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Dr, Frlederlch Kannglesser
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<t 1909 » Verlag Friedrldi oon ZezsAml^
Die Ciymologie
der
Phanerogamennomenclaiur.
Eine Erklärung der
wlssensdiaftlidien, der deutschen, französischen, englischen und holländischen Pflanzennamen.
Von
Dr. Friederidi Kanngiesser
Sera
F. pon ZezsdiwHz 1908
OJOIHiA M II f 5 fi 0 {i l\
Drack von Ramm & Seemann in Leipzig.
Vorwort.
Vorliegende Arbeit befaßt sich mit der Erklärung der Phanero- gamen-Nomenklatur. Es werden im allgemeinen nur jene Pflanzen- namen erläutert, deren Vertreter zugleich in den Floren von Deutsch- land, Frankreich, Holland und England einheimisch sind. Die offizielle, d. h. griechisch -lateinische Nomenklatur wird, wo nur möglich, mit den eigenen Worten der Schriftsteller des Altertums erläutert. Von der neusprachlichen, d. h. deutschen, französischen, englischen und holländischen Benennung wurden die gebräuchlichsten Bezeichnungen sämtlich erwähnt. Wo in vereinzelten Fällen eine Erklärung nicht gelang, wurde dies ausdrücklich vermerkt oder durch ein dem Wort beigefügtes „?“ hervorgehoben. Die Synonymik fand insoweit Be- rücksichtigung als ein sprachliches oder allegorisches Interesse vor- lag. Von der binären Nomenklatur wurden meist 'nur die Genus- bzw. Geschlechts- oder Gattungsnamen erläutert; die gewöhnlich lateinischen Spezies, bzw. Art- oder Sortennamen hingegen, die meist leicht verständlich sind, wurden nur dann erwähnt, falls sie selbst, bzw. ihre neusprachlichen Äquivalente der Erklärung be- durften. Für die des Holländischen Unkundigen sei an dieser Stelle bemerkt, daß holl, ou wie au, eu wie ö, ui wie eu, u wie ü, ij oder y wie ei, oe wie u und z wie s ausgesprochen wird. Manch fremd aussehendes holländisches Wort wird alsdann dem Deutschen leicht verständlich sein. — Schließlich sei noch ausdrücklich bemerkt, daß die botanische Identität der wissenschaftlichen Pflanzennamen mit den gleichlautenden römischen und altgriechischen Namen mehr denn oft auf sehr schwanken Füßen steht. Die Entstehung und Sprache der wissenschaftlichen Nomenklatur ist ja bekanntlich auf die Versuche von Kräuterkundigen zurückzuführen, die Pflanzen des Dioscorides und Plinius usw. mit denen unserer Flora zu identi- fizieren. Erst dem Botaniker Fuchs, der um die Mitte des i6. Jahrhunderts in Tübingen dozierte, war die Entdeckung Vorbe- halten, -daß jedes Land seine eigene Flora hat, daß die deutschen Pflanzen oft andere als die der alten Griechen seien. Es können bei Besprechung der einzelnen Gattungen diese Momente nur ge- streift werden. Des näheren darauf einzugehen, liegt außerhalb des Rahmens dieser Abhandlung. Schließlich sei noch insbesondere hervorgehoben, daß gerade Finne sich der griechischen Nomen- klatur oft zur Bezeichnung ganz anderer Pflanzen bedient hat.
Literaturnachweis.
Griechische Autoren.
QeocpQaOTOv Ttegl cpvTcov loToglag. Paris 1866. Theophrast, ein Schüler des Plato und Aristoteles, lebte um 372 — 287 v. Chr. Er war Philosoph und Botaniker.
HedavLOV J LOOv.OQidov yivaLaQßetog tieqI largr/.rig. Bißliov
yL — J. Leipzig 1829. Dioskorides, ein griechischer Arzt aus Kilikien, lebte um 50 n. Chr.
ralr^vov tzeqI y^QacJEcog ymI dvvdfXEtog tojv aTtltov cpaQixdvxov. BißlLOv Z — ©. Leipzig 1826. Galenus Claudius, Arzt, geb. 1 3 1 n. Chr. zu Pergamon in Kleinasien, gest. um 201 n. Chr. in Rom
Hippokrates, ein griechischer Arzt zu Kos (460 — 360 v. Chr.), erwähnt die Pflanzen nur in aller Kürze als Heilmittel, ohne auf ihre botanischen Eigenschaften näher einzugehen. — Die zwei Bücher über die Pflanzen des Aristoteles (394 — 322 v. Chr.) sind leider verloren gegangen. — Nikander, griechischer Arzt, lebte um 150 v. Chr. und verfaßte zwei Lehrgedichte: Qr^Qta/.a vmI d?x§iq)dQiiayM, in denen er der Heilwirkungen der Pflanzen gedenkt. — Lange Zeit wurden die zwei Bücher über die Pflanzen des Nikolaos von Damaskus (um Chr. Geb.) für die Aristotelischen gehalten. Der griechische Text ist verloren, doch ist aus erhaltener arabischer Version des Isaak Ben Honain eine lateinische Übersetzung von Alfredus vorhanden (Leipzig 1841). Das Werk handelt von den Pflanzen im allgemeinen, ohne auf Namenserklärungen einzugehen. — Aetios lebte im 6. Jahrhundert n. Chr. Er stammte aus Amida in Mesopotamien und war kaiserlicher Leibarzt in Konstantin opel. Sein Abriß der Heilkunde in 16 Büchern ist eine abgekürzte Abschrift, vornehmlich des Galen. — Schließlich sei bemerkt, daß Homers (900 v. Chr.), Hesiods (800 v. Chr.), Hero- dots (500 V. Chr.), teilweise Xenophons Werke (400 v. Chr.) und die Geographie Strabos (um Chr. Geb.) auf etymologische Notizen hin durchgearbeitet worden sind.
V
Lateinische Autoren.
C. Plinii Secundi naturalis historia. Berlin 1866. Plinius lebte 23 — 79 n. Chr. Als Enzyklopädist ist er unzweifelhaft von großer Bedeutung; wie wenig Beachtung er aber als Naturforscher verdient, er- hellt am besten aus einer Briefstelle seines Neffen C. Plin. Caecil. Sec.; vergl. Ep. III. 6. Repeto me correptum ab eo (sc. Plinio) cur ambu- larem: „poteras“ inquit „has horas non perdere“ nam perire omne tempus arbitratur quod studiis non impenderetur. Schon dieser Um- stand spricht eigentlich zu ungunsten des Plinius in der Polemik über Dioskorides und Plinius. Beide waren bekanntlich Zeitgenossen, und wegen der Übereinstimmung vieler Stellen ihrer erwähnten Werke wurde ihnen Plagiat vorgeworfen. Die einen stellen sich auf die Seite des Dioskorides, die anderen ergreifen für Plinius Partei. Nach dritter Meinung soll die Ähnlichkeit verschiedener Stellen auf eine gemeinsame Quelle zurückzuführen sein, als diese werden die Compositiones medicae des Scribonius Largus angegeben. Doch möchte ich letzterer Ansicht nicht beipflichten, da ich bei der Lektüre dieses Autors keinerlei zwingende Beweisgründe in dieser Hinsicht vorfand.
Lucius Apulejus. De medicaminibus herbarum über. Nürnberg und Altorf 1788. Der Urheber dieser Schrift lebte in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. und hat seinen Namen von dem bekannten Dichter aus Madaura usurpiert.
Marcus Porcius Cato Major (234 — 149 v. Chr.). De agri- cultura s. de re rustica. Der lateinische Text stellt wahrscheinlich nur eine Überarbeitung aus späterer Zeit dar. — Marcus Terentius Varro, f 116 v. Chr., schrieb: De re rustica und de lingua latina. — Des Publius Vergilius Maro (70 — 19 v. Chr.) Georgicon ist ein Lehr- gedicht über den Landbau. — Vitruvius Pollio lebte unter Caesar und Augustus. Er schrieb 10 Bücher: De architectura. Buch XII. 9 handelt ausführlich von den Bauhölzern; Buch VH. 14 finden sich einige Notizen über Farbstoff liefernde Pflanzen. — Aul. Corn. Celsus lebte um 25 n. Chr. und schrieb: De medicina; die Pflanzen werden nur als Heilmittel erwähnt. — L. Jun. Moderatus Columella lebte um 60 n. Chr. und schrieb de re rustica, wie eine besondere Abhand- lung: De arboribus. — Ebenfalls de re rustica schrieb Rut. Taur. Aemil. Palladius. Er lebte im 4. Jahrh. n. Chr. — Marcellus Empiricus lebte zu Anfang des 5. Jahrhunderts am Hofe des Kaisers Theodosius. Er schrieb: De medicamentis. — Vegetius Renatus Flavius, der ungefähr zur selben Zeit lebte, schrieb eine Ars veterinaria s. mulomedicina. — Die in diesem Absatz erwähnten Schriftsteller geben entweder überhaupt nicht, oder nur sporadisch Erklärungen von Pflanzen- namen,
Lexika.
Isidorus Hispalensis, Originum s. etymologiarum libri XX. Leip- zig 1833. Isidor, seit 594 Bischof von Sevilla, gibt im vorstehenden
VI
Werk eine Reihe Erklärungen lateinischer Worte. Speziell im XVII. Buch handelt er von den Pflanzennamen ab. — Das griechische Lexikon, das Hesychios von Alexandria im 5. Jahrh. n. Chr. verfaßte, nennt die Pflanzennamen, gibt aber keine Etymologie derselben.
Thesaurus Graecae Linguae ab Henrico Stephano constructus. 8 Bde. Paris 1831 — 1865.
Totius Latinitatis Lexicon opera et Studio Aegidii Forcellino. Bd. 1—6. Prati 1858-1875.
W. Pape, Griechisch - deutsches Handwörterbuch. Leipzig 1880.
K. E. Georges, Lateinisch - deutsches Handwörterbuch. Braun- schweig 1888.
Großes Universallexikon. 64 Bde. 1733 — 1750. Im Verlag von J. H. Zedier. Bei Beschreibung der Pflanzen ist in diesem Werk im Gegensatz zu anderen ähnlichen Werken, wie der Grande Encyclo- pedie frangaise und der Encyclopaedia Britannica, großer Wert auf die Synonymik und Etymologie der Pflanzennamen gelegt.
J. und W. Grimm, Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854 — 1905. Bd. I — IO.
L. K. Weigand, Deutsches Wörterbuch. 2 Bde. Gießen 1881 — 1882.
K. Schwenck, Wörterbuch der deutschen Sprache in Beziehung auf- Abstammung und Begriffsbildung. Frankfurt a. M. 1855.
Sachs, Enzyklopädisches Wörterbuch der deutschen und französischen Sprache. Berlin 1880.
E. Litt re, Dictionnaire de la langue fran9aise. Paris 1873 — 1875. 4 Bde.
A. Scheler, Dictionnaire d’etymologie frangaise. Bruxelles 1888.
D armestet er et Hatzfeld, Dictionnaire general de la langue frangaise. Paris.
Mur et. Enzyklopädisches Wörterbuch der deutschen und eng- ischen Sprache. Berlin 1891.
W. W. Sceat, An Etymological Dictionary. Oxford 1884.
Ch. Annandale, The Concise English Dictionary. London 1906.
C. A. X. C. T. Sicherer und A. C. Akveld, Nederlandsch - Hoog- duitsch en Hoogduitsch-Nederlandsch Woordenboek. Amsterdam. Leiden.
J. Frank, Etymologisch Woordenboek der nederlandsche Taal.
Botanische Werke.
W. L. Petermann, Deutschlands Flora. Leipzig 1849.
O. Wünsche, Die Pflanzen Deutschlands. Leipzig und Berlin 1901.
O. Sc hm eil, Lehrbuch der Botanik. Stuttgart und Leipzig 1903.
G. Bonnier und G. de Layens, Flore complete de la France. Paris.
G. Bentham, Handbook of the British Flora. London 1904.
E. Step, Wayside and Woodland Trees. London 1905.
M. Pirie, Flowers, Grasses and Shrubs. London.
W. F. R. Suringar, Zakflora. Handleiding tot het bepalen van de in Nederland wildgroeiende Planten. Groningen 1903.
H. Henkels, Schoolflora voor Nederland. Groningen 1904.
VII
L. Pfeiffer, Nomenclator Botanicus. Kassel 1873 — 1874. Enthält nur sporadisch und anmerkungsweise Erklärungen der offiziellen Pflanzen- namen.
G. Pritzel und Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Hannover 1882. Gibt des öfteren etymologische Notizen.
A. Martin, Die Pflanzennamen der deutschen Flora mit den wichtigeren Synonymen in alphabetischer Ordnung etymologisch erklärt. Halle 1851. Es wurden nur die sogen, lateinischen Pflanzennamen er- klärt. Das Werk lieferte ausgiebiges IMaterial.
Toussaint, Etüde etymologique sur les Flores Normande et Parisienne. Extrait du bulletin de la Societe des Amis de Sciences Naturelles de Rouen. 1905. Dies ausgezeichnete Werk wurde mir in dankenswerter Weise von dem Herrn Präsidenten der naturwissenschaft- lichen Gesellschaft in Rouen, Herrn H. Gadeau de Kerville, zur Verfügung gestellt.
F. Sohns, Unsere Pflanzen. Ihre Namenserklärung, sowie ihre Stellung in der Mythologie und im Volksaberglauben. Leipzig 1904.
J. A. W. Miquels Homerische Flora; übersetzt von J. C. M. Laurent. Altona 1836.
K. Koch, Die Bäume und Sträucher des alten Griechenlands. Stuttgart 1879.
H. Graßmann, Deutsche Pflanzennamen. Stettin 1870. Der Ver- fasser stellt in diesem Werk eine deutsche Nomenklatur auf, die den Vorteil bietet, der Verwechslung von Pflanzennamen vorzubeugen, und den papiernen Stil beseitigt, dagegen zu sehr mit fremdklingenden Provinzialismen arbeitet. Das System, das von Graßmann eingeschlagen wird, besteht darin, daß jeder Artname aus zwei einfachen Wörtern zu- sammengesetzt wird, von denen das zweite die Gattung bezeichnet.
W. M eigen. Die deutschen Pflanzennamen. Wesel 1882. Ist eigentlich nur eine Besprechung des vorgenannten Werkes.
O. V. Hovorka und A. Kronfeld, Vergleichende Volksmedizin. Stuttgart 1908. Bd. I imd II. Erschien während der Drucklegung und konnte daher nur noch sporadisch verwertet werden.
Aigremont, Volkserotik und Pflanzenwelt. Bd. 1. Halle 1908. Erschien ebenfalls während der Drucklegung der Arbeit und konnte da- her nicht mehr benutzt werden. Das Werk soll in einer der weiterhin erscheinenden Lieferungen eine Aufzeichnung von erotischen Pflanzen- namen enthalten.*)
*) Als Beispiele aus dem B«“ Band des Werkes seien die folgenden Namen gegeben: Klöterbusch (Corylus); Pfaffenhödchen (Evonymus); Jungfernstrauch (Ribes nigrum); Zitzerl (Berberis). — Vergl. des ferneren Orchis; Ragwmz (Ophrys); Puce- lage (Vinca). — Queckholder (Juniperus); Quickenbaum (Sorbus aucuparia); Hurle- busch, Füe (Ilex aquifolium) sollen von der ehemaligen Verwendung zu Lebensruten ihren Namen haben; mit Zweigen der genannten Sträucher wurden die Weiber erregt, um fruchtbar zu werden.
Einleitung.
Als Einleitung sei zunächst eine kurze schematische Übersicht über die Motive gegeben, die bei Benennung der Pflanzen in Betracht kamen. Nur die prägnanten Bezeichnungen sind als Beispiele gewählt worden. Im übrigen muß auf die Einzeldarstellungen verwiesen werden. Die Pflanzen sind benannt nach
morphologischen Eigenschaften:
Nach dem Gesamthabitus der Pflanze vergl. u. a. Adoxa, Centun- culus, Traveller’s-joy (Clematis); Mignonette (Draba); Zwerggras (Mibora).
Wegen der Ähnlichkeit der gesamten Pflanze mit einer anderen Pflanze: Valerianella.
Nach der Wurzel: Yellow -bird’s-nest (Monotropa) ; Knoblauch (Allium); Coralliorhiza ; Neottia, Nestwurz; Keulenwurz, Herkuleswurz (Nymphaea); Rettich (Raphanus); Schwarzwurzel (Scorzonera) ; Braunwurz (Symphytum).
Nach dem Stengel: Polygonum (Knöterich) ; Weiberzorn, Weiber- klatsch, Frauenkrieg (Ononis); Lidstengl (Hippuris).
Nach den Blättern: Tausendblatt (Achillea); Segge (Carex); Filago, Filzkraut; Pinguicula, Vetblad; Leontodon, Loewenzahn; Pfennigkraut, Wiesengeld (Lysimachia „nummularia“) ; Sagittaria, Pfeilkraut; Vrouwen- tongen (Populus tremula); Hydrocotyle, Nabelkraut, Pennywort; Tausend- loch (Hypericum); Taubecher, Frauenmantel ( Alchimilla) ; Dipsacus, Cabaret des oiseaux, Lavoir de Venus.
Nach der Blüte: Blütenstand — Form — Farbe. Goldregen (Cytisus); Jungfemkraut, Pucelage (Vinca); Langue de femme, Amourette, Schellenbäumchen (Briza); Alopecurus, Fuchsschwanz: Gretchen im Busch, Jungfer im Grünen (Nigella Damascena); Campanula, Glockenblume; Bosch vogeltje, Cephalanthera; Cypripedilum, Frauenschuh; Rittersporn (Delphinium); Digitalis, Fingerhut; Bischofsmütze (Epimedium); Sieben- stern (Trientalis); Fliegenblume, Bienenblume, Spinnenblume (Ophrys); Stern aus Bethlehem (Gagea); Star of Bethlehem (Ornithogalum) ; Schach- blume, Damier, Kievitsbloem, Fritillaria Meleagris; Jungfer im Hemd (Galanthus); Homme-pendu (Aceras); Sturmhut (Aconitum); Sang de Venus (Adonis); Löwenmaul, Snapdragon (Antirrhinum); Manteau royal (Aquilegia); Stiefmütterchen (Viola tricolor); Anthoxanthum , Flouve; Schoentjes en laarsjes (Lotus); Malteser Kreuz, Brennende Liebe, Rubin- chen (Lychnis).
IX
Nach der Frucht: Dreizack, Triglochin; Wildermannskraut (Pulsa- tilla); Erodium, Kranichschnabel; Geranium, Storchschnabel; Käsekraut (Malva); Filzläuse (Caucalis); Schöterich (Erysimum); Pfaffenhut, Kardi- naalsmuts (Evonymus); Capsella, Hirtentäschel; Physalis, Amour en cage. Lampionplant; Lunaria, Judassilberling; Schildkraut (Alyssum); Tete de mort (Antirrhinum).
Nach dem Samen: Nigella; Blinks (Montia); Lithospermum, Perl- kraut; Astragalus.
Nach physiologischen Eigenschaften:
Nach der Blütezeit: Weihnachtsrose (Helleborus); Winterstern (Eranthis); Frühling (Daphne); Zeitlose (Galanthus); Kuckuksblume (Orchis); Sporkeiblume, Sommertürchen, Zeitlose, Niveole, Lenteklokje (Leucoium); Fleur de Päques (Anemone); Vernalgrass (Anthoxanthum) ; Meidoorn (Crataegus); Sommerwurz (Orobanche); Calendula; Vakanzblume (Cichoria); Michaelisblume, Zeitlose (Colchis); Zeitlose (Bellis).
Nach der Fruchtreife: Johannisbeere (Ribes); Aprikose (Prunus armeniaca). — Nach physiologischen Eigenschaften der Frucht: Impatiens, Rühr mich nicht an, Hüpferling.
Nach der Zeit des Öffnens oder Schließens der Corolla: Faule Magd, Neunerblümle, Shepherd’s or Poor Man’s Weather-glass, John- go-to-bed-at-noon (Anagallis); Dame d’onze heures (Ornithogalum) ; Hesperis, Nachtviole; Nachtkerze, Siebenschläfer (Oenothera).
Nach dem Saftgehalt der Pflanze: Lactuca; Wolfsmilch (Euphorbium); Milchbaum (Acer camp.); Sapin (Abies).
Nach physiologischen Eigenschaften der Blätter, bzw. des Stengels: Drosera, Sonnentau, Vliegenvangertje; Urtica, Brennessel.
Nach dem Geruch: Ruchgras (Anthoxanthum); Stinkhout (Frangula); Bois-sent-bon (Myrica); Veenreukgras (Hierochloa); Faulfischkraut (Cheno- podium vulvaria); Moschusblümchen (Adoxa); Gottesvergeß (Ballota).
Nach dem Geschmack: Bittercress (Cardamine); Bitterkruid (Picris); Erdgalle (Erythraea); Pfefferbaum (Daphne); Bittersüß (Solanum „dulca- mara“).
Nach der Giftwirkung: Venijnboom (Taxus); Henbane (Hyoscyamus); Wolfsbane (Aconitum Lycoctonum); Wolfskers, Tollkirsche (Atropa); Kindermord (Juniperus Sabina); Wolfsmilch (Euphorbium); Wütrich, Cow- bane (Cicuta); Wolfsbast (Daphne).
Nach der parasitären Lebensweise: Orobanche, Hanftod, Kleeteufel, Broomrape; Baummarder (Viscum).
Nach sogen, medizinischen Eigenschaften:
Benediktenwurz, Avens (Geum); Potentilla; Heilt allen Schaden (Valeriana); Heil aller Welt (Achillea); Verbodden Baum, Jungferpalme (Juniperus Sabina); Koortswortel (Valeriana); Herzgespann (Leonurus); Mutterkraut (desgl.); Matricaria; Augentrost (Euphrasia); Brunelia; Herbe aux femmes battues (Bryonia); Gichtrübe (desgl.); Milzkraut, Chryso- splenium; Wurmkraut (Tanacetum); Milchkraut, Polygala; Pulmonaria,
X
Lungenkraut; Alyssum; Gauchheil (Anagallis); Angelica, Engelkraut, Herbe du St. Esprit; Althaea; Roerkruid; Aristolochia.
Die Veranlassung zum Gebrauch der Pflanze gegen ein Leiden liegt häufig in der Form der Pflanze selbst. In der Heilkunde wurde diese als „Signaturlehre“ bezeichnete Disziplin vornehmlich von Paracelsus wieder aufgefrischt: So wurde Lithospermum wegen seiner steinharten Samen gegen Steinleiden verwandt, Vesicaria wegen der blasenförmigen Schöt- chen gegen Blasenleiden, Saxifraga wegen der Kalkausschwitzung der Blätter gegen Steinleiden, Hepatica wegen der Lappenform der Blätter gegen Leberleiden, Scrophularia wegen der knotigen Wurzeln gegen Drüsenknoten, Ranunculus ficaria wegen der Wurzelknöllchen gegen Feig- warzen und Hämorrhoiden, Pulmonaria wegen der blau und roten Blüten gegen Lungenleiden. Das homöopathische Prinzip dieser Heilmethode scheint auch der Verv'endung von Doronicum gegen Vertigo zugrunde zu liegen. Denn Doronicum, das auf steilen, schwindligen Höhen wächst, wird als Schwindelkraut, Duizelkruid gegen Schwindel angewandt.
Nach mythologischen Eigenschaften sind benannt: Alraun, Heinzelmännchen (Mandragora); Rowan (Sorbus aucuparia); Bettstroh (Asperula); Berufskraut (Erigeron); Jageteufel (Hype- ricum); Artemisia „dracunculus“, Esdragon; Liebesorakel (Chrysanthemum).
Nach technischen und ökonomischen Eigenschaften:
Weberdistel (Dipsacus); Eriophorum, Bettfedern; Spar (x\bies); Kaddig (Juniperus); Pailleuse (Zostera). — Glaskraut (Parietaria) ; Lavan- dula. — Heudieb (Plantago); Poison de la terre (Aristolochia); Hühner- darm (Anagallis und Stellaria); Luizenboom (Evonymus); Pedicularis; Pulicaria; Fleabane (Erigeron); Canary-grass (Phalaris); Triticum.
Aus ökologisch-geographischen Gründen:
Nach der Heimat oder Herkunft: Medicago; Brassica „sabauda“, Savoyischer Kohl, Chou de Milan; Cochlearia „armorica“; Cydonia; Wal- nuß (Juglans); Juniperus „sabina“; Heidekorn, Tatarenkorn, Sarassin (Fagopyrum); Rhabarber (Rh eum); Pamassia; Persica; Prunus „armeniaca“; vergl. Isidor. XVII. 7. 3. Nam multae arbores nomina ex provinciis vel civitatibus, de quibus allatae sunt, acceperunt.
Nach Standorts Verhältnissen : Hydrocharis, Froschbiß; Najas, Nix- kraut; Aconitum; Rainweide (Ligustrum); Rainfarren, Revierkraut (Tana- cetum); Limosella, Schlammkraut; Litorella, Strandling; Hungerblümchen (Draba); Heide (Calluna, Erica); Mooswurz, Dennorchis (Goodyera); Parietaria, Herbe aux nonnes; Potamogeton; Veenbes (Vaccinium oxy- coccus); Speedwell (Teucrium); Ammophila, Haut Dune; Andromeda, Rots- bes; Arabis; Arenaria; Hieracium, Habichtskraut; Duindoorn (Hippophaes).
Nach Personennamen:
Nach Botanikern: Lonicera, Hottonia, Lobelia. ~ Nach Fürsten: Gentiana, Eupatorium. — Nach Heiligen: Barbaraea; St. Christophskraut
XI
(Actaea); Kunigundenkraut (Eupatorium). — Nach Personen aus der alten Helden- und Götterlehre: Achillea, Centaurea, Heracleum.
Prävalierend für die Bezeichnung der Pflanzen sind die Eigen- schaften der Blüte und der Frucht, die Standorts Verhältnisse und die den Pflanzen zugedachten medizinischen Wirkungen.
In gleicher schematischer Kürze wie zuvor seien einige philologische Notizen gegeben. Zunächst über die
sprachliche Herkunft der Pflanzennamen.
Von den 473 abgehandelten offiziellen Gattungsnamen der nord- westeuropäischen Flora stammen 238, also ungefähr die Hälfte, aus dem Griechischen; vergl. z. B. Antirrhinum, Cephalanthera, Echium, Physalis usw.
— Aus dem Lateinischen stammen 173, also zirka ein Drittel der betr. Namen. Die römische Nomenklatur bedurfte bereits der hellenischen zur Aushilfe: Plin. XXI. 28. Sunt et alia genera nominibus Graecis indicanda, quia nostris maiore ex parte huius nomenclaturae defuit cura. Als typisch lateinischen Ursprungs vergl. z. B. die folgenden Namen: Bellis, Fumaria und Urtica. — Gemischten Ursprungs, d. h. Bastard- namen, sind Majanthemum und Fagopyrum. — Aus dem Arabischen stammen ii Namen; vergl. Taraxacum, Datura, Berberis. Manche arabischen Pflanzennamen werden jedoch a.uf das Griechische zurück- geführt, da ja die Araber (wie die Römer) in der Pflanzen- und Heil- kunde die Schüler der Griechen waren; vergl. diesbezüglich Physalis „Alkekengi.“ — Aus dem Keltischen stammen zwei Namen: Armeria und Betula, und je ein Name aus dem Deutschen (Brunella), dem Orientalischen (Tulipa) und dem Asiatischen (Oryza). — Nach Personen sind 28 Gattungsnamen genannt. — Von 16 Namen war die Herkunft unklar.
Die Gleichnamigkeit verschiedener Pflanzen
findet sich selbstredend nicht unter den offiziellen, wohl aber unter den offiziösen und Volksbezeichnungen. So ist der Name Leberkraut, Liver- wort. Mutterkraut, Roerkruid, Ruhrkraut und Wundkraut, herbe militaire, herbe ä la coupure für vielerlei Pfanzen gebräuchlich; vergl. diesbezüglich auch Zwrog; im Holländischen bedeutet Kers sowohl Kirsche als Kresse.
— Hierher gehört auch das Kapitel der Namensusurpation einer wert- volleren Pflanze durch eine minder wertvolle, ihr aber in irgend einer Beziehung ähnliche Pflanze; vergl. z. B. über Galgant unter Cladium und Cyperus, desgl. Myrrhe für Myrrhis usw.
Als despektierliche Bezeichnung
wird häufig der Name eines Tiers dem Namen einer Pflanze beigesetzt, um diese als minderwertige zu bezeichnen; vergl. Rosa canina, Hunds- rose, Dog-rose; Hundspetersilie, Ache de chien (Aethusa); Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) ; Horse-radish, radis de cheval (Cochlearia Armorica).
XII
Unter Antiphrasis
versteht man die scherzhafte Benennung nach Eigenschaften, deren Gegenteil gerade zutrifft; vergl. unter Holosteum, auch unter Evonymus und Beinheil (Narthecium) und unter Sagina.
Als Appositiva
zu herba sind u. a. die folgenden Pflanzennamen aufzufassen: Achillea, Hepatica, Herniaria, Impatiens, Pedicularis, Pulmonaria.
Die Diminutivbildungen
sind unter den Pflanzennamen sehr häufig; aus der offiziellen Nomen- klatur vergl. u. a. Asperula, Campanula, Centunculus, Gladiolus, Radiola, Ranunculus, Nigella, Serratula.
Die Endung -ago
findet sich bei den lateinischen Pflanzennamen nicht selten. Teils soll durch sie die Ähnlichkeit mit der vorgenannten Pflanze angedeutet werden, teils scheint besagte Endung von agere, fortführen, bzw. herbei- führen, abzuleiten zu sein. Von offiziellen Namen vergl. Medicago, Tussi- lago, Plantago, Solidago, auch Plumbago, Trixago, ferner Lappago, Cunilago.
Als Korruptionen
aus fremden Sprachen sind die folgenden Worte aufzufassen: engl. Orache, franz. Arroche, aus lat. Atriplex, dieses wiederum aus dem griechischen ^^TQdq>a'Mg] Malva aus MaXdx'iq, Lattich aus Lactuca; Fenchel aus Foeniculum; Alant aus Inula; Spargel aus Asparagus. Ein interessantes Kapitel der Sprachverderbung ist die
Assimilation, bzw. Volksetymologie, worunter man das Mundgerechtmachen fremdklingender Namen versteht; vergl. Leerbaum aus Larix; Liebstöckel, Leberstöckel aus Levisticum; Maindegloire aus Mandragora; Winkelkraut aus Vinca; Osterluzei aus Aristolochia; Rosenmarie, Rosemary und ros marinus selbst aus dem ungetrennten Rosmarinus; Farfugium aus Farfara (s. unter Tussilago); Siebenbaum, Segenbaum aus (Juniperus) Sabina; Josephli aus Hyssopus; auch Creeping Jenny aus Creeping Penny (Lysimachia nummularia) gehört mit Reservat hierher. Das beste aber hat die Volksetymologie aus Rain- varren gemacht, indem sie das Kraut auch Rheinfallkraut nannte. (Tanacetum).
Daß ganze Sätze
zur Namensbezeichnung verwandt werden, ist eines der interessantesten Kapitel der Synonymik. Als Beispiele seien genannt: Vergißmeinnicht, Souviens-toi-de-moi, Aimez-moi, Plus je vous vois, plus je vous aime (Myosotis); Sitt in d’Hose (Bidens); Ich acht sein nicht (Briza); Dis- moi-la-verite (Chrysanthemum); Klim op (Hedera); Rühr mich nicht an (Impatiens); John-go-to-bed-at-noon (Anagallis); Nimm mir nichts (Alchi- milla); Denkmein (Omphalodes); None-so-pretty (Saxifraga umbrosa); Volg my na (Orchis Morio).
A.
Abies.
Isid. etyin. XVII. 7. 32. Abies dicta quod prae ceteris arboribus eat (h. e. abeat) longe et in excelsum promineat von abire, abweichen, weil sie die übrigen Bäume an Höhe über- trifft, vergl. die griech. Bezeichnung ilazrj, von eXav ziehen, also etwa „die in die Länge gezogene“, „hochanschießende“ — nach anderer Erklärung dasselbe wie das griech. Ttixvg^ Kiefer. Das a ist euphe- mistisch dem Stamme vorgesetzt. Die Grundbedeutung ist die des spitzen, wie aus dem Klang des Wortes Tvixvg hervorgehen soll, — nach dritter Erklärung von ßiog, Leben, Anspielung auf die Lang- lebigkeit des Baumes.
d. Tanne, verw. mit dem deutschen: dehnen, in die Länge ziehen. S. vorher — oder verw. mit engl, dun: dunkel, wegen ihrer dunklen Nadeln, vergl. die Bezeichnung des mit Tannen bestockten „Schwarz- waldes“.
f. Sapin vom lat. sappinus von sapa, fz. seve, d. Saft, also soviel als Harzbaum, vergl. Vitruv. De architectura H. 9. Abies. — Quae vero est Superior — dicitur esse fustema, ima autem sappinus (Saftstück) vocatur.
e. Fir, vergl. die deutsche Bezeichnung Föhre (allerdings für Kiefer, diese wie Fichte werden ja häufig mit Tanne verwechselt, vergl. die bayer. Bezeichnung Weißfichte für Tanne) fir, Föhre vom griech. TVQlvog, lat. pinus, s. d. oder verwandt mit e. firm: hart wegen des Holzes resp. mit langobard fereha: quercus, s. d. oder endlich mit fire: Feuer, weil als Brennholz benutzt wird.
n. Zilverspar. Zilver: Silber wegen der silbergrauen Rinde, (oder wegen der unterseits silberfarbenen Nadeln). Spar unser deutsches Span'en (Dach-) Balken, weil das Holz zu Balken verarbeitet wird. — Dennen- hout = Tannenholz.
Acer,
von a/.Qog spitz, weil die Blätter in spitze Ecken auslaufen oder weil Lanzen aus seinem Holz gemacht wurden, ev. verwandt mit dem hebr. cheren, Hom. Das n von cheren ist unterdrückt und kehrt
Kanngiesser, Etymologie usw. 1
in acemus dem adj. von acer wieder. Das a wurde euphemistisch vor cheren als Anlaut gesetzt. Acer hieße also wegen seiner Härte soviel als Hombaum; nach dritter Meinung von ay.qlg Heuschrecke mit Bezug auf das Aussehen der geflügelten Früchte, vergl. hierzu die griech. Bez. für Acer compestre G(p£vdajLivog von Gq)evd6vr] Schleuder aus gleichem Grunde.
d. Ahorn, mit diesem Namen soll ursprünglich die Platane bezeichnet worden sein, Ahorn könne daher nicht von acer abstammen wie angenommen wird. — Doch läßt sich die Verwandtschaft von Ahorn mit acer nicht absolut abweisen, das n von Ahorn findet sich eben- falls in erw. acemus wieder.
f. Erable, vergl. arabre (Haute Provence) aus acer arbor = Ahombaum oder aus acer albulus, weißlicher Ahorn, wegen der Farbe des Holzes.
e. maple ags moepel, mapel-treow, mapulder, celt. mapwl, verwandt mit dem lat. macula Fleck, Maser im Holz. Acer campestre wird auch Maserholz genannt, ebenso Maßholder, Namen, die ev. mit macula, maple in Verbindung stehn.
71. Ahorn: Franck bezeichnete ihn als den einzigen holl. Namen für Acer, Henkels und Turingar hingegen nennt Acer vornehmlich Esch- doorn, d. h. Eschenstrauch, mit Bezug auf die Flügelfrüchte, die dem Ahorn wie der Esche gemeinsam sind. Sicherer versteht unter Esch- doom jedoch Crataegus, auf die der zweite Bestandteil des Wortes besser zutrifft. Doch scheint dieses Synonym für Crataegus auf dem Umweg über Acer entstanden zu sein, dessen Blätter an die von Crataegus, nicht aber an die der Esche erinnern.
Acer campestre.
d. Feldahom, da er im Feldgehölze wächst. Maßholder bereits erklärt oder dieselbe Etym. wie Maßliebchen s. u. Bellis. Schles.: Milchbaum, wegen des süßen Milchsaftes.
f. Erable champetre.
[ e. common oder small -leaved maple, z. d. gewöhnlicher oder klein- blättriger Ahorn.
7t. Kleine Eschdoorn.
Acer pseudo-platanus.
Isid. XVII. 7. 20. Sycomoms, sicut Graeca nomina sunt. Dicta autem Sycomorus, e quod. sit folium simile moro pseudo-platanus unechte Platane, wegen seiner Ähnlichkeit mit diesem Baum (Blätter).
d. Bergahorn, wächst in Bergwäldem.
f. Sycomore lat. sycomorus, gr. Gvyof^OQog von Gvyiov Feige, iioQOv, murus Maulbeere, weil seine Blätter den gelappten Blättern der Maulbeere und Feige ähnlich sehen — oder vom hebr. shikmah, Bergahom. Die norm. Bez. chicamore kommt dieser Etymologie am nächsten. — Faux platane: Falsche Platane.
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e. Sycomore, auch Sycamore.
11. Schotsche lindeboom. Schottischer Lindenbaum. Der lindenähn- liche Baum wächst in Schottland wild, aus seinem Saft bereitet man daselbst ein weinartiges Getränk; s. Milchbaum unter acer campestre; vergl. Acer saccharinum den Zuckerahorn in Nordamerika. — Luiten- boom. Soll das Wort mit luit, die Laute in Connex stehen, weil aus seinem Holz Lauten gemacht wurden? Vergl. die deutsche Bez. Lauterbaum; vergl. ferner die Ableitung des deutsch. AVortes Laute vom arab. alüd, das ursprünglich etwas von Holz bedeutet.
Aceras,
a privativum. Keqag Hom. Die Blüte ist ohne den typischen Sporn der Orchidaceen, zu welcher Familie die Pflanze gehört. K. anthropophora von av^QCOTtog Mensch und (peQCO tragen, weil die Unterlippe, zweimal so lang als die Kelchblätter, herabhängt und deshalb mit einem hängenden Mann verglichen werden kann. Die seitlichen Lappen der Unterlippe stellen die Arme, und der Mittel- lappen, w'elcher lang ist und in zwei Fortsätze ausläuft, die Beine und Körper dar.
d. Ohnhom — Bockshödlein, s. u. Orchis.
f. Aceras (homme-pendu = hängender Mann).
e. Man-Orchis: Mannorchis. n. Spoorloos: Sporlos.
AcMllea. ^ ^ylyl'k'kEiog ßoravr] vergl. Hottonia und Millefolium.
Plin. XXV. 19. Invenit et Achilles discipulus Chironis qua volneribus mederetur. quae ob id Achilleos vocatur.
Apul. med. herb. 88. Graeci myriophyllon, Latin! millefolium. Hane herbam Achilles invenit, unde vulnera ferro facta sanabat, et ob id Achilleos vocatur.
Achilles (Kraut) nach Achilles, der es entdeckt und gegen Wunden angewandt haben soll.
d. Garbe, ahd. garwe, ags. gear(u)we, darunter versteht man soviel als Gesundmacher, Heiler, ahd. garwä, die Heilende, Herstellerin. Garbe daher soviel als „Heilpflanze“, vergl. die deutsche Bez. Heil aller Welt! Vergl. ferner Gariot unter Agrimonia. — Schafgarbe, dient als Futterkraut.
f. Achillee — Millefeuille, z. d. Tausendblatt, vergl. die Artbez. A. mille- folium wegen der feinfiederteiligen Blätter.
e. Yarrow, s. Garbe. — Milfoil.
n. Gerw. — Duizendblad. — Hazengras.
Aconitum, av.ovLxov.
Theophr. Plant. IX. 16. 4.
0v€Tai TTavzayov y.ai ovv. iv taig
1*
4
jiicvov acp tov exei T7]v ^^oorjyoQiav' avTrj öi egtl yxifAri TLg Tcüv MaQiavövvwv. (pLlel Si fj-aXiOTa Tovg TieTQcoöetg roTtovg.
Antigon. Hist, mirab. 119. sc. 13 1. QeoTtof^Ttog öe cpriOLv 0 laroQio- ygacpog ro VMXoifxevov dyonrov yiyveod^ai fxiv tvcqI Hgayleiav r^v h TUi TZOVTO) Talg ovojuaKof-ievaig Av.ovaig.
Nicand. Alexipharm. 42 — 43.
Ivö A'ybvaig.
Sr^r^uv d'AtvTivov sveßldoTrjGev OQoyyoig.
Ovid. Metam. VII. 418 — 419.
Quae quia nascuntur dura vivacia caute Agrestes aconita vocant.
Diosc. IV. 77. aJg xqtüVTai TZQog Tag twv Xvuov ^riQag ivTid^evTeg y.QeaGLv wfiolg' ßgcod^elGai ydg VTtb TtZv Xvytov, dvaiQovGiv avTovg.
Plin. XXVII. 3. nascitur in nudis cautibus, quas aconas nominant, et ideo aconitum aliqui dixere, nullo iuxta ne pulvere (xoVtg) quidem nutriente, hanc aliqui rationem nominis atulere, alii quoniam vis eadem esset in morte, quae cotibus in ferri acie deterenda, sta- timque velocitas sentiretur.
Lucanus IV. 322. Pallida Dictaeis nascentia saxis Infundas aconita.
Galen. Pharmacologia Z. 19. ^Aagvitov ^ TtaQÖa^layxsg. 20. "Ayo- vLTov ^ Xvy.oyTOvov. IdiMieQOv öe Xv'AOvg avaigelv Ttecpvyev coGTzeg eyelvo TtagödleLg.
Isid. etym. XVII. 9. 25. Acone partus est Bithyniae, qui proventu malorum graminum usque adeo celebris est, ut noxias herbas aconita illinc nominemus.
Aconitum entweder von einem Ort oder einer Gegend ähn- lichen Namens, wo es in Massen wuchs, so benannt, oder von d'Aovai steile Felsen, auf denen sein Standort, event. von xoVry Tötung mit anlautendem a, wegen seiner Giftwirkung, oder endlich, weil er auf Felsen wachsend sich nur von yavig Staub ernährt.
Aconitum Napellus.
Diminutivum von Napus, Rübe, wegen der rübenförmigen Wurzel.
d. Eisenhut, Sturmhut, Mönchshut, Narrenkappe. Diese Namen sind wegen der Form der Blüte gegeben, ebenso am Naheufer: Venus- wägelchen, Tauben wagen, bei Bremen Pferd und Wagen, Reiter zu Pferd. Die Helmhaube soll den Wagen darstellen.
f. Aconit. Char de Venus = Venuswagen. Casque = Helm (de Jupiter) oder casque bleu wiegen der blauen Blütenfarbe. Capuche de Moine = Mönchskapuze.
e. Aconite. — Monk’s-hood. — Helmet-flower (Helmblume). n. Monnikskap, Stormhoed.
Aconitum lycoctonum.
Vergl. Diosc. und Galen, ebenso die Synonyma yvvo'yTOVov, f.iVoy.-
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TOroy, ■d-tjQO(p6vov. Die Pflanze wurde zum Töten wilder Tiere benutzt.
d. Wolfswurz.
f. Aconit tue-loup (töte den Wolf), Etrangle - loup (würge den Wolf).
e. Wolf’s-bane = Wolfsbann.
71. Gele monnikskap = Gelber Mönchshut, wegen der Blütenfarbe.
Acorus, (xy,oQog.
Diosc. I. 2. 'O de xvXdg rrß Qlt7]g dTto/Md^algei za eTtLO/MTVoivTa xdXg AOQaig.
Plin. XXV. loo. radices gustu acres.
Isid. etym. XVII. 9. 10. Acorum, acerrimi odoris.
Acorus von a priv. und Pupille, weil die Pflanze Augentmbungen
heilt (Diosc.). — Nach anderer Meinung von a priv. und zo^og Sättigung, ihre gewürzhafte Wurzel soll appetiterregend wirken. — Nach dritter Ansicht verwandt mit acer, scharf, wegen des unan- genehmen Geruchs der zerriebenen Bieter oder wegen des scharfen Geschmacks der Wurzel.
d. Kalmus aus calamus, vAXaf-iog Rohr, bezw. Sumpfgewächs überhaupt.
/. Acore.
e. Sweet Flag = Süße Flagge, wegen des flaggenartigen, schwert- förmigen Blattes und der gewürzhaften Wurzel. Sweet sedge, über sedge s. u. Carex.
n. Kalmus. Swanenbrood (= Schwanenbrot) : Teichpflanze.
Actaea,
lat. acte, griech. azrij Holunder, s. u. Sambucus. Actaea weil seine Blätter und Blüten denen des Holunder gleichen — oder von acta, azirij Gestade, av.Talog an Ufern, weil es am Ufer wächst — oder nach Finne das Kraut des Aktäon, der von seinen durch den Genuß dieses Krautes wütend gewordenen Hunden gefressen wurde.
d. Christophskraut. Zu Ehren des heil. Christoph, des Geisterbanners.
f. Actee — Herbe de Saint Christophe.
e. Baneberry. Herb Christopher.
n. Actaea.
Adonis.
^'Adwvig die griech. Bez. einer phöniz. Gottheit: Adon, was auch Herr bedeutet; vergl. den hebr. Namen adon, Herr und Adonai für Gott. Phoeniz. und Hebr. sind bekanntlich Dialekte eines Stammes. Die Syrer wie Phönizier verstanden unter Adonis vornehmlich den Sonnengott. Adonis hieße also soviel als Sonnenblümchen wegen der leuchtenden Farbe seiner gipfelständigen Blüte ( — oder nach dem
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mythol. Königssohn Adonis, der in eine Blume verw’andelt wurde, benannt; vergl. Ovid Mtam. X.)
d. Adonisröschen.
e. Pheasant’s-eye, Fasanenauge. — Adonis.
/. Adonis. — Oeil de perdrix, Rebhuhnauge. — Sang de Venus, Venus- blut, Rubissant, vom lat. ruber, frz. rouge; rot. — Goutte de Sang Blutstropfen; sämtliche Namen wegen der roten Blütenfarbe; ebenso n. Kooltjes-vuur. = Köhlchenfeuer; vergl. den deutschen Namen Feuer- röschen.
Adoxa,
von aSo^og, unberühmt, wegen ihres unscheinbaren Aussehens.
d. IMoschusblümchen, Bisamkraut. Bisam (vom hebr. Bosam = Aroma) ist ein stark riechender Saft des Bisamtieres. Das Pflänzchen duftet schwach nach Moschus.
f. Adoxe moscatelline. Herbe musquee. IMoscatelle: Diminutifform.
e. IMoscatel.
n. Muscuskruid.
Aegopodiiim,
Ziege, Ttovg Fuß alyLTtodrjg ziegenfüßig, bezieht sich auf die wegen der eingeschlagenen Züngelchen einem Ziegenfuß ähnendeln Blumenblätter.
d. Giersch, unbek. Herkunft. Ziegenkraut. Zipperleinkraut, wurde gegen Podagra benutzt, vergl. den Artnamen Aeg. podagrarium.
f. Egopode. Herbe aux goutteux. Gichtkraut, ebenso
e. Goutweed, Gichtkraut. — Woher die Namen Bishop’s-weed, Herb Gerard, auch
n. Gerardskruid (?) Geitepoot = Geißfuß. Wilde Geer verw’. mit Giersch. Zevenblad, wegen der sieben Blätter einer Spreite.
Aera, s. Aira, aXqoiy
Name mehrerer als Unkraut unter dem Getreide wachsenden Gräser, vielleicht von alqiß in die Höhe gehen. d. Schmiele, frk. schmilme Grashalm, auch der spitze Beschlag eines Stockes — oder verwandt mit schmal, wegen der schmalen Gras- blätter ev. verw. mit Schmelz, wegen der glänzenden Blütenhülle.
f. Gauche von caucher drücken, pressen, wegen der flachen Blätter.
(f. Hairgrass, wegen der zarten Halme des Blütenstandes Haargras genannt. 71. Smeele, auch Boendergras z. d. Scheuergras, weil es wegen der rauhen Halme zum reinigen benutzt wurde. — Bentgras: Binsengras s. u. Juncus.
Aesculus.
Isid. etym. s. u. Facgus
von esculus Speiseeiche, von esca Speise. Der Name dieser Eichen-
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art wurde des ähnlichen Baumhabitus wie der eßbaren Frucht halber auf Aesculus übertragen — oder verw. mit avJvXog Eichel wegen der Frucht — ev. aus aiyog y.vlov: al'^ Ziege, yvXov die Vertiefung unten am Auge, das Auge. „Ziegenauge“ wegen der augenförmigen Gestalt der Frucht. Der Sortnamen Hippocastanum, von iTtTtog Pferd und YMOravov Kastanie. Der getrocknete zermahlene Same wurde Pferden, besonders wenn sie krank waren, unter das Futter gemischt. — Nach anderer Erklärung deswegen hippocastanum z. d. Roßkastanie, weil die Frucht im Gegensatz zur echten Kastanie ungenießbar ist, vergl. Meerrettig, Hundsveilchen usw. Zu deutsch auch Saukastanie und Foppkastanie genannt.
d. Roßkastanie.
f. marronier, ital. marrone. Sollte dies Wort nicht mit Mähre, Pferd verwandt sein? — Event, vom hebr. armon Platane, das man ehe- dem mit castanea übersetzte, oder verwandt mit dem römischen Bei- namen Maro, es wäre dann wegen der glänzenden Samen von fjaLQO) leuchten, glänzen abzuleiten. — Unter dem Wort fxccQaog, LiccQaoVy das sich bei Eustathius findet, verstand man die Frucht der Comelkirsche (die gewöhnlich TcizTa^ig genannt wird); auch dieser Name könnte mit fAaiqto leuchten verv^andt sein, war aber wohl keineswegs für marronier ursprünglich.
Horse-chestnut = Pferdekastanie.
n. Paarden Kastanje. — Wilde Kastanje.
Aethusa,
aiS^ovoa die funkelnde oder brennende von aY'9'{vaa)co wegen der glänzenden Blattunterseite oder wegen ihres scharfen Geschmacks.
d. Gleiße von glitzern, s. o. event. von gleißen, in der Bedeutung falsch sein. Die Pflanze ist eine Giftpflanze, die im Garten neben der Petersilie vorkommt und da ebenfalls Umbellifere mit dieser zu Verwechslungen Veranlassung gab. — Hundspetersilie, als verächtliche Bezeichnung.
f. Ache-des-chiens = Hundseppich. Apium, Eppich, ist ebenfalls eine Umbellifere.
e. Fool’s Parsley = Narrenpetersilie.
n. Tuinscheerling = Gartenschierling, wegen ihrer Giftwirkung und der Ähnlichkeit mit Conium, dem Schierling, der ebenfalls ein Dolden- gewächs ist. — Kleine dolle Kervel, Anthriscus, n. Kervel ist eben- falls eine Umbellifere.
Agrimonia.
Diosc. IV. 41. EvTtaTtoQiov. cpvlla tdig %r^g yavvaßetog ioiYota evLOL Tavrriv agyefj.covriV iytaXeaav Ttlavr^S'evreg.
Plin. XXV. 29. Eupatoria quoque regiam auctoritatem habet. Agrimonia vergl. gr. aygLiAOiog feldbewohnend, wild, da die Pflanze auf den Äckern wächst. A. Eupatoria, nach Mithridates Eupator,
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dem König vom Pontus, der Heilkräuter anpflanzen ließ. S. auch unter Eupatorium,
d. Odermennig und Ackermännchen sind aus dem lat. verderbt. f. Aigremoine — Gariot, Heilkraut von guerir heilen.
e. Agrimony. — Liverwort gegen Leberkrankheiten. n. Leverkruid.
Agrostemma,
von ayQcg Acker und ore^i^ia Kranz, die auf dem Felde wachsende Pflanze wurde zum Bekränzen verwandt. — Event, von in
der Bedeutung Krone; danach hieße die Pflanze: Krone des Feldes, wegen ihrer Schönheit.
Agrostemma Githago,
vom lat. gith, git indecl. der Name des Samens von Nigleal sativa, mit dem der Agrostemmasamen Ähnlichkeit hat.
d. Rade veru'andt mit rot, wegen der Blütenfarbe.
f. Agrosteme. — Nielle von Nigella. Dim. von niger, schwarz, wegen der Samenfarbe. Coquelourde, Anspielung auf seine schwere Samen- kapsel, coque Schale, lourd schwer.
e. Corncockle d. h. Kornschale, wächst unter dem Kom, cockle, gael, cogall, frz. coque.
n. Kornroos — Nagelbloem = Nelkenblume, die Pflanze gehört zu den nelkenartigen Gewächsen. — Bol, Kopf, wegen der kopfähnlichen Frucht. Die Kelchzipfel der Frucht sehen wie Haare aus.
Agrostis,
ayqtoüTLg, griech. Benennung wildwachsender Gräser und Kräuter, von ayqoq Feld, oder von ayqog und yQuong Gras. d. Straußgras, wird in Sträuße eingebunden.
f. Fiorin vom ital. fiorino Blümchen, wegen der Zartheit seiner Ähren. — Etemue, die Kinder gebrauchen die zarten Ähren, um die Nase zu kitzeln und Niesen (etemuer) zu erregen.
Fioringrass. — Bent-grass = Binsengras, s. u. Juncus. n. Struisgras.
Ajuga,
auch Abiga genaimt, von abigo abtreiben, wegen einer angebl. abortiven oder purgierenden Wirkung. — Nach anderer Ansicht von ayvieog gliederschwach: gegen Gicht verw'endet. d. Günsel, aus dem ehemaligen Namen Consolida: die „gesundmachende“ Pflanze gebildet. — Im Bernischen: Büggeln, verwandt mit der engl. Bez. bügle, das in dieser Sprache auch Signal-, Jagdhorn bedeutet. Betreffs des engl, und frz. Wortes bügle vergl. altfrz. bougle, worunter
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man sowohl Büffel als ein aus dem Büffelhorn hergestelltes Blas- instrument verstand; der Name soll auf die Pflanze wegen der hom- nartigen Form der Blüte übertragen worden sein. — Doch schon Marcellus Empiricus bezeichnet Ajuga als Bugula. Sollte das Wort nicht aus Buglossa, der gewöhnlich Anchusa benannten Boraginee verderbt sein, mit der jene Labiate verwandt ist und eine gewisse Ähnlichkeit hat? — Brünelle: gegen die Bräune.
f. Bügle. — Herbe de St. Laurent, weil es in kritischen Momenten bei Krankheiten gebraucht wurde. Vergl. die frz. Redensart: etre sur le gril comme St. Laurent, sich in gefährlicher Lage befinden: St. Lorenz war ein Märtyrer des III. Jahrhunderts, der auf einem Eisenrost ver- brannt wurde.
e. Bügle.
n. Zenegroen, auch Senegroen = Singrün = Immergrün. Vergl. u. Alchemilla.
Alchemilla,
vom arab. Alkemelyeh, bezw. nach den Alchimisten, die in den Blättern dieser Pflanze ein Hilfsmittel gefunden zu haben glaubten, gewöhnliche Metalle in Gold umzuwandeln.
d. Sinnau aus Sin-tau. Sin = immer (vergl. Singrün, Sintflut). Sinnau = Immertau. Im Grunde der Blätter, die einem ausgebreiteten Mantel ähnlich sind, bezw. mantelartig zugefaltet sind, findet man Tau- und Regentropfen. — Frauenmantel — Taubecher — Tau- schüssel (Graubünden) — Regendächle (Augsburg) — Regenschirm- chen (Gera). — Nimm mir nichts (Österreich), da sie das Regen- w’asser auffängt. Siehe auch unter Dipsacus. — Löwenklau wegen der Blattform.
f. Manteau de Notre-Dame = Marienmantel. — Mantelet des Dames — pied de lion: Löwenfuß.
e. Lady’s-mantle : Marienmantel.
n. Leeuwenklauw. Onze vrouwenmantel.
Alisma, ctkioixa^
von oXiOlo mit Salz füttern; also Salzkraut, wegen des bitteren Ge- schmacks — oder verwandt mit kelt. : alis = Wasser, da es eine Wasserpflanze ist.
d, Froschlöffel, wegen der löffelartigen Blätter. — Wasserwegerich, w^eil seine Blätter denen des Wegerichs (Plantago) gleichen. Vergl. Diosc.: HI. 159. (fvkXa liiev e'xsi agvoyloGGc^) (plantagini) of-ioia.
f. Plantain d’eau: Wasserplantago. — Pain de grenouilles, Froschbrot, man glaubte irrtümlicherweise, daß die Frösche sich von Pflanzenkost nähren; vergl. diesbezüglich u. a. die Froschnamen der Batrachomachie.
e. Water- Plantain.
n. Water-Wegbree. Lepelblad.
IO
Alliaria, sc. herba.
von Allium = Lauch, weil es denselben Geruch hat.
d. Lauchkraut.
f. Alliaire. Herbe ä l’ail; dasselbe wie der deutsche Name.
e. Garlic-mustard = Lauch-senf. Eine dem Senf nahverwandte Pflanze. — Sauce alone: Weil sie bloß den Geruch hat wie Knoblauch, ohne aber Knoblauch zu sein, wurde sie ironisch: „Nur Sauce“ sc. ohne Fleisch, genannt.
n. Look zonder look: Lauch ohne Lauch, s. vorher.
Allium.
Isidor, etym. XVII. lo. 14. Allium dictum quod oleat von olere riechen, wegen seines Geruchs, — oder von yeXyigy auch ayXig^ wie die Knoblauchzwiebel hieß. Das a in ayXig ist anlautend, yXlg verwandt mit y.vX, das etwas Rundes, Krummes bezeichnet: wegen der runden Zwiebel, — event. von aXleo^ai herausspringen, wegen seines raschen Wachstums, oder celt. all = brennend, wegen des scharfen Geschmacks der Pflanze.
d. Lauch, aus Schlauch oder von Loch, beides wegen des hohlen Stengels; s. jedoch auch unter Ceratophyllum.
f. Ail vom lat.
e. Leek, s. u. Lauch. Derselbe Bestandteil auch im folgenden Garlic und unter Hemlock, dem Schierling.
n. Look.
Allium Cepa.
Isedor. etym, XVII. 10. 12. Cepa vocatur, quia non est aliud, nisi tantum caput.
cepa von caput Kopf, weil die Zwiebel diesem gleicht — oder vom griech. yi^Ttog Garten, da sie eine typische Gartenpflanze ist.
d. Zwiebellauch, Zwiebel: aus Vermischung von cepula, dem Dimi- nutivum von cepa mit dem lat. bulbus, griech. ßoXßog, deutsch Bolle oder nur aus ersterem.
f. Ciboule. — Oignon, vom lat. unus, eins, da es nur eine Zwiebel hat. Columella nennt die Pflanze unio.
e. Onion, s. vorher.
n. Ui, desgl. ebenso Ajum. — Cipel.
Allium sativum.
Zu deutsch wörtlich Saatlauch.
d. Knoblauch, veru^andt mit engl, cleave spalten, „gespaltener Lauch“, weil die Zwiebel gespalten ist. Vergl. ahd. Klioban. — Die Ab- leitung von Knopf, wegen der Form der Wurzelknollen, scheint weniger zutreffend zu sein.
/. Ail(cultive), wörtliche Übersetzung des Lateinischen. — Scherzweise
I
auch Perdrix de Gascogne, Gascogner Rebhuhn oder Chapon de Gascogne, Gascogner Kapaun genannt. Die Gascogner stehen als Aufschneider in schlechtem Ruf.
e. Garlic, s. u. Allium: von Gar, die Lanze im ags., wegen der spitzen Halme: „Lanzenlauch“.
n. Knoflook.
Ainus.
Isid. XVII. 7. 42. Ainus, quod alatur amne. Proxima enim aquae nas- citur, nec facile extra undas vivit, — Vitruv. 11. 9. Ainus autem quae proxima fluminum ripis procreatur.
Ainus: nach Isidor: quod alatur amne: weil sie durch den Fluß er- nährt wird, so benannt. Die Erle wächst bekanntlich an Ufern und feuchten Orten. — Nach anderer Meinung: von einem alten Stamm- wort al Wasser, kelt alis, desgl. — Nach Martin von yVivoo,^ einer Ahorn- oder Ulmenart, deren Namen auf yXia Leim zurückzuführen, was auf das saftige Holz, bezw. auf das klebrige Blatt von A. gluti- nosa sehr wohl paßt: y wäre vor X eliminiert und a als Anlaut ge- nommen worden. — Dürfte Ainus nicht mit dem ahd. alusa: rot- braunes Holz, dem deutschen Wort Aalkirsche (Frangula), Elsbeere (Pirus torminalis), dem niederl. aalber (Ribes rubrum) und mit dem engl. Wort ale: rotbraunes Bier verwandt sein, ihm also der Begriff rot zugrunde liegen, da das weiße frische Holz der Erle beim Liegen rasch rötlich wird?
d. Erle, Eller verw'andt mit Ainus.
y. Aune, aulne, wallon, onai, aunai desgl.
e. Alder, altengl. aller, ags. aelr, al(e)r.
n. Eis, Eller.
Alopecuriis^
aX{M7tt/.ovqo<i Fuchsschwanz, ccIcotctj^ Fuchs, ovqa Schwanz, wegen der Farbe und Form des Blütenstandes.
d. Fuchsschwanz.
/. Vulpin vom lat. Vulpes Fuchs.
e. Foxtail, vergl. den deutschen Namen. n. Vossestaart, desgl.
Alsine, aXalvri.
Diosc. H. 214. alalvf] 6i dia to O'ueqovg cpilelv /.al aXatodetg. Plin. XX VH. 8. Alsine nascitur in lucis, unde et alsine dicta est. Von aXaog Hain, wegen des Standorts vieler Arten.
d. Miere, s. unter Anagallis und Stellaria.
f. Alsine.
e. Sandwort, wächst auf sandigen Äckern.
n. Heggekrind — Haagkraut, s. vorher — mier, desgl.
12
Althaea, al^ala, aA^ea.
Galen, pharmacol. H. XII. 13. B'JaXayji Tj f.iev ayqia dtaq)OQT(]TrAr^q argif^a vmI (.laXav.TLv.rß ItzI ßgay v ^eTeyei dvvdfjeojg — ovof^idKeraL vmI al&ala (ebenso im Aetius).
Derselbe. Z. V. i. zßlo'Aog ^ dXd^aia.
Isidor, etym. XVII. 9. 75. Althaea quod in altum surgit.
Von dXd^io heilen oder verwandt mit altus, hoch, weil sie rasch hoch wächst.
d. Eibisch von Ißioxog, ahd. ibisca. Ursprung dunkel. Eibisch soll mit Eibe, Efeu, Eppich verwandt, andere aber stellen diese Be- ziehung in Abrede.
f. Guimauve, verdorben, aus ibisco-malva. Beides nahverwandte Mal- vaceen; s. Galen.
e. Marsh mallow z. d. Sumpfmalve. Althaea officinalis, die gebräuch- liche Althaea wächst in feuchten Gebüschen; über officinalis s. unter Primula.
n. Heemst verderbt aus Hibiscus, vergl. die d. Namen Hemisch und Hünst. Alyssum, dlvooov.
Diosc. III. 95. Ttag oigLy.aoTtog, tag döTtidlayLa dLddiTcXa, ev oio t6 07rlQ(.ia v/coTvXavv, doyel de %al Xvöaav yvvig Idad^ai avy^OTtev 0 deOfiaTL y.al öod^ev.
Plin. XXIV. 57. Nomen accepit, quod a cane morsos rabiem sentire non patitur ex aceto potus adalligatusque.
Galen, pharmac. Z. I. 24. ^'^XvGGov covofxaorai fjev aXvGOOv ^ Ttoa Sid TO d^av(.iaGT(jög dvLvdvai xovg vtvo XvGtovTog yvvcg SeörjyfÄevovg. dXXd yial ^örj Xvttojvti dod'elGa jtoXXd'ug l^iaGaxo, ungefähr desgl. Aetius. Sermo I.
aXvGGOv von a priv. und XvGGa Hundswut, weil es ein Mittel gegen die Hundswut war (oder von a priv. und Xvtco Schlucken, als Mittel gegen den Singultus).
d. Schildkraut, wegen der Gestalt der Frucht, s. Diosc. Vergl. auch das nächstverwandte Lunaria — Steinkraut, weil es auf felsigen Abhängen wächst.
f. x\lysson, Alysse. — Passerage: ce qui fait passer la rage, ein Kraut, das die Wut vorübergehen läßt.
e. IMadwort, d. h. Tollkraut, s. o. vergl. (canine) madness Hundswut.
n. Schildzaad.
Amarantus, df,idQavTog.
Plin. XXI. 23. Summa naturae ejus in nomine est, appellato, quo- niam non marescat.
Von d negativum und (.iccgaivofiai verwelken. Die Blumen behalten auch im trockenen Zustand Farbe und Form.
d. Amarante.
f. Amarante.
e. Amarant(h). Die litera h ist absolut falsch.
n. Amarant.
— 13
Ammophila.
Ableitung von a^(,iog Sand und cpileiv lieben, weil die Pflanze gern auf Sand wächst. — Sie wird in der offiziellen Nomenclatur auch Psamma (von xpa^fxa Sand) genannt.
d. Strandhafer: wegen seines vielfach verzweigten Wurzelstocks wird er zur Befestigung der Dünen angepflanzt und von den Anwohnern der See wie Getreide gepflegt. — Helmgras, weil es wie ein Helm schützt.
/. Roseau de sables: Sandschilf. Betr. Roseau s. u. Phragmites. — Haut dune, weil es hoch auf den Dünen wächst. Millegreve, aus au milieu des greves, d. h. am Strand.
€. Sea Matweed, mat vom lat. matta, die aus Schilf hergestellte Matte. Der englische Ausdruck besagt etwa Seeschilf oder Mattengras.
n. Helm — Zandhaver.
Anacamptis,
von ava'/,afX7tTtü umbiegen, wegen der umgebogenen seitlichen Blätter des Perigon — oder weil die Staubbeutel umgebogen sind.
d. Hundswurz, vergl. das griech. Synonymon für OQyiq: Kvvdg oqxlq, zu deutsch Hundshoden, s. unter Orchis.
f. Anacamptis.
e. Pyramidal Orchis: Der Blütenstand der Orchideen ist pyramiden- förmig.
fl. Hondswortel.
Anagallis.
Ableitung von civa yeXaco, lachen, wegen der freundlichen, hübschen Blume oder weil die Pflanze gegen Melancholie angewandt wurde; doch kann diese Anwendung lediglich ein Ergebnis der sogen. Sig- naturlehre sein, von der in der Einleitung die Rede ist. — Nach anderer Ansicht kommt der Namen von ava und aycdXio wieder- zieren, weil die Pflanze das ganze Jahr hindurch blüht.
d. Gauchheil: als Mittel gegen Seelenleiden, vergl. mhd. gouch: der Geisteskranke. — Aus gleichem Grunde wird die Pflanze auch „Vernunft und Verstand“ genannt. — Der Umstand, daß die Pflanze erst um 9 Uhr ihre Blüten öffnen oder oft überhaupt geschlossen halten soll, hat ihr die folgenden Namen eingetragen: Neunerblümle (Augsburg), Faule Magd (Thüringen), Faulenzchen, Faulelschen, Nif el- kraut (Österreich), vergl. altd. niffen = schlafen, einnicken: Die Blüten schließen sich nicht nur des Nachts, sondern werden zugleich nickend. — Korallenblümchen spezieller Name für die rotblühende A. arvensis: Acker Anagallis, wächst als Unkraut auf Feldern. — Da sie mit der ebenfalls als Ackerunkraut vegetierenden Stellaria der Form nach große Ähnlichkeit hat, trägt sie auch deren Namen „Miere“ bezw. „Meier“ A. arv. wird aber im Gegensatz zur weißen Miere (Stellaria arvensis) als rote Miere bezeichnet. Über die Etymologie des Wortes
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„Miere“ ist man durchaus im Unklaren, vergl. zu frz. mouron und ndl. muur. — Wie die Stellaria wird sie wegen ihres ausgebreiteten Wurzel Werks auch Hühnerdarm genannt.
f. Mouron (rouge): (rote) Miere, wallon moron neuprov. mourroun, mou- rel, mouret, span. : muruge, portug. : morriäo, verwandt mit frz. museau, Schnabel, Zunge, wegen der Blätter — oder mit mordre beißen, vergl. das Synonym Morgeline aus mouron und geline Henne, da es die Hühner gern abbeißen — nach dritter IMeinung von morsus, Biß, da es gegen den Biß tollwütiger Tiere gebraucht wurde. S. auch unter niederl. muur.
e. Pimpemel vom lat. pampinus, frz. pampre, junger Weinzweig: A. hat diesen Namen wegen der zahlreichen Verzweigungen. — Cure all: heilt alles. — Shepherd’s or Poor Man’s Weather-glass, des Schäfers oder armen Mannes Wetterglas: Ist die Luft mit Wasserdämpfen gesättigt, daß bald Regen folgt, dann schließt die Pflanze die Blüte. — John-go-to-bed-at-noon: Hans geh um Mittag zu Bett; so ge- nannt, weil sie schon um Mittag wieder die Blumenkrone schließen soll.
n. (Roode) Muur: gleichen Ursprung wie d. Miere und frz. mouron. Muur heißt im Holländischen auch „Mauer“. Der niederl. Name der Pflanze ist ähnlich wie das deutsche: „Meier“ nur als volksetymo- logische Bildung aufzufassen, denn weder Stellaria noch Anagallis sind Mauergewächse. Überdies existiert auch in der holländischen Sprache die Bezeichnung Mier für A. — Sie wird auch Basterdmuur im Gegensatz zur Stellaria genannt, v
Auchusa, ayyovöa.
Ableitung von ctyyio würgen und ovaov Strick, vielleicht wegen des geschnürten Blütenschlundes. — Event, nur von ayyco, da es die Schlangen töten sollte, vergl. Diosc. IV. 24 u. 25, ov idv Tig i^aooij- odfxevcg zig ccTtOTTTVGr] elg tc Gvo^a xdv eqnevov, ano'AZEvü avxb. — Möglicherv^eise auch aus dvd^ovoa von avS-og Blüte korrumpiert, wie ^OQViyeg aus OQvid^eg. — dyyovoito^aL^ sich schminken, ist sekundär, da hierzu der rote Saft der Pflanze benutzt wurde: vergl. Theophrast. De odoribus. VI. 31. ygcofiaziCovoiv öi xd. itiv ZQvd'Qd xfj dyyovGr] Th. h. plant. VII. 9. 3. al {qiCaL) S'lQvd^Qal y.a^dTxeQ rj XE xrjg dyyovar^g. Diosc. IV. 23, iq ös glga ev xo) S-egei yEVvcoi.ilvi] ymI ßduTovoa xdg yelgag de TtoQcpvgd. — Das Synonym
Buglossa ist aus dem griech. ßovylcoGGov, von ßovg Ochse und ylwaoa Zunge entstanden: wegen der rauhen zungenförmigen Blätter, vergl. Apul. medic herb. 42. Buglossa dicta est ea, quod folia aspera in modum linguae bubulae habeat. Isid. etym. XVII. 9. 49. Bug- lossa a Graecis dicta quod folia aspenima admodum linguae bovis.
d. Ochsenzunge. Schminkwurz. Rotfärbkraut.
f. Bouglosse: Langue de boeuf: Ochsenzunge.
e. Alkanet, span, alcaneta, dim. von alcana vom arab al-hinna, henna;
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al ist bekanntlich der arab. Artikel, der ja auch in anderen Sprachen agglutiniert wird, vergl. frz. lierre (Hedera). n. Ossetong: Ochsenzunge.
Andromeda
war der Name einer mythologischen Königstochter, die an die Felsen gebunden war und von Perseus befreit wurde. Wegen des Wachstums auf Felsen wurde der Pflanze dieser Name zuteil.
d. Gränke, verwandt mit granum, wegen der Beerenkömer ; vergl tyrol.Grann- beere für das verwandte Vaccinium Vit. Id.; vergl. ferner: Granatapfel.
f. Andromede, Andromedie.
e. Andromeda.
n. Rotsbes, d. h. Felsbeere.
Anemone, aveiÄcoviq.
Ovid. Metam. X. 737 — 739 brevis est tarnen usus in illo.
Namque male haerentem et nimia levitate caducum.
Excutiunt idem, qui praestant nomina, venti.
Plin. XXI. 94. Flos nun quam se aperit nisi vento spirante unde et nomen accepere.
Die näheren Erklärungen sind verschieden: von aveuog Wind; i. weil sie vom leisesten Windhauch bewegt wird; 2. wegen ihres Stand- orts auf windigen Höhen; 3. da sie die Corolla bei wehendem Wind öffnet; 4. weil die Blumenkrone durch den Wind leicht ent- blättert wird; 5. wiegen ihrer Blütezeit: um Ostern, zur Zeit der großen Winde.
d. Windröschen, Osterblume, Kuckucksblume, weil sie zur Zeit des Ein- treffens des Kuckucks blüht; vergl. unter Cardamine.
f. Anemone, altfrz. Passe-fleur; parce qu’il passe les autres fleurs, weil sie die anderen Blumen übertrifft: vergl. Passerage (Alyssum). Pied de coq: Hahnenfuß, wegen der Blattform.
e. Anemone.
n. Anemoon — Windbloem — Milkbloem, wegen der weißen Blüte; vergl. unter Cardamine — Boschhanevoet, wächst im Gebüsch.
Anethum, avrjd'ovy
verwandt mit avuov Anis, oder von avw S^elv, nach oben, in die Höhe laufen, wegen ihres raschen Wachstums. Event, von hauchen, (mit eingeschöbenem v)j wegen des starken Geruchs.
d. Dill, Till von teilen, weil er in viele Ästchen geteilt ist, oder ver- wandt mit engl, dull = lindern, wiegen seiner schmerzstillenden, be- ruhigenden Eigenschaften.,
/. Dille.
e. Dill-seed = Dillsamen. n. Dille.
— i6 —
Angelica, sc. herba.
Adject. zu angelus; Engel.
d. Engelkraut, wegen seiner Heilwirkungen. — Brustwurz — Hirten- pfiff: die Stengelglieder dienen Kindern als Elöten. f. Angelique — Herbe du St. Esprit = Heiliggeistkraut.
€. Angelica — Holy Ghost. n. Engelwortel.
Antennaria, sc. herba
von Antenna: (Insekten)Eühler, wegen der keulenförmigen Gestalt des Pappus der männl. Blumen benannt. d. Katzenpfötchen, wegen der dichtbehaarten Pflanzenteile. f. Pied de Chat, desgl.
(f. Everlasting = Immerdauemd. Die Pflanze hält sich auch trocken.
Cat’s-ear, Katzenohr, wegen der behaarten, spitz ausgezogenen Blätter. n. Kattefoet, Droogbloem, Kattepootje, Roerkruid = Ruhrkraut, Mittel gegen Ruhr.
Anthemis, avd^e^ig,
av^eiLiig = Blume, vielleicht ein Diminitivum aus wegen
ihrer relativ kleinen Blume im Vergleich zu den übrigen Kompositen. Plin. XXH. 26. Chamaemelon, quoniam odorem mali habeat.
Isid. etym. XVII. 9. 46. Chamaemelon Graece dicta, quod mali Matiani odorem habeat, sitque brevis terraeque vicinia.
d. Hermel, verderbt aus Kamille, aus dem griech. x<^f.iaLf.irikov, Erdapfel, von dem Apfelgeruch, der dem Boden nahe blühenden Kamille. yaixal am Boden, (urjXov Apfel. Im übrigen ist das Vorgesetzte yay.al häufig ein Diminutiversatz.
f. Camomille.
e. Chamomile. n. Kamille.
Anthoxantum,
von avd-og Blume und ^avd-og gelbrot, wegen der gelbroten Staub- beutel.
d. Ruchgras, wegen seines (waldmeisterähnlichen) Geruchs.
/. Elouve, vom lat. flavus, gelb.
e. Vernal Grass, Erühlingsgras, wegen der Blütezeit.
11. Reukgras = Riechgras.
Anthyllis, av^vXllg.
Diminutiv, von avd-og Blüme, also etwa: Blümchen, oder von avdog und YovXog Wolle, wegen der wolligen Blume. d. Wundkraut, Wundklee, eine dem Klee nächstverwandte zur Wund- behandlung angewandte Pflanze.
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/. Anthyllide — Vulneraire: von lat.: vulnus Wunde. e. Lady’s-fingers, wegen der Deckblattform — Kidney Vetch, Nieren- wicke, eine wickenähnliche Pflanze mit nierenförmigen Samen. n. Wondkruid.
Antirrhinum, avrlqqivov.
Theophr. hist, plant. IX. 19. 0 de Sottsq fjLta%ov givag t'xei.
Diosc. IV. 13 1 sc. 133. YMQTTov ös cpegei f.ico%ov giölv o(.iolov. Plin. XXV. 80. semine vituli narium.
Galen, pharmacol. 49. ^Avtiqoivov ^ avdqqLvov o^iOLOV ^6o%ov qiolv
TOV YMQTCOV.
von avzl entgegen und qlg Nase; etwa: Klaffnase, wegen des Aussehens der reifen Samenkapsel, die man mit einer Kalbsnase verglich (oder wegen des Aussehens der Blüte).
Löwenmaul, wegen der Blüte.
f. Gueule de lion, Löwenrachen, gueule de loup, Wolfsrachen. IMufle de veau, Kalbsschnauze. Tete de mort, weil die trockene Samen- kapsel einem „Totenkopf“ gleicht. e, Snapdragon = Schnappdrachen. n. Leeuwenbek = Löwenmaul.
Apium^ ciTtiov.
Isid. etym. XVII. 9. i. Apium dictum, quod ex eo apex, id est caput antiquorum triumphantium coronabatur. von apex Spitze, Kopf, weil der Kopf der Triumphierenden mit Apium geschmückt wurde. — tü OTtiov heißt sowohl Eppich wie Birnbaum vielleicht von euphem. a und ttIwv glänzend, wegen der in beiden Fällen glänzenden Blätter — oder verwandt mit kelt. apon = Wasser, weil Eppich gern am Wasser wächst, — event. von apis, da die Bienen die Blumen lieben.
d. Eppich aus dem Lateinischen.
f. Ache (des marais = Sumpf) Eppich, aus dem lat. apium, wie proche aus propius.
e. Apium.
n. Apium.
Apium grayeolens, s. auch unter Selinum,
von gravis schw'er, stark, olere riechen, wegen des Geruchs.
d. Sellerie von griech. aehvov, verwandt mit eXog, Sumpf, weil sie gern in Niederungen und feuchten Orten wächst; vergl. Homer. II. II. 776. iXeod'QSTZTcv te aeXivov, Nicand. Ther. 597. eXeod'QETcrov xe oeXivov üTteQuara.
f. Celeri, vergl. ital. selleri.
e. Celery.
n. Selderie, Selderij.
Kanngiesser, Etymologie usw.
2
— i8 —
Aquilegia,
von aquara legere Wassersammeln,' von den jungen trichterförmigen Blüten, in denen sich Feuchtigkeit ansammelt, oder von Aquila, Adler(sklaue) wegen der Blätter, besser wegen der einwärtsgekrümmten Spitzen der Blüten.
d. Akelei, aus dem Lateinischen. — Wilde Glockenblume s. u. Campa- nula — Narrenkappe s. u. Aconitum. f. Ancolie — manteau royal, Königsmantel, wegen der prächtigen Blüte. €. Columbine, vom lat. columba, Taube. Die Kelchblätter sollen Flügel, die Blüte eine Taube darstellen.
71. Akelei.
Arabis,
wächst an trocknen, dürren Stellen, wie man sie in Arabien hat und hat dieserhalb ihren Namen erhalten.
d. Gänsekraut: Die Gänse fressen es. f. Arabette.
e. Rockcress = Felsenkresse, wächst an Felsen. Betreffs Kresse vergl. unter Lepidium.
n. Scheefkelk = Schiefkelch (?).
Arenaria, sc. herba,
von arena Sand: Sandkraut, weil es auf sandigen Stellen wächst. d. Sandkraut.
f. Sabline, von sable, desgl.
6. Sandwort.
71. Zandkruid.
Aristolochia, aqioxo'koyia.
Theophrast. Hist, plant. IX. 20. 4. agloTTj /.isv TtQog vovegav.
Diosc. III. 4. a)v6[.iaOTaL /nev aTto xov öoy.eiv agioza ßor^d^eiv xaig Xoyolg.
Plin. XXV. 54. Inter nobilissimas aristolochiae nomen dedisse gravidae videntur, quoniam esset agiotrj Xeyovaaig.
Isid. etym. XVII. 9. 52. Aristolochia dicitur quod muliebribus foetis optima sit. Nam suppersessa post partum, matricem beneficio vaporis expurgat.
Ableitung von agiGza das Beste und Xoyog Wöchnerin; das Kraut wurde als obstetrisches Mittel benutzt. d. Osterluzei, verderbt aus dem griech. (Blüht erst nach Ostern: Mai bis Juli.)
f. Aristoloche. — Poison de la terre = Erdgift, weil es auf kultiviertem Land als Unkraut wuchert, oder wegen des widerlichen Geruchs seiner Teile.
(. Birth -wort: Geburtskraut.
71. Pijpbloem, Blüten ähneln kleinen Tabakspfeifen.
19
Armeria,
vom celt ar mer: am Meer. Die A. maritimus wächst am IMeer. d. Grasnelke. Nelkenähnliche, zuweilen unter Gras wachsende Pflanze, auch Pinke, s. unter Dianthus. f. Armelin aus dem offiziellen Namen.
Thrift (?)
n. Strandkruid, wächst am Meeresstrand bzw. an den Küsten.
Arnica,
verderbt aus dem griech. 7tzaQt.(r/Jj.
Diosc. II. 19 1. 7tvaQ(.iiy,ri — aygoj de yeq:dliov (.iLygov, dqiuv yard Trjr eQEd^ioziv.dv iczciq},iov. o&er /mI tovof-iaozccL.
(pvEzat de er oqEcvoig /mI TtEZQtodeai zoTzoig.
Galen. 0. 16. 37. TczagurÄV^g zd i.iev ctv&ij Ttzaqf-iiy.rpg eozi dvrd- f-iEcog, od-Ev tceq ‘/mI zfj Ttoa zovvoiia.
Von 7ZzaQi.i6g das Niesen, TtzdqvvLiai niesen; unter 7CzaQf.iLy7] ver- steht man jedoch gewöhnlich Achillea ptarmica, doch ist auch Arnica montana darunter gedeutet worden, deren gewürzhafte Blüten und Wurzeln ebenfalls Niesen erregen. — Andere Ety- mologen wollen es mit dqvog Lamm in Verbindung bringen, ohne dazu aber eine nähere Erklärung zu geben.
d. Wohlverleih. Etymol. ebenfalls sehr unklar. Im Mittelalter Wolfilegia, mhd. wolffelein: Wolfsdistel. Die Bezeichnung Wolf ist jedenfalls in dem Wort enthalten. Wohlverleih ist lediglich euphemistisch wegen der guten Eigenschaften der Pflanze aus den älteren Bezeichnungen konstruiert worden.
f. Arnica. — Amique.
e. Mountain-tobacco , ein Hochgebirgskraut mit tabakähnlichen Blättern.
}i. Wolverlei — Heilige vrouwenkruid : wegen der Heilwirkungen.
Artemisia, dqzE\.aöla,
Plin. XXV. 36. JMulieres quoque hanc gloriam adfectavere in quibus Artemisia uxor Mausoli adoptata herba, quae antea parthenis voca- batur. Sunt qui ab Artemide Ilithyia cognominatam putent, quo- niam privatim medeatur feminarum malis.
Isid. etym. XVII. 9. 45. Artemisia herba Dianae a gentibus con- secrata est, unde et nuncupata. Graece enim Diana '^ozEf-iig dicitur. Ableitung: von Artemisia, der Gattin des Königs Mausolus: oder der Göttin Artemisia, der römischen Diana zu Ehren benannt, die es ge- funden und gegen Frauenleiden zuerst angewandt haben soll. — Nach anderer Meinung is't A. von dQZEf.nqg, frisch, gesund, wegen seiner Heilwirkung abzuleiten. Daß die Pflanze im Altertum vor- nehmlich gegen Frauenleiden angewandt worden ist, wird außer durch Plinius, auch von Diosc. IH. 117 und Galen Z. I. 62 bezeugt.
2*
20
d. Beifuß = „Peipes“ im Erzgebirge = „Biboz“ in einer mittelalterlichen Handschrift. Das Wort ist abzuleiten von bozen, altgerm. bautan, .stoßen, da er als Gewürz zu den Speisen gestoßen wurde. — „Johannisgürtel,“ den man zur Sonnenwende in die Flammen warf und der alle Leiden der Kranken mit sich nahm, war aus Beifuß ge- flochten.
f. Armoise, provenz. arsemicia, span, und ital. artemisia — Herbe de St. Jean. Die Pflanze am St. Johannismorgen gepflückt, galt als be- sonders heilkräftig.
c. Mugwort ags mucgwyrt, d. h. IMidgewort = Mückenkraut, wegen ihres starken Geruchs als Schutzmittel gegen Ungeziefer angewandt.
//. Bijvoet — Alsem aus einer mittelalterl. Nebenform: Alsinthium s. Absinthium. — St. Janskruid.
Artemisia abrotanum, aßgorovov,
abzuleiten von aßgorog, einer poetischen Nebenform von af^ißgoTog = a/Lißgooiog, ambrosisch, göttlich, heilig, wegen der Heilwirkung. — Nach anderer Meinung von aßgog, weich und Tslvto, in die Länge ziehen, weil es ein weiches und langes Kraut ist, — nach dritter Meinung von a negativ, und ßgcoo/xo^ essen, weil das Kraut wegen seiner Bitterkeit ungenießbar war.
d. Eberraute, assimiliert aus dem griech. Namen. Gertelkraut, weil es viel Gerten und Reißlein trägt. — Ganserkraut aus Kampferkraut, weil es stark riecht und statt Kampfer als Kleidereinlage gegen Ungeziefer benutzt wurde.
f. Abrotone, aurone, wallon. levrone mit Agglutination des Artikels; pikard: avrogne. — Garde-robe = Kleiderschoner, vergl. unter d. Ganserkraut. — Citronelle, da die geriebenen Blätter Zitronengeruch haben.
e. South emwood, betr. wood vergl. unter Wermut im folgenden; möglicherweise auch einfach für weed. Demnach also: Südkraut, da es eine süd europäische Pflanze ist. — Lad’s Love, Knabenliebe (?).
71. Everwortel.
Artemisia absinthium, aipiv^iov,
von a priv. und ß,nvd^og, Freude,, weil ihr bitterer Geschmack die Lust benimmt — nach anderer Ansicht von a priv. und rclvto, trinken, weil sein Saft ungenießbar, vergl. Nicol. Damasc. De plantis. (s. Literaturnachweis): Succorum, qui fructibus insunt, quidam sunt potabiles, quidam amari, ut absinthium et centaurea. — Doch ist nach wiederum verschiedener Ansicht, 'das a in beiden erwähnten Fällen euphemistisch, weil der Absinth doch tatsächlich als Zusatz zu Wein oder Branntwein genossen wird und viele „erheitert,“ vergl. Diosc. aßiLV^LTTjg olvog, mit Wermut abgezogener Wein. — Nach Martin auch von xplvofiai^ Blüten und angesetzte Früchte abfallen
lassen, mit anlautendem a: weil er das Fruchtabfallen in der Nähe be- findlicher Bäume bewirke.
d. Wermut, von warm und 6t, uot, in der Bedeutung Kraft, Schatz (vergl. Kleinod): weil der Absinth ein kräftigendes, erwärmendes Getränk sein soll. Nach anderer Erklärung, weil er den „Mut wehrt“, bitter schmeckt und trunken macht. — Wiegenkraut, man betrachtete es als schlafbeförderndes Mittel und legte es dieserhalb in Wiegen und Betten, vergl. Bettstroh (Asperula). — Grabkraut, da es auf Kirchhöfen gepflanzt wird, vergl. Totenblume (Calendula). — In Hessen: Else, assimiliert aus Alsinthium, s. unter Artemisia, niederl. Alsem.
f. Absinthe, provenz. absinti, absens, eyssens; span, ajenjo; ital. assenzio. — Aluine, Helleicht verwandt mit hebr. alua, etwas bitteres, oder von aXoT^ Aloe, also eine Pflanze, die den bitteren Geschmack der Aloe hat, möglicherweise verderbt aus Absinthium.
e. Wormwood, wood entweder =weed Kraut oder = uot, 6t Schatz: Wurmmittel, vergl. Apulej. med herb. loo. Absinthii et marrubii et lupi- norum paria pondera .... necant lumbricos. — Absinth — Alsem.
n. Absint ohne h am Schluß ist etymologisch unrichtig. Vergl. unter Hyacinthus und Amarantus. — Aalst, Alsem — Wormkruid.
Artemisia dracunculus.
Diminutiv, von drago. Drachen: Drachenkraut, weil es gegen Schlangen und Drachen feit.
d. Esdragon. Die Schreibweise Estragon mit t statt d, wie man sie jetzt häufig findet, ist selbstverständlich falsch. — Im gothaischen Dialekt ist der aus dem Lat. stammende Namen zu „Astrachan“ assimi- liert worden.
f. Esdragon.
e. Tarragon.
Dragon.
Arum, a()OP.
Plin. XIX. 30. Est inter genera et quod in Aegypto aron vocant. nach Plin. stammt der Name aus dem Ägyptischen. — Nach anderer Meinung ist er von qaivio, besprengen, befeuchten, wegen seines Standorts an feuchten Plätzen herzuleiten. d. Aron — Aronsstab, der Blütenkolben und der gleichlautende Namen waren Veranlassung, die Pflanze an den Stab des biblischen Aron erinnern zu lassen. — Pfaffenpint, pint nd = penis, wegen des Blüten- kolbens oder wegen des oben mit scharlachroten Beeren besetzten Fruchtstengels. — Eselsohren wegen der Form der Blätter.
• /. Pied de veau: Kalbsfuß desgl. — Langue de cerf, Hirschzunge, desgl. — Gouet, verwandt mit gouge, Hohleisen, wegen der Blütenscheide — Chandelle, Kerze, wegen der von der Blütenscheide umgebenen
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Keule oder wegen der hochroten Beeren. — Battante de cloche: Glockenklöppel, wegen des Blütenkolben. i
e. Cuckoo-pint, s. unter Pfaffenpint. Vielleicht auch wegen der hohlen I
Blütenscheide, unter Pint versteht man im engl, ein Hohlmaß. Nach ?
dieser Erklärung hieße die zur Kuckuckszeit blühende Pflanze: j
„Kuckucksmaas.“ — Wake-Robin = Wacht-Robert, s. unter frz. Chan- ‘
delle, ebenso unter Geranium Robertianum. — Lords and Ladies:
Herren und Damen, wegen der Anordnung der Staubblätter und ;
Stempel.
71. Aronskelk, wegen der hohlen Blütenscheide. — Kalfsvoet. .
Asarum, aoaqov. \
Diosc. I. 9. Ttoa evcoöi^g OTecpavoj.iaTiy.ri. •
Plin. XXL 16. Asaron: quin immo asaron invenio vocatari, quoniam in coronas non addatur.
Nach Plin. wurde die Pflanze nicht zu Kränzen verwandt und habe dieserhalb den Namen erhalten: von a negat und oalgto schmücken.
— Nach Diosc. wurde sie aber doch zu Kränzen verwandt mid ■
wäre, wenn erwähnte Ableitung zutreffen sollte, das a euphemistisch aufzufassen. — Nach anderer Erklärung von a negat. und occQog Zweig, da der Stengel nur an der Spitze zwei Blätter trägt. — Sollte der Name nicht aus der Bezeichnung des Diosc. für diese Pflanze, nämlich aus aygla vcxqdog verderbt sein? Die Pflanze hieße dann soviel als wilde Narde, weil sie dieser an aromatischem Geruch nahesteht.
d. Haselwurz, verderbt aus Asarum oder weil sie unter Haselsträuchern wachsen soll. — Wilde Narde. — Weihrauchkraut, wegen des Ge- ruchs der Blätter. — Brechwurz, wegen der Giftwirkung.
f. Asaret — Rondelle, wegen der runden Blätter. Oreille d’homme,
Mannsohr, wegen der runden, ohrförmigen Blätter. — Cabaret: wahrscheinlich statt bacaret, vom lat. baccar, dem Namen einer Asarum sehr nahestehenden Pflanze; von bacca, kleine runde Frucht.
Cabaret scheint volksetymologisch für das unbekannte Wort bacaret g
getreten zu sein. Da Cabaret Schenke bedeutet, suchten andere Er- J
klärer den Pflanzennamen hiermit insofern in Zusammenhang zu 1
bringen, daß sie sagten, der Genuß des Pflanzensaftes errege wie zu 1
reichlicher Alkoholgenuß Erbrechen. Man behauptete auch, man habe Trinkern, um sie dem Alkohol abspenstig zu machen, den wider- wärtigen Asarumsaft an das Glas geschmiert. Doch scheinen diese Erklärungsversuche ebenso weit abzuliegen, als die Vermutung, daß Asarum aus dem lat. combretum, dem Namen einer Binsenart, ent- stellt sei. Wahrscheinlich ist cabaret aus asaret assimiliert.
e. Asarabacca, s. die Erklärung von frz. cabaret. — Hazelwort —
Wild Nard.
71. Mansoor.
23 —
Asparagus, darcagayog.
Theophr. Hist, plant. VI. 4. 2. *AvaßXaOTdvei de 0 ‘mvXdg e/. zijg a(jq)ayLdgrov7iQog%aL söwöea^ucg eötlv. etd^ ovxcjg djtoTQayvveTai yial e^cc/Mv^ovTai TcgoLOvorig zig wgag.
Varro. Ling. Lat. IV. Asparagi, quod ex aspereis virgulteis nascun- tur (s. leguntur) et ipsi asperi sunt. Nisi Graecum illi enim quoque dicitur daTtagayog.
Isid. etym. XVII. 10. 19. Asparagus quod spinosus et asper sit, ut frutex ejus, ex quo gignitur.
Bei den südeuropäischen Spargelarten verw^andeln sich die Blätter im Laufe der Jahreszeit in Domen, daher wird Asparagus von asper rauh abgeleitet — event. von OTtagdoaco zerreißen, wegen der stachelspitzigen Blätter, oder weil seine Sprosse die Erde zerreißen, d. h. lockern. Das a ist G 7t agdoG CO als Intensivum vorgesetzt — nach anderer Meinung von aspergere, besprengen, weil man mit seinem Kraut Wasser sprengte.
d. Spargel. Diminutivform aus dem Lat. f. Asperge.
e. Asparagus.
71. Asperge: Koraalkruid, = Korallenkraut, wegen der roten Beeren.
Asperugo.
Plin. XXVI. 65. sed asperioribus foliis, asperugo vocatur.
von asper, rauh, wegen der stachligen Stengel und borstigen
Blätter.
d. Schärfling, von scharf. Desgl.
f. Räpette von räper, reiben. Auch Echium wird aus nämlichem Grunde so genannt.
e. Madwort, s. unter Alyssum. n. Sherpkruid = Scharfkraut.
Asperula.
Diminutivform von asper, rauh, wegen der Rauhigkeit der Blätter, die besonders im Herbst zu konstatieren ist.
d. Meister, soll wahrscheinlich auf die Heilkraft des Krautes deuten. — Waldmeister (A. odorata, wegen des Geruchs.)
f. Asperule — Petit mugnet, vom lat. muscus = Moschus, desgl. Reine des Bois, Königin der Wälder, vergl. Waldmeister.
e. Woodruff, von wood = Wald und ruff verwandt mit rot, wegen der Färbekraft, speziell von A. tinctoria. Färbermeister — oder von ruff, rüffle Kragen, wegen der kragenförmig um den Stengel gestellten Blätter.
fl. Meikruid, auch zu deutsch Maikraut, da es im Mai besonders gut duftet. — Lieve vrouwen bedstroo, auch zu deutsch: Unserer lieben Frauen Bettstroh, da es den Wöchnerinnen zur Erleichterung des Wochenbettes unter das Bett gelegt wurde. — Auch Ruwkruid, vergl. engl. Woodruff.
24
Aster, aozriQ,
zu deutsch Stern, wegen des Strahlenkranzes der Compositenblüte.
d. Aster, Sternblume.
/. Aster,
€. Aster.
n. Aster.
Astragalus, aorqdya'kog.
Unter dem griech. Namen versteht man Halswirbel, Sprungbein, Würfel. Die Bezeichnung wurde auf die Pflanze wegen der eckigen Samen übertragen.
d. Tragant, von rgaydyiav&aj Bocksdorn, dem griech. Namen des dornigen Astragalus verus, der den süßlich- weißKchen Tragantgummi ausschwitzt.
/. Astragale — Faux reglisse, von Wurzel und yXvyivQ, süß =
Falsche Süßwurzel, im Gegensatz zu Glycyrhiza, der echten Süßwurzel, der sie ähnlich sieht; vergl. auch den deutschen Ausdruck Lakritzen- wicke: Lakritz verderbt aus yXv'Avqita’, wicke, weil sie mit dieser nahe verwandt; auch wilde Kichern, d. h. wilde Wicken, benannt.
e. Astragal. — Milkvetch: Milch wicke : s. o.
71. Hokjespeul, peul = Hülse, die Pflanze ist eine zweifächeiige Hülsen- frucht.
Atriplex, aTgacpa/ug.
Atriplex aus dem vorstehenden griech. Namen, der von a negat und Tovcpdoj schwelgen, oder Tgecpco ernähren herzuleiten ist, womit die Pflanze als nutzloses Unkraut bezeichnet wäre.
d. Melde, verwandt mit mild, wegen der zarten Blätter oder mit Mehl wegen des weißschilfrigen Aussehens und mehligen Anfühlens der- selben. Nach anderer Meinung verwandt mit griech. (.laXdoGELV erweichen, wegen der purgativen Wirkung vergl. Diosc. II. 145. lovi Ö€ y.oiXlag Lia?My,Tiy.6v, daher auch gewöhnlich Scheißmelle genannt.
/. Arroche, arreuce, wallon. aripe, ärose, bei Namur aurause, aus dem lat. verderbt; desgl. ital. atrepice. Der wallon. Name läripe ist durch Agglutination des Artikels gebildet; vergl. levrone (Artemisia abrota- num) und lierre (Hedera) — Bonne dame, belle dame, gute Frau, schöne Frau, weil sie als Heilmittel benutzt vairde.
e. Orache vergl. franz. arroche.
71. Melde. — Mel.
Atropa,
von (xTQOTtog, unabwendbar, also wurde auch die eine der drei Parzen bezeichnet, die den Lebensfaden abschneidet. Die Pflanze ist demnach wegen ihrer Giftwirkung so benannt. A. Belladonna
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(ital.) = Schöne Frau; in Italien soll man den Saft der Beere als Schminke gebraucht haben oder um die Pupillen weit zu machen und dadurch dem Auge ein interessantes Aussehen zu geben.
d. Tollkirsche. Die Beere wird von Kindern mit der Kirsche ver- wechselt. Tollkirsche wegen der Giftwirkung. — In der Mark auch Römerin benannt, s. vorher.
f. Belladonne. — Morelle furieuse, vom niederlat. morella, schwärzlich, wegen der Beerenfarbe; furieux rasend, toll, weil dem Tod ein Wutdelir vorangeht.
e. Deadly nightshade, zu deutsch tödlicher Nachtschatten; nächster Ver- wandter des Nachtschatten s. unter Solanum. — Dwall, vom ags. dwelian, irren, betäubt sein.
n. Wolfskers = Wolfskirsche; vergl. Wolfsmilch (Euphorbium) — Dood- kruid — Belladonna.
Ayena,
von avis, Vogel, da die Vögel den Hafer gern fressen. Nach anderer Meinung von aveo, begehren, wegen der Begierde, mit der die Tiere den Hafer fressen. Nach dritter Meinung von havere, gesegnet sein, gesund sein, weil der Hafer ein wichtiges Nahrungsmittel ist. Wieder andere bringen es mit dem griech. Verb ar(vaLy blasen, in Verbindung, da der Halm als Hirtenpfeife verwendet wurde. Mög- licherweise ist A. mit dem deutschen Hafer eines Urstamms.
d. Hafer, verwandt mit altnord, hafr, Bock, dem der Hafer noch heute als Futter gegeben wird.
f. Avoine, in der Normandie ist noch zuweilen der lat. Namen selbst gebräuchlich.
e. Oat, verv’andt mit eat, essen. n. Haver.
B.
Ballota^ ' ßalXtoTT^^
verwandt mit ßal?M, wegwerfen, da sie wegen ihres unangenehmen Geruchs eine verw'erfliche Pflanze ist.
d. Bulte, aus dem lat. — Gottesvergeß, wegen ihres widerlichen Geruchs; stinkender oder schwarzer Andorn, wegen der dunkelgrünen Blätter und seiner Verwandtschaft mit dem Andom (Marrubium). — Schw^arz- nessel, die Pflanze sieht der Taubnessel sehr ähnlich.
f. Marrube noir = schwarzer Andorn.
e. Black Hemp-nettle = schw'arze Galeopsis. s. d. n. Ballote.
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Barbaraea.
Zu Ehren der heil. Barbara, der Schutzheiligen der Soldaten, so ge- nannt, da die Pflanze als Wundkraut benutzt wurde.
d. Barbarakraut — Winterkresse, nächste Verwandte von Nasturtium der Kresse. Winterkresse, da sie als zweijährige Pflanze überwintert.
f. Barbaree — Herbe de Sainte Barbe — Cresson de terre. Erd- kresse.
e. Wintercress — Yellow rocket, gelbe Rauke, wegen der goldgelben Kronblätter und ihrer Verwandtschaft mit Eruca (Cruciferen).
//. Winterkers: Winterkresse.
Bellis,
von bellus, lieb, schön, niedlich, wegen dem kleinen, hübsch blühenden Pflänzchen so benannt.
d. Gänseblümchen, weil es auf der Gänseweide wächst und von Gänsen gefressen wird. — Maßliebchen = Matteliebchen = Wiesenliebchen; vergl. das lat. pratolina. — Zeitlose (Graubünden, Braunschweig), weil sie zu jeder Zeit blüht, sich an keine bestimmte Blütezeit ge- bunden hält; vergl. im Gegensatz hierzu die (Herbst)zeitlose, Colchis.
f. Petite Marguerite, weil die Blüte wie eine „kleine Marguerite“ aus- sieht, s. unter Chiysanthemum; vergl. die Bezeichnung in der Eifel: Magdalenblümchen. — Päquerette von päques, Ostern, da sie um diese Zeit zu blühen beginnt. — Päturage, Weide, weil es auf den Weiden wächst.
e. Daisy aus day’s-eye, Tagesauge, wegen der Blütenform (Composite). 71. Madeliefje, vergl. deutsch: Maßliebchen.
Berberis,
im barbar - ärztlichen Griech. ßeQßeQiqg genannt. Ursprünglich viel- leicht aus der arab. Bezeichnung barbäris, berbäris, berberis : pers. barbari, türk, barbaris, womit die Beere eines stachligen Strauches bezeich- net werden soll. — Nach anderer Meinung soll B. soviel als eine Pflanze aus der Berberei bedeuten.
d. Berberitze — Sauerdorn, wegen der säuerlichen Beeren des dornigen Strauches.
f. Berberis — Epine-vinette, nach Meinung der einen: Dornwein, weil aus seinen Früchten ein Wein hergestellt werde, oder weil dieselben in Trauben angeordnet sind, nach Meinung der anderen ist vinette ein Synonym für oseille, Rumex acetosa. Epine-vinette hieße danach soviel als Domampfer, wegen des säuerlichen Geschmacks der Blüte und Früchte.
e. Barberry, aus berberis, dessen letzter Bestandteil wegen der Beeren- fmcht zu berry assimiliert wurde.
71. Berberis.
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Beta,
der keimende Samen soll an die Form eines griech. B(eta) erinnern; nach anderer Meinimg vom kelt. bette, rot, wegen der roten Farbe der Wurzelrinde; vielleicht auch von dem griech. und lat. meta, das jede spindelförmige Figur, in diesem Falle die Rübe bezeichnet.
d. Bete, Runkelrübe, Runkel soll eine verstärkende Bedeutung haben (vergl. Brotrunken, derbe Brotschnitte), also etwa soviel als derbe Rübe, wegen ihrer Dicke — Zuckerrübe, da Zucker aus ihr raffi- niert wird. — Die Bezeichnung Mangold ist etymologisch äußerst unklar.
f. Bette.
e. Beet.
71. Biet.
Betula.
Plin. XVI. 30. betulla: Gallica haec arbor.
Die Römer nannten die Birke, die sie in Gallien kennen lernten, sicherlich nach der dort üblichen Bezeichnung: betula. Betu ist der kelt. Name des Baumes, der noch heute in Schottland beith ge- nannt wird. Die griech. Bezeichnung or^utöa mag aus betula ver- derbt, möglichweise assimiliert sein, unter Anlehnung an gären und /.ivöog, Flüssigkeit, wegen des Birkenwassers.
d. Birke, verwandt mit Borke, engl, bark (das seinerseits von bergen, umhüllen abzuleiten), wegen der weißborkigen Rinde. Im Sanskr. wird die Birke bjurja genannt. — Maibaum, als der zuerst aus- schlagende Frühlingsbaum.
f. Bouleau, dialektlich kontrahiert zu beoule, aus Betula.
e. Birch, k-laut wechselt in ch; vergl. dän., skandinav. kirk, engl, church. d. Kirche.
71. Berk.
Bidens,
von bis: doppelt und dens: Zahn, Zweizahn. Bei ihm verwandeln sich die zwei bis vier Kelchblätter zu starren Fortsätzen der Frucht.
d. Zweizahn — Krautgartenläuse , wegen des Aussehens und Hängen- bleibens der Früchte an den Kleidern; vergl. die ostfriesische Be- zeichnung: sitt in d’Hose.
f. Bident — Chanvre d’eau = Wasserhanf. Eine Wasser])flanze, deren Blätter denen des Hanf gleichen.
e. Bur-marigold = rauhes Mariengold, wegen der goldgelben Blüten, der Maria zu Ehren benannt. Die Pflanze ist zuweilen behaart; betr. bur vergl. unter Borago; Gaelisch.: Lus-mari [Läusemarie], ahd. lüs, engl, louse die Laus.
71. Tandzaad ==: Zahnsaat. — Goudbloem = Goldene Blume.
Borago, aus dem Latein des Mittelalters,
vom arab. a bu rach, bezw. abü araq, Vater des Schweißes, da die Pflanze als schweißtreibendes Mittel benutzt wurde, oder vom
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spätlat. und ital. borra, burra, Haar, wegen der behaarten Blätter, event. von burdunculus, womit die Pflanze von Marc. Emp. bezeichnet wird; burdunculus dürfte aber als Diminutiv zu burdo = Maulesel aufzufassen sein. Hiernach hätte die Pflanze den Namen von ihrem grauen, behaarten Aussehen erhalten.
d. Borretsch. f. Bourrache.
e. Borage.
71. Bemagie.
Brachypodiuni,
von ßga^vg^ kurz und Ttovg, Fuß. „Kurzstiel“, weil die Ährchen bloß an kurzen Stielen getragen werden.
d. Zwenke, Etym. unbekannt.
f. Herbe sure, saures Kraut. Es wird von den Tieren verabscheut.
e. False Brome = Falsche Trespe. Sieht der Trespe (Bromus) ähn- lich und ist mit ihr verwandt.
71. Kortsteel — Kurzstiel.
Brassica.
Varro Lingua Latina. IV. Brassica ut praeseca, quod ex huius scapo minutatim praesecatur,
von praesecare, weil von seinem Stengel allmählich abgeschnitten wird, oder von ßXaGTavto, sprossen, oder event. von ßgaOGCo, knistern, weil seine Blätter beim Abbrechen knistern; vergl. auch kelt. Bresic, Brassic = Kohl.
d. Kohl, lat. caulis und griech. vMulog = Stengel. Grundbegriff von Kohl ist demnach Röhre und Stengel; also Kraut mit starkem Stengel. /. Chou, desgl.
€. Colewort, desgl.
71. Koöl, desgl.
Brassica sabauda,
zu deutsch: Savoyischer Kohl, da er aus Savoyen (Norditalien) ein- geführt wurde.
d. Wirsing, ital. verza, vom lat. viridis, grün, zu deutsch grüner Kohl.
f. Chou de Milan = Mailänder Kohl.
e. Savoy.
71. Savoyekool — Groene Kool.
Brassica gongyloides,
von yoyyvXigj Rübe, also rübenähnlich. ‘ d. Kohlrabi = Kohlrübe.
f. Choux-rave, desgl.
.e. Cole-rape, desgl. n. Koolraap, desgl. -
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Brassica rapa.
Isid. etym. XVIIL lo. 7. Rapa dicta a rapiendo, id est compre- hendo,
rapa von rapere = raufen, weil er ausgerauft wird, ebenso Rübe von rapa.
d. Rübsen — Rübenkohl.
/. Turnep(s) (die Akademie schreibt fälschlicherweise mit s, dies ist nur das Pluralzeichen der englischen Sprache, aus dem das Wort ent- lehnt).
c. Turnip, verwandt mit tor, das im Dialekt von Wales Anschw-ellung heißt und von Napus, s. im folgenden. n. Raap(zaad).
Brassica Napus.
Isid. etym. XVII. 10. 8. Napus a similitudine rapae vocatur. Napus verwandt mit rapa. d. Raps.
f. Navet, vom lat. Napus. c. Rape(seed), cole(seed). n. Koolzaad.
Briza,
ßqita hieß eine thrakische Getreideart, die noch heute daselbst wrisa heißt. Das Wort, vielleicht verwandt mit oQv^a, Reis, ist wahrscheinlich nicht griech. Herkunft. Der Name Briza wurde von Linne auf das Zittergras übertragen und wäre dementsprechend mit ßgitco, ßgiGw (mit Frucht) belasten oder ßgid^co, schläfrig sein, im Einklang zu bringen, wegen der an zarten Stielen hängenden Ährchen.
d. Zittergras, Bebergras (Mecklenburg), Ich acht sein nicht! (Österreich), Muttergottestränen (Kärnten), Läuse, Schellenbäumchen (Hessen): wegen der herzförmigen kleinen Ähren, die vom leisesten Windhauch bewegt werden, vergl. unter Populus tremula.
/. Tremblette von trembler: zittern — Langue de femme: Frauenzunge — Amourettes.
e. Quakinggrass : quake, zittern.
n. Trilgras von trillen, zittern — Bevertjes.
Bromus.
Plinius XXIL 79. Bromos nascitur inter vitia segetis avenae genere. Ableitung von ßgof-iog, Hafer, oder ßgaJ/iia, Speise, weil die Pflanze ein gutes Futterkraut ist.
d. Trespe, mhd. trefs, wahrscheinlich verwandt mit Treppe, niederl. trap, Stufe, portug. trepar, klettern, wegen der treppenförmig auf-
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gebauten Blütenanordnung der Ährchen. Die Bezeichnung „Durst“ aus. Trespe assimiliert. Romweizen = Rauhweizen, s. vorher. f. Brome, aus dem lat.
.e. Brome, desgl.
n. Dravik, vergl. unser Täverich, verv^andt mit Trespe.
Brunella.
Die Pflanze wirkte gegen die Brämie, ihr offizieller Name ist aus dem deutschen Wort Bräune latinisiert.
d. Braunelle, im österr. Mundfäulkraut. f. Brun eile.
e. Self-heal, auch zu deutsch: Selbstheil. n. Brunei, Bruinel.
Bryonia, ßgvcovla,
von ßgroj, hervorwuchern, — oder von ßqvov, Kätzchen, wegen der wie Kätzchen aussehenden Fruchtzapfen.
d. Zaunrübe, wächst an Zäunen und hat eine rübenförmige Wurzel. — Gichtrübe, gegen Gicht. — Stickwurz, weil sie denen helfen sollte, die vor Keuchen und Husten dem Ersticken nahe wären, oder aus der mhd. Bezeichnung Scitwurz = Scheißwurz verderbt. Die giftige Wurzel rief Diarrhöen hervor. — Die Bezeichnung wilder Wein ist daher, weil ihre Blätter dem Weinlaub ähnlich sehen, nur daß sie weißlich sind, daher Bryonia alba, weiße Br. — Wilder Kürbis, die Pflanze ist eine Cucurbitacee. — Entwin wohl verdorben aus Zitwer, der Curcuma cedüaria, einer Verwandten der Bryonia, aus dem arab. dschadwär.
f. Bryone. — Couleuvree von couleuvre = Natter, wegen der sich ver-
schlingenden Zweige. — Vigne blanche weißer Wein. Rave de serpent, Schlangenrübe, da sie giftig ist und sich schlangenförmig ivindet. Navet du Diable = Teufelsrübe. Herbe aux femmes
battues = Kraut der geschlagenen Frauen, man legte Wurzelschnitte auf die Beulen, um diese vermeintlich rascher zur Heilung zu bringen.
e. Bryony.
n. Heggerank. Die Heckenrübe rankt sich an Hecken empor. BupMhalmum, ßovcp&ali^iov.
Diosc. IV. 58. xQVödvd^ELiov Ol de ßotcpd^ali^iov. avd-rif,iriltva, lo^v- Qwg OTilßovTa yial ocpS-aluoeiScog zuzXorcorj.
Galen. II. 14. Bov(p&aXf.iov wrcjuaGTai f.iev ouTwg a7zd riov avdtov eorjiivai Öoaovvtwv ymzcc to O'/rj^ia ßodg 0(pd^aXf.i(p (desgl. Aetius Sermo I.).
Isidor, etym. XVII. 9. 93. Buphthalmum florem habet croceum, oculo similem. Unde et a Graecis nomen accepit. ßov(pd-aXf.iov aus ßovg Ochse und o(pd-alj.i6g Auge, wegen derstrahlen- blütigen, großen Kompositenblume.
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d. Rindsauge, vergl. auch unter Xrysanthemum. f. Oeil de boeuf, Ochsenauge.
e. Ox-eye, desgl.
n. Runderoog — Rinderauge.
Bupleurum, ßovTxlevQov,
ßovTtXevQOv y Ochsenrippe, wegen der hervorstehenden Samenrippen oder wegen der scharfen Blattränder, die mit Ochsenrippen verglichen wurden.
d. Hasenohr, wegen der eiförmigen langzugespitzten Blätter.
f. Buplevre, aus dem lat. — Oreilles de lievre: Hasenohren.
e. Hare’s-ear, Hasenohr.
n. Doorwas, auch zu deutsch Durch wachs, der Stiel scheint durch die beiden ihn umgebenden Blätter wie hindurchgewachsen.
Butomus, ßovroiLiog,
von ßoug, Ochse, ret.ivELV, schneiden: „Ochsenschnitt“, weil die Ochsen die scharf schneidige Wasserpflanze gern fressen sollen.
d. Wasserliesch, s. unter Carex. — Schwanenblume, als Teichpflanze so genannt.
f. Butome. — Jone fleuri, Blumenbinse, der binsenähnliche Stengel trägt oben eine Dolde rosafarbener Blüten.
e. Flowering Rush. = Blühende Binse. n. Waterlisch, Swanebloem.
BUXUS, Ttv^og.
Isid. etym. VH. 53. Buxus Graecum nomen est, ex parte a Latinis corruptum, 7tvtog enim appellatur a Graecis arbor sempervirens et levitate materiae elementorum apicibus apta.
Tcv^og verwandt mit rcvytvog, dicht, fest, gedrängt, wegen der Dichtig- keit des Holzes und des Blätterstandes, in letzterer Hinsicht auch event. von TtTvaaco, Übereinanderfalten, abzuleiten.
d. Buchsbaum, aus dem lat.
f. Buis, desgl.
e. Box, desgl.
71. Buks (boompje). Palmboompje, da Buchszweige an Stelle von Palm- zweigen am Palmsonntag benutzt werden.
C.
Cakile,
von '/«zog, schlecht, Cakile also etwa: „Unkraut“, oder vom arab. Kakaleh.
d. Rocket, eine Seepflanze, deren Blumen und Blätter der Eruca gleichen die engl, ebenfalls rocket heißt.
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1
i
I
/. Caquillier — Roquette de mer = Meerrauke. e. Rocket.
n. Raket, heißt auch Eruca, mit der sie aufs nächste verwandt ist.
Calamagrostis,
aus- YMlajiiog und aygioarig, „Rohrgras“. r/. Reit(h)gras, s. u. Carex.
/. Calamagrostide.
Small reed, Kleinrohr.
u. Struisriet = Strausrietgras, wegen der ausgebreiteten Rispen oder da es in Sträuße eingebunden wird.
Calamintlia, yMlaf^ilvd^ri, ^
zu deutsch schöne Minze, sie gleicht einer Minze (Mentha) mit großen '
Blüten, oder aus '/.aXaf-iOf-iivd^ri^ von y^aXaf-iog, Halm, Stoppel, da sie i
auf Stoppelfeldern häufig sei. ■
d. Kölme, aus dem offiz. Namen verderbt. f. Calament.
e. Calamint.
n. Steenthym = Steinthymian. Die Pflanze, eine Labiate, ist dem ;
Thymus sehr nahe verwandt und wächst in einzelnen Arten auf j
Felsen und steinigen Hügeln.
Calendula. |
Kalendae: der erste eines jeden Monats, auch für Monat selbst. i
Calendula etwa „Monatsblume“, da sie Monate hindurch blüht: da- •
her auch Flos omnium mensium genannt. j
d. Ringelblume, wegen der halbkreisförmigen Frucht, oder weil die gelb- strahlige Kompositenblüte einem goldenen Ring entfernt ähnlich ist.
— Totenblume. Sie ist häufig als Gräberschmuck anzutreffen. —
Gilken, weil, sie zum Gelbfärben dient. — Morgenröte, da sie schon früh die Blüte öffnet. — Warum in Brandenburg „Studentenblume“?
f. Souci, altfrz. soulsie, von sol, Sonne, sequi, folgen, da sich die Blüten !
nach dem Sonnenstand drehen oder zur Zeit des Sonnenaufgangs I
sich öffnen und dann erst nach Sonnenuntergang sich schließen. ^
€. Marigold, vergl. den nahverwandten Bidens, Mariengold, wegen der goldgelben Blüte. n. Goudsbloem.
Callitriche,
so hieß ein Farnkraut. Auf unsere Gattung ist der Name wahr- scheinlich durch Verw'echslung gekommen.
Plin. XXII. 30. Quidam callitrichon vocant ab effectu, tinguit enim capillum.
Apulej. medic. herb. 48. Graeci callitrichon. Latini capillum veneris.
Herba in oleo trita capilli uncti inficiuntur.
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Isidor, etym. XVII. 9. 67. Capillum Veneris vocatum, sive quod elapsos post alopeciam capillos recreat, vel quod capillorum fluores coercet, vel quod sit virgulis nigris lenibus cum splendore quasi capilli.
Von Schönheit, Haar, das Callitrichon der Alten
war ein Haarmittel. Die jetzige Callitriche ist eine Pflanze, deren Stengel und Blätter grünen Haaren gleichen, die im Wasser flottieren.
d. Büngel, vielleicht von bingein harnen, w'eil die Pflanze möglichenv'eise als harntreibendes Mittel benutzt wurde; vergl. Mercurialis — Wasser- stern; die oberen Blätter, meist zu einer Rosette gehäuft, schauen aus dem Wasser hervor.
f. Callitrique — Etoile d’eau = Wasserstem.
e. Callitriche — Water Starwort = Wassersternkraut.
n. Haarsteng = Haarstengel, s. oben. — Sterrekroos = Stemgekröse. Gekröse wohl, weil sich die Stengel untereinander verwirren; vergl. die Bezeichnungen Hühnerdarm für Anagallis und Stellaria, wegen der faserigen, ausgebreiteten Wurzeln. Vergl. auch die niederl. Bezeich- nung für Lemna: Eendenkroos: Entengekröse, weil sich die Lemna- blättchen wie Gekröse ausbreiten. Niederl. kroos mag auch mit kraus verwandt sein, dieses event. wiederum mit Kraut. Danach bedeutete Sterrekroos nur soviel als Sternkraut.
Calluna,
von AaXXvvojy kehren, reinigen, VMXXvvTQOVy der Besen, aus seinen Zweigen wurden Besen gemacht.
d. Heidekraut, bildet den vornehmsten Vegetationsbestand der Heiden.
f. Callune.
e. Ling, isländ. und dän. lyng, vielleicht verwandt mit Calluna — Heather = Heidestrauch.
n. Struikheide, desgl.
Caltha,
wahrscheinlich identisch mit einer im Griech. yidlx^ oder xdXy.rj ge- nannten Blumenart. Caltha dürfte durch Buchstabenumstellung aus XaX'Aav&Tj oder xf^Xytov dvd-og, wie gewisse Kupferprodukte benannt werden, verderbt sein. Immerhin dürfte der Pflanzenname mit Xaly.og, Kupfer, wegen der goldgelben, glänzenden Blüte in Be- ziehung zu bringen sein. — Nach anderer Meinung aber ist der Name aus ydXad^og, Körbchen, abzuleiten. — Die Pflanze vegetiert in starken Büschen, aus denen wie aus einem Blumenkorb die gelben Blüten herausschauen — oder vom selben griech. Wort in der Be- deutung Becher oder Schale, wegen der Form der Blüte.
d. Dotterblume, wiegen des dottergelben Kelches.
f. Souci des marais. Die gelben Blumen gleichen an Farbe denen von Calendula, souci; des marais = „Sumpf-“, weil es an Sümpfen wächst.
Kanngiesser, Etymologie usw.
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e. Marsh Mangold = Sumpf - Mariengold , s. ebenfalls unter Calendula. '
11. Dotterbloem.
Camelina,
Xai^ial, am Boden, Xivov, Lein. Man sät die Cameline zur selben Zeit wie den Lein, oder man hielt die Pflanze für degenerierten Lein; nach anderer Ansicht aus y.aXai.L'^Xivov^ Stengellein, event. auch von chamaemelina, ein Kraut, das der Kamille ähnlich ist. Urspr. ist jedenfalls sehr unklar.
(i. Dotter, wegen der gelben Blüten und gelben Samen. V
f. Cameline — Camomille de Picardie, s. oben, wird in der Picardie kultiviert, da man aus seinem Samen ein Öl gewinnt.
e. Gold of pleasure = Freudengold, wegen der goldgelben Farbe der Blüten wie Samen, die, wde gesagt, ein nützliches Öl liefern.
n. Dotterbloem — Huttentut, woher dieser Name? Vergl. Huttelbeer-
baum für Pirus torminalis und blauer Hutten für Hedysarum obscu- '
rum. — Dotter und Huttentut soll sprachlich verv\'andt sein.
Campanula,
zu deutsch eine kleine Glocke, nach der Landschaft Campanien be- nannt, wo die Glocke erfunden sein soll. Campana, Glocke, campa- nula Diminutivform.
d. Glockenblume.
f. Campanule. — In der Normandie: Clochettes = Glöckchen.
e. Harebell = Hasenschelle; vergl. Foxglove, Fuchshandschuh, für Digitalis.
n. Klokje.
Campanula Rapunculus.
Diminutivum von Rapa, Rübe, wegen ihrer fleischigen Hauptwurzel.
d. Rapunzel.
f. Raiponce.
e. Rampion, ramps.
n. Rapunzel — sämtliche Worte vom Lateinischen abgeleitet.
Campanula rotundifolia,
rundblättrige Glockenblume, mit Bezug auf die Form der Grund- blätter, die aber zur Blütezeit der Pflanze meist verschwunden sind. Zur Blütezeit hat die Pflanze leinblattähnliche Blätter. d. Rundblättrige Glockenblume — Eisenhut, wegen der Form der Blüte.
f. Campanule ä feuilles rondes — Clochette.
€. Harebell — Blue-bell.
n. Grasklokje, da sie auf Grasfeldern wächst. — Kleine wilde Klokskens.
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Cannabis, -^/lawaßig,
in Anlehnung an canna, y^avva: Rohr, das ebenfalls wie der Hanf zu Flechtwerken diente. Nach Kluge ist die Entlehnung des deutschen Wortes Hanf aus dem südeuropäischen cannabis undenk- bar, da die Germanen den Einfluß südlicher Kultur etwa erst im letzten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung erfuhren. Die Griechen lernten den Hanf im 5. Jahrh. v. Chr. kennen; vergl. Herodot. IV. 74. 'Eart Ö8 oq)i (sc. ^yvi^'aig) Aavvaßtg (pvoi.iivr^ sv xy jtaxvT^tjTog ymI f^ieyad^eog xcu Uvo) ef.ig)eQeGTdTri. xavTrj di TtoVLCß vTteQcpiqei vMvvaßig' avTrj y.al avTOf-iarrj yal OTteiQOj^iivri qpvexai, yat auTijg Gpr/izeg (.liv yal eif^iaxa TtOLevvxat xoioi XivioLOi cuOLovarcc. ovö^ dv, doxtg uij yaQxa XQißcov el'r] avxr^g, ÖLayvohj, Xivov rj /Mvvdßiog ian' og di ^iri dl-ds yco xr^v yavvdßida, XLveov doyrjOEi elvai xd e!f.ia. Die Scythen bauten den Hanf, und er stammt wohl aus den kaspischen und Aralgegenden, wo er noch jetzt in Üppigkeit wachsen soll. Die Germanen hätten von ihrer Wanderung von Asien nach Europa beim Durchzug durch die eiwähnten Gegenden Hanf und Hanflmltur kennen gelernt, vielleicht von dem- selben Volke, das den Griechen das Wort ydvvaßig lieferte. Nach Kluge sind also ydvvaßig und Hanf verwandte Begriffe eines Stamms; vergl. arab. canab, pers. desgl., kelt. ebenso.
d. Hanf.
/. Chanvre, norm, cambre, picard. canv, wallon. ebene, Saintogne: charve, provenz. cambre, carbe, cambe, canebe, canep, ital. canapa, katalon. canam, span, cahamo, portug. cänhamo.
e. Hemp, ags. haenep.
71. Hennep.
Capsella.
Diminutiv, von capsa = Kästchen, wegen der taschenförmigen Schoten. (L Hirtentäschel.
/. Bourse ä pasteur, desgl.
e. Shepherd’s-purse, desgl. — altengl. Poor Man’s Pharmacetie, des armen Manns Apotheke, als Heilmittel.
71. Herderstasje, desgl.
Cardamiue, /MQdafilvij.
Diosc. H. 205. ^'ißr^Qig, r(COi y.aqdaf-iavxiyiv xd cfvlla rcaq- 6f.ioia yMqddi-tip.
Thesaurus Graec. Ling. Paris 1841. T. IV. p. 959. yMpdaj-iivri: herbae a nasturtii similitudine sic nominatae. Galen. Volum. XHI. p. 229. et Paul. Aegin. 7. xd OLOVf.ißQiov a nonnullis vocari yaQdauivr^v ait, utpote yctQddutp TtQooeor/lg. Item Aribas. collect. Med. 12. Sisymbrium esse herbam aquatilem: ab aliquibus appellari y.aq- dauLvXjV, quoniam x(p y.aodduw, i. e. Nasturtio, sit gustu similis.
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Cardamine ist an Geschmack wie Blattform dem yMQÖaf.iov, d. h. Nasturtium, der Kresse ähnlich und hat daher den Namen erhalten.
d. Schaumkraut; häufig findet man an dieser Pflanze die Larve der Schaumcicade (Cicada spumaria) in einem von derselben erzeugten Speichel. — Daher und weil sie zur Zeit des Eintreffens der Kuckuke blüht, auch „Kuckucksspeichel“ genannt. — Störkeblöm (ostfries.), Storchblume, aus ähnlichem Grund — Fleischblume, wegen der matt- roten Farbe der frischen Blüten, s. u.
/. Cresson des pres, Wiesenkresse, betr. Kresse s. unter Lepidium.
<f. Milkmaid, Milchmädchen, wegen der weißen Blüten. — Lady-Smock, Frauenhemd, desgl. vergl. Shakespeare: „Lady-Smocks all silver- white Paint the meadows with delight.“ — Cuckoo-flower. — Bitter-cress.
n. Veldkers = Feldkresse, da sie auf den Fluren wächst. — Koekoeks- bloem — Engeltjes, wegen der weißen, hübschen Blüten. — Pinkster- bloem, d. h. rosa Sternblume. Die sich öffnenden Blüten sind matt- rosa, erst ältere Blüten erscheinen weiß, vielleicht wegen der blei- chenden Wirkung der Sonne.
Carduus,
führt mit den dornigen Gattungen Carlina, Cnicus, Dipsacus, Eryngium, Onopordon dieselben Hauptbezeichnungen.
Von cardo, Spitze, oder verwandt mit kelt. „ard“ Dorn, wegen der spitzigen Domen, mit der die Distel bedeckt ist — event. von carere, kratzen.
d. Distel, verwandt mit tease zupfen, teare zerreißen, ebenso mit Dom (engl, thom), das mit zerren verv’andt ist; oder von ags. thydan, stechen, — event. von altd. degan, gedeihen, weil die Distel ein rasch gedeihendes Unkraut ist.
e. Thistle.
f. Chardon, vergl. die lat. Bezeichnung.
n. Distel.
Carex,
von carere, kratzen oder ysiQCOf schneiden, wegen der kieselsäure- haltigen, scharfen Blattränder.
d. Rietgras, von kelt. riet = Feld, ein Gras, das in manchen Arten im Feld vorkommt, oder identisch mit der Bezeichnung Rieth für Bach, bzw. Ried für Sumpf, ein Gras, das zuweilen an Gewässern sich vorfindet. Möglicherweise auch dasselbe wie Rieth, Ried: ein Synonym für Rohr. ags. hreod, engl, reed, ahd. hriot, ried, das mit rauschen oder rütteln wegen der im Winde schwankenden Halme in etymo- logische Beziehung gebracht wird, s. auch unter Phragmites. Ebenso vergl. die Bezeichnung Reit(h)gras (Calamagrostis), das sprachlich mit Rietgras eines Stamms sein dürfte; vergl. hierzu das bayerische Verb raitschen für wackeln, schaukeln. — Segge, verwandt mit secare, schneiden, wegen der Blattränder.
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f. Laiche, provenc. und piemont. : lesca. Ital. heißt lisca Halm, ahd. bedeutet lisca Rohr, Schilf, vergl. ferner die deutsche Bezeichnung Lieschgras (Phleum). Das Wort wird mit dem frz. lier, binden, in Verbindung gebracht, da man annimmt, daß die Halme zum Binden benutzt worden sind. e. Sedge, vergl. d. Segge.
71. Zegge, Sek. — Rietgras. — Bent = Binse (Juncus).
Carlina.
Karl der Große soll sich mit Erfolg der Pflanze bedient haben, um seine Kriegsleute von der Pest zu heilen — von Linne soll sie nach Kaiser Karl V. benannt sein — nach anderer Meinung soll Carlina aus Cardina verderbt sein; letzteres, von Carduus ableitbar, soll soviel als kleine Distel bedeuten. Die Pflanze ist tatsächlich der Distel nächst verwandt und hat distelartiges Aussehen.
d. Eberwurz, da der Eber das Kraut fressen soll. (?) Es wird auch Äber- wurz geschrieben: sollte dies Wort nicht mit dem tirol. „aepr“, d. h. offen, verwandt sein, wegen der offensichtlichen Blüte von C. acaulis?
e. Carline thistle.
f. Carline.
71. Driedistel. Man hielt den mittleren Stengel, wenn er drei Blumen hatte und man ihn bei sich trug, für ein Mittel gegen Sodbrennen. Doch bezieht sich diese Bezeichnung lediglich auf Carlina vulgaris, da C. acaulis nur eine einzige Kompositenblüte hat.
Carpinus, 'Qvyla,
von yMQ(fogi holzartige Erucht, ungenießbar im Gegensatz zu den Erüchten anderer Waldbäume — oder vom kelt. car Holz und pen Kopf: Aus seinem Holz wurden Ochsenjoche hergestellt. Vergl. Vitruv. II. 9. Carpinus — itaque Graeci quod ex ea materia iuga iumentis comparant, quod apud eos iuga ^vya vocitantur, item zy- giam eam appellant.
d. Weißbuche. Der der Buche nahverwandte Baum hat weißes Holz. — Hornbaum, wegen der Härte des Holzes, oder weil die aus seinem Holz gemachten Joche den Ochsenhömern aufgesetzt wurden. — Heister, Hester vergl. frz. hetre, verwandt mit Haag, Hecke, da der Baum zu Hecken Verwendung findet. — Hagebuche.
f. Charme, aus dem Lat.
e. Hombeam.
71. Haagbeuk.
Carum,
von Kagia, Karien, einer kleinasiatischen Landschaft, wo der Kümmel besonders angepflanzt worden sein soll — oder von yidgog, Be- täubung, wegen seines intensiven Geruchs — event. von ydga, Kopf, wegen der Doldeninfloreszenz. — Andere leiten Carum vom arab. karwaia ab.
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d. Kümmel, lat. cuminum, griech. y.v(.iivov, hebr. kamon.
y. Cumin — carvi — anis des Vosges. Geruch erinnert an Anis; in den Vogesen wird er dem Käse zugesetzt.
e. Cumin — Caraway.
n. Komijn — Karwij.
Castanea, yaovavoiK
Isid. etym. XVII. 7. 25. Castaneam Latini a Graeco appellant voca- bulo. Hane enim /.dazavov vocant, eo quod fructus ejus gemini in modum testiculorum intra folliculum reconditi sunt, qui dum ejiciuntur, quasi castrantur.
Die Kastanie hat im Altgriech. viele Synonyme: zweifellos hat man den Baum wie die Frucht mit epr^yog bezeichnet, obwohl die home- rische Bezeichnung qr^yog, da der Dichter keine näheren Erklärungen hinzufügt, unbestimmt bleiben muß. Späterhin nannte man die Kastanie /diog ßctXavog'. Zeuseichel, worunter also nicht die den Griechen unbekannte luglans regia zu verstehen ist. Wohl eine besondere Art der Kastanie scheint die yagva svßor/.ri des Theophrast gewesen zu sein, da sie außer den Früchten des cpryyog bei diesem Schriftsteller besonders erwähnt wird. Xenophon, der die Kastanie bei den Mosynöken kennen lernte, berichtet darüber: An. 5. 4. 29. VMQva öe ertl twv dvayUov r^v rcoWd zd Ttlazia^ ovv. eyovxa dia- fpvTiV OvSsjulai'. Erst Nikander spricht von vmqvov /MGTavai- v.ov. Die Kastanien sollen zuerst bei der thessalischen Stadt Kaozavia angebaut worden sein, die entweder der Kastanie den Namen gegeben oder selbst nach ihr benannt worden ist. — Nach Isidor soll castanea mit castrare: kastrieren verwandt sein, weil die beiden hodenartig geborgenen Früchte, nachdem sie aus der Hülle herausgefallen, diese wie kastriert erscheinen lassen. — Wahrschein- lich aber ist der Ursprung im Altarmenischen zu suchen.
d. Kastanie. — Zahme Kastanie, da die Frucht im Gegensatz zur Roß- kastanie eßbar ist.
f. Chätaigner.
e. Chestnut, mit = Nuß. Im Gegensatz zu Horse - chestnut (Aesculus) auch Spanish Chestnut genannt, da die zahme Kastanie von Spanien nach England importiert wird.
n. Kastanje.
Catabrosa,
von yazdßqoyoLg, das Verzehren, weil das Gras vom Vieh gefressen wird — oder von yazaßLßQcoGy.eiv, verzehren, mit Bezug auf die gezäh- nelten gleichsam angenagten Spelzen.
d. Quellgras, wiegen seines Standorts.
f. Catabrosa.
c. Catabrose.
71. Brongras = Brunnengras = Bomgras.
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Caucalis^ y.avvM/dg.
KavAalig bezeichnet dieselbe Pflanze wie y.avy.og und bildet hierzu wahrscheinlich eine Diminutiv- oder Reduplikationsform. — IMan bringt yMüV.og mit yMUOy brennen, wegen des brennenden Geschmacks der Umbelliferenpflanze in Verbindung. — Nach anderer Ansicht ist yMvyaXig von zfw, ziehen und y.avXog, Stengel, wegen des ausge- breiteten Habitus einer Art, herzuleiten.
d. Haftkraut, Bettelläuse, Filzläuse. Die Früchte sind mit Widerhaken versehen und bleiben daher an den Kleidern hängen.
/. Caucahde — Gratteau, von gratter, kratzen, desgl.
e. Caucalis.
n. Wilde wortel, im Gegensatz zu der im Garten gezogenen Gelen wortel (Daucus Carota), der sie als Umbellifere nah verwandt ist; vergl. die Artbezeichnung: C. daucoides und s. Diosc. II. i68. zau- yalig, ol de öavyov aygiov.
Centaurea, yevzatQeiov.
Plin. XXV. 30. Centaurio curatur dicitur Chiron cum Herculis excepti hospitio pertractanti arma sagitta excidisset ei in pedem. Isid. etym. XVII. 9. 33. Centauriam Graeci vocant, quoniam a Chi- rone Centauro fertur reperta.
Der Sage nach von dem Centauren Chiron zuerst als Heilpflanze angewandt.
d. Tremse, Tremisse. Ursprung dunkel — Flockenblume, da die Pflanze einen flockig-wolligen Blätterbelag hat.
/. Centauree. — Jacee aus dem spätlateinischen Jacea, angeblich von iacere, daniederliegen, abzuleiten, mit der trivialen Erklärung : weil es am Boden wüchse! — (C. iacea) auch Tete de moineau, Sperlingskopf, wegen der Form der Hüllblätter; derentwegen auch Tetard, Kaulquappe. Mal-fenu == schlechtes Heu, die Pflanze wird vom Vieh gemieden.
e. Knapweed, knap soviel als Anschwellung, übertragen Kopf, also Kopf- kraut. — Hardhead = Harter Kopf; vergl. die diesbezügl. in der Eifel gebräuchlichen Namen Hartkopf und Knopfblume, wegen des dichten Involucrum.
71. Centaurie — Knoopkruid — Tremske.
Centaurea Cyanus,
blaue Centaurea.
d. Kornblume, da sie unter dem Korn wächst.
/. Bleuet, wegen ihrer schönen blauen Blume. — Casse-lunettss, zerbrich die Brillen, man machte Augentinktur daraus.
e. Cornflower. — Blue bonnet, Blauhaube — Hurtsickle, „macht die Sichel stumpf“ beim Getreideschneiden.
11. Korenbloem — Roggebloem — Blauwbloem. — Bol: Kopf, wegen der Form des Involucrum; vergl. unter Agrostemma.
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Centhranthus,
von yJvd^QOv, Sporn und av-d-ogj Blume, wegen des langen Blüten- sporns.
(/. Spornblume.
c. Centhranth — Red Valerian = roter Baldrian. Sie ist dessen nächste Verv^andte und blüht lebhaft rot.
f. Valeriane rouge. n. Spoorbloem.
Centunculus.
Diminutivum von cento = Lumpen, Bruchstück, wegen der außer- ordentlichen Kleinheit des Pflänzchens. Höhe 2 — 8 cm.
d. Kleinling. f. Centenille.
e. Chaffweed, chaff = Spreu, wertlose Kleinigkeit- Chaffweed etwa: „Kleinkraut“; vergl. Chaff-biscuit, Klein -Zwieback.
71, Dwergbloem = Zwergblume.
Cephalanthera,
von y,eg)aXri, Kopf und avd^-Qog, Anthere. Anspielung auf seine freistehenden, auf kleinem Pedicill beweglichen Antheren.
d. Orant, aus lat. origanum (s. d.), griech. oqiyavov, worunter man eine dieser Orchidee weit entfernte Labiate versteht. Vielleicht, daß wegen der länglich eiförmigen Blätter der Name Orant auch auf C. über- tragen wurde.
/. Cephalanthere.
e. Helleborine s. unter Epipactis, die mit C. aufs nächste ven^'andt ist. 71. Bosch vogeltje, auch zu deutsch: Waldvögelein, da die Blüte einem
Vögelchen sehr ähnlich sieht.
Cerastium,
von ylqag, Hom, y^gaOTrjg, gehörnt, wegen der harten, zuweilen leicht gekrümmten Frucht.
d. Hornkraut.
/. Ceraiste.
e. Cerast.
71. Hornbloem.
Ceratophyllum,
von yjgag, Hom und cpv?^Xov, Blatt. Die Blätter sind stachelig an den Zipfeln und gleichen kleinen Hörnern, oder wegen der mit zwei gekrümmten Domen versehenen Früchte. d. Hornblatt — Igellock, wegen der stacheligen Blattzipfel; betr. lock vergl. engl, hemlock (conium) und charlock (Sinapis), desgl. garlic (Allium) und deutsch Lauch (desgl.); ags. leac soll soviel als Kraut bedeuten.
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f. Ceratophylle — Cornifle (lat. cornu = Horn).
e. Homwort.
n. Hoornblad.
Chaerophyllum, yaiqiffvllov,
lat. auch caerefolium, von y^aiQto, sich freuen und q)vXXoVy Blatt, wegen des angenehmen Duftes der Blätter, oder weil sie wegen ihres Blätterreichtums erfreut, eventuell weil der Genuß der Pflanze munter und freudig stimmen soll. Nach Martin aber von ytaiQO- (pvlXov: xalgog bezeichnet die kurze Schnüre, an denen die Augen befestigt sind, durch die am Webstuhl die Fäden laufen. Die schmalen Teilchen der Umbelliferenblätter konnten nicht unpassend mit jenen Schnürchen verglichen w’erden und so vMLQOcpvXXov als Benennung veranlassen.
Chaerophyllum Anthrisciis,
verwandt mit av&eQi^y Halm, halmartiger Schaft, oder von av&og, Blume und Qvayogy Hecke, da die Pflanze gern an Hecken wächst.
a\ Kerbel.
f. Cerfeuil.
e. Chervil.
11. Kervel — sämtliche Namen verd. aus dem offiziellen Namen.
Ch. silvestre,
zu deutsch Waldkerbel, wächst aber mehr an Feldrändem und Hecken.
d. Kälberkropf. Die Kälber fressen es gern, der Stengel ist unterhalb des Knotens verdickt. — Kälberkem, soviel als Kälberkorn, Kälber- getreide, aus erwähntem Grund. — Beide Namen event. auch aus dem offiziellen Chaerophyllum assimiliert.
f. Persil d’äne, vergl. die deutsche Bezeichnung Eselspeterlein. Die Esel fressen die Blätter der petersilienähnlichen Pflanze.
e. Cow-chervil = Kuhkerbel. — Mock-chervil = Scheinkerbel.
n. Wilde Kervel — Pijpkruid (Pfeifenkraut). Aus den Stengelgliedern machen die Kinder Flöten.
Cheiranthus,
ein Bastardname aus der arabischen Bezeichnung der Pflanze keiri und dem griech. Wort avS-og, Blüte. Da aber die Araber in der Pflanzenkunde Schüler der Griechen waren, ist anzunehmen, daß viele arabische botanische Bezeichnungen aus dem Griechischen ent- lehnt sind. Man bringt daher den ersten Bestandteil von Cheiranthus mit YUQQog, gelb oder Y.TjQog, Wachs in Beziehung und zwar wegen der goldgelben, glänzenden Blüten; andere aber erklären das Wort direkt aus Hand, wegen einer gewissen Ähnlichkeit der aufge-
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platzten Schoten mit den Fingern, oder weil man die Blume zu Bouquets abzupflücken pflegte. (?)
d. Lack, Goldlack, da die Blüte wie mit Goldlack überfirnißt erscheint. Sollte Lack nicht aus Levkoje verderbt sein? Vergl. hierzu unter Matthiola. — Bei Halle heißt die Pflanze „Kirche“, aus Cheiranthus assimiliert. — Gelbveigelein, wegen des Veilchen duftes.
f. Giroflee des murailles, Mauergewürznelke. Die Pflanze w'ächst auf altem Gemäuer, und der Duft ihrer Blüte erinnert an den der Ge- würznelken, d. h. der Blütenknospen von Caryophyllus aromaticus. Giroflee ist aus Caryophyllus verderbt.
e. Wallflower = Mauerblume.
n. IMuurbloem.
Chelidonium, ibIMvlov.
Theophrast VIL 15. i. yßkidoviov^ 'ml yaq tovto a/iia tcJj öovia avd'u.
Diosc. II. 2 1 1 . TatrrjQ 0 yvXoc, jULystg /.ieIltl 'ml Eipr]d^elg ev yaX'/.q Itc av&Qa/.toVj aQ/iwCtL ^Qog o^vtOTtiav. — /Jo'/.ü öi tov6f.iaöd^ai yeXiöoviov, eTteiör^ af^a Talg yeXidoGL qiaivo^ievaig avacpvezai Xeyovoaig de oyf-iTtaga/Mal^ei. ziveg öe \oTOQi]oav ^ tog edv zig TvcpXco&fj Ttov zrjg yeXiöovog veooGcov, cd lÄiqTeQeg TtQoocpeQovoai T^v Ttoav IcovTat zr^v jtiqQCüOLv avzov.
Plinius. XXV. 50. x\nimalia quoque invenere herbas, in primisque chelidoniam, hac enim hirundines oculos pullorum in nido resti- tuunt dantque brisum, ut quidam volunt, etiam erutis oculis. — Florent adventu hirundinum, discessu inarescunt.
Marcellus Empiricus. 11. 10. Chelidonia herba in hirundinum stercore nascitur.
Isidor, etym. XVII. 9. 36. Chelidonia ideo dicitur vel quod ad- ventu hirundinum videtur erumpere, vel pullis hirundinum si oculi auferantur, matres eorum illis ex hac herba mederi dicantur. Apulejus. medic. herb. 73. Si quidem nomen chelidoniae sumpsit ex hoc, quod eo tempore semper florescit quo hirundines praesto sunt, quas Graeci chelidonias vocant; vel ut quidam memorant, quod nidis suis eandem hirundines ferant, ob acuendos succeden- tium visus.
Chelidonium ist von yeXiötov, Schwalbe abzuleiten, da es zur Zeit des Eintreffens der Schwalben blüht. Auf die anderen oben er- wähnten abenteuerlichen Erklärungsversuche der Alten verlohnt sich nicht hier nochmals eihzugehen. Von den Alchimisten wurde Ch. zu Coeli donum, Himmelsgabe, assimiliert, weil nach ihrer Meinung dem gelben Saft der Pflanze allerhand wichtige Naturkräfte innewohnten.
d. Schöllkraut, Schellkraut, entweder verderbt aus dem offiziellen Namen oder von sceljan, abschälen, scelah, schielend abzuleiten, weil das Kraut als Mittel gegen Hornhauttrübungen, wie gegen das durch
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Hornhauttrübungen entstandene Schielen ver^vandt wurde. — Gold- wurz, wegen des gelben Saftes — Schwalbenwurz. — Es sei hier bemerkt, daß man der Signaturlehre entsprechend die gelbsaftige Pflanze gegen Gelbsucht gab.
f. Chelidoine — Eclaire, claire, aufhellendes, klar machendes Kraut, wurde wie besagt als Augenheilmittel benutzt.
e. Celandine.
n. Schelkruid — Oogenklaar.
Chenopodium,
von yr^v^ Gans und 7rot;g, Fuß, TtoÖLOv, Füßchen, Gänsefüßchen, wegen der Plattform. Die Planze hat manche Namen mit der ihr nahverwandten Melde (Atriplex) gemeinsam.
d. Gänsefuß, Schißmelde, Mistmilte. Kommt an Miststellen vor. S. auch unter Atriplex.
f. Chenopode — Patte d’oie = Gänsefuß — Anserine von lat. anser, Gans.
c. Goosefoot = Gänsefuß.
Ganzevoet.
Ch. vulvaria,
von Vulva, die Scham, da es für Frauenleiden gut ist.
d. Hundskraut, Faulfischkraut, nackte und stinkende Hure, — alle diese Namen wegen ihres schlechten Geruches. — Fotzenkraut, Schamkraut, aus oben erwähntem Grunde.
/. Arroche puante, zu deutsch stinkende Melde.
e. Stinking Goosefoot.
n. Stinkende Ganzevoet.
Ch. bontis Henriciis.
d. Guter Heinrich, wegen seiner Heilkraft, die er gegen faulende Wunden besitzt. Heinrich heißen die Kobolde, deren Gänsefüße den Blättern ähnlich sehen. — Wundkraut — Schmerling, wegen der schmierigen, mehlig-klebrigen Blätter.
f. Bon H.enri — Epinard sauvage, wilder Spinat, arme Leute essen ihn an Stelle von Spinat.
e. Good King Henry — Allgood. n. Goede Hendrik — Algoede.
Chlora,
gelbgrün, wegen der hellgrünen Farbe der Pflanze.
d. Bitterling. Die Gentianaceen sind bitter, vergl. Erythraea.
f. Chlorette.
e. Yellowwort, wegen der gelben Blüte. n. Bitterplant.
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Chrysanthemum,
von XQVGog, Gold und avS^eiuov, Blume, wegen der goldgelben Blumen dieser Gattung so benannt.
d. Wucherblume, wegen ihres raschen Gedeihens. — Marguerite vom lat. margarita, Perle, mit der ihre schöne - Blume verglichen wurde. [Das lat. und das griech. (.laQyaQLTiqg, (.laoyaqov scheint von dem pers. mervarid, Perle, abzustammen; vergl. Plin. IV. 54. Praecipue autem laudantur (margaritae) in Persico sinu maris Rubri. 56. Nec apud barbaros quidem eins aliudquam margaritae.]
f. Marguerite doree, Gold - Marguerite. — Dis-moi-la- verite: Sag mir die Wahrheit; Anspielung auf das bekannte Abreißen der Zungen- blättchen.
e. Ox-eye Daisy, Ochsenaugen -Gänseblümchen. Betreffs daisy s. unter Bellis, deren Blüte eine hliniaturform der Chr.-Blüte ist.
11. Ganzebloem, s. unter Bellis — Groote madelief, desgl.
Chrysanthemum Tulgare, gewöhnliches Chr., wird auch Tauacetum genannt,
spätlat. tanasia, von ad^ctvaoia, Unsterblichkeit, da die Blüten sich auch trocken lange halten. Daher in Kräuterbüchern auch Herba immortalis, unsterbliches Kraut, genannt. d. Rainfarren, wächst an Rainen, Ackergrenzen und hat farrenähnliche Blätter; aus Rainfarren ist volksetymologisch Rheinfarren, ja sogar Rheinfallkraut geworden. Da sprachlich das „h“ nicht zum Aus- druck kommt, hat diese Assimilation sich selbst zensiert! — Revier- kraut.
/. Tanaisie, wallon. teinhaie, ital. tanacetio, daneto und atanasia, span, tanaceta und atanasia.
c. Tansy.
7/. Boeren Wormkruid, Bauern Wurmkraut, als Mittel gegen Würmer. — Reinevaar — Steenvaren, wächst auf Steinschutt.
Chrysosplenium,
von ygvaog Gold und GTvlrjr Milz, wegen der gelben Blüte und seiner Verwendung gegen Milzkrankheiten.
d. Milzkraut.
f. Saxifrage doree, Dorine, die Saxifraga nahverwandte Pflanze hat gelbe Blüten.
c. Chrysosplene.
n. Goudveil, auch zu deutsch ‘Goldveilchen. Die Blätter sehen den Veilchenblättern ähnlich.
Cicendia,
ein Phantasiename Adansons; soll aus Centaurea und Gentiana ge- bildet worden sein. Cicendia ist bekanntlich eine Gentianacee (vergl. unter Mibora). Andere Erklärer brachten den Namen mit
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ital. cicigna = Blindschleiche in Verbindung, bezugnehmend auf die bei bedecktem Himmel geschlossenen Blumen und den fadenförmigen Stengel.
d. Zindelkraut, verderbt aus dem Lat. f. Cicendie.
e. Cicendia.
7t. Draadgentiaan, wegen des fadenförmigen Stengels.
Cichorium, yuywoiov,
arab. Ursprungs oder von z/w, gehen und ycoQiov, Feld, weil sie am Feld anzutreffen.
Cichorium intyhus.
Isid. etym. XVII. lo. 12. Intubus Graecum nomen est. Est intu- bus, quod sit intus tophus (?).
Intybus, auch Intubus geschrieben, wird abgeleitet von eingeschnitten, wegen der Blattform, oder von anlautendem „in“, und tuba, Tube, wegen des hohlen Stengels.
d. Wegwarte, soviel als Weghüter, da sie am Wege wächst; von Prof. Dr. Fick in Würzburg wurde sie als „Vakanzblume“ bezeichnet, weil sie zu einer Zeit zu blühen beginnt, wo die großen Universitätsferien einsetzen.
f. Cichoree, chicoree, ital. cicorea.
e. Chicory — Succory, verderbt aus dem vorigen mit Anklang an sugar, Zucker, vergl. westfälisch „Zuckerei“.
71. Cichorei und Suikerij, mit Anklang an suiker, Zucker.
Cichorium endivia,
endivia, ital. Form für intubus.
d. Endivie.
f. Endive.
e. Endive.
71. Aandijvie.
Cicuta.
Isidor. ‘ etym. XVII. 9. 73. Cicuta propter quod in thyrso geniculato nodos habeat occultos, ut canna, sicut dicitur fossa caeca, quae occulta est. Haec potui data interficit.
Cicuta war der lat. Name für vxoveLOV] cicuta und ycoveiov waren also im Altertum Synonyma, während die heutigen Gattungen Cicuta und Conium (von yxoveiov) verschieden sind. Das Gift, mit dem die Athener das Todesurteil vollstreckten, mit dem auch Sokrates gerichtet wurde, war nicht das des gefleckten Schierlings (conium maculatum), sondern das von Cicuta, dem sogen. Wasserschierling, der auf griech. ycüveiov genannt wurde; vergl. Pers. 4. i. f, Magister (sc. Socrates), sorbitio quem tollit dira cicutae
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Cicuta wird von y.cjveiov, aus dem es mittelst Reduplikation ent- standen sein soll, abgeleitet; -/.(Lveiov aber soll mit dem Verb zt'w: in sich aufnehmen, in sich enthalten, verwandt sein, da es vornehm- lich in seinem Wurzelstock den berüchtigten gelben Saft enthält. Event, ist die Ableitung von y.ovr^: Tötung anzunehmen. — Nach Isidor liegt Cicuta der Begriff caecus, verborgen, zugrunde, da es in den verdeckten Kammern seiner Wurzel den giftigen Saft vorborgen halte. — Nach dritter Ansicht kommt Cicuta von dem mit erwähntem caecus verwandten Zeitwort caecare, in der Bedeutung blenden, den Blick trüben, wegen der Giftwirkung.
(/. Wasserschierling, weil er an Wassergräben, Bachmündungen usw. ge- deiht und dem gewöhnlichen Schierling (Conium maculatum) an Gift- wirkung gleicht, eigentlich übertrifft. Obwohl beide Pflanzen Um- belliferen, sind ihre Blätter immerhin sehr verschieden. Die Blätter von Cicuta sind lanzettlich, die von Conium aber tief -fieder- spal tig. Das Charakteristicum für Cicuta ist der Wurzelstock, der
beim Längsschnitt quer gefächert erscheint und aus den Kammern einen stinkenden, gelblichen Saft entleert, der sich an der Luft rötet. Das für Conium maculatum, den gefleckten Schierling, angegebene Charakteristicum, das ihm den Artnamen eingetragen, ist die braun- rote Fleckung des Stengelgrundes, die aber allerdings nicht bei allen Exemplaren ausgeprägt zu sein braucht. — Ein weiteres Synonym für Cicuta virosa, die giftige C., ist die Bezeichnung Wütrich, die ihm wegen seiner enormen Giftwirkung zuteil wurde.
/. Gigue, Cicutaire: Im Gegensatz zu dem ebenfalls Cigue genannten Conium maculatmn wird C. auch Cigue aquatique, d. h. Wasser- schierling, genannt.
e. Water Hemlock, Wasserschierling. — Cow-bane, Kuhbann, wegen der Giftwirkung.
n. Waterscheerling — Dolwortel — Dolle Kervel, ist wie die gewöhnliche Kervel (Anthriscus) eine Umbellifere. Überdies wird auch aus gleichem Grunde C. maculatum ebenfalls als Dolle Kervel bezeichnet.
Circaea (sc. herba), /UQ/Mia (sc. ßoravy]),
nach der Zauberin Circe benannt. Man schrieb dem Kraut große Wunder zu und gebrauchte es zu Zaubereien.
d. Hexenkraut.
f. Circee. — Herbe aux sorcieres, magiciennes, Hexen-, Zauberinnen- kraut.
e. Enchanter’s Nightshade, Zauberers Nachtschatten. S. Solanum.
n. Heksenkruid.
Cladium,
eine Graminee, hat ihren Namen von yXaöoc,^ langer, schmaler Zweig, Schößling, wegen der Halme.
d. Schneidegras, wegen der scharfen Blattränder.
f. Cladium.
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e. Cladium.
71. Galigaan, zu deutsch Galgant; hierunter versteht man eigentlich Alpi- nium (nach dem ital. Botaniker, Alpini), Cladium, Juncus und Scirpus haben erw. Namen wegen ähnlichen Gebrauchs der Wurzel adop- tiert. Der Name Galgant soll aus dem Arab. oder Pers. stammen; vergl. unter Cyperus.
Clematis,
Diosc. IV. 7. y^lr^^iavlg: /.Xrn^iava ös (.ir/.qa.
Ableitung von yXr^ua, Schoß, Trieb, Ranke. Clematis hieße demnach soviel als Rankengewächs.
d. Waldrebe. Diese Waldpflanze ist wie der Wein ein Klettergewächs. — Bettlerkraut, es wurde von den Bettlern zur Erzeugung künstlicher Geschwmre benutzt.
f. Clematite des bois, Waldclematis. Vigne blanche, weiße Rebe, wegen der weißen Blüten.
e. Traveller’s-joy = des Wanderers Freude, wegen der Schönheit der häufig an Wegen rankenden Pflanze. Virgin’s-bower = Marienlaube. Old-Man’s-beard = Alter Mannsbart, wegen der behaarten Früchtchen.
71. Boschdruif ~ Buschtraube.
Cochlearia.
Ableitung von cochlear, Löffel, wegen der Form der etwas konkaven Wurzelblätter.
d. Löffelkraut; Skorbutkraut, da es in Sirup gegen den Skorbut benutzt wurde.
f. Herbe aux cuillers = Löffelkraut. Herbe au scorbut.
e. Spoonweed = Löffelkraut. Scurvygrass = Scorbutgras.
71. Lepelblad.
Cochlearia Armorica,
nach Amiorica in der Bretagne, wo der Meerrettich heimisch ist.
d. Meerrettich, Meer-(Mähr-)Pferderettich, denn der Volksmund verknüpfte gern den Namen einer Pflanze, die einer anderen ähnlich, aber minderwertiger ist, mit einem Tiemamen; vergl. Roßkastanie, Hunds- veilchen; oder Meer-(rettich), verv’andt mit der ahd. und russ. Be- zeichnung ehren, ags. green, das seinerseits mit „Kresse“ verwandt sei, die ihren Namen von dem „kratzenden“, scharfen Geschmack haben soll ; möglicherweise verwandt mit altfries. hrene = Geruch, wegen des starken Geruchs des Meerrettichs — event. verderbt aus Armorica.
f. Radis de cheval = Pferderettich. Raifort = racine forte = scharfe Wurzel.
e. Horse-radish = Roßrettich. Horse dient im Engl, häufig zur Begriffs- verstärkung, vergl. das vorhin Erwähnte.
7t. Mierik-(wortel). — Meerradijs — Peperwortel.
Colchicum, ^olyi/^ov.
Nicand. Alex.
^Hv de TO ßlT^deirjg xo?,xrjidog ix^oiuevov tvvq,
Küvo Tig evSe^TjTai, eq^ri^ieqov —
Diosc. IV. 84.
KoXyiv.oVj Ol de eq)r^f.i€Qov. FewäTai de nXelavov ev KoXyoig. Nach der Landschaft Kolchis, wo sie heimisch sei, oder in Anlehnung an die Kolchische Giftmischerin Medea; hpr^iieqov nannten die Griechen die Pflanze, weil sie „an einem Tag“, in kurzer Frist, den Tod herbeiführe. Im Mittelalter nannte man sie Filius ante patrem: Sohn vor dem Vater, weil die Früchte im Frühjahr, die Blüten im Herbst erscheinen.
d. Herbstzeitlose, wegen ihrer späten Blütezeit, die ganz außerhalb der gewöhnlichen Blütezeit liegt. Vergl. im Gegensatz hierzu unter Bellis. — Spinnerin, da sie zu der Zeit an zu blühen fängt, wo die Spinn- stuben eröffnet werden. Die Annahme, sie werde für die Urheberin der Spinnfäden des Altweibersommers gehalten, ist etymologisch nicht verwertbar, ebensowenig die, daß sie von den Mädchen zwischen den Händen zerrieben werde, um diese durch das Spinnen nicht wund zu machen. — Michelsblume, weil sie um Michaelis blüht. — Schul- blume, weil sie zu Beginn der Schulzeit nach den Michaelisferien blüht, vergl. Vakanzblume unter Cichoria. — Nackte Jungfer, nackte Hure, weil die Blüten ohne Blätter erscheinen. — Kälberschisse; weil sie dem Weidevieh schlecht bekommt. — Faule Futen, wegen der Giftwirkung. — Wiesensafran, da ihre Blüte der des Safrans ähnlich ist. — Am Naheufer nennt man die Pflanze Kiehdetz, Kuh- euter, wegen der Frucht; desgl. Kuckuksweck bei Gotha, weil sie zur Zeit des Eintreffens des Kuckuks die weckförmige Frucht zeigt.
f. Colchique. — Dame sans chemise, Dame ohne Hemd — Cul tout nu, nackter Hintern — Tue-chien, Mort au chien, Tue-loup, Hundetod, Wolfstod, s. unter Aconitum — Veillotte, Ältliche Jungfer, wegen der auffallend rosafarbenen Kleidung oder weil sie verspätet blüht. — Safran bätard.
e. Meadow-saffron, Wiesensafran.
n. Herst-tijloos — Tijdeloos.
Conium, ^aveiov (zomov).
Theophr. und Diosc. verstehen unter yxuveiov die Cicuta, deren zu- gehörige Erläuterungen einzusehen sind. Wenn man ycoveiov mit y.ovig, Staub, wegen der punktierten Stengel in Beziehung bringt, so kann diese Erklärung schon deshalb nicht zutreffen, weil, wie gesagt, die Griechen unter yioveiov Cicuta verstanden, deren Stengel bekannt- lich nicht punktiert ist. Der Name wurde auf die heutige Gattung lediglich wegen der dem ycuveiov ähnlichen Giftwirkung übertragen. d. Schierling, verwandt mit scem, Schirm, da er einen schirmförmigen Blütenstand hat. Nach anderer Meinung ist S. mit sceran,
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scheeren, schneiden in Beziehung zu bringen, entweder wegen der wie eingeschnitten erscheinenden Blattspreiten, oder wegen der Gift- wirkung, — Teufelspeterlein: die giftige Pflanze sieht der Petersilie ähnlich. — Blutpeterlein, wegen der Giftigkeit oder der blutroten Besprenkelung des unteren Stengelabschnittes. f. Gigue, cigue^tachee, gefleckter Schierling; grande eigne, großer Schier- ling: die Pflanze wird 8o — i8o cm hoch, während Cicuta gewöhnlich kleiner ist und zwischen 30 und 1 20 cm an Höhe mißt. Gigue d’Athenes: dieser Name würde besser auf Cicuta anzuwenden sein.
c. Hemlock, ags hemleac; hem ist etymologisch unklar, vielleicht soll damit so viel als schädlich, böse, ausgedrückt werden; unter lock, ags. leac versteht man gewöhnlich ein Kraut mit hohlem Stengel, vergl. unter Allium und Ceratophyllum.
71. Dolle Kervel — Gevlekte scheerling.
Conyallaria, sc. herba.
Convallaria als Adj. zu convallis: Tal, da die Pflanze im Tal wächst, oder von convallis und XeiQLOv, Lilie, als Bastardname, da die Pflanze einer kleinen Lilie gleicht.
d. Zauke. Herkunft dunkel; niederw^endisch heißt tsup Schorf, Grind; vielleicht galt die Pflanze gegen Grind als wirksam; oder von oberwendisch caltka (sprich zawka) = Semmel, da man die Glockenreihe als an- einandergereihte Semmeln auffaßte. — Maiglöckchen, da es im Mai mit glockenförmigen Blümchen blüht.
/. Lis des vallees = Tallilie — auch muguet, von muscus, Moschus, wegen des angenehmen Geruchs der Blüte, s. unter Asperula.
e. Lily of the valley.
71. Lelietje der dalen.
Conyolyulus,
von convolvere, zusammenwickeln, „Schlingpflanze^^.
d. Winde, weil sie sich am Getreide, Zäunen usw. emporwindet. Wegen ihrer trichterförmigen Blüten wird sie Windglöckchen und Mutter- gottesgläschen genannt.
f. Liseron, von lis, Lilie, an deren Blüte die Windenblüte erinnert — norm, liot, von Her, binden, winden. — Veillee von veiller = wachen, da die Pflanze die Blüte bei Sonnenaufgang öffnet, bei Untergang der Sonne aber wieder einrollt; daher auch Belle de jour, Tag- schöne. — Clochettes = Glocken.
e. Bindweed, s. vorher.
n. Winde.
Conyolyulus polygonatum,
vielknotiges C., wegen der vielen Wurzelknoten. d. Salomonssiegel. Die Stellen der Wurzel, an denen die vorjährigen
Kanngiesser, Etymologie usw. 4
50
Pflanzen abgestorben, lassen kreisrunde Narben erkennen, die mit einem Siegel verglichen werden können. f. Signet (ou sceau) de Salomon, desgl.
c. Solomon’s-seal. n. Salomonszegel.
Coralliorrhiza,
von y.oqaXkiov^ Koralle und Wurzel. Der Wurzelstock ist
korallenartig verzweigt.
d. Korallenwurz. f. Corallorhize.
e. Coralroot.
n. Koraalwortel.
Coriandrum, yoQLavÖQov.
Isid. etym. XVII. ii. 7. Coriandrum ex Graeco nomine sumptum quod illi yoQiov vocant.
von yoQig, Wanze, weil die Blätter und die frischen Samen wie Wanzen riechen, oder weil das Kraut gegen Wanzen gebraucht wird; event. von yogrj, Pupille, an die es wegen seiner runden Samen erinnert.
d. Koriander.
/. Coriandre.
e. Coriander. n. Koriander.
Cornus, ygdveia.
Theophr. III. 12. To de ^vlov t6 f^iev T^g ygavelag axagd-LOv yial aregeov oXov, Zf^iOLOv y.egazi z^v TtvKvozrjza yial z^v ioxvv. von cornu, Horn, wegen seines hornharten Holzes, möglicherweise auch aus dem griech. Namen für Cornus mas: ygdveia gebildet und assimiliert; vergl. unter Prunus cerasus. Doch kann auch ygdveia von yjgag, Hom abzuleiten sein.
Cornus mas,
männlicher C., wegen des harten und widerstandsfähigen Holzes.
d. Cornelkirsche, wegen der kirschroten Frucht. — Hornstrauch — Hartriegel, sein Holz wurde zu Riegeln benutzt.
y. Cornouiller — Courgelier verderbt aus dem Vorhergehenden oder weil seine Frucht einem kleinen Kürbis (courge) gleicht. — Fuselier = Spindelbaum, s. unter Evonymus.
e. Cornel-tree.
u. Komoelje — Komel.
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Cornus sauguinea,
blutige C., wegen der roten Rinde.
d. Roter Hornstrauch, gemeiner Hartriegel. f. Cornouiller sanguin.
e. Dogwood, volksetymol. aus Dagwood. Unter dag verstand man im Altengl. den Stachel, die Geißel, womit die Tiere angetrieben werden. Diese Geißeln wurden aus seinem Holz verfertigt. — Nach anderer Erklärung ist aber dogwood direkt von dog: Hund abzuleiten, da das Dekokt seiner Rinde ein gutes Mittel gegen die Hunderäude sei. — Gatter, Gatten, Gaitre-berry vom ags. gadtreow: Geißelbaum. — Gadrise, ags. gadriis, d. h. Geißelreis, Geißelzweig. — Gadderidge von gad und red, „Geißelrot“, wegen der roten Zweige.
tu Roode Kornoelje.
Corrigiola.
Diminutivum von corriga, Riemen, wegen der langen, schlanken, zähen Stengel.
d. Uferling, weil er am Ufer wächst. — Hiischsprung, vielleicht wegen der lineal-länglichen, vorn breiteren Blätter, die mit dem Hirschsprung, d. h. den Hinterläufen entfernte Ähnlichkeit haben.
/. Corrigiole.
e. Strapwort = Riemenkraut. n. Riempjes.
Corydalis, v.o^vdokiov
entweder von '/.OQvg, Helm, Haube, wegen der Form der Blüte, oder von 'AOQvöalog, Lärche, die wiederum ihren Namen dem Helmbusch, bzw. Sporn auf ihrem Kopfe zu verdanken hat. d. Lärchensporn, wegen des breiten Honigsporns der Blüte. — Hohl- wurz, wegen der zur Blütezeit hohlen Wurzelknolle.
f. Cor}Malle. c, Corydal.
n. Helmbloem.
Corylus, TO vmqvov to Xeucxov.
Corylus wahrscheinlich eine Diminutivform zu ymqvoVj Nuß, wie denn auch der griech. Name soviel als „kleine Nuß“ heißt — oder von YOQvvri, Blütenknospe abzuleiten, da die Haselblüten als die ersten Zeichen des Lenzes besondere Beachtung verdienen. — Nach dritter Ansicht von yioQvgj Helm, wegen der Fruchtblätter der sogen. Cupula.
Corylus Ayellana.
Plin. XV. 24. ... ut in Abellanis, quas antea Abellinas patriae nomine appellabant.
4*
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Isid. etym. XVII. 7. 24. Avellanae ab Avellano Campaniae oppido, cui abundant, cognominatae sunt.
Die Artbezeichnung Avellana hat ihren Namen nach einer Abella, auch Avella benannten campanischen Stadt, in deren Umgebung sie besonders gepflegt wurde. Betr. des Übergangs von b in v vergl. unter Vaccinium.
d. Haselstrauch, weil die Hasen sich gern unter ihm lagern oder weil man die $ Blütenkätzchen mit Hasen verglichen haben mag. Nach anderer Meinung ist Hasel aus Corylus mittelst einer Übergangsform Cosylus verderbt.
f. Coudrier, Coudre, in den Ardennen Caurier, wallon. Cori aus Corylus.
— Noisetier, Nußbaum.
€. Hazel, ags. haes(e)l. n. Hazelaar.
Cotoneaster,
von Cotonea, Nebenform zu Cydonia, Quittenbaum, dem C. nahe verwandt ist. Durch die Endung aster soll Ähnlichkeit und geringerer Wert angedeutet werden. d. Kutte, vergl. Quitte. Kutte aus Cotoneaster. f. Cotoneastre.
c. Cotoneaster.
n. Dwergmispel, auch zu deutsch Zwergmispel, nächster Verwandter von Mespilus, aber kleiner.
Crambe, Kga/nßr].
Ableitung von yielgo), schneiden. Der Name bezieht sich auf das zu Gemüsezwecken wiederholte Abschneiden der Pflanze.
d. Meerkohl, sieht dem Kohl ähnlich, wird auch als solcher gebraucht, wächst am Meer.
f. Chou marin, desgl.
c. Seakale. n. Zeekool.
Crataegus,
von 'AgaxaiOQ,, widerstandskräftig, wegen seines Holzes — von /.gaxog,, Kraft, alytüv der Ziegen, die Ziegen fressen die jungen Zweige ab — oder aus yigaxa, Kopf, Ziege = Ziegenkopf, vielleicht auch wegen des starken, widerlichen Geruchs der Blüten, der dem des Ziegenbocks vergleichbar ist.
d. Weißdorn, wegen der helleren Rindenfarbe, im Gegensatz zu der des Schwarzdorns (Prunus spinosa). Dom aus sansc., dri altd. zeran got teieren = zerreißen. Hagedorn, da er zu Hecken benutzt wird.
f. Aubepine — alba spina = Weißdorn.
e. Haw(thorn), altengl. Haga == Haag = Heckendorn.
11. Meidoom, weil er im Mai blüht. — Haagdoorn.
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Crepis,
von yiQriTtlgj in der Bedeutung: Halbschuh. Sohle, wegen der Form des Wurzelblattes, oder in der Bedeutung: Ufer, da Cr. paludosa und virens an diesem Standort Vorkommen.
d. Hasenkraut. Sobald sich der Hase unter diesem Kraut duckt, fühlt er sich stark. Melancholikern wird es zu tragen angeraten, damit sie nicht weichlich, sondern „fest“ werden. Daher vielleicht auch der Namen „Feste“. Woher aber die Bezeichnung Pippau?
f. Crepide.
e. Hawk’s-beard = Habichtsbart, wegen der federigen Fruchtkrone. Nächster Verwandter von Hieracium, Habichtskraut.
n. Streepzaad, Streifensaat, wegen der länglichen Blätter.
Crociis, Kqovmq.
Diosc. I. 25. ^Af-isLvojv {.liv eoTiv oyicoQVMog fv RiXiAag,
liTco Tov h avTrj y.coQvytov.
Isid. etym. XVII. 9. 5. Crocum dictum ab oppido Ciliciae, quod vocatur Corycium, quamquam et alibi nascatur, sed non tantum, vel tale, quäle in Cilicia. Unde a potiori parte nomen accepit. Crocus vielleicht von Corycius, wie die beste Crocusart im Altertum genannt wurde, nach einer cilicischen Gegend — aus ygoxt], Faden, wegen der officinellen Narben — oder Orient -hebr. Herkunft.
d. Safran, aus dem arab. az-zaferan, zafaran, pers. zaafer, walach. sofran.
f. Safran, ital. zafferano, span, azafrano, portug. a^afräo.
e. Saffron.
71. Crocus.
Cucumis.
Varro. Lingua Lat. IV. Cucumeres dicuntur a curvore, ut curvi- meres dicti.
wahrscheinlich nach der Fruchtform genannt: vom kelt. cucc, einer Art Vase — aus lat. cucuma, Topf, griech. mit Vorgesetzter Re-
duplikation — vom griech. Zeitwort yvo), schwellen, schwanger sein — oder von curvor, Krümmung.
d. Gurke, vei'wandt mit poln. ogarek, russ. ogurez, diese ihrerseits mit griech. .ayyouQLOv (Wassermelone). Arab. pers. türk, chijär, mit Artikel al chijär, hindostan. cahirä, wiederum verwandt mit cucumis.
f. Concombre, verwandt mit dem Lat. Unter cornichons versteht man die kleineren Einmachgurken, von corne, Horn, wegen der Gestalt der Frucht.
e. Cucumber, vergl. die deutsche Vulgärbezeichnung „Gümmer“. n. Augurk. — Komkommer.
Cucurbita,
vergl. unter Cucumis, mit dem es etymol. verwandt sein soll. — Von yvQTog^ curvus, krumm, wegen der Fruchtform. — Wie orbita
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von orbis, so ist corbita, curbita von corbis, runder Korb, entstanden, corbis wurde cu vorgesetzt entweder als Reduplikation oder im Sinne des Verbum zrw, schwellen, schwanger sein.
Cucurbita Pepo.
Pepo, griech. Ttimov, von TttTtTio, kochen, womit eine durchaus reife, gleichsam ausgekochte, infolgedessen weiche und aufgeschwollene Frucht bezeichnet werden soll.
(t Kürbis, von cucurbita, verwandt mit Gurke.
/. Courge. — Citrouille, weil die Frucht zitronenartig ist.
e. Pumpkin, von Pepo, desgl. Pumpion. — Gourd, wie frz. Courge, deutsch Kürbis.
11. Pompoen.
Cuscüta, vAGavra,
vom arab. kuchütä, in derselben Bedeutung, oder syrischer Herkunft, wo es ein Kraut ohne Wurzel und Blätter bedeutet — von '/.aoovcoy zusammenflicken — von 'Aavadvco, beschleichen, besteigen — vom griech. o'/xrov, Peitsche, das mit Reduplikation versehen ist und etwa ‘aLg'avxov lauten würde, um eine lange, venväckelte Peitsche zu be- zeichnen.
d, Seide, die blasse Pflanze umspinnt wie ein Seidenfaden andere Pflanzen. — Unserer lieben Frauen Blumenhaar.
f. Chevelure du Diable = Teufelshaar, da es eine schmarotzende Pflanze ist — Cheveux de Venus = Venushaare — Barbe de moine = Mönchsbart — Bourreau du lin = Leinhenker, weil es unter dem Lein Schaden anrichtet — Angure du lin, von angere, erwürgen. — Teigne, Grind; Galle, Krätze. Aus der Medizin übernommene Ausdrücke, um die Gefährlichkeit dieses Schmarotzers zu bezeichnen.
e. Dodder, auch im Deutschen derselbe Namen, verwandt mit deutsch Dotter, worunter man eine verharrte Schnur versteht.
11. Duivelsnaaigarn = Teufelsnähgarn, auch zu deutsch Teufelszwirn; vergl. Nicol. Damascen. De plantis. II. 7. Cuscuta: Saepe etiam ex planta alia planta nascitur, non suae formae, sine radice; movetque se super plantam — et crescit planta ut fila, et tenduntur super plantam; ut cuscute et similia. — Warkruid, zu deutsch Wirrkraut. — Wilde Klimmer, vergl. unter Hedera.
Cydonia, sc. malus, to v.vddvLOV sc. (.iriXov.
Isid. etym. XVII. 7. 4. Malus Cydonia nomen sumpsit ab oppido, quod est in insula Greta, de qua dicere solent, urbium Cretensium matrem Cydoniam, ex cuius pomo Cydonitum conficitur. nach der Stadt Cydon auf Kreta, wo die Quitte vornehmlich ge- diehen sein soll.
d. Quitte, vom Lat. -Griech.
f. Coing, Coigenassier, desgl.
e. Quince, desgl.
n. Kwee, quee, desgl.
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Cynara, y^waga (sc. aytavS-a),
zu deutsch hieße nach dieser Bezeichnung des Galen Cynara soviel als Hundsdom, eine verächtliche Bezeichnung des stachligen Ge- wächses. — Cynara wird auch direkt von kvcov, Hund, abgeleitet, dessen Zähnen die Kelchspitzen der Pflanze ähneln sollen. — Nach dritter Meinung wird C. mit yvdto, kratzen, in Verbindung gebracht, da die Pflanze ein distelähnliches Gewächs ist. — Schließlich wurde behauptet, sie habe nach der Insel Cynara im ägäischen Meere, wo sie besonders kultiviert worden sein soll, den Namen erhalten. Artischocke wird gewöhnlich aus dem arab. ardhischoki, ardhi = Erde und schoki = Dorn; Erddom, abgeleitet; vergl. zu deutsch auch Erd- schocke. — Doch soll jenes Wort volksetymologisch aus dem ital. articiocco ins Arab. übertragen worden sein. Der eigentliche und ältere arab. Name für die Artischocke sei harsjef oder charsjof, wo- von die andere ital. Bezeichnung carcioffo abstamme, desgl. unter Agglutination des arab. Artikels das span, alcarchofa und das port. alcochofra. — Auch wird der Name vom kelt. art, Dom und chaulx, Kohl, abgeleitet. — Überdies wird die Fmcht der Artischocke im Griech. bereits dgrvTLyov genannt. Möglich, daß hiervon die arab.-ital. Bezeichnungen abzuleiten. f. Artichaut. e. Artichoke. n. Artischock, Artisjok.
Cynoglossum, ywoylwaaov.
Apul. medic. herb. 96. Graeci cynoglosson, Itali linguam canis. von yv(i)v, Hund und y?^'^GGa, Zunge', wegen der Blattform, bzw. wegen des unangenehmen Geruchs der Pflanze verächtlich Hunde- zunge genannt.
Hundszunge.
/. Langue de chien, desgl. Herbe au Diable, Teufelskraut, aus letzthin erwähntem Grunde, auch wegen der düsterroten Blütenfarbe, oder endlich wegen der mit Häkchen versehenen Früchte, die wie Kletten an den Kleidern hängen bleiben. e. Hound’s-tongue. n. Hondstong.
Cynosurus,
von ycvvög ovgd, Hundsschwanz, wegen der Infloreszenz.
d. Kammgras, wegen der stachelspitzigen Ähren, die wie ein (Hahnen-) Kamm aussehen.
/. Cynosure — Cretelle von crete (de coq), Hahnenkamm.
e. Dog’s-tail = Hundeschwanz.
H. Kamgras.
— 56 —
Cyperus, y.vTteigog
ist gleichen Ursprungs wie Cupressus*), aus einem hebr. Wort, Kopher, das Harz bedeutet, wegen des Wohlgeruchs dieser Pflanzen so benannt.
d. Cypergras.
f. Souchet, Dimin. von souche, die starken und vielen Wurzeln bilden einen kleinen Stock (souche). — Patenotre, Paternoster; die Wurzel- knoten erinnern an einen Rosenkranz.
e. Galingale, zu deutsch Galgant; wegen ihres Wohlgeruchs wurde die Pflanze absichtlich wie unabsichtlich mit Galgant verwechselt, s. unter Cladium.
71. Cypergras.
Cypripedium,
von KvTtQog, Venus und Ttsdiov, Diminut. von Ttedr], Schuh, wegen der Blüte.
c/. Frauenschuh. — Hosenlatz (Aargau). Die ausgehöhlte vorgebauschte bunte Lippe der Blüte erinnert an die oft buntgefärbten, vorge- bauschten Hosenlätze, die man im Mittelalter trug. Vielleicht, daß so dieser Name zu erklären ist.
f. Sabot = Holzschuh.
e. Lady’s-slipper = Frauenpantoffel.
71. Vrouwenschoen.
Cytisus, yvTLöog
war der Name von Medicago arborea, von y^vzog, Höhlung, wegen des hohlen Stengels herzuleiten, oder von Kythnos, wo er reichlich wuchs. Von Medicago arborea wurde der Name auf den verwandten Cytisus übertragen.
d. Goldregen, wegen der gelben Blütentraube. — Bohnenstrauch, wegen der bohnenförmigen Schoten. — Hosen und Schuhe (ostfries.), das Schiffchen mit den beiden Flügeln stellt ein paar Schuhe, die symmetr. Fahne ein paar weite Fischerhosen dar.
f. Cytise. — Ebenier, Ebenholzbaum, wegen der Härte und dunklen Farbe des Kernholzes, das dem von Diospyros ähnlich ist. — Aubour, provenz. alborn, wallon. äbon, span, albomo. Die Artbezeichnung Labumum durch Agglutination des Artikels von albumum, weißes Holz, das junge zarte Holz unter der Rinde, der Splint, der bei Cytisus von hellgelber Farbe ist.
e. Golden chain, Goldkette. — Bean-trefoil, Bohnenklee, wegen der Drei- zahl seiner Blätter. — ' Pea-tree, Erbsenbaum, wegen der Blüten und Schoten, die denen der Erbse gleichen. Bohne, Erbse und Gold- regen sind Schmetterlingsblütler.
71. Gouden Regen.
*) y.vnaqiaaog, Cupressus sempervirens ; ihr Holz wurde von den Phöniziern zum Schiffbau verwandt. Von diesen wurde sie nach Cypern eingeführt, wo sie sich über die ganze Insel ausbreitete und Veranlassung zu deren Benennung wurde. (Koch.)
57
D.
Dactylis,
öa/,Tv?dgj fingerähnlich, wegen der Anordnung der Ährchen an dem Blütenstand, wie die Finger an der Hand.
d. Knäuelgras, vergl. den Artnamen D. glomerata; glomerata = geknäuelt. Die Ährchen stehen in buschigen Knäueln.
/. Dactyle, Dactylis glomerata = Dactyle pelotonne; pelotonne = ge- knäuelt.
e. Cock’s-foot-grass, zu deutsch Hahnenfußgras. Möglicherweise wegen der gestielten Ährchen, die mit einem Hahnenfuß entfernte Ähnlich- keit haben, so benannt.
n. Kropaar, zu deutsch Kropfähre, wegen der knäuelförmigen Ähre.
Daphne.
Diosc. IV. 146. Jacpvoeiöig — (pvkXa dacpvrj eoiv.oTa. zJaq)vrj heißt eigentlich, auch im Neugriech. Lorbeer (Laurus nobilis). Der Name kommt von q^alvouai =: glänzen mit der verstärkenden Vorsilbe da. cpavrj (Fackel), öaipavrjj ödcpvi]. So genannt wegen der glänzenden Blätter. Wegen der Ähnlichkeit der Daphneblätter und -früchte mit denen des Lorbeers adoptierte sie dessen Namen. Vergl. hierzu auch den Artnamen D. laureola; vergl. die siebenbürg. Be- zeichnung Waldlierbeer.
d. Seidelbast, verv^andt mit ahd. zidal, Biene. Das Wort zidal ist noch erhalten in Zeidler = Bienenzüchter und Zeidelweide, ein WaldHertel, in dem Bienenzucht getrieben wurde. Die Daphneblüten, die im Frühling noch vor den Blättern erscheinen, werden von Bienen auf- gesucht. Seidelbast, der Bast, die Rinde dieser Pflanze soll blasen- ziehende, heilkräftige Wirkung haben. — Nach anderer Erklärung soll „Seidel“bast eine dem altgerman. Kriegsgott „Ziu“ heilige Pflanze sein und daher ihren Namen erhalten haben. —
Kellerhals, vielleicht aus Kälberhals verderbt, da das Holz, in Ruten um den Hals der Kälber gewunden, die Läuse vertreibe; vergl. die schles. Bezeichnung Kelberhals. Ebenso die thüring. Bezeichnung Lausekraut. — Nach andeier Erklärung hängt Kellerhals mit quellen oder quälen zusammen, da sein brennender Geschmack den Hals quellen läßt oder quält; vergl. livländisch Quälerhals. — „Frühhng“, ihre wie Syringen duftenden schönen rosenroten Blüten erscheinen im März.
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/. Daphne Morillon. Unter Morillon versteht man eine schwarze Traubensorte. Die Daphne wird wegen ihrer schwarzen Beeren D. Morillon benannt. Zu Morillon vergl. more, der Mohr, Licivqog, maurus, schwarz, s. unter Morus.
Mezereon, vom lat. Artnamen D. Mezereum, auf den sich, als der verbreitetsten Art, fast alle neusprachlichen Namen für D. beziehen. Mezereum stammt aus dem arab. und pers. mäzariyün (mazeriyn), womit der Araber die Camellia bezeichnen soll. — Man bringt den Namen auch mit dem ital. ammazzare, töten in Verbindung, wegen der giftigen Eigenschaften der Pflanze. Vergl. hierzu die Schweiz. Benennung Giftbäumli und das frz. Malherbe, schlechtes Kraut. — Über Garou, garoutte s. im n. — Bois-gentil, Bois-joli, hübscher Strauch, wegen seiner schönen rosa Blüten, die im Frühling am kahlen Stengel erscheinen. — Cancerille, da das Kraut gegen den Krebs angewandt wird.
e. Daphne — Mezereon — Spurge- Olive und Spurge-Laurel, wegen ihrer purgierenden Eigenschaft und der Ähnlichkeit ihrer Blätter mit denen der Olive und des Lorbeers; vergl. die deutsche Bezeich- nung Scheißlorbeer.
Dwarf-bay, Zwerglorbeer; bay (lat. bacca) wird speziell für die Beere des Lorbeer gebraucht. Zwerglorbeer, da er nur ein kleiner lorbeer- ähnlicher Strauch ist.
71. Peperboompje, vergl. unsere deutsche Bezeichnung Pfefferbaum, wegen des brennenden Geschmacks seiner Beeren.
Garouboompje; unter frz. garou in loup-garou enthalten, versteht man den in einen Wolf verwandelten Teufel; vergl. die deutsche, vielleicht hiermit ver>Ä^andte Bezeichnung Werwolf. Die Pflanze wurde wegen ihrer Giftigkeit so genannt. Vergl. hierzu auch die deutsche Bezeichnung Wolfsbast für Daphne. Die Beziehungen zu dem ehedem in unseren Gauen sehr gefürchteten Wolf sind denen des Teufels verwandt.
Datura,
vom arab. Datora oder Tatorah in derselben Bedeutung, türk, tatula. — Nach anderer Erklärung von do, dare, geben, weil ein Extrakt des Krautes von Huren trägen und kraftlosen Mannspersonen gegeben worden sei.
d. Stechapfel, wegen der stachligen runden Fruchtschale. — Dotter assimiliert aus Datura."
f. Stramoine, aus dem mittelalt. Stramonium. Unbekannten Ursprungs oder von GTovyvoVy Nachtschatten und (.laivouaL, rasen, wegen der giftigen Wirkung. Pomme de diable, Teufelsapfel, herbe aux sor- ciers = Zauberers Kraut.
e. Thorn-apple, Domapfel; vergl. frz. pomme epineuse.
71. Doornappel, auch Dolappel.
59
Bauens, griech. daivMg,
von Saico, erw^ärmen, man schrieb seinem Samen erwärmende Kraft zu; vergl. Diosc. III. 76. to öi G7tiQf.ia Tcavrtov övvaixiv tyei S^eqiiavTLvA^v,
d. Möhre, ahd. Moraha. Vielleicht, weil eine Art auf moorigem Boden gedieh. — Nach der Meinung anderer hängt es mit mürbe, wegen der Beschaffenheit der Wurzel, zusammen; vergl. auch Morchel. — Gelbe Rübe, wegen der Farbe ihrer Wurzel. — Carotte, lat. Carota (Apicius), ital. desgl., von /MQCOTog, safranfarben. — Nach anderer Ansicht von vmqov, Kümmel, dem die Pflanze ähnlich sieht. — Nach dritter Meinung verwandt mit nordengl. carre und schwed. caerr, Sumpf, aus erv^ähntem Grunde. — Blutströpfli, wegen des blut- roten mittelsten Blümchen.
f. Carotte.
e. Carrot und yellow parsnip, zu deutsch gelber Pastinak; mit Pasti- naca ist Daucus als Umbellifere verwandt.
ii. Peen, altniederl. pee. Unbekannter Herkunft. — Vogelnest, auch im Deutschen derselbe Ausdruck, wegen des nestförmigen Blüten- kopfes. — Gele wortel und kroot (aus carotte).
Belphinium,
vom griech. JeK(piv, Delphin, dem die Blütenknospe der Pflanze ähnlich sieht.
d. Rittersporn. Die blauen Kelchblätter laufen in einem Sporn zu- sammen.
f. Eperon de Chevalier, dasselbe; dauphinelle, von dauphin, Delphin.
e. Larkspur, zu deutsch Lärchensporn, s. auch unter Corydalis.
n. Ridderspoor.
Bianthus,
aus Jicg ardog, Juppiterblume, wegen ihrer Schönheit Juppiter ge- weiht.
d. Nelke, auch Nägelchen, Dim. von Nagel, wegen der Form der Nelken- blüten.
f. CEillet, von oeil, Auge, wegen der Schönheit der Blume; auch Ivrogne, der Trunkenbold, wegen der roten Blüte.
e. Pink, venvandt mit dem holl, pinken zwinkern, weil die schöne Blüte mit einem Auge verglichen wurde oder weil manche Nelkenblüten mit augenähnlichen Fleckchen bedeckt sind, — Nach anderer Meinung verwandt mit peak Spitze (auch pink heißt Spitze), wegen der Form der Blätter. — Doch soll pink, zwinkern, die Augen halb geschlossen haben, seinerseits mit pink, Spitze verwandt sein, da beim Augen- schließen die Lidwinkel spitzer werden, auch das vom Augapfel Sichtbare wird hierbei kleiner. Nach dieser Konstruktion hieße pink soviel als frz. oeillet, kleines Auge. — Die engl. Farbenbezeichnung pink, für eine rosa Farbe, ist auf die Nelkenfarbe zurückzuführen.
n. Anjelier, etwa soviel als Engelkraut, wegen der Schönheit der Nelke.
6o
Dictamnüs, örAxa^vog.
Theophr. hist, plant. IX. i6. Tc öe dr/.Taf.ivov Ydiov Kqi^Tr^g. Vergil. Aen. XII. 4. 12. Dictamniim genetrix Cretaea.
Diosc. III. 34. /jiv^xat-LVog nba eazl Kgr^rrAiq. — III. 39. (Degerat Se ajtd Kgrzr^g e'regov eiöog diV.Tai.ivov.
Plin. XXV. 53. Dictamnum — non est alibi quam in Greta.
Isid. Hisp. Orig. etym. XVII. 9. 29. Dicta, mons Cretae, ex quo dictamnum herba nomen accepit.
Nach dem Berge Dicte auf Kreta benannt, der angeblichen Heimat der Pflanze.
(i. Diptam, an Stelle eines k-Lautes ein p-Laut; vergl. unter Pastinaca — Eschenwurz, wegen der eschenähnlichen Blätter. f. Dictam(n)e.
e. Dittany und Fraxinella, von Fraxinus, Esche. — Hart’s-eye, Hirsch- auge. So genannt nach der auffallenden Blüte des hohen Wald- krautes,
71. Diptam, Eschenkruid.
Digitalis,
digitalis = zu einem Finger gehörig.
d. Fingerhut, wegen der Ähnlichkeit der Blüte mit einem Fingerhut; vergl. auch die Bezeichnung Waldschelle.
f. Digitale — Gants de bergere, Handschuhe der Hirtin.
e. Foxglove, Fuchshandschuh; vergl. norweg. revhandskje, rev Fuchs, handskje Handschuh; engl, auch foxfingers, Fuchsfinger.
71. Vingerhoedskruid.
DipsacOS. Ji\pavog.
Diosc. HI. II. jL\pay.og {Pcof.ialoi ?Mßgot\u Bivsgtg] v.avXov Si eyei vipr^lbv av.avd'Cüdr] vai cfvlXa TtegieiXr^cpoTa xbv v.avXbv, ef.iffegr^ d^gidav.L, övo vad^ YvaOTOv ycvv, 7vgof.irf/.ri, avMV&coöri vai aiTa, coGTTsg Tivag 7tO{.i(f6Xvyag IttI (Äiöiqg xrig gdyecogy eoiod'iv ze vat s^codsv exovza avayd-codeig, v^olXa de Tzegl xd yovv tojv q)vXXcüv tüGze vdaza aTzd zcov dgoGcov y.at djj-ßgwv (pvXdzzeiVy d&ev val Tü ovof^ia ecXv.vGF.v.
Plin. XXVH. 47. Dipsacos habet caulem duum cubitorum isdem spinis horridum, genicula eins binis foliis amplectentibus concavo alarum sinu, in quo subsistit ros salsus. ji\pavog von diipa, Durst. Die Blätter vereinigen sich stengel- umfassend an der Basi.s und bilden ein Tau- und Regenreservoir. d. Karde(ndistel), auch Weberdistel genannt, da die stachlige Pflanze zum Karden, d. h. Reinigen und Kämmen der Wolle benutzt wurde — oder wegen der Stacheln, die die Blüte umgeben und der Weber- karde ähnlich sehen sollen. — Oder Karde stammt direkt von Car- duus, Distel, ab.
Die Bezeichnungen Venusbad öder Immerdurst sind auf zuvor er- wähnte Etymologie zurückzuführen.
6
/. Cardere, cardaire, tete de loup und peigne a loup, Wolfskopf und Wolfskamm, wegen der stachligen Pflanze. Cabaret des oiseaux, Vogelschenke und Lavoir de Venus: Das darin angesammelte Wasser galt auch als Kosmetikum.
e. Teasel: tease, die Wolle karden, teasel, ein Werkzeug hierzu. — Venus’ Bath: Venus-Bad.
Kaardebol, Kardenkopf, wegen der kopfförmigen Blüte.
Doronicum,
vom arab. daranedj, doronigi — oder entstellt aus Dorycnium; vergl. hierzu Plin. XXI. 105: Hoc est venenum, quod innocentissimi auctores simpliciter dorycnion appellavere ab eo quod cuspides in proeliis tinguerentur illo passim nascente. Joqv/jviov aus doQV, Speer und zvaco, reiben, streichen. Die Pflanze wurde, wie gesagt, zum Ver- giften der Speere gebraucht. — Thes Graec. Ling. II. p. 1645: „Demopho autem, quod ad inferendam mortem pares T(f dtQaxL vires habent, ut docet Gorr.“ Es soll ebenso tötlich wirken wie der Speer.
d. Gemswurz. Die Pflanze wächst in Gebirgen, z. B. in Tirol, der Heimat der Gemse, der es vielleicht als Futterkraut dient.
f. Doronic, Herbe aux pantheres; vergl. den Artnamen D. pardalianches, „Leopardenwürger“. IMan glaubte, die Pflanze enthalte ein Gift, das Panther und ähnliche wilde Tiere töte.
e. Doronic, Leopard’s-bane, Leopardenbann. Panther -strangler, Leo- pardenwürger.
n. Duizelkruid: von duizelen, zu deutsch döseln, schwindlig sein. Auch im Deutschen heißt das Kraut Schwindelkraut, da seine Wurzel gegen Schwindel schützen soll. Vielleicht wurde diese „Schutzkraft“, der Signaturlehre entsprechend, aus dem gefahrvollen Höhenstandort der Pflanze abgeleitet; vergl. die Bezeichnung Gemswurz.
Drabe, öqä^ri.
Die einen leiten den dioscorid. Pflanzennamen von einem Worte ÖQaßr^, das bitter bedeuten soll, ab, aber in griech. Lexiken unter dieser Erklärung nicht zu finden war, andere aber bringen dgaßt] mit abschneiden, abpflücken in Verbindung, da es als Küchenkraut ver- wendet worden sein soll. Der Ursprung des Namens ist immerhin ziemlich dunkel.
d. Hungerblümchen, da es mit ärmlichstem Boden, wie steinigen Abhängen und Felsen, vorlieb nimmt. — Unseres Herrgotts Löffel; vergl. unter der nächstverwandten Cochlearia.
f. Drave — Mignonette, wegen der Zierlichkeit des kleinen Pflänzchens; vergl. Reseda.
e. Whitlow-grass : das grasblätterige Kraut wurde gegen Panaritien : whit- low verw^andt.
71. Hongerbloempje.
s
I
62
Drosera,
von (^(>o(T£^o^, betaut, ÖQOffog, Tau; die Pflanze hat ihre Namen meist daher, daß die Drüsenköpfchen ihrer Blätter auch in der Sonnenhitze mit Saft, sogen. Tau bedeckt sind.
Sonnentau, auch Sinnau: „sin“ = immer, Sintau t zu n assimiliert. — Auch Marienträne genannt. — Widerthon, im i6. Jahrh. Widdertod, ein Kraut gegen den Tod! oder Widdertod für Wiedertat, nieder gut machen, ein Kraut, dem man die Kraft zuschrieb, die Mann- heit wiederzugeben; auch das Moos Polytrichum und das Farn- kraut Asplenium werden Widerthon genannt. f. Rossolis: ros Tau, solis gen. von sol, Sonne; Rosee du soleil, Herbe ä la goutte, Tropfenkraut. e. Sundew, Sonnentau.
n. Zonnedauw — Vliegenvangertje, Fliegenfängerchen, wegen der carni- voren Eigenschaften der Pflanze.
E.
Echium, lyiov.
Nicand. Ther. 636-637.
'Nvv ö" aye xoi gl^ag egito e%ieaoiv agtoyoig Ev&a dvio lyieLa 7Ciq)ava'/,eo.
Diosc. IV. 27. eyiov. — iv olg ion xal b '/MQTtdg /.ecpalfj l'yiog bjiioiog. qita — ^ng ov f.i6vov %olg Sryyd^eiOLV vtto eQTtettov ßorid^ü vrod^eioa f^iez oYvov.
Plinius XXV. 58. Capitula viperae similia sunt.
Apul. med. herb. 6. Latini viperinam et serpentariam. Herba vipe- rina trita cum vino potui data mirifice morsus viperae sanat et venenum discutit.
eyi^ov von eyig, die Viper, Natter, weil die Frucht dem Kopfe einer Natter ähnlich ist — event. wegen der gekrümmten Wurzel — oder da die Blüte oder der Blütenstand dem Kopf einer Natter ähnlich sehe. Daß die Pflanze wegen der erwähnten Ähnlichkeiten mit einer Schlange als Heilmittel gegen Schlangenbiß betrachtet wurde, ist eine sekundäre Erscheinung, der wir häufig begegnen; vergl. über Signaturlehre in der Einleitung.
d. Natternkopf, im Österr. Saurüssel, wegen des Blütenstandes. Für die Synonyma Frauenkrieg, Weiberkrieg findet Grimm keine Erklärung. Doch dürfte die Rauhigkeit der Pflanze diese Namen, die sie mit Ononis gemein hat, eingetragen haben.
f. Viperine.
e. Viper’s-bugloss, vergl. den deutschen Namen: wilde Ochsenzunge. Anchusa, die Ochsenzunge und Echium sind beides Boragineen.
n. Slangenkruid. Slangenkop.
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Elatine.
Ableitung von iXanvog, tannenähnlich, von Tanne, wegen der
Gruppierung der Blätter um den Stengel.
Tännel, von Tanne.
f. Elatine; recure de crapaud: recure (von recurage, das Scheuern) heißt der Schachtelhalm, da er wegen seines Kieselgehalts zum Scheuern gebraucht wurde. Da Elatine mit dem Schachtelhalm entfernte Ähnlichkeit hat und an Teichrändern vorkommt, wird ihre Alsine ähnliche Art E. alsinastrum, Kröten (crapaud) - Schachtelhalm ge- nannt.
c. Water -pepper, vergl. den Artnamen Hydropiper; wegen des bitteren Geschmacks der Blätter.
n. Waterpeper.
Elymus.
s%Vf.iog hieß bei den Griechen Panicum italicum, mit elvfxog bezeich- neten sie aber auch eine Hülle, ein Futteral; auf die Pflanze eXvjnog wurde der Name wegen der Hüllspelzen übertragen, desgl. dieser- halb auf die heutige Gattung Elymus; eXvf^wg ist abzuleiten von iXvco, das einhüllen, verstecken, aber auch winden und krümmen be- deutet. In dieser Bedeutung paßt Elymus auf die jetzige Gattung besonders gut, da sich seine Blätter bei trockenem Wetter winden, krümmen und einrollen.
d Haargras, wegen der haarigen Ähren. — Hüllgras — Strandhafer, die mit dem Hafer nächstverwandte Pflanze wird am Meeresstrande zur Befestigung der Dünen angebaut; vergl. unter Ammophila. f. Elyme — Gourbet; gourbets werden in der Normandie die Dünen benannt.
e. Lymegrass, aus dem offiziellen Namen. n, Zandhaver. Zeehaver.
Empetrum, £f.i7ceTQog,
unter Empetrum verstanden die Alten Salsola, s. d.
Diosc. IV. 178. k'f.i7teTQ0v ev ogavoig cpvevaL.
Plin. XXVII. 51. Empetros nascitur in montibus fere in saxo. — Ableitung von iv, auf und jtirCQOv, Fels. Empetrum nigium kommt bekanntlich auf Alpenfelsen vor.
d. Krähenbeere, wegen der schwarzen Farbe der Beeren. — Rausch- beere, von lat. ruscus; diese Pflanze hat ihren Namen von ^rjQog, trocken, was auch auf die fast ausgedorrt erscheinende Krähenbeere paßt. Oder glaubte man, ihr Genuß berausche, da sie auch Trunkei- beere heißt? Vergl. unter Vacc. uliginosum.
/. Camarine, Etym. unbekannt.
e. Crowberry, Krähenbeere.
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71. Besheide = Beerenheide. Die Pflanze kommt auf Heide und Torf vor. Kraaiheide, s. die erwähnten Namen.
Epilobium,
iTtiXoßiov, aus £7r/, über, Xoßog, Schote (und event. l'ov, Veilchen). Die (veilchenfarbene) Blüte liegt über der sich bildenden Schote.
d. Weidenröschen, wegen der roten Blüten und weidenähnlichen Blätter. f. Epilobe.
c. Willow-herb = Weidenkraut.
71. Basterdwederik; in bezug auf Lysimacliia s. d.
Epimedium, e7tii,iriÖLov.
ETtl fj.'qöwv, auf der Medicago. Das Wort hat vielleicht eine auf Medi- cago parasitierende Pflanze bezeichnet; nach anderer Erklärung so- viel als eine Pflanze, die wegen der Dreizahl ihrer Blätter auf den Klee herauskommt. Vergl. eTti^irjXig unter Mespilus.
d. Sockenblume, Bischofsmütze, wegen der Blüte. f. Epimedium.
e. Epimedium.
71. Bisschopsmuts.
Epipactis, l7tiTtctAT;ig,
Die Alten verstanden darunter Veratrum album, Nieswurz, mit der die jetzige Gattung Epipactis als Monokotyle eine gewisse Ähnlich- keit hat.
d. Sumpfwurz, weil sie in Sümpfen wächst — Wilde Nieswurz. f. Elleborine: vergl. Diosc. IV. 107 ol 6s iXXeßoQLvrjV.
Veratrum album wurde von den Alten deshalb auch sXXeßoQLvri ge- nannt, weil es dieselbe Wirkung hatte wie Helleborus, s. d.; sXXe- ßoQLvri wäre gewissermaßen ein Diminutiv zu sXXsßoQOg. c. Helleborine.
71. Moeraswortel == Morastwurzel.
Eranthis,
abzuleiten von riQ, Frühling und avd'og, Blume. Die sternförmige Blüte erscheint als einer der ersten Frühlingsboten im Februar.
d. Winterstem.
f. Hellebore d’hiver, Winter-Helleborus: sie gehört mit dem Helleborus zur Familie der Ranunculaceen.
e. Winter-aconite. Aconit ist ebenfalls eine Ranunculacee. n. Winterbloem.
65
Erica, sQ(e)r/,rj, vergl. unter Calluna.
Ableitung von eQerAO), zerbrechen: man habe sie gegen Steinleiden angewandt.
d. Heidekraut: da es auf Heiden wächst. S. ferner unter n.
f. Bruyere, spätlat. : bruarium und brugaria, katalon.: bruguera, mailänd. : brughiero. Man leitet diese Namen vom kelt. brug: Strauch ab, an welche Bedeutung ja auch im Deutschen „Erlenbruch“ für Erlen- gesträuch erinnert. Nach anderer Erklärung ist bruyere mit dem altgall. Zeitwort bruir: für brüler, verbrennen, verwandt, da man die Heide abbrannte, um sie urbar zu machen.
e. Heather: heath = Heide.
n. Dopheide: dop = Schale; vergl. d. Topfheide, vielleicht wegen der Blütenform: daher auch Glockenheide genannt. Vielleicht aber ist der Name aus der anderen d. Bezeichnung Torfheide verderbt, wie die Pflanze wegen ihres Vorkommens auf torfigem Terrain genannt wird.
Erigeron, riQLyiqtov,
Ableitung von v^q: Frühling und yagcov: Greis.
Erigeron sieht dem Senecio (s. d.) sehr ähnlich. Es wurde daher der griech. Name des Senecio für die Pflanze angewandt, obwohl er etym nicht zutreffend, da Erigeron im Spätsommer blüht, also nicht wie Senecio schon frühzeitig graue Früchtchen tragen kann.
d. Berufkraut, da man allerhand Krankheiten damit berief und besprach.
f. Erigeron. — Vergerette: von verge, Rute: eine aufrechte, rutenförmig gegliederte Pflanze,
e. Fleabane: Flohbann, Mittel gegen Flöhe.
n. Fijnstraal, zu deutsch Feinstrahl, eine Komposite mit strahlenförmigen Randblüten.
Erodium,
von egcoÖLcg, Reiher.
d. Reiherschnabel, Kranichschnabel, Storchschnabel, Hirtennadel: wegen der langgeschnäbelten Frucht; vergl. Geranium, den nächsten Ver- wandten der Pflanze, mit dem es viele Namen gemeinsam hat.
f. Erodium.
e. Crane’s-bill : Kranichschnabel. n. Reigersbek: Reiherschnabel.
Eriophorum.
Ableitung von egiov: Wolle und cpagco: trage, agiocpogog: wolle- tragend. Wegen der Samenhaare, bezw. der Wollbüschel der Ähren. d. Wollgras, wilde Baumwolle, Bettfedem (Augsburg), Alte Mägde (Schlesien).
f. Linaigrette: von lin, Lein und aigrette, Federbusch. Lin des marais: Sumpflein: wegen des Standorts.
Kanngiesser, Etymologie usw.
O
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<?. Cotton-sedge, zu deutsch Wollsegge, s. unter Carex.
71. Wollegras.
Erüca,
von EQSvyof-iai, ructare, rülpsen, aufstoßen, erbrechen, oder von urere, brennen, als ob die Pflanze urica geheißen, event. von (e)ro- dere, benagen, wegen des unangenehmen brennenden Geschmacks der Samen.
d. Rauke, Ruke von eruca.
f. Roquette von eruca oder von roc, da es auch auf Felsen wächst.
e. Rocket, desgl.
71. Raket(te kruid).
Erucastrum,
durch die Endung „-astrum“ soll das Kraut als der Eruca ähnlich bezeichnet werden; vergl. den Artnamen Elatine alsinastrum. Eruca und Erucastrum sind beides Kruziferen.
d. Rempe vielleicht verderbt aus E. — Hundsrauke, s. unter Eru- castrum und vergl. die Einleitung.
f. Erucastre.
e. Bastardrocket. n. Schijnraket.
ErTUm, OQoßog, botan. unter Pisum und Vicia, s. d.
Isid. origin. etym. XVII. 4. ii. Ervum a Graeco trahit vocabulum. Hoc enim illi OQoßov dicunt.
OQoßog von egißeiv, bedecken, wegen der die Samen bedeckenden Schote. d. Erbse.
f. Pois \
Pea i
71. Erwt.
Eryngium, r^qvyytov.
Wie Eruca und Eiy^simum leitet man E. von eQBvyoiiaL: erbrechen, ab, da der Genuß des scharfen Pflanzensaftes Erbrechen hervorrufe. — Nach anderer Erklärung aber ist es mit ariQ: Luft, dessen ion.- homerischer Gen. rjBQog lautet, und dem Vogelnamen ivy^ in Ver- bindung zu bringen. Die Griechen verstanden unter l'vy^ den Wende- hals, den sie nach seinem Geschrei so benannt hatten. Auf einen Kreisel gebunden und umgedreht galt er als Liebeszauber, besonders um ungetreue Männer wieder zurückzuführen. Erymgium hieße dem- nach so viel als Windvogel oder Windkreisel, wegen des Spieles, das der Wind mit den abgestorbenen Stauden treibt; vergl. d. laufende Distel, frz. chardon roulant; s. auch Od. 5. 328:
wg (5’ CT (jüTtcoQivog BoQSTjg cp^OQ€r]atv avMvd^ag af.L Tteölov, TCV'ALval de -rcQog a^XriKr^öLv tyovTai.
Möglich, daß ihm auch im Altertum dieselbe Wunderkraft wie heute zugeschrieben wurde; vergl. d. f.
E. campestre,
Feld-E., wegen des Standortes.
•d. Mannstreu oder Männertreu: Es soll die männliche Zeugungskraft erhöhen, — Laufende Distel, wallende Distel; Krausdistel wegen des krausen, stachligen Aussehens.
J. Chardon roulant: rollende Distel.
e. Field Eryngo.
n. Tuimeldistel: Taumeldistel, s. oben. Wallendistel, desgl. Veldkruisdistel: Feldkreuzdistel, wegen der kreuzförmig um den Stengel angeordneten Blätter.
E. maritimum.
See-E. : wächst am Meer.
d. Seedistel.
J. Chardon de mer. — Zu Coutainville heißt nach Toussaint die Pflanze Chou de M"^® d’Acon: Diese Dame frug nämlich, ob die Pflanze ein Kohl sei, und hat so ihren Namen unsterblich — ge- macht.
Sea Eryngo. Sea Holly: Die Blätter gleichen denen von Ilex: engl. Holly.
n. Meerdistel. Zeekruisdistel.
Erysimum, Iqvol}.iov,
von eqevd'co röten, wegen des Gebrauchs als Hautreizmittel; oder von eqevyOLiai aufstoßen, vergl. Eruca, da die Kruziferen wegen ihres bitteren Geschmacks häufig Aufstoßen erregen, oder von egvof-iai retten, wegen der Heilwirkung speziell bei Halskrankheiten: von SQvco und oiLirj Gesang, vergl. Günsel unter Ajuga.
■d. Schöterich, wegen der sehr langen Schoten. Hederich: der Name ist von einer anderen Crucifere, Raphanus Raphanistrum , auf deren Gliederschoten er besser paßt, der Ähnlichkeit der Pflanze halber übertragen worden. E. hat keine eingeschnürten Schoten wie Ra- phanus Raphanistrum. Auch Glechoma wird wahrscheinlich aus anderen Gründen wie erw. Raph. Hederich genannt.
f. Velar, vom kelt. vehlar, Kresse, mit der die Pflanze als Kmzifere verwandt ist. — Herbe aux chantres: Sängerkraut, s. o.
e. Treacle Mustard, altfrz. triacle, vom lat. theriaca, griech. d^r^qtav.r, Gegengift und Mustard: Senf, weil er diesem verwandt und ähnlich ist.
ji. Steenraket, Steinrauke: die als Kmzifere der Eruca ähnliche Pflanze wächst auf Schutt, Mauern und Kalk.
68
Erythraea, /.evTavQLov (.uy.Qov,
von eQvd^galog rötlich, rosa abzuleiten: wegen der blaßroten Blüten. //. Tausendgüldenkraut: infolge mißverstandener Übersetzung des lat. centaureum, das man, statt es von dem heilkundigen Centauren ab- zuleiten, in centum, hundert und aurum, Gold zerlegte: woraus dann Tausendgüldenkraut geworden, vergl. das coeli donum der Alchi- misten, das diese aus Chelidonium sich zurechtlegten. Die Griechen verstanden unter yevTavQLOV verschiedene Pflanzen, vergl. auch unter Centaureum. Erythraea aber bezeichneten sie, bzw. Hippokrates, wie oben neben dem Gattungsnamen erwähnt: als kleines Centau- reum. — Außerdem wird es Biberkraut, von beben, zittern abgeleitet, benannt, da es gegen Wechselfieber angewandt wurde. — Schließlich sei noch der Name Erdgalle erwähnt, den es wegen seiner Bitterkeit erhalten hat, vergl. diesbezüglich unter Artemisia Absinthium. f. Centauree. — Herbe ä mille florins: Tausendgüldenkraut. — Gen- tianelle, die Pflanze ist eine Gentianacee.
c. (Pink) Centaury: (rosafarbenes) Centaureum. n. Duizendguldenkruid.
Eiipatorium.
Sie wurde durch Avicenne fälschlicherweise so genannt; das echte Eupatorium ist Agrimonia Eupatoria (s. d.), das auch dieserhalb im Erz. Eupatoire des Grecs genannt wird. Eine Verwechslung der Agrimonia Eupatoria mit Eupatorium cannabinum ist durch die Blatt- ähnlichkeit und Bitterkeit beider Pflanzen veranlaßt. Über Eupa- torium s. unter Agrimonia.
d. Kunigundenkraut. Das Kraut wurde gegen Kinderkrankheiten an- gewandt, und Kunigunde ist die Schutzheilige der Kinder, wenn sie in Gefahr sind. — Hanfkraut: wegen der hanfähnlichen Blätter.
f. Eupatoire. — Herbe de Sainte Cunegonde. — Chanvrin, von chanvre^ Hanf.
e. Eupatory — Hemp-agrimony: Hanf Agrimonia.
71. Koniginnelcruid.
Euphorbia, empoQßiov.
Diosc. III. 86. H f-iivTOL evqeGig airov vMzd ^loßav riv ßaoilect TT^g yiißvr^g eTteyvtood^ri.
Plin. XXV. 38. Inyenit et patrum nostrorum aetate rex Juba quam appellavit Euphorbeam medici sui nomine.
Isid. orig. etym. XVH. 9. 26. Euphorbium dictum, quod eius succus oculorum acuat visum. (?)
Nach Euphorbios, dem Leibarzt des Königs Juba, benannt. Oder von ev wohl und (piqßto nähren, da es arzneilich gegen Abzehrung gebraucht w’orden sei.
d. Wolfsmilch: wegen des giftigen Milchsaftes: vergl. Wolfsbast (Daphne) — Warzenkraut: Mittel gegen Warzen.
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f. Epurge: von purger: lat. purgare: reinigen, abführen lassen, ebnen. Epurge erhielt seinen Namen entweder wegen seiner purgierenden Wirkung, oder weil sein Saft die Warzen vertreibt und so die Haut wieder glatt und eben macht. — Euphorbe — Lait de louve: Wolfsmilch, louve lat. lupa, fern, zu lupus: Wolf.
€. Spurge: vergl. frz. epurge. — Devil’s-milk: Teufelsmilch.
71. Wolfsmelk. — Duivelsmelk. — Spurge.
Euphrasia.
Ableitung von etq)Qaoia: Frohsinn, wegen des reizenden Aussehens der Pflanze so benannt: event. auch wegen angeblich erheiternder Wirkung: möglicherweise ist diese Verwendung der Signaturlehre ent- sprechend geraten worden.
d. Augentrost: s. o., möglicherweise aus gleichem Grunde gegen Augen- leiden angewandt — Milchdieb: da sie als Grasschmarotzer das Vieh- futter beeinträchtigt, vergl. die Bezeichnung Heudieb (Plantago).
f. Eufraise — Casse-lunettes: Zerbrich die Brille. — Luminet: von lumiere: Licht.
e. Eyebright: Augenhell.
71. Oogentroost.
Evonymus, evcowfwg.
Theophr. III. i8. 13. To öe evcovv/iioi' yMXoi-f.ievov devögov cpvezai LI8V a?ToS'l T£ yal zrig ylioßov Iv to) ooel Z(p ^Ooövvvco %aXov- jiiEvo)’ TO av^og ogei de oelvov coaTveo cpovov 0 de vMQjtog — TOVTO eod'iof.ierov vtvo tcov jtQoßazcov aTto'ATivvvEL yal zo cpvXlov vmI 0 vMQTtog, yal f^iahaza zag alyag, eav yad^äqoeiog
zvxiß.
Plin. XHI. 38. Nec auspicatior in Lesbo insula arbor quae vocatur euonymus, granum letale animalibus, nec non et folio eadem vis. Elcüvi\uog, berühmt: per antiphrasim im Sinne von berüchtigt, wegen des scheußlichen Geruchs der zerriebenen Blätter und Blüten, oder weil er dem Vieh giftig ist. Euonyma hieß überdies ebenso per antiphrasim die Mutter der Furien. Wegen des starken Geruches wurde das Strauchwerk als Gegenmittel gegen Ungeziefer benutzt, weshalb nach Ansicht anderer Euonymus seinen Namen im guten Sinne verdient habe.
d. Spindelbaum: aus seinem Holz wurden Spindeln hergestellt. — Pfaffen- hut: wegen der Fruchtform: speziell wegen des roten Samenmantels. — Rotkehlchenbrot: die Rotkehlchen, deren Verbreitung mit der der Pflanze genau übereinstimmt, fressen den Samen. — Läusebaum.
f. Fusain, von fuseau: Spindel. — Bonnets carres, viereckige Kappen. — Bonnets de pretre: Priesterkappen.
e. Spindle-tree. — Dogwood (s. unter Cornus sanguinea) — Pegwoöd: peg = Wäschklammer. — Skewerwood: skewer ist ein kleiner Holz- spieß, den man in England durch das Fleisch steckt, statt es mit
Bindfaden, wie bei uns, zusammenzuwickeln. Er wird aus E.-Holz hergestellt. — Prickwood: Stechholz: aus gleichem Grunde. n. Kardinaalsmuts — Papenhoed — Luizenboom.
F,
Fagopyruni.
Bastardname aus lat. Fagus, Buche und griech. 7CVQ6g, Weizen. Die kleinen schwarzbraunen Früchte sind dreikantig wie die der Buche und werden wie die Getreidekörner verwendet. if. Buchweizen. — „Heidekorn“, da F. aus mohammedanischen Ländern, also von den Heiden stammt; vergl. poln. tatarka, auch deutsch Tatarenkorn und böhm. pohanka, von böhm. pohan, der Heide. f. Sarrasin, etwa Sarazenenkorn, gleichen Ursprungs. — Ble noir, schwarzer Weizen.
e. Buckwheat: boc im Angelsächs. die Buche, vergl. buck für beech im Dialekt von Northumberland; wheat, Weizen.
72. Boekweit.
Fagus.
Isid. XVH. 7. 28. Fagus et esculus vocatae creduntur, quod harum fructibus olim homines vixerunt cibumque sumpserunt, escamque habuerunt. Nam esculus ab esca dicta, fagus vero a Graeco vo~ cata: (payuv enim Graece comedere dicitur.
Fagus stammt aus dem Griech.: q'>riy6g, von cpayeiv: essen: wegen der eßbaren Samen. Unter cpr^yog verstanden die Griechen jedoch nach Koch die eßbare Kastanie und nicht Quercus esculus mit bitter schmeckenden Eicheln, die wohl kaum je als Speise genossen worden sind, jetzt aber von den Einwohnern Griechenlands bestimmt nicht gegessen werden.
d. Buche: sanskrit bhag(sh), essen: weil der Same eßbar. — Es sei hier bemerkt, daß das deutsche Wort Buch, e. book, n. boek, von Buche abstammt, da die altnordische Literatur auf Buchenholztafeln geschrieben war.*)
f. Hetre, niederl. und vläm. bester: Strauch, deutsch Heister: junge biegsame Eichen- und Buchentriebe.
e. Beech, ags. boc, bece, beoce.
71. Beuk.
Festuca.
Eine Graminee: Ableitung von festuca: Halm. d. Schwingel, schwed. svingel, wohl von schwingen, vibrieren, wegen der langen schwanken Ähren.
*) Vergl. ßi'ßlog: Buch aus ßvßlog, Cyperus papyrus, aus dem es hergestellt seinen Namen erhalten hat; vergl. Herodot V. 58. xnl rag ßißXovg Suf d^tQctg xaXiovGc ttTio Tov naXaiov od'lwvEg, cti xoie tv anavc ßißXwv tyQiovTo, dccpxXtQriat aiyir^Gi ts y.at oU^Oi' ETi 6h y.cu TO yai ^fih noXXol tmv ßagßaQCJV lg TomvTag 6ig)&SQ(tg ygcufovai.
71
f. Fetuque — Poil de chien: Hundshaar, wegen des Aussehens der Ähren.
e. Fescue.
71. Zwenkgras ; Zwenk = Schwung.
Filago.
Ableitung von filum: Faden, Filz: wegen des grauweißlich - filzigen Überzugs der Pflanze.
d. Filzkraut.
f. Cotonniere: von coton: Wolle.
e. Cudweed, verderbt aus Cottonweed: Wollkraut.
71. Viltkruid.
Foeniculum.
Diminutiv von foenum, Heu: wegen der schmalen Blattabschnitte • — oder von foenum, Heu und caulis, Kohl; vergl. die Bezeichnung Fenkohl: die Blätter werden als Küchengewürz benutzt.
d. Fenchel, aus dem Lateinischen.
f. Fenouil — Aneth doux: süßer Dill. Pflanze, die dem Anethum ähn- lich, aber an Geruch und Geschmack milder ist. — Normannisch: anis, wegen des anisähnlichen Geruches.
e. Fennel.
71. Venkel.
Fragaria,
von frango, zerbrechen, wegen der Brüchigkeit der Frucht — oder aus Beere, wie frango aus qr^yw^-H imd frigus aus qlyog —
oder von fragro, duften, wegen des angenehmen Geruchs der Frucht. d. Erdbeere, weil sie auf der Erde kriecht und die Beere nah dem Erdboden entwickelt.
f. Fraisier, vom Lateinischen.
€. Strawberry, von strew, sich ausbreiten, wegen der Ausläufer, die sie treibt. 71. Aardbezie = Erdbeere.
Frangula;
Ableitung von frango: zerbrechen: wegen der Brüchigkeit der Zweige.
d. Faulbaum, Stinkbaum, wegen des unangenehmen Geruchs. — Pulver- holz: seine Holzkohle wird zu Schießpulver benutzt. — Grindbaum, Läusebaum: als Mittel gegen Grind und Läuse — Gelbholz, wegen des gelben Splintholzes. — Aalkirsche : wegen des roten Kernholzes (s. unter Ainus: Erle) und wegen der Beerenfrucht.
f. Frangule. — Bourdaine: spätlat. burdena = Holz. — Puene: puer = stinken. — Bois ä poudre: Pulverholz.
e. Alder buckthorn: Erlen-buckthorn. Die Erklärung von buckthorn ist nicht klar: Man bringt den Namen mit Buchs oder (Reh)bock in
72
Verbindung, doch dürfte F. wohl wegen der buchenähnlichen Blätter seinen Namen haben; vergl. buckwheat unter Fagopyrum. — Butcher’s-prickwood : Metzgersstechholz; s. unter Evonymus. n. Vuilboom: Faulbaum. — Stinkhout: Stinkholz.
Fraxinus.
Isid. XVII. 7. 39. Fraxinus vocari fertur, quod magis inter aspera loca montanaque fraga nascatur.
Ableitung von fragus, fragosus rauh : weil der Baum in rauhen Gegenden wächst — oder von cpQaOGco umzäunen, cpQayLia Zaun: weil sein Holz zu Zäunen und Pallisaden benutzt worden sein mag — oder von q^yixa Bruch; vergl. unter Fragaria, wegen der Brüchig- keit der Zweige.
d. Esche, isl. askr, schwed. und dän. ask, vielleicht verwandt mit lat. aesculus: Eiche oder griech. c^va, Buche.
f. Frene, vom Lateinischen.
e. Ash, ags. aesc. Im Ags. hieß aesc auch Speer, weil die Lanzen- schafte aus Eschenholz gemacht wurden. Auch im Griech. hieß Liellr sowohl Lanze als Esche: vergl. Homer II. II. 543 und XIII. 178.
71. Esch.
Fritillaria, sc. herba.
Ableitung von fritillus: Würfelbecher, wegen der würfelförmigen Flecken der becherförmigen Blume.
d. Kaiserkrone, wegen dem großen goldenen Blütenkranz (von Fr. imperialis).
f. Fritillaire.
e. Fritillary.
71. Keizerskroon.
Fritillaria meleagris.
Meleagris ist der lat. Name des Perlhuhns. Die Pflanze heißt so wegen der Blütenflecken.
d. Schachblume. Die Blütenhülle durch dunkelrote Flecke schach- brettähnlich. Aus erwähnten Gründen auch Perlhuhntulpe und Kiebitzeier (Unterweser) genannt. Kuckuckstulpe, da die schöne der Tulpe nah verwandte Blüte, zur Zeit des Eintreffens des Kuckucks blüht.
f. Damier: Damenbrett.
e. Snake’s-head : Schlahgenkopf.
71. Kievitsbloem.
Fnmaria, sc. herba, VMTtvog.
Diosc. IV. 108. y.aTtvog — %a Se q)vXla Xeuxctsga yai recpQoeidrj — TovTcov 0 yvlog dQLi-ivg, oBvdeQy.rig, dayovwv aycoyog, oSsv yal Tovvof-ia sily.vas.
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Fumaria von fuma, Rauch: auch im Griech. wird die Pflanze VM7Cv6g,
d. h. Rauch, genannt: da ihr Saft nach Diosc. die Augen ebenso zum Tränen bringt wie der Rauch. — Nach anderer Erklärung habe die Pflanze diesen Namen wegen der rauchfarbenen Blätter erhalten: raq)QoeL6r^g = aschgrau; vergl. den erwähnten Text des Diosc. — Nach dritter, kaum haltbarer Erklärung wäre der Name darauf zurück- zuführen, daß die Blätter Staub ansammelten und diesen beim leisesten Windhauch von sich geben würden.
Erdrauch — Taubenkerbel: weil die Blätter dem Kerbel ähnlich sehen und von den Tauben gefressen werden. f. Fumeterre, desgl. — Pied de geline: Hühnerfuß: wegen der Blätter. <f. Fumitory.
n. Duivenkervel : Taubenkerbel. — Aardrook.
G.
Gagea.
Zu Ehren von Sir Thomas Gage, einem Pflanzenliebhaber.
d. Goldstern, Gelbstern, wegen der gelben, sternförmigen Blüte. — Acker- zwiebel, eine Zwiebelpflanze, die auf Ackerland wächst. — Gerstel, wohl verderbt aus Gelbstern. — Stern aus Bethlehem.
f. Gagea.
e. Gagea.
n. Geeister = Gelbstern.
Galauthus,
von yaXa, Milch und avd'og, Blüte, wegen der milchweißen Blüten- glöckchen.
d. Schneeglöckchen, da die Pflanze bereits im Februar, ganz außerhalb der gewöhnlichen Blütezeit blüht; vergl. daher die St. Galler Bezeich- nung: echte Zeitlose. S. hierzu unter Bellis und Colchis. — Schnee- flocken — Jungfern im Hemd.
f. Galan thine — Perce- neige, durchdringt den Schnee. — Niveole: von niveus = schneeig. — Clochettes d’hiver: Winterglöckchen.
e. Snowdrop = Schneeflocke.
71. Sneeuwklokje.
Galeopsis, yalloipig,
von yale7], yalij, Iltis, Wiesel und oipig, Aussehen, Gesicht, wegen entfernter Ähnlichkeit der Blüten mit einem Iltiskopf. d. Hohlzahn: die dreilappige Unterlippe hat im Schlunde jederseits ein von unten her hohles Höckerchen, das man mit einem hohlen Zahn verglichen hat.
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f. Ortie royale: königliche Nessel. Die Blätter der prächtig blühenden Pflanze haben Ähnlichkeit mit der der Nessel. — Chan vre sauvage, wilder Hanf, wegen einiger Ähnlichkeit mit dem Hanf oder wegen seiner widerstandsfähigen Stengel. e. Hemp-nettle = Hanfnessel.
71. Hennepnetel.
Galeopsis tetraMt,
tetrahit heißt eigentlich: „hat verraten“. Doch scheint die latinisierte Bezeichnung aus dem Griech. verstümmelt zu sein, etwa von zga/tvco, rauh machen, mit Vorgesetztem re als Reduplikation: wegen der langen stechenden Haare, die an den Knoten der Stengel sich finden.
d. Stechender Hohlzahn.
/. Herbe judaique: Judaskraut, weil es sticht, oder weil Judas der Ver- räter war, in Anlehnung an „tetrahit“.
e. Hemp-nettle, s. vorher.
71. Gewone Hennepnetel.
Oalium, yahov.
Diosc. IV. 94. covof-iaGzai de arco rov ya%a 'ixvyvvva.i avrl Tcvvlag avTO.
Galen Z. HI. FaXiov tov6f.iaöiai uev aitu xov yaXa TtriyvvvaL. ydlLOv von ydXa: Milch, die es zum Gerinnen bringt.
d. Labkraut: Lab = Kälbermagen. Das Kraut wird statt des Kälber- magens zur Milchgerinnung gebraucht.
f. Caille-lait: Milchgerinner.
e. Bedstraw: vergl. unter Asperula.
71. Walstroo (?).
Oalium aparine.
Theophrast VH. 14. 3. ^'Iölov ös vmI tc Tteol xr^v dTxaolvr^v 7] /mI xCüv liiaxUüv avxeysxai öid xr(v xQayvxi^xa y,al eoxiv övöaepai-
QSXOV.
Diosc. HI. 94. ^TtaQivri. 07teQ(.ia Tcqooly^xai öe vmI iiiaxloig XI Tcia.
Plin. XXVH. 1 5 Aparinen, alii philanthropon vocant, asperitate etiam vestium tenaci.
Galen. Z. HI. ^TtaqLvrj ol f-iiv q)LXdvd^Qco7tov.
'ATtaqlvij ist der Name verschiedener sich leicht an die Kleider hängender Pflanzen, s. auch unter Lappa. Aparine wird von Ttaqd vorüber und a negativum abgeleitet, da die Pflanze niemanden vorüberläßt, ohne ihm Kletten anzuhängen. — Andere leiten Aparine ab von dTzaigto: nehmen, aus ähnlichem Grunde wie oben. Es sei hier erwähnt, daß die Griechen Galium aparine und Lappa auch q'LXdvd'QC07tov: Menschenfreund, nannten: wegen der Anhänglichkeit der Frucht an den Menschen.
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d. Klebekraut — Klettenlabkraut.
f. Gratteron, s. unter Lappa. — Gleton: Klette, desgl.
e. Cleavers.
n. Kleefkruid — Klet. — Küssen — Klift. — Wilde Klimmer: wegen der klimmenden Stengel.
Genista, s. auch unter Sarothamnus und Ulex,
verwandt mit geno, gigno, hervorbringen, wegen des raschen Wachs- tums — oder vom kelt. gen: kleiner Strauch — oder verwandt mit v.vrpxiQ,'. ein Messer, womit man den Käse abkratzt: von y,vdco, kratzen: wegen der Dornen.
d. Ginster.
f, Genet, ital. ginestra.
e. Whin, w tritt häufig an Stelle von g. — Greenweed: Grünkraut.
71. Brem; vergl. unter Rubus.
Gentiana sc. herba, yerxiavri.
Diosc. III. 3. revTLavrj. öo'/.u (lev VTto TtQcorov evQriod^ai rivTiöog, ^IX'kvQLCJV ßaoiXvfiq, dcp ov /mI eTccowixiav toyrf/^v.
Plin. XXV. 34. Gentianam invenit Gentius rex Illyricorum.
Isid. etym. XVII. 9. 42. Gentiana nomen sumpsit, ut memorant medici, ab inventOre.
Nach Gentius, einem illyrischen König, der sie zuerst angewandt haben soll.
d. Enzian, aus dem Lat. — Bittersüß, s. unter Erythraea — Bläueli, wegen der blauen Blüten.
f. Gentiane.
e. Gentian.
11. Gentiaan.
Geranium, yz^dviov.
Diosc. III. 12 1. reqdvLOv lyov ln dv.Qtov tCov naoyctXwv l^oyccg TLvag avavevsv'/nlag , cug yegdvwv y.eg)aXdg ovv xolg qd^j-cpeoLv ^ ’AVvojv oöovTag.
Plin. XXVI. 68. Geranium et in his foliis, inter quae in cacuminibus capitula sint gruum.
Ableitung von ylqavog Kranich, wegen des schnabelartigen Fortsatzes der Frucht. S. auch unter Erodium.
d. Storchschnabel. — Taubenfuß: wegen der Blätter.
/. Bec de cigogne: desgl. — Bec de grue: Kranichschnabel.
e. Crane’s-bill = Kranichschnabel. — Dove’s-foot = Taubenfuß.
71. Ooievaarsbek = Storchschnabel; vergl. Adebarsschnabel im Mecklen- burgischen.
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Geranium Robertianum,
ehedem Herba St. Ruperti und Ruberta genannt, von ruber, rot, wegen der roten Blumen und herbstlich roten Stengel und Blätter.
d. Robertskraut, Ruprechtskraut. f. Herbe ä Robert (ä Rupert).
e. Herb-Robert.
n. Robbertskruid. Stinkende Ooievaarsbek, wegen des unangenehmen Geruches.
Geum,
von yet’w, kosten, wegen der aromatischen Wurzel — oder von yy, Erde, ein Erdgewächs, letztere Etymol. zu allgemein, um richtig sein zu können.
d. Nelkenwurz, wegen der nelkenartig riechenden Wurzel — Benedikten- kraut, von benedictus, gesegnet, wegen seiner Heilwirkungen.
f. Benoite, desgl. — Herbe sainte: heiliges Kraut.
e. Avens, von avere, gesegnet sein. n. Nagelkmid, s. o.
Gladiolus.
Theophr. VII. 13. (paöyavov vrtb tlvcov de VMlovLiepov ^t(fog' eiöig od-ev eGys vmI Tovvoua.
Diosc. IV. 20. !“i(pLOv. Jid rb xov (pillov Gx^jucc ojvot-iaozai ^Lcplov.
Plin. XXI. 68. Gladiolus folium habet simile nomini. iVpul. med. herb. 78. Graeci xiphion. Est foliis gladio similibus. Isidor, etym. XVII. 9. 83. Gladiolus, quod sit foliis gladii similibus. Dimin. von gladius, Schwert, wegen der Blattform.
d. Schwertel. — Sieg\vurz, wegen der Schwertform der Blätter, Es ist wohl der Signaturlehre zuzuschreiben, daß man die Pflanze als ein Mittel gegen Verwundung auffaßte: daher wohl auch der Name: Allermannshamisch.
/. Glaieul, von gladius. — Victoriale: Siegkraut.
e. Flag, s. unter Acorus Calamus.
n. Zwaardlelie: Schwertlilie: Die Pflanze ist der Lilie nächst verwandt.
Glaucium, yXav/uov.
Diosc. III. 90. rXav'MOv, tOLy.e de avr^g xd cpvXXa zrjg ysQaxlTiöog lJ.r[/xovog. IV. 66. Mi]yxov yxcQTtbv de j-iayQOV, yMu-
TtuXov, tüGTceo yjgag, oliolov toj x-^g xrjXecog' bd-ev y.at extwvb- uaGxai.
Galen. XII. 14. Mri/xov yxqax'ixig tüv6f.iaGTat uev arcb xov ymq- Ttov ßgayelv e7tL0XQ0q)r^v eyovTog, cÖGJteq yal 7] xrj?ug cog eot- yJvai ßobg yJgaxL.
Apul. med. herb. 54. Ceratitis, fructu parvo, uncato, ut cornu.
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Die Pflanze ist eine INIohnart. Die Schoten sind sehr lang und wie ein Hom gekrümmt. Die Pflanze ist von bläulicher Farbe, daher ihr offizieller Name von yXavv.og: blau.
d. Hornmohn. — Gilbkraut, wegen der großen gelben Blüte. f. Pavot comu: Hornmohn. — Glaucienne.
e. Homed Poppy.
71. Hoornpapaver.
Glaux, ylav^,
Diosc. IV. 139. rlav§. avcri eWOf.ievrj (.lerä aXevQOv y.QLd'lvov /ml aWg, y.al elaiov /ml qo(pr^&uoa, yaka aßevvvLievov ava/MkeiTaL. Plin. XXVII. 58. Glaux antiquitus eugalakton vocabatur. coquitur in sorbitione similaginis ad excitandam ubertatem lactis.
Galen. Z. HI. ii. ylav^ ^ /tba. vml auzr] yd?M/,Tog sivai öoyu yevvrp€L‘/T^.
Entweder von ykav'/ig'. blau, wegen der Farbe der Pflanze, oder identisch mit dem Pflanzennamen yka%\ von yddM Milch, da sie die Milch der Wöchnerinnen reichlicher machen soll.
d. Milchkraut. — Mutterkraut.
f. Glauque.
e. Milkwort — Black Saltwort, wegen der dunkelgrünen (bläulichen) Farbe und des Salzgehaltes: schwarzes Salzkraut genannt.
71. Melkkruid.
Glechoma, yh'xiov.
Ableitung von ykv'/vg’. süß: wegen des angenehmen Geruches.
d. Gundermann: gund ahd. in der Bedeutung Kampf: Kampfkraut, da es als vorzügliches Wundmittel galt. — Hederich: in Anlehnung an Hedera, Efeu, mit dem es Ähnlichkeiten aufweist. S. auch unter Raphanus Raphanistrum und unter Erysimum. — Gundelrebe: da sie wie eine Rebe kriecht und rankt.
f. Chame-cisse: griech. yaf.iaL'/LGGog: Erdefeu; yaf-iat im griech. viel- fach zur Diminutivbildung verwandt. — Lierre terrestre: Erdefeu. — Violette de cochon: Schweineveilchen: d. h. unechtes Veilchen. Blätter und Blütenfarbe ähnlich denen des Veilchens.
e. Ground Ivy: Erdefeu.
71. Aardveil: Erdveilchen. — Kruip door den tuin: Kriech durch den Garten.
Gnaphalium, yvacfdhov.
Diosc. IH. 120. Tovxov rdlg (fvkkoig xiveg ovtI yvacpdXov yqwvTaL, kev/dlg ovGiv vml (.laka/oLg.
Galen. Z. III. ii. FvacfaXiov tovc[.iaGTaL uev ovxcog aTio tov cpvk- loig aiTov i,iala/o7g oIglv dvrl yvacpdkwv yqr^Gd^aL. I'gtl Ö£?.£vyM. Von yvdcpakov: Wolle, wegen seines wolligen Aussehens und seiner Verarbeitung zu Wolle.
78
d. Ruhrkraut: gegen die Ruhr. — Wollkraut. — Katzenpfötchen: weil es grau und dicht behaart ist.
f. Gnaphale. — Pied de Chat: Katzenfuß.
e. Cudweed, vergl. unter Filago. — Everlasting: s. unter Helichrysum, dem Gnaphalium nächst verwandt ist.
71. Roerkruid — Zevenjaarsbloem : Siebenjahrsbliune: die trockenen Hüllblättchen welken nicht, vergl. unter Helichiy^sum und Amaranthus. Die sog. „heilige“ Zahl 7 wird oft als Durchschnittszahl benutzt.
Gn. leontopodium.
Löwenfuß-Gn., wegen der sternförmig weißfilzigen Blüte.
d. Edelweiß: das reizende, weißfilzige Pflänzchen wächst in der Nähe der Schneegrenze.
f. Edelweiß. — Pied de Lion.
e. Edelweiß. — Lion’s-foot.
71. Edelweiß. — Leeuwenklauw.
Goodyera,
eine Orchidacee, zu Ehren des engl. Botanikers Goodyer so genannt.
d. Mooswurz, wächst in moosigen Nadelwäldern.
f. Goodyera.
e. Goodyera.
71. Dennenorchis: Tannenorchis, s. o.
H.
Hedera.
Isid. etym. XVII. 9. 22. Hedera dicta, quod arboribus reptando adhaereat. Alli hederam aiunt vocatam, quod hoedis supra lactis abundantiam in escam a veteribus praebebatur.
Ableitung: verwandt mit haerere, anhaften, oder edo, verzehren, event. mit tZo} sitzen, Sitz, weil sie den Bäumen „aufsitzt“ und diese
erstickt. Möglicherweise verv^andt mit haedus, Böcklein, da sie diesen als Futter gegeben wurde. Unter iqjsÖQa, das Plat. Polit. 288 a. „Daraufsitzen“ bedeutet, versteht Hesychius eine Equisetumart. Unter Anabasis, das im Griech. Aufstieg bedeutet, versteht Plin. 26. 20. ebenfalls eine Equisetumart. Die zwei letztgenannten Namen scheinen auf den ersten Blick Synonyme zu Hedera zu sein. Ecpidga ist sprachlich wie möglicherweise auch etymologisch Hedera sehr nahe- stehend, ja sogar mit diesem verwechselt worden. Anabasis besagt ungefähr dasselbe wie die holländische Bezeichnung: „Klim op“. Vergegenwärtigt man sich aber, daß bei Equisetum, dem Schachtel- halm, die Stengelglieder übereinander „geschachtelt“ sind, „eins über
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dem andern sitzend“, so findet man für diese Pflanze die erwähnten Bezeichnungen sehr zutreffend.
d. Efeu, ags. ifig, heißt sowohl Efeu als Eibe, man leitet den Be- griff von iwa, iwe, ewig, immergrün ab; vergl. auch unter Taxus.
f. Lierre, aus hierre, l’hierre durch Agglutination des Artikels, norm, noch heru; verderbt aus hedera.
e. Ivy. In der englischen Pflanzensymbolik bezeichnet ivy = I cling-to-thee: Ich klammere mich an dich!
n, „Klim op“ = „Klimm auf“, s. im Text. — Ifte — Boomveil: Baum- veilchen, wegen der Blattform, die mit der des Veilchens entfernte Ähnlichkeit hat; vergl. Aardveil unter Glechoma.
Heliantheinum.
Ableitung von rihog, Sonne und avdsLiog, Blume. Die Pflanzen wachsen an trocknen, sonnigen Orten und blühen in einzelnen Arten gelb. — Nach anderer Meinung, da die Blüten nur einen Sonnentag andauerten. — Nach dritter Meinung, weil die Blüten auffallend sonnenwendig seien.
d. Sonnenröschen.
f. Heliantheme. Fleur du soleil = Sonnenblume.
e. Rockrose = Felsenrose. n, Zonnekruid.
Helichrysum, sllxQvaog.
Schob Theocr. 1.30. ov rb avS-og of-ioiov y.Qoyjtj yal oiov xQvaoeiöeg. Der griech. Name bezeichnete Gnaphalium Stoechas, dessen gold- gelbe ixQVGSog) Blüte und Sumpf (fAog)-wüchsigkeit ihm den Namen gegeben. — Unser Gattungsname bezieht sich aber auf eine Sonnen- pflanze, die an trockenen Stellen wächst, aber ebenfalls gelbe Blüten hat. Die rückzuleitende Etymologie wäre demnach aus ^hog, Sonne und YQvöog, Gold.
d. Immerschön, die (abgeschnittenen) Blüten behalten auch nach der Blütezeit ihr Aussehen, da der Hüllkelch strohartig trocken.
f. Immortelle = Unsterbliche.
e. Everlasting = Immerdauernd.
71. Stroobloem = Strohblume.
Heliotr Opium, r^LoiqbTciog.
Nicand. Ther. 678. ?•£ yMi ^eXloio TQOTcaig laajvvuov eQvog.
Varro r. rust. I. 46. Nec minus admirandu quod sit in floribus quos vocant heliotropa, ab eo quod ad solis ortum mane spectant et eius iter ita sequuntur ad occasurn, ut ad eum semper spectent. Diosc. IV. igo. '"HXlotqotvlov öe aitb tov oviiTteQirQETteod^ai Ta cpvXXa Tfj tov t^Xlov yJdoei.
Plin. II. 41. Miretur hoc qui non observet cotidiano experimento herbam unam, quae vocatur heliotropium, abeuntem solem intueri semper omnibusque horis cum eo verti vel nubilo obumbrante.
8o
XXII. 29. Heliotropi miraculum saepius diximus cum sole se circumagentis etiam nubiliore, tantus sideris amarent. Noctu velut desiderio contrahit coemleum florem.
Apul. medic. herb. 50. Nomen accepit primo quod aestivo solstitio floreat, vel quod solis motibus folia convertat.
Isidor, etym. XVII. 9. 37. Heliotropium nomen accepit primo, quod aestivo solstitio floreat, vel quod solis motibus folia circumacta con- vertat. Unde et a Latinis solsequia nuncupatur. Nam et sole Oriente flores suos aperit, item se recludit, cum sol occubuerit. Von ^Xiog Sonne und TQOTcog (von xQeTtco) Wendung: Sonnenwende, weil sie ihre Blüten nach der Sonne wendet, oder weil sie zur Sonnenzeit die Blütenkrone öffnet, oder weil sie zur Zeit der Sonnen- wende blüht. Die Alten faßten unter dem Namen Heliotrop viele Pflanzen.
d. Sonnenw'ende. — Heliotrop.
f. Heliotrope — Girasol, von gyro drehen, sol Sonne. — Herbe aux verrues, au cancer = Warzen-, Krebskraut, als INIittel gegen diese Neubildungen.
e. Heliotrope. n. Heliotroop.
Helleborus, IlUßoqog.
Isid. etym. XVII. 9. 24. Elleborum memorant Graeci circa Elle- borum quendam fluvium plurimum gigni, atque a Graecis inde appellari.
Nach einem Eluß so benannt, an dem es vornehmlich wachsen soll — oder von \Xuv nehmen, ßoqa Fraß, weil sein Genuß tötlich wirkt, oder weil es abführt, denn nach Diosc. IV. 148 und Plin. XXV. 2 1 wurde Helleborus als Purgiennittel verwandt.
Helleborus yiridis.
d. Grüne Nieswurz. Sein Wurzelpulver erregt Niesen, das Adjekt. grün (viridis) wegen seiner gi'ünen Blätter und Blüten. — Bärenfuß, wegen der Blätter. — Läusekraut: wurde gegen Läuse angewandt.
f. Hellebore vert, grüner H. — Herbe ä la bosse: Beulenkraut, gegen Beulen. — Pommeliere: Name der Pferdephthise, wogegen man das Kraut anwandte.
e. Green Hellebore — Bear’s-foot = Bärenfuß.
n. Groen Nieskruid. — Wrangwortel: wrang = herb, bitter.
Helleborus foetidus.
d. Stinkende Nieswurz, wegen des unangenehmen Geruchs der Pflanze.
f. Pied de griffen = Greiffuß, patte d’ours Bärenfuß. — Rose de serpent : Schlangenrose, eine giftige, rosenähnlich blühende Pflanze. — Herbe printaniere = Frühlingskraut, da es im März und April blüht. — Fehde Hellebore.
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e. Fetid Hellebore, stinking Hellebore. — Setterwort, vergl. z. d. Sitter.
Herkunft unklar.
71. Stinkend nieskruid.
Helleborus niger.
d. Schwarzer Helleborus, wegen der schwarzgmnen Blätter und Stengel. — Früher in Gegensatz zu einer ganz anderen Pflanze (Veratrum album, s. d.) gestellt, mit der er fälschlicherweise den Namen Helle- börus gemein hatte, wegen der Nieswirkung des Wurzelpulvers bei der Einatmung. — Schnee- oder Christrose, da sie zur Weihnachts- zeit aus dem Schnee hervorblühen soll, die tatsächliche Blütezeit im Freien dürfte jedoch im Februar und März liegen.
f. Hellebore noire == schwarze Nieswurz. Rose de Noel == Weihnachts- rose. Herbe de feu = Feuerkraut, wegen seines scharfen, brennenden Geschmacks.
e. Christmas-rose = Weihnachtsrose. ft. Kerstroos = Weihnachtsrose.
Hepatica, sc. herba,
von TTtarixog, Adjekt. zu Leber: Leberkraut, wegen der
dreilappigen Blattform, die mit der gelappten Leber gewisse Ähnlich- keit hat. Wie so häufig hielt man wegen des Aussehens der Pflanze diese auch als Medizin gegen Krankheiten des betr. ähnlichen Organs für geeignet. Vergl. unter Signaturlehre in der Einleitung.
d. Leberblümchen.
f. Hepatique. — Trinitaire, Herbe ä Trinite, Dreieinigkeitskraut; vergl. den Sortnamen H. trifoliata, die dreiblättrige H.
e. Liverwort — Herb-trinity. n. Leverbloem.
Heracleum,
Plin. XXV. 12. et ab Hercule inventum tradunt.
Nach Herakles, Herkules, der sie zuerst angewandt haben soll.
d. Heilkraut, wegen seiner Heilkraft — Bärenklau, wegen der Blätterform.
f. Berca: von parst, skand. Name eines berauschenden Getränks, das man aus seinen Stengeln zusammensetzt; oder aus berle, einer anderen Umbellifere, die ihr ähnlich sieht; event. verdorben aus Heracleum; möglicherweise auch korrumpiert aus dem deutschen Bärenklau.
e. Cow-parsnip = Kuhpetersilie : Die Kühe fressen die petersilienähnliche Pflanze gern. — Hogweed = Eberkraut, aus ähnlichem Grunde.
n. Berenklauw. — Varkenskool = Schweinekohl.
Herminium.
Die Wurzel trägt zwei rundliche Knollen, die einem Bettfuß (sQ/Lug), der alten griech. Betten ähnlich sehen sollen.
Kanngiesser, Etymologie usw.
6
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d. Hünge, unklarer Herkunft, vielleicht weil sie auf Hügeln, „Gehängen“, vorkommt.
f. Herminium.
e. Musk- Orchis, vom lat. muscus. Mücke, wegen der Blütenform. Vergl. die ihr nahe verv^andte Ophr}’s muscifera, apifera, aranifera = Fliegen- Bienen und Spinnen tragende Ophrys; wegen der Ähnlichkeit der Blüten mit genannten Insekten.
n. Rechtlip, wegen der spießförmig ausgestreckten Blütenlippe.
Herniaria, sc. herba,
hemia == Bruch : Die Pflanze fand gegen Bruchleiden Verw’endung.
d. Tausendkom, wegen ihrer zahlreichen Samen
f. Herniaire — Herbe au Turc: Türkenkraut, man nahm an, daß es in der Türkei als Arzneimittel gebraucht wurde — oder von tordre, drehen, wänden, weil seine Blumen um den Stengel gewmnden sind, daher wurde das Kraut auch Torquette genannt.
c. Rupture-wort: Bruchkraut. n. Duizendgraan: Tausendkorn.
Hesperis.
Plin. XXL i8. Hesperis noctu magis ölet, inde nomine invento.
= abendlich, die Pflanze hat ihren Namen daher, daß sie des Abends stärker riecht, als tagsüber.
d. Nachtviole, wegen ihrer veilchenfarbenen duftenden Kronblätter.
/. Viol des Dames (lat. Viola matronalis), Frauen veilchen, wiegen der Schönheit der Pflanze; aber auch „Damas“ genannt, vielleicht, daß man Damaskus für die Heimat der Pflanze hielt. — Pentecotes, w^eil sie um Pfingsten, und St. Jaques, w’eil sie am i . INIai zu blühen be- ginnt — JuKenne, w'eil sie im Juli blüht.
e. Dame’s Violet.
n. N’achtviool — Damastbloem.
Hieracium, uqav.iov.
Plin. XX. 26. Sunt qui hieracion vocent, quoniam accipitres scal- pendo eam sucoque oculos tinguendo obscuritatem , cum sensere, discutiant.
Von Habicht: Habichtskraut, wohl deshalb so genannt, w'eil
es an felsigen Abhängen wächst, w’o nur die Habichte hinkommen können. Sekundär bildete sich das Märchen, die Habichte wmrden es benutzen, um die Sehkraft zu stärken.
d. Habichtskraut.
f. Eperviere von epervier, Habicht.
e. HawLw'eed, desgl. n. Havikskruid.
83
Hierochloa,
lEQog heilig, yloa Gras. Bezieht sich auf die heilige Dreizahl bei H. sibirica, indem von den drei Blüten in einem Ährchen die beiden unteren männlichen je drei Staubfäden haben. — Soll in gewissen Teilen Deutschlands als heilig verehrt und der Jungfrau Maria ge- weiht worden sein.
d. Darrgras, hat wohl mit Darre, Dürre, nichts zu tun, zumal es an feuchten Orten wächst, höchstens insofern, als man es vielleicht als Mittel gegen die Darre, d. h. die Tuberkulose gebraucht. Wahr- scheinlich kommt der Name von der afrikanischen Bezeichnung Durra für Holcus, das ebenfalls wie das Darrgras, da es von den Bienen gern aufgesucht wird, Honiggras genannt wird.
f. Hierochloa.
c. Holygrass, d. h. heiliges Gras.
n. Honiggras. Veenreukgras = Moorriechgras, wegen des angenehmen Geruchs.
Hippophaes, iftTtocpaeg.
Plin. XXII. 14. Debent accommodatae esse et equorum naturae, neque ex alia causa nomen accepisse.
Von %7T7cog Pferd und (f>aog Licht, weil es den Pferden zuträglich sei — oder die Vorsetzung ^iTCTtog soll nur eine Verstärkung des Nachfolgenden sein, wobei cpaeg als cpawg grau, angenommen wird, wegen der grauen Farbe der Blätter — oder als cpecog (Poterium spinosum, eine dornige Pflanze) angesehen wird. Hippophaes hieße dann etwa: Roßdorn, bzw. Stechdom, wegen der Domen. d. Sanddorn, Seedom, Stechdorn, wächst an der Küste, in sandigen Dünen. Weidendom, da seine Blätter weidenähnlich. f. Argoussier, von aqyog weiß, wegen der weißgrauen Blätter. — Säule epineux, Domweide.
c. Sallow-thom: Sallow, salix, Sahlweide; thorn = Dorn. n. Duindoom, wächst in den Dünen.
Hippiiris.
Apul. medic. herb. 40. A Graecis dicitur Hippuris (^iTtTTOvqig), Itali vero equisetum vocant.
Unter Hippuris (zu deutsch Roßschweif: %7t7Tog Pferd, ovqd Schwanz) verstanden die Alten Equisetum, den Schachtelhalm, der im Engl, denselben Namen trägt: Horse-tail: Pferdeschwanz, wegen des Aus- sehens der quirlig gestellten Zweige, vergl. diesbezügl. Diosc. IV. 46 und Plin. XXVI. 83. Der Name wurde auf die nicht verwandte, aber ähnlich aussehende Gattung Hippuris übertragen. d. Seetanne, wegen des tannenförmigen Habitus der Wasserpflanze. Tannwedel, weil die Pflanze einem Wedel ähnlich sieht. Man spricht ja auch von Famwedel, Palmwedel, Cycadeenwedel usw.
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f, Pin aquatique, Wasserkiefer, wegen der nadelförmigen, quirlständigen Blätter. — Pesse, von Picea, Fichte, aus erwähnten Gründen.
e. Mare’s-tail = Stutenschwanz.
n. Lidsteng = Gliedstengel, durch die Quirlständigkeit der Blätter ist der Stengel in mehrere Abschnitte, Glieder geteilt.
Holcus.
Plin. XXVII. 63. tenui culmo, quäle hordeum restibile. Haec circa caput alligata vel circa lacertum educit e corpore aristas.
Quidam ob id aristida vocant.
Von ziehen, denn nach Annahme des Plinius soll es verschluckte
Grannen aus dem Körper ziehen, wenn man es um den Hals trage
— oder von oAzog Streifen, wegen der flachen Wurzeln einer Art
— event. von oXzog in der Bedeutung Seil, da es zur Herstellung von Seilen gebraucht wurde (oAzcg Seil, von fXxw ziehen).
d. Honiggras, die Bienen ziehen Honig aus den Blüten; daher auch
Melica (sc. herba), von Honig, benannt. — Mäusegerste, eine
gerstenähnliche, aber minderwertigere Pflanze, vergl. Roßkastanie, Hyoscyamus usw. — Die Bezeichnung Sorgw^eizen, auch das niederl. Zorggras, zu deutsch Sorgengras, sind volksetymologische Entstellungen aus der afrikanischen Bezeichnung Sorgho, für Holcus Sorghum, einer hirsenähnlichen Pflanze. — Afrikanisch wird Sorgho auch Durra ge- nannt, vergl. unter Hierochloa.
f. Houlque, aus dem Lat.
e. Holcus. n, Zorggras.
Holosteum, oXoaxeov.
Plin. XXVIL 65. Holosteon sine duritia est herba ex adverso ap- pellata a Graecis.
oAog ganz, oaxovv, ooxeov Knochen. „Ganz von Knochen“ per antiphrasim, da es ein sehr weiches Pflänzchen ist.
d. Spurre. Herkunft unklar. Weißer Wegerich. Die weißblütige Pflanze hat eine dem Wegerich ähnliche Ähre.
f. Queue de souris = Mäuseschwanz, wegen der Form der Ähre.
e. Holosteum.
n. Heelbeen = Ganzknochen.
Hordeum.
Isid. etym. XVH. 3. 10. Hordeum dictum, quod prae caeteris generibus frumenti ante fiat aridum (?), vel quod spica eius ordines habeat.
Von oriri, entstehen, wegen des schnellen Wachstums, — von hordus (frz. lourde), schwer, da das Gerstenbrot besonders schwer, — von horridus struppig, wegen der Ährengrannen, — von ordo Reihe, weil die Ähre Samenreihen hat, — oder verv^andt mit dem griech.
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Namen, der von ov.qloelq'. mit vielen hervorragenden Ecken und Spitzen versehen, abgeleitet wird.
d. Gerste, verw. mit dem Lat.-Griech.
f. Orge, vom Lat. — Escourgeon (secours, Hilfe), kommt armen Leuten zur Zeit der Hungersnot zu Hilfe.
e. Barley, vom got. bairan, ags. bere, lat. ferre tragen, da H. Frucht trägt.
n. Gerst.
Uottonia,
nach P. Hotton, Professor zu Leiden, dem Vorgänger von Boerhav^e,
t 1709-
d. Wasserfeder. Eine Sumpfpflanze mit kammförmig tief zerteilten Blättern.
f. Giroflee d’eau = Wassernelke, mit weißen, blaßroten Blüten mit Orangenem Schlund. Die Blüte sieht einer Nelkenblüte ähnlich. — Betreffs der Bezeichnung Herbe militaire vergl. unter Myriophyllum.
e. Waterviolet = Wasserveilchen, wegen der schönen Blüten. — Feather- foil = Federblatt.
n. Waterviolier.
Humulus,
von den latein. Schriftstellern nicht erwähnt. Das Wort ist verwandt mit altskandinav. humal, vläm. hommel, dän. humle. — Nach anderer Meinung ist es eine Diminutivform zu den Begriffen humeo feucht sein und humus feuchter Boden, da der Hopfen zuweilen an feuchten Stellen wächst.
H. Lupulus. Diminut. von lupus Wolf, da der Hopfen Nachbar- pflanzen die Nahrung raubt.
d. Hopfen, verwandt mit Haube, wegen der Schuppenblättchen der Blüte, die insgesamt mit einer Haube gewisse Ähnlichkeit haben. — Event, verwandt mit dem frz. houppe, Quaste, wegen der Ähnlich- keit der Hopfenblüte mit einer Quaste. — Nach dritter Meinung verderbt aus: „Humulus Lupulus“.
f. Houblon, haubelon.
e. Hop. n. Hop.
Hyacinthus.
Nicand. Theriac. 902 — 906.
— Y.aQ7t6v TS 7toXvS'Qr(vov iayiLv&oVf ^Ov (Dolßog d^Qr(i>r^GeVj STiet ^’aeyiovaiog evua.
Tlaida ßaXwv TtQonaqoid^ev Aixv/^Xaiov Ttora^olo, IlQtod'fißr^v '^Yay.tvd'Ov ETtel aolog EfXTteoe y^oQGr]
UeTQOv aq)aXXofievog, veaxov S^TqQa^e xdllvfia.
Theocr. X. 28. yqaTCTa va^ivd-og.
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Ovid. Metam. X. 205 — 219.
„Te (Hyacinthe inquit Apollo) lyra pulsa manu, te carmina
nostra sonabunt,
Flosque novus scripto gemitus invitabere nostros.
Tempus et illud erit, quo te fortissimus heros Addat in hunc florem, folique legatur eodem.“
Talia dum vero memorantur Apollinis ore,
Ecce cruor, qui fusus humo signaverat herbas,
Desinit esse cruor, Tyrioque nitentior ostro Flos oritur formamque capit quam lilia, si non Purpureus color his, argenteus esset in illis.
Non satis hoc Phoebo est (is enim fuit auctor honoris)
Ipse suos gemitus foliis inscribit, et AI AI
Flos habet inscriptam, funestaque littera ducta est.
Ovid. Metam. XIII. aus 389 — 397.
„Ne quisquam Aiacem possit superare nisi Aiax.“
Dixit (Aiax) et in pectus letalem condidit ensem — rubefactaque sanguine tellus.
Purpureum viridi genuit de caespite florem,
Qui prius Oebalio fuerat de vulnere natus.
Littera communis mediis pueroque viroque Inscripta est foliis, haec nominis, illa querelae.
Plin. XXI, 38. Hyacinthum comitatur fabula duplex luctum prae- ferens, eius quem Apollo dilexerat aut ex Aiacis cruore editi, ita discurrentibus venis ut Graecarum litterarum figura Al legatur inscriptum.
Lucian. Qewv diaXoyoi. 10. ymI utto tov alfiavog (sc. ^YayJvS'Ov) TO avS-og avadovvau ttiv yrjv eTtolr.oa r,6iarov, ytai evard-loTaxov
> « / C / 3/ ' \ / '3/ 3
av^ecov CLTtavTcov, en vml ygaf-if-iava tyov EJtaiaLovTa toj vs'äqcu. Pausanias I. 35. 4. Xtyovoi de 0/ tzeqI ttjv ^aXafiuva olv.ovvveg ajtod'avovTog ^ictvTog t6 avd^og ev ttj yfj 0(pL0L tote cpavrjvai
TTQMTOV' XeV'YOV EOTIV, VrtEQVd^QOV YQLVOV VMi aVTO IXaGOOV, YmI
Ta g)vXXa, yQaf.if.iaTa öe etceotlv oia Tolg vaYUv&oig ymI tovtqj. II- 35- 5- nXh.ovTaL de ol OTE^avoi ocpiotv ek tov avd'ovg b YmXoVOLV 01 TaVTT] YOGf.lOGdvdaXoV VCCYUVd^OV EflOL doY.£lV OVTa Y.ai fLieyE&EL ymI XQoa : etcegtl de 0/, ymI Ta etzI tlo ^q'^vco ygdfifiaTa. Isid. etym. XVII. 9. 15. Hyacinthus purpureum traxit autem nomen a puero quodam nobili, qui in saltibus inter purpureos flores repertus est interfectus, deditque nomen herbae puerilis funeris Casus.
Der jetzige Gattungsname Hyacinthus ist von dem Sortnamen H. orientalis ausgegangen. Welche Pflanze die Alten unter H. ge- meint haben, weiß man nicht recht. Es kommen dieserhalb in Betracht Iris germanica und foetidissima, Gladiolus communis, var. triphyllus und Gl. byzantinus, Delphinium Aiacis, aber auch H. orientalis selbst. Die Farbe der H. -Blüte wird von den alten Schrift- stellern verschieden angegeben, rot, blau und weiß. Möglich, daß
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sie nicht bloß eine Pflanze mit H. bezeichneten. Nach der ge- wöhnlichen Darstellung ist H. mit Blumenzeichnungen, d. h, Saft- malen versehen. Dieser Umstand, der für unsere Hyazinthe nicht zutrifft, wohl aber für die anderen erw^ähnten Pflanzen, hat die Ver- anlassung zu den folgenden Sagen gegeben. Die Blume sei aus dem Blut des Ajax hervorgegangen und der Blüte das Monogramm AI als Zeichen der Wehklage aufgeschrieben. — Nach der verbreiteteren Sage ist die Pflanze aus dem Blut des von Apollon geliebten und aus Unvorsichtigkeit getöteten Jünglings Hyakinthos hervorgegangen. Der Gott habe die env’ähnten Zeichen der Wehklage der Blüte auf- geschrieben; man deutete aber die Blütenzeichnungen auch als Y. als die Anfangsbuchstaben von '^Yavuvd'og und '^TtoXkLOV. Dem entsprechend wird der Name H. von Y. und v^iv (von 'alvovv tragend) und für av9-og Blume, abgeleitet. H. hieße demnach so viel als: die Blume, die das Monogramm Y. A. trägt. — Nach anderer Ansicht hat sie ihren Namen deshalb, weil sie zur Zeit der Hyakinthien, eines spartanischen Festes, blüht, das zu Ehren von Hyakinthos gefeiert wurde. — Nach dritter Meinung ist der Name von vsTog Regen abzuleiten, da H. zur Zeit des regnerischen Früh- jahrs blüht. — Daß H. auch einen Edelstein bezeichnet (vergl. Plin. und sp griech. Dichter), ist als eine sekundäre Bildung aufzufassen.
ä. Hyazinthe. — Am Naheufer Borrenälche = Bodennägelchen, da sie den Nägelchen (Syringenblüten) ähnlich sieht und duftet, aber nahe dem Boden ihre Blüten entfaltet; vergl. griech. xf^uai-fJ^riXov, s. unter Anthemis.
f. Hyacinthe — Jacinthe.
e. Hyacinth.
n. Hyacint, ohne h am Ende, ist ein etymol. Fehler, vergl. umgekehrt hierzu die falsche Schreibweise Amaranth, von Amarantus.
Hydrocharis.
^^Ydgoxccgig ist die scherzhafte Bezeichnung eines Frosches aus der sog. homerischen Batrachomyomachia. Der Name, der aus vöcoQ, Wasser und xaiQto sich freuen gebildet, wurde in späteren Zeiten auf die Wasse]j)flanze übertragen.
d. Kleine Nixblume, s. unter Nymphaea — Froschbiß. Das nierenkreis- förmige Blatt scheint wie ausgebissen. Die frühere lat. Bezeichnung morsus ranae besagte dasselbe.
f. Mors de grenouille, desgl- — Morrene, aus morsus ranae kon- trahiert.
e. Frogbit.
n. Kikkerkruid = Froschkraut.
Hydrocotyle,
von vdtOQ Wasser, da es eine Wasserpflanze ist, und yiOTvh] in der Bedeutung Schale, Gefäß. Die runden und in der Mitte konkaven
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Blätter gleichen einer Schale; event. von -/.OTvXij in der Bedeutung Nabel, wegen der kreisrunden, in der Mitte gestielten Blätter.
d. Nabelkraut.
f. Ecuelle d’eau = Wasserschale.
e. Penny-wort = Pfennigkraut, vergl. Lysimachia nummularia.
n, Watemavel.
Hyoscyamus, voGyivafiog.
Aelian., hist. nat. anim. Herba quaedam ex eo nominata, quod eius pastu resolvantur et convellantur apri. Thes. Graec. Ling. VIII. 102. Ableitung von vg Schwein und y,vafj,og Bohne, mit der es eine ziem- lich entfernte Ähnlichkeit hat. Schweinebohne, weil die Schweine von ihrem Genuß sterben, oder im wegwerfenden Sinne vor Bohne gesetzt, vergl. Roßkastanie, Meerrettich, Hundsveilchen, s. auch unter Myrica.
ä. Bilsenkraut, vergl. die im Diosc. Text eingeklammerte Bemerkung, daß die Gallier die Pflanze ßLXivovvzia nannten, vergl. ferner den russ. Namen bjelna und poln. bielun, wahrscheinlich von einer Wurzel bal, die töten heißt, wegen der Giftwirkung der Pflanze, abzuleiten. S. unter frz. — Zigeunerkraut, desgl.
/. Hennebane, eine skandinav., durch die Normannen importierte Be- zeichnung, vergl. den engl. Namen. Er bedeutet Hennenbann, d. h. Hennentod, Hühnertod. — Mort aux poules, desgl. — Herbe de St, Apolline: Apollo wird gegen Zahnschmerzen angerufen, und Bilsen- kraut wird, wie aus Diosc. IV. 69. hervorgeht, gegen Zahnschmerz angewandt. de QiCa (xez o^ovg expr^S^elöa odovvaXyiag IötI dLd'/.XvOfÄa. (Apollo galt überdies auch ebenso als Todesgott wie der keltische Sonnengott Beal; von beiden hat das giftige Kraut Namen erhalten. Vergl. Hom. Ilias I. 10. vovoov dvd öTqaTOv (Lqoe oXeKOVTO de Xaol. Homer unterscheidet überdies noch Apollon von Helios, vergl. auch über Paeon unter Paeonia.)
e. Henbane, ags. henn, deutsch Henne, Huhn.
n. Bilzenkruid.
Hypericum, v7zeQL%ov,
von vTto unter und eger/^rj Heide, da es unter der Heide wächst, oder von VTceq über und eixcov Bild, Vorstellung, da die Heilkraft des Krautes über alle Vorstellungen erhaben sei.
d. Johanniskraut, zu Ehren Johannis des Täufers genannt, auf den sich die Namen vieler gelbblühender Pflanzen übertrugen, die früher Donar geweiht waren. Es beginnt um die Johanniszeit, 24. Juni, zu blühen. Bei Hamburg heißt es wegen der Heilkräfte: Gottes Gnadenkraut. Zur Entstehung des Namens Blutblume kommen zwei Momente in Betracht, vornehmlich wohl die Rotfleckung der älteren Blätter, dann aber auch der rote Saft, der sich aus seinen Blütenknospen ausdrücken läßt. — Das Kraut vertreibt böse Geister, daher im Schlesischen
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Jageteufel und in der Schweiz Hexenkraut genannt. Aus der Pflanze wird ein Schnