißig Theile Calciumcarbonassl 130

Zara Te Water = 5-0 1000,

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Das Aluminiumſulfat werde in 800 Theilen Waſſer gelöft, die ver- dünnte Eſſigſäure zugeſetzt und in dieſe Flüſſigkeit allmälig unter beſtändigem Umrühren das mit 200 Theilen Waſſer angeriebene Calcium- carbonat eingetragen. Die Miſchung bleibe 24 Stunden bei gewöhn⸗ licher Temperatur unter wiederholtem Umrühren ſtehen. Nach dem Coliren werde der Niederſchlag ohne Auswaſchen gepreßt und die Flüſſigkeit filtrirt.

Klare, farbloſe Flüſſigkeit von dem ſpec. Gewichte 1,044 bis 1,046, welche ſchwach nach Eſſigſäure riecht, ſauer reagirt und einen ſüßlich zuſammenziehenden Geſchmack beſitzt. Sie coagulirt beim Erhitzen im Waſſerbade nach Zuſatz des fünfzigſten Theiles Kaliumſulfat und wird nach dem Erkalten in kurzer Zeit wieder flüſſig und klar.

Das Präparat darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht gefärbt werden und bei der Vermiſchung mit dem doppelten Volumen Wein⸗ geiſt ſofort nur opaliſiren, aber keinen Niederſchlag geben. 10 g mit der doppelten Menge Waſſer und einigen Tropfen Phenolphtalein⸗ löſung vermiſcht, dürfen nicht weniger als 9,2 bis 9,8 cem der Nor⸗ malkalilöſung bis zur Röthung verbrauchen. Auch muß dieſelbe Menge des Präparates bei der Fällung durch Ammoniak 0,25 bis 0,30 g Thonerde liefern, was einem Gehalte von 7,5 bis 8,0 Procent baſiſchen Aluminiumacetates entſpricht.

Liquor Ammonii acetiei. Ammoniumacetatlöſung.

Zehn Theile bin e e e ee er. , 10 werden mit N Zwölf Theilen verdünnter Eſſigſäurrtrttttc 12

gemiſcht, in einer Porzellanſchale erhitzt und während einiger Minuten im Sieden erhalten. Nach vollſtändigem

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Erkalten werde die Flüſſigkeit mit Ammoniak neutraliſirt, filtrirt und mit der erforderlichen Menge Waſſer auf das ſpec. Gewicht von 1,032 bis 1,034 verdünnt. Klare, farbloſe, vollkommen flüchtige, neutrale oder kaum ſauere Flüſſigkeit, in 100 Theilen 15 Theile Ammoniumacetat enthaltend. Sie werde weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat verändert, noch, nachdem ſie mit Salpeterſäure an⸗ geſäuert worden, durch Silbernitrat getrübt.

Liquor Ammonii anisatus. Anisölhaltige Ammoniakflüſſigkeit.

Ein Theil nn 88 1 wird in

Vierundzwanzig Theilen Weingeiſtt̃de᷑ e.. 24 gelöſt und

Kauf mm 8 9 hinzugefügt.

Es ſei eine klare, gelbliche Flüſſigkeit.

Liquor Ammonii caustici. Ammoniak.

Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit, von eigenthümlich ſtechendem Geruche und ſtark alkaliſcher Reaction, bei Annäherung von Salz⸗ ſäure dichte, weiße Nebel bildend, in 100 Theilen 10 Theile Ammoniak enthaltend. Spec. Gewicht 0,960.

Mit dem 4 fachen Volumen Kalkwaſſer gemiſcht, darf es ſich nicht trüben, und mit dem doppelten Volumen Waſſer verdünnt, weder durch Schwefelammonium, noch durch Ammoniumoxalat verändert werden.

*

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In Ammoniak, welches man mit Eſſigſäure überſättigt, darf weder

durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch, nach Zuſatz von Salpeterſäure, durch Silbernitrat Trübung entſtehen. Mit Salpeterſäure überſättigt und zur Trockne verdampft, muß es einen farbloſen, bei höherer Temperatur flüchtigen Rückſtand hinterlaſſen.

4 g des Präparates bedürfen zur Sättigung 23,5 cem Normal.

ſalzſäure.

Liquor corrosivus. Aetzflüſſigkeit.

Sechs Theile Kupferfulfatt Sechs Theile Zinfſulfat : Aut

werden in

ih,

gelöſt und darauf

Solf Theile ge ne TER,

hinzugemiſcht. Nur zur Dispenſation zu bereiten.

Liquor Ferri acetici.

Ferriacetatlöſung.

Zehn Theile Eiſenchloridlöſun gg..

werden nach der Verdünnung mit

Fünfzig Theilen Waffer ...... RENT N

unter Umrühren einer Miſchung von

Dein Theilen Ammoniak 10 mit Zweihundert Theilen Waſſ er! sa enes 200

zugefügt mit der Vorſicht, daß die Flüſſigkeit alkaliſch bleibe. Der Niederſchlag werde mit Waſſer vollkommen ausgewafchen, dann möglichſt ſtark ausgepreßt und in einer Flaſche mit Acht Theilen verdünnter Eſſigſä ure 8

an einem kühlen Orte unter öfterem Umſchütteln ſo lange ſtehen gelaſſen, bis er ſich vollkommen oder mit Hinter⸗ laffung eines ſehr geringen Rückſtandes aufgelöſt hat. Hierauf ſetze man der Löſung ſo viel Waſſer zu, daß ihr ſpec. Gewicht 1,081 bis 1,083 betrage.

Flüſſigkeit von rothbrauner Farbe, ſchwach nach Eſſigſäure riechend, welche beim Erwärmen einen rothbraunen Niederſchlag giebt, und, mit Waſſer bis zur gelblichen Farbe verdünnt, nach Zumiſchung einer kleinen Menge Salzſäure, auf Zuſatz von Kaliumſulfocyanat, blutroth gefärbt wird.

Mit 5 Theilen Waſſer verdünnt, werde ſie nach Zuſatz von etwas Salzſäure durch Kaliumferricyanat nicht gebläut. Das durch Ammoniak erhaltene, farbloſe, alkaliſche Filtrat werde weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch nach dem Anſäuern mit Salpeterſäure durch Baryum⸗ nitrat oder Silbernitrat getrübt und hinterlaſſe nach dem Verdampfen und Glühen keinen Rückſtand.

5 g geben nach dem Vermiſchen mit 10 cem Normalkalilöſung ein Filtrat, welches durch Schwefelammonium nicht verändert wird.

2g des Präparates, 1g Salzſäure, 20 cem Waſſer ſollen, mit 1 Kaliumjodid eine Stunde in verſchloſſener Flaſche erwärmt, zur Bindung des ausgeſchiedenen Jodes nicht weniger als 17 bis 18 cem

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Zehntel Normalnatriumthiofulfatlöfung beanſpruchen, wonach die Flüſſigkeit 4,8 bis 5,0 Procent Eiſen enthält.

Liquor Ferri oxychlorati. Flüſſiges Eiſenorychlorid.

Fünfunddreißig Theile Eiſenchloridlͤſun 35 werden mit

Hundertſechszig Theilen Waſſer nr 160 verdünnt und das Gemiſch in eine aus

Fünfunddreißig Theilen Ammoniaaakk 2. 22222nenecc.. 35 und

Dreihundertzwanzig Theilen Waſſerr⸗rrrr 320

beſtehende Miſchung unter Umrühren gegoſſen. Der Niederſchlag wird ausgewaſchen, abgepreßt, mit Drei einn ee 3 verſetzt, nach dreitägigem Stehen bis zur vollſtändigen Löſung gelinde erwärmt und dieſe Flüſſigkeit auf das ſpec. Gewicht 1,050 gebracht. Braunrothe, klare, geruchloſe Flüſſigkeit von wenig adſtringirendem Geſchmacke, welche nahezu 3,5 Procent Eiſen enthält. ı com mit 19 cem Waſſer verdünnt, mit 1 Tropfen Salpeterſäure und 2 Tropfen Zehntel-Normalſilberlöſung verſetzt, muß bei durch⸗ fallendem Lichte klar erſcheinen. f Wird Liquor Ferri oxydati dialysati verordnet, ſo darf Liquor Ferri oxychlorati gegeben werden.

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Liquor Ferri sesquichlorati. Eiſenchloridlöſung.

Schmiedeeiſen, in Form von Draht oder Nägeln, wird mit dem 4fachen ſeines Gewichtes Salzſäure in einem geräumigen Kolben, unter Vermeidung eines Verluſtes, ſo lange gelinde erwärmt, bis keine Einwirkung mehr ſtattfindet. Die Löſung wird alsdann noch warm auf ein gewogenes Filter gebracht, der Filterrückſtand mit Waſſer nachgewaſchen, getrocknet und gewogen.

Für je 100 Theile aufgelöſten Eiſens werden der Löſung hinzu⸗ gefügt

260 Theile Salzſäure

und

112 Theile Salpeterſäure, und die Miſchung in einem Glaskolben oder einer Flaſche im Waſſerbade erhitzt, bis ſie eine röthlichbraune Farbe angenommen hat und 1 Tropfen, mit Waſſer verdünnt, durch eine Löſung von Kaliumferricyanat nicht mehr blau gefärbt wird. Die Flüſſigkeit wird dann in einer tarirten Porzellanſchale im Waſſerbade abgedampft, bis das Gewicht des Rück⸗ ſtandes für je 100 Theile darin enthaltenen Eiſens 483 Theile beträgt. Iſt dieſes erreicht, ſo verdünnt man die Flüſſigkeit vor dem Erkalten mit ſo viel Waſſer, daß ſie alsdann zehnmal ſo viel wiegt, wie das darin aufgelöſte Eiſen.

Klare, tief gelbbraune Flüſſigkeit von 1,280 bis 1,282 ſpec. Gewicht, welche 10 Procent Eiſen enthält und nach Verdünnung mit Waſſer durch Silbernitrat weiß und durch Kaliumferrocyanat tief blau ge⸗ fällt wird.

a, Dt ee

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Bei Annäherung eines mit Ammoniak benetzten Glasſtabes oder eines feuchten Jodzink⸗Stärkepapieres dürfen weder Nebel entſtehen, noch darf das leitet W e werden. 3 Tropfen, mit 10 cem der Zehntel⸗N ſulfatlöſung langſam zum Sieden erhitzt, müſſen beim Exkalten einige glöckchen Eiſenoxyd abſcheiden. In dem mit 10 Theilen Waſſer verdünnten und mit Salzſäure angeſäuerten Präparate darf Kaliumferricyanat keine blaue Färbung hervorrufen. 5 g desſelben, mit 20 Theilen Waſſer verdünnt und mit überſchüſſigem Ammoniak unter kräftigem Schütteln gemiſcht, müſſen ein farb⸗ loſes Filtrat geben, welches beim Verdampfen und gelinden Glühen keinen Rückſtand läßt. 2 Volumen des Filtrats, mit 1 Volumen Schwefelſäure gemiſcht und mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung über⸗ ſchichtet, dürfen keine braune Zone geben. Ein anderer Theil dieſes Filtrats darf nach Ueberſättigung mit Eſſigſäure weder durch Baryumnitrat getrübt, noch durch Kaliumferrocyanat verändert werden.

Liquor Ferri sulfuriei oxy dati.

Ferriſulfatlöſung. Achtzig Theile Ferroſuf sss 80 Vierzig Theile Wa 20 EI 40 Fünfzehn Theile Schwefelſä ure 15 Achtzehn Theile Salpeter faule. 18

werden in einem Glaskolben oder einer Flaſche im Waſſerbade er⸗ hitzt, bis die Flüſſigkeit braun und klar geworden iſt, und ein Tropfen derſelben, mit Waſſer verdünnt, durch Kaliumferricyanat nicht mehr

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blau gefärbt wird. Die Löſung wird alsdann in einer gewogenen Porzellanſchale auf 100 Theile abgedampft. Man löſt den Rückſtand in wenig Waſſer wieder auf, verdampft von neuem und wiederholt dieſe Operation, bis in der heißen Flüſſigkeit Salpeterſäure durch den Geruch nicht mehr wahrzunehmen iſt. Die Flüſſigkeit wird endlich auf das Gewicht von 160 Theilen gebracht.

Klare, etwas dickliche, bräunlichgelbe Flüſſigkeit von 1,428 bis 1,430 ſpec. Gewicht, welche 10 Theile Eiſen in 100 Theilen enthält und nach ihrer Verdünnung mit 10 Theilen Waſſer durch Baryum⸗ nitrat reichlich weiß und durch Kaliumferrocyanat tief blau gefällt wird.

3 Tropfen des Präparates, mit 10 cem der Zehntel-Normal⸗ natriumthioſulfatlöſung ſehr langſam zum Sieden erhitzt, müſſen einige Flöckchen Eiſenoxyd abſetzen.

Die mit 10 Theilen Waſſer verdünnte Ferriſulfatlöſung darf weder mit Kaliumferricyanat eine blaue Färbung, noch mit Silber⸗ nitrat eine weiße Trübung geben.

Die weitere Prüfung, namentlich auf Salpeterſäure, erfolge in der bei Liquor ferri sesquichlorati angegebenen Weiſe.

Es find mindeſtens 500 g vorräthig zu halten.

Liquor Kali caustici. Kalilauge.

Klare, farbloſe oder ſchwach gelbliche, ätzende Flüſſigkeit, von 1,142 bis 1,146 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen nahezu 15 Theile Kaliumhydrozyd enthaltend, welche nach der Verdünnung mit dem

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gleichen Volumen Waſſer mit überſchüſſiger Weinſäure einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag giebt.

Mit der 4 fachen Menge Kalkwaſſer gekocht, muß fie ein Filtrat geben, welches, in Salpeterſäure gegoſſen, nicht aufbrauſt.

Die mit der 15 fachen Menge Waſſer verdünnte Kalilauge darf, mit Eſſigſäure überſättigt, weder durch Baryumnitrat, noch nach Zu⸗ ſatz von Salpeterſäure, durch Silbernitrat mehr als opaliſirend getrübt werden. 2 Volumen der mit verdünnter Schwefelſäure neutraliſirten Flüſſigkeit dürfen, mit 1 Volumen Schwefelſäure gemiſcht, dann mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, keine braune Zone zeigen.

Vorſichtig aufzubewahren.

Liquor Kalii acetici.

Kaliumacetatlöſung.

Hundert Theilen verdünnter Eſſigſäureõed. 100 füge man allmälig Achtundvierzig Theile Kaliumbicarbonaaeek 48

zu, erhitze zum Sieden, neutraliſire hierauf mit Kalium⸗ bicarbonat und verdünne die Slüſſigkeit auf Hundertſiebenundvierzig Theile ͥKꝛn en 00. 147. Klare, farbloſe Flüſſigkeit, frei von empyreumatiſchem Geruche, in 3 Theilen 1 Theil Kaliumacetat enthaltend. Spec. Gewicht 1,176 bis 1,180. Mit gleichen Theilen Waſſer verdünnt, werde ſie weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium, noch durch

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Baryumnitrat verändert, durch Silbernitrat aber, nach Zuſatz von Salpeterſäure, höchſtens opaliſirend getrübt.

Liquor Kalii arsenicosi. Fowler'ſche Löſung.

He Share 1

nat 1 werden mit

„CCC 1 bis zur völligen Löſung gekocht und hierauf

r . 40 hinzugefügt. Nach dem Erkalten ſind

Fünfzehn Theile Carmelitergeiſttvtoaqe . 15 und noch ſoviel Waſſer zuzugeben, daß das Geſammt⸗ gewicht

%%%%/%%«ͤ q On! A 88 100 beträgt. 1

Klare, farbloſe, ſtark alkaliſche Flüſſigkeit, welche durch Anſäuern mit Salzſäure nicht gelb gefärbt oder gefällt wird, reichlich aber durch nachherigen Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoffwaſſer. 100 Theile enthalten 1 Theil arſeniger Säure.

5 g, mit 20 g Waſſer, 1g Natriumbicarbonat und wenigen Tropfen Stärkelöſung vermiſcht, müſſen 10 cem Jodlöſung entfärben; der weitere Zuſatz von 0,1 cem Jodlöſung färbe bleibend blau.

Sehr vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,5. Maximale Tagesgabe 2,0.

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Liquor Kalii carbonici,

Kaliumcarbonatlöſung.

, NE 11 werden in Ba pen alerts na 20

gelöſt, die Löſung filtrirt und dieſelbe erforderlichen Falles mit Waſſer auf das ſpec. Gewicht 1,330 bis 1,334 verdünnt.

3 Theile enthalten 1 Theil Kaliumcarbonat.

Klare, farbloſe Flüſſigkeit.

Liquor Natri caustici. Natronlauge.

Klare, farbloſe oder ſchwach gelbliche, ätzende Flüſſigkeit von 1,159 bis 1,163 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen nahezu 15 Theile Natrium⸗ hydroxyd enthaltend, welche, am Oehre des Platindrahtes verdampft, die Flamme intenſiv gelb färbt.

Mit der 4 fachen Menge Kalkwaſſer aufgekocht, muß fie ein Filtrat geben, welches, in überſchüſſige Salpeterſäure gegoſſen, nicht aufbrauſt.

Mit Salzſäure überſättigt, darf die Natronlauge durch über⸗ ſchüſſiges Ammoniak nicht verändert werden. Das mit der 5fachen Menge Waſſer verdünnte Präparat darf, mit Salpeterſäure überſättigt, durch Baryumnitrat oder Silbernitrat erſt nach 10 Minuten opaliſirend getrübt werden; auch dürfen 2 Volumen dieſer Flüſſigkeit, mit verdünnter

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Schwefelſäure überfättigt, mit 1 Volumen Schwefelſäure gemiſcht und mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, keine braune Zone zeigen.

Vorſichtig aufzubewahren.

Liquor Natrii silicici. Natronwaſſerglas.

Klare, farbloſe oder ſchwach gelblich gefärbte, alkaliſch reagirende Flüſſigkeit von 1,30 bis 1,40 ſpec. Gewicht, welche durch Säuren gallertartig gefällt wird. Mit Salzſäure überſättigt und zur Trockne verdampft, hinterläßt ſie einen Rückſtand, welcher auf Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht gefärbt und, mit wenig Waſſer über⸗ goſſen, unter Hinterlaſſung von unlöslicher Kieſelſäure ein Filtrat giebt, von dem 1 Tropfen, am Oehre des Platindrahtes verdampft und weiter erhitzt, die Flamme intenfiv gelb färbt.

Liquor Plumbi subacetici.

Bleieſſig. Drei Theile Bleiacttat . n . a a 3 Ein Theil präparirter und von Kohlenſäure befreiter Blei⸗ 7 I u a Dehn Theile Waller un it ie Ri 10.

Das Bleiacetat wird mit der Bleiglätte verrieben und mit Zuſatz von ½o des vorgeſchriebenen Waſſers im Waſſerbade geſchmolzen, bis die anfänglich gelbliche Miſchung weiß oder röthlichweiß geworden iſt. Alsdann wird das übrige Waſſer zugefügt, die Flüſſigkeit in

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einem verſchloſſenen Gefäße zum Abſetzen bei Seite geſtellt und endlich filtrirt.

Klare, farbloſe Flüſſigkeit von ſüßem, zuſammenziehendem Ge⸗ ſchmacke und alkaliſcher Reaction, in welcher Schwefelwaſſerſtoffwaſſer einen ſchwarzen, Natronlauge einen weißen, im Ueberſchuſſe lös⸗ lichen Niederſchlag hervorruft; mit Eiſenchlorid giebt fie unter Ab⸗ ſcheidung von Chlorblei eine röthliche Miſchung. Spec. Gewicht 1,235 bis 1,240. N

Nach Zuſatz von Eſſigſäure werde der Bleieſſig durch Kalium⸗ ferrocyanat rein weiß gefällt.

Vorſichtig aufzubewahren.

lithargyrum. Bleiglätte.

Gelbliches oder röthlichgelbes Pulver, von 9,25 ſpec. Gewicht, unlöslich in Waſſer, löslich aber in verdünnter Salpeterſäure zu einer farbloſen Flüſſigkeit, welche mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer einen ſchwarzen und mit Schwefelſäure einen weißen, in Natronlauge löslichen Niederſchlag giebt.

Der Glühverluſt darf höchſtens 2 Procent betragen, 10 Procent Bleiſubcarbonat entſprechend. Die Löſung in Salpeterſäure muß nach Ausfällung des Bleis vermittelſt Schwefelſäure ein Filtrat geben, welches nach Ueberſättigung mit Ammoniak nur bläulich gefärbt wird und nur Spuren eines rothgelben Niederſchlages zeigt. Werden 5 g Bleiglätte mit 5 8 Waſſer geſchüttelt, dann mit 20 g verdünnter Eſſigſäure einige Minuten hindurch gekocht und nach dem Erkalten

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filtrirt, fo darf der gut ausgewaſchene und getrocknete Filterrückſtand nicht mehr als 0,05 g betragen. Vorſichtig aufzubewahren.

Lithium carbonicum. Lithiumcarbonat.

Weißes, beim Erhitzen ſchmelzendes und beim Erkalten zu einer Kryſtallmaſſe erſtarrendes Pulver, welches ſich in 150 Theilen ſiedenden oder kalten Waſſers zu einer alkaliſchen Flüſſigkeit löſt, aber in Wein⸗ geiſt unlöslich iſt. Salpeterſäure löſt dasſelbe unter Aufbrauſen zu einer Flüſſigkeit, welche die Flamme carminroth färbt.

Die mit Hülfe von Salpeterſäure bewirkte wäſſerige Löſung (1 50) darf weder durch Baryumnitrat, noch durch Silbernitrat, noch, nach Ueberſättigung mit Ammoniak, durch Schwefelammonium, ebenfowenig durch Ammoniumoxalat verändert werden.

„1 g Lithiumcarbonat, in wenigen Tropfen verdünnter Schwefel⸗ ſäure gelöſt, muß auf Zuſatz von 4 g Weingeiſt eine klare Flüſſigkeit liefern.

Lycopodium. Bärlappſamen.

Die Sporen des Lycopodium elavatum, ein blaßgelbes, äußerſt bewegliches Pulver, ohne Geruch und Geſchmack. Es ſchwimmt nach dem Schütteln mit Waſſer oder Chloroform auf dieſen Flüſſig⸗ keiten, ohne an dieſelben etwas abzugeben, ſinkt aber nach dem Kochen im Waſſer. Die Aſche, welche das Lycopodium beim Ver⸗

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brennen hinterläßt, muß weniger als 5 Procent betragen. Unter dem Mikroſkope erſcheint es als aus nahezu gleich großen Körnern be⸗ ſtehend, welche von drei ziemlich flachen und einer gewölbten Fläche begrenzt werden. Neben denſelben dürfen ſich Bruchſtücke von Stengeln und Blättern nur in geringer Menge zeigen.

Magnesia usta. Gebrannte Magneſia.

Leichtes, weißes, feines, in Waſſer faſt unlösliches Pulver, in ver⸗ dünnter Schwefelſäure zu einer Flüſſigkeit löslich, welche, nach Zuſatz von Ammoniumchlorid und mit Ammoniak überſättigt, mit Natrium⸗ phosphat einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag giebt.

In verdünnter Salzſäure muß ſich die Magneſia farblos löſen und, mit Waſſer gekocht, ein ſchwach alkaliſches Filtrat geben, welches beim Verdunſten nur einen ſehr geringen Rückſtand hinterlaſſen darf.

0,2 g Magneſia, mit 5 cem Waſſer zum Sieden erhitzt und nach dem Erkalten in 5 cem verdünnter Schwefelſäure gegoſſen, müſſen eine Flüſſigkeit geben, in welcher ſich nach vollkommener Löſung nur wenige vereinzelte Gasbläschen zeigen.

Die mit Hülfe von Eſſigſäure bewirkte wäſſerige Löſung (1250) darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch nach Zuſatz von Am⸗ moniumchlorid und überſchüſſigem Ammoniak durch Schwefelammonium verändert werden. Dieſelbe Löſung, mit Salpeterſäure angeſäuert, werde durch Baryumnitrat nicht, durch Silbernitrat nach 2 Minuten nur opaliſirend getrübt.

Werden 0,05 g gebrannter Magneſia mit 1 cem Waſſer und 5 bis 6 Tropfen Salzſäure zum Sieden erhitzt, dann unter je⸗

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weiligem Umſchütteln 7 cem Ammoniumchloridlöſung, 15 cem Waſſer, 3 cem Ammoniak und 4 cem Ammoniumopalatlöſung zugefügt, fo darf ſich die Flüſſigkeit nicht ſogleich trüben.

Es müſſen jederzeit mindeſtens 150 g gebrannter Magneſia vor⸗ räthig ſein.

Magnesium carbonicum. Magneſiumcarbonat.

Weiße, leichte, loſe zuſammenhängende, leicht zerreibliche Maſſen oder lockeres, weißes Pulver, in Waſſer faſt unlöslich „demſelben aber ſchwach alkaliſche Reaction ertheilend. In verdünnter Schwefelſäure löſt ſich dasſelbe unter reichlicher Kohlenſäureentwickelung zu einer Flüſſigkeit, welche, mit Ammoniak überſättigt, nach Zuſatz von Ammoniumchlorid und wenig Natriumphosphat, einen weißen, kryſtal⸗ liniſchen Niederſchlag giebt.

In verdünnter Salzſäure löſe ſich Magnefiumcarbonat farblos und gebe, mit Waſſer gekocht, ein Filtrat, welches beim Verdunſten nur einen geringen Rückſtand hinterläßt.

Die mit Hülfe von Eſſigſäure bewirkte wäſſerige Löſung (1 = 50) darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch, nach Zuſatz von Ammoniumchlorid und überſchüſſigem Ammoniak, durch Schwefel⸗ ammonium verändert werden. Durch Baryumnitrat oder nach Zuſatz von Salpeterſäure, durch Silbernitrat darf die obige wäſſerige Löſung nach 2 Minuten nicht mehr als opaliſirend getrübt werden.

Werden 0,2 g Magneſiumcarbonat mit 2 cem Waſſer und 8 bis 9 Tropfen Salzſäure zum Sieden erhitzt, dann unter jeweiligem Um⸗ ſchütteln 10 cem Ammoniumchloridlöſung, 20 cem Waſſer, 5 cem

.

175 Ammoniak und 6 cem Ammoniumoralatlöſung zugefügt, ſo darf fich die Flüſſigkeit nicht ſogleich trüben.

Magnesium citricum effervescens.

Brauſemagneſia. Fünfundzwanzig Theile Magneſiumcarbonaalte 25 Fünfundſiebenzig Theile Citronenſäuree . 75 werden mit Zehn Theilen Wafler ....... u RITTER HN 10

gemiſcht und bei 30° getrocknet. Der Rückſtand werde in ein feines Pulver verwandelt, und darauf mit

Fünfundachtzig Theilen Natriumbicarbonalteta 85

Vierzig Theilen Ettronenſaunmmnmn een 40 und

D an 20

innig gemiſcht. Hierauf verwandle man das Gemenge unter tropfenweiſem Zuſatze von Weingeiſt durch ſanftes Reiben mit einem Piſtill in eine grobkörnig⸗krümelige Maſſe, welche, bei gelinder Wärme getrocknet, durch Ab- ſieben in die Form eines gleichmäßigen, grobkörnigen Pulvers gebracht wird. Sie ſei weiß und löſe ſich in Waſſer langſam, unter reichlicher Kohlenſäureentwickelung, zu einer angenehm ſäuerlich ſchmeckenden Flüſſigkeit auf.

Magnesium sulfuricum. Magneſiumſulfat.

Kleine, farbloſe, an der Luft kaum verwitternde, prismatiſche Kryſtalle von bitterem, ſalzigem Geſchmacke, in 0,8 Theilen kalten und 0,15 Theilen ſiedenden Waſſers löslich, in Weingeiſt unlöslich.

Die wäſſerige Löſung giebt mit Natriumphosphat bei Gegenwart von Ammoniumchlorid und Ammoniak einen weißen, kryſtalliniſchen, mit Baryumnitrat einen weißen, in Säuren unlöslichen Niederſchlag.

Die wäſſerige Löſung (1820) muß neutral fein und darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nach vorherigem Zuſatze von Eſſigſäure, noch, nach Zuſatz von überſchüſſigem Ammoniumchlorid und Ammoniak, durch Schwefelammonium verändert, noch durch Silbernitrat nach 5 Minuten mehr als opaliſtrend getrübt werden. Das Salz darf die Flamme nicht andauernd gelb färben.

Magnesium sulfuricum siccum. Entwäſſertes Magneſiumſulfat.

Magneſiumſulfat werde in einer Porzellanſchale im Waſſerbade unter bisweiligem Umrühren erhitzt, bis je 100 Theile 35 bis 37 Theile an Gewicht verloren haben, und hierauf durch ein Sieb geſchlagen.

Ein weißes, feines, lockeres Pulver.

Wenn Magnesium sulfuricum zu Pulvermiſchungen verordnet wird, iſt Magnesium sulfuricum siccum zu dispenſiren.

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Manganum sulfuricum. Manganſulfat.

Roſenrothe, rhombiſche, verwitternde Kryſtalle, in 0,8 Theilen Waſſer löslich, in Weingeiſt unlöslich. Die wäſſerige Löſung iſt neutral und giebt mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure unlöslichen, und mit Schwefelammonium einen röthlichweißen Niederſchlag. Ein Körnchen des Salzes mit Natronlauge eingetrocknet und bis zum Schmelzen erhitzt, giebt einen dunkelgrünen, in Waſſer mit gleicher Farbe löslichen Rückſtand.

Die mit einigen Tropfen Salzſäure und Chlorwaſſer erhitzte wäſſerige Löſung (120) gebe weder mit Kaliumſulfocyanat eine rothe Färbung, noch werde ſie durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer verändert. Nach Fällung des Mangans durch Ammoniumcarbonat darf das Filtrat beim Verdampfen und Erhitzen keinen Rückſtand hinterlaſſen. Eine Löſung gleicher Theile des Salzes und Natriumacetates in der 10 fachen Menge Waſſer und einigen Tropfen Eſſigſäure darf durch Schwefel⸗ waſſerſtoffwaſſer nicht getrübt werden.

1g des Salzes darf beim gelinden Glühen nicht mehr als 0,322 bis 0,335 g an Gewicht verlieren.

Manna. Manna.

Der durch Einſchnitte in den Stamm von Fraxinus Ornus gewonnene, freiwillig getrocknete Saft. Die ſtengelige Manna, Manna cannulata, bildet gerundet dreikantige oder flache, rinnen⸗ förmige, kryſtalliniſche Stücke von blaßgelblicher, innen weißer Farbe und ſüßem Geſchmacke. Die Manna in Klumpen, Manna com- munis, beſteht aus Körnern oder Stücken von der oben erwähnten Beſchaffenheit, welche durch eine weiche, bräunliche, nicht weniger

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ſüße, doch zugleich etwas kratzend ſchmeckende Maſſe zuſammengeklebt ſind. 5 Theile Manna mit 100 Theilen Weingeiſt gekocht, geben unter Zurücklaſſung eines feſten, nicht ſchmierigen, ungefähr 1 Theil betragenden Rückſtandes eine Lakmus nicht verändernde Auflöſung, in welcher alsbald reine Kryſtalle von Mannit in reichlicher Menge zu erſcheinen beginnen. Im Waſſerbade getrocknet darf die Manna nicht über 10 Procent verlieren.

Mel depuratum. Gereinigter Honig.

Er ſei klar, von angenehmem Honiggeruche und, in 20 mm dicker Schicht betrachtet, von gelber, höchſtens etwas bräunlicher Farbe. Spec. Gewicht 1,3.

Mit Ammoniak zu gleichen Theilen gemiſcht, darf der Honig die Farbe nicht verändern, mit der doppelten Menge Weingeiſt verſetzt, keine Trübung erleiden. Mit 4 Theilen Waſſer muß derſelbe eine klare, neutrale Flüſſigkeit geben, welche durch Silbernitrat und Baryumnitrat nur opaliſirend getrübt werden darf.

Mel rosatum.

Roſenhonig. J 8 1 wird mit

Sechs Then ee e 6 24 Stunden macerirt. N Die abgepreßte Flüſſigkeit wird zur Syrupdicke ein⸗ gedampft, mit der 5fachen Menge Weingeiſt verſetzt, darauf filtrirt und das Filtrat mit Zehn Theilen gereinigten Honiggsssss . 3 auf

// T 10 eingedampft. Er ſei klar und bräunlich.

Minium. Mennige.

Rothes, in Waſſer unlösliches Pulver. Spec. Gewicht 9,0. Mit Salzſäure bildet die Mennige, unter Entwickelung von Chlor, weißes, kryſtalliniſches Chlorblei.

Werden 5 g Mennige in 10 g Salpeterſäure und 10 g Waſſer mit Hülfe von 1g Zucker gelöſt, fo darf nur ein geringer, nicht über 0,05 g betragender Rückſtand bleiben.

Vorſichtig aufzubewahren.

Mixtura oleoso-balsamiea. Hoffmann'ſcher Lebensbalſam.

DE en ener, EE EEL DNTEE 1 —. ) p ̃ ̃U P “,,,, 1 Wenn EEE I % EEE ͤ ͤ 1 n FEN BER 1 JJC 5:00. 20. Seo re Seuoren a Ein Theil Pomeranzenblüthen bÜwknhlll . 1 nn a, 3 Zweihundertvierzig Theile Weingeiſꝶũeei 240

werden gemiſcht, mehrere Tage hindurch an einem kühlen Orte unter öfterem Umſchütteln bei Seite geſtellt und filtrirt. Klare, bräunlichgelbe Flüſſigkeit. 23

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Mixtura sulfurica acida. Haller'ſches Sauer.

Banf Theil Schwefelfſen rere 5 werden unter Umrühren mit %%% my mffmfſ ĩðv 15

mit der Vorſicht gemiſcht, daß die Temperatur nicht über 50 ſteigt. Klare, farbloſe Flüſſigkeit von 0,993 bis 0,997 ſpec. Gewicht.

Morphinum hydrochloricum. Morphinhydrochlorat.

Weiße, ſeidenglänzende, oft büſchelförmig vereinigte Kryſtallnadeln, oder weiße, würfelförmige Stücke von mikrokryſtalliniſcher Beſchaffenheit, Lakmuspapier nicht verändernd, von ſehr bitterem Geſchmacke. Das Salz löſt ſich in 25 Theilen Waſſer, auch in 50 Theilen Weingeiſt. Es ſchmilzt beim vorſichtigen Erhitzen und verliert bei 100° 14,5 bis 15,0 Procent Waſſer.

Die wäſſerige Löſung des Salzes wird durch Kaliumcarbonat leicht getrübt; Ammoniak giebt einen Niederſchlag, der ſich nicht merkbar in überſchüſſigem Ammoniak oder Aether löſt, wohl aber in Natron⸗ lauge, ſowie in Kalkwaſſer leicht löslich iſt. Zerreibt man das Morphin⸗ hydrochlorat mit Schwefelſäure und ſtreut Wismutſubnitrat darauf, ſo tritt dunkelbraune Färbung ein. Mit Salpeterſäure befeuchtet, wird das Morphinhydrochlorat roth.

Wird Morphinum aceticum verordnet, ſo iſt (ſeiner größeren Haltbarkeit wegen) Morphinum hydrochloricum zu dispenſiren.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,1.

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Morphinum sulfuricum. Morphinſulfat.

Farbloſe, nadelförmige, neutrale Kryſtalle, in 14,5 Theilen Waſſer löslich. Die Kryſtalle verlieren bei 100° nahezu 12 Procent Waſſer. Das Salz genüge in Betreff der Reinheit den an Morphinum hydro- chloricum geſtellten Anforderungen.

Vorſichtig aufzubewahren.

Maximale Einzelgabe 0,03. Maximale Tagesgabe 0,1.

Moschus. Moſchus.

Der den Beuteln von Moschus moschiferus entnommene Inhalt, eine krümelige oder etwas weiche, eigenthümlich riechende Maſſe, die nicht nach Ammoniak riechen ſoll. Mit Hülfe von Terpenthinöl unter dem Mikroſkope in dünner Schicht ausgebreitet, zerfällt der Moſchus ziemlich gleichmäßig ſchollenartig in durchſcheinende, braune, amorphe Splitter und Klümpchen; fremde Körper dürfen daneben nicht vorhanden fein. Der Moſchus muß über Schwefelſäure getrocknet werden, bis er keinen Gewichtsverluſt mehr erleidet. Beim Verbrennen darf er nicht über 8 Procent Aſche hinterlaſſen.

Mucilago Gummi arabici.

Gummiſchleim. Ein Theil arabiſchen Gummis. 1 wird mit Waſſer abgewaſchen, in Zwei Theilen Waſſeerrrnn‚r . 2

gelöſt und die Löſung colirt. Er ſei klar.

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Mucilago Salep.

Salepſchleim. Ein Theil gepulverter Salepknolle nnn 1 wird in eine Flaſche geſchüttet, welche Dehn eie fee 10

enthält. Nachdem das Pulver durch Umſchütteln gut vertheilt, werden 5 Neunzig Theile ſiedenden Waſſer:UñLU 90 hinzugefügt und das Gemiſch in derſelben Flaſche bis zum Erkalten geſchüttelt. Er wird nur auf Verordnung bereitet.

Myrrha. Myrrhe.

Das Gummiharz der Balsamea Myrrha (Balsamodendron Myrrha). Körner oder löcherige Klumpen von gelblicher, röthlicher oder brauner, innen oft ſtellenweiſe weißlicher Farbe, in kleinen Stücken durchſcheinend. Die Myrrhe riecht aromatiſch und ſchmeckt zugleich bitter und anhaltend kratzend. Erſchöpft man ſie mit Wein⸗ geiſt, wodurch ungefähr 30 Procent in Löſung gelangen, dampft ab, nimmt den Harzrückſtand wieder in Aether auf und läßt zu dieſer Auflöſung etwas Bromdampf treten, ſo färbt ſich dieſelbe roth oder violett.

Natrium aceticum. Natriumacetat. Farbloſe, durchſichtige, in warmer Luft verwitternde Kryſtalle, mit 1,4 Theilen Waſſer eine alkaliſche Löſung gebend, auch in 23 Theilen. kalten und 2 Theilen ſiedenden Weingeiſtes löslich.

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Beim Erhitzen ſchmelzen fie unter Verluſt des Kryſtallwaſſers, werden dann wieder feſt, ſchmelzen bei verſtärkter Hitze nochmals und werden beim Glühen unter Entwickelung von Acetongeruch mit Hinter⸗ laſſung eines die Flamme gelb färbenden Rückſtandes zerſetzt.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20) werde weder durch Schwefelwaſſer⸗ ſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium, noch durch Baryum⸗ nitrat, noch durch Ammoniumoxalat, noch nach Zuſatz von Salpeter- ſäure durch Silbernitrat verändert.

Natrium benzoicum. Natriumbenzoat.

Weißes, waſſerfreies, amorphes Pulver, in 1,5 Theilen Waſſer, weniger in Weingeiſt löslich, erhitzt ſchmelzend und einen mit Säuren aufbrauſenden, kohligen Rückſtand hinterlaſſend, welcher die Flamme gelb färbt. Die wäſſerige, ſchwach ſauer reagirende Löſung (1 = 10) giebt auf Zuſatz von Salzſäure einen Brei von weißen, in Aether löslichen Kryſtallen.

Die wäſſerige Löſung (1 = 20) werde durch Baryumnitrat nicht getrübt. Verſetzt man dieſelbe mit Salpeterſäure und löſt die ſich ausſcheidenden Kryſtalle vermittelſt Weingeiſt, ſo darf Silbernitrat keine Fällung geben.

Natrium bicarbonicum. Natriumbicarbonat.

Weiße, luftbeſtändige Kryſtallkruſten oder verwachſene Kryſtallmaſſen von ſchwach alkaliſchem Geſchmacke, in 13,8 Theilen Waſſers löslich,

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unlöslich in Weingeiſt, beim Erwärmen Kohlenſäure abgebend und einen ſtark alkaliſchen, mit Säuren aufbrauſenden Rückſtand hinter⸗ laſſend. Am Oehre des Platindrahtes färbt es die Flamme gelb; durch ein blaues Glas beobachtet, darf dieſelbe nur vorübergehend roth erſcheinen.

Mit Natronlauge erwärmt, ſoll es kein Ammoniak entwickeln.

Die mit Hülfe von Salpeterſäure bewirkte wäſſerige Löſung (1=20) darf durch Silbernitrat erſt nach 10 Minuten opaliſirend getrübt werden. Die wäſſerige, mit Eſſigſäure überſättigte Löſung (1=50) darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht verändert und durch Baryumnitrat erſt nach 2 Minuten opaliſirend getrübt werden.

Läßt man 2 g Natriumbicarbonat 10 Minuten mit 15 cem Waſſer in Berührung, ſo darf in der abgegoſſenen Löſung auf Zuſatz von 5 g Queckſilberchloridlöſung innerhalb 5 Minuten nur eine weiße Trübung, kein rothbrauner Niederſchlag entſtehen.

Natrium bromatum. Natriumbromid.

Weißes, kryſtalliniſches, an trockner Luft unveränderliches Pulver, in 1,8 Theilen Waſſer und 5 Theilen Weingeiſt löslich. Am Oehre des Platindrahtes erhitzt, giebt es eine gelbe Flamme, welche, durch blaues Glas betrachtet, nicht dauernd roth erſcheinen darf. Die wäſſerige Löſung, mit wenig Chlorwaſſer vermiſcht und mit Aether geſchüttelt, färbt letzteren rothgelb.

Zerriebenes Natriumbromid, auf weißem Porzellan ausgebreitet, darf ſich nicht ſofort gelb färben, wenn ein Tropfen verdünnter Schwefel- ſäure dazu gebracht wird. Auf befeuchtetes rothes Lakmuspapier

185 gelegt, darf dasſelbe die berührten Stellen nicht ſogleich violettblau färben. 20 g der wäſſerigen Löſung (1 = 20), mit einigen Tropfen Eiſenchlorid vermiſcht und mit Chloroform geſchüttelt, dürfen letzteres nicht violett färben. 20 g derſelben Löſung, mit 4 Tropfen Baryum⸗ nitrat vermiſcht, dürfen nicht getrübt werden.

10 cem einer Löſung von 3 ſcharf getrockneten Natriumbromids in 100 Theilen Waſſer dürfen nach Zuſatz einiger Tropfen Kalium⸗ chromat bis zur bleibenden Rothfärbung nicht mehr als 29,6 cem der Zehntel⸗Normalſilberlöſung verbrauchen.

Natrium carbonicum. Natriumcarbonat.

Farbloſe, durchſcheinende, an der Luft verwitternde Kryſtalle von alkaliſchem Geſchmacke, mit 1,8 Theilen kalten und 0,3 Theilen ſiedenden Waſſers eine alkaliſche Löſung gebend, in Weingeiſt unlöslich. Mit Säuren brauſt es auf und färbt, am Oehre des Platindrahtes erhitzt, die Flamme gelb. Es enthält in 100 Theilen 37 Theile waſſerfreien Natriumcarbonats

Die wäſſerige Löſung (1 = 50) darf weder durch Schwefel⸗ ammonium, noch nach Ueberſättigung mit Eſſigſäure durch Schwefel⸗ waſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat verändert und nach Zuſatz von Salpeterſäure durch Silbernitrat nach 10 Minuten nicht mehr als opaliſirend getrübt werden.

2 g des Salzes, mit 10 cem verdünnter Schwefelſäure gelöſt, dürfen, mit Jodlöſung und Zink verſetzt, unter den bei Acidum hydrochloricum erwähnten Bedingungen das mit der concentrirten Silbernitratlöſung (1 = 2) benetzte Papier nicht verändern. N 24

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Natrium carbonicum erudum. Soda.

Große, farblofe Kryſtalle oder kryſtalliniſche Maſſen von alkalifcher Reaction, an der Luft verwitternd, in 3 Theilen Waſſer, in Säuren unter Aufbrauſen löslich, in 100 Theilen mindeſtens 32 Theile waſſer⸗ freien Natriumcarbonats enthaltend.

Natrium carbonieum siccum. Entwäſſertes Natriumcarbonat.

Natriumcarbonat werde gröblich zerrieben, vor Staub geſchützt bis zur vollſtändigen Verwitterung einer 25° nicht überſteigenden Wärme ausgeſetzt,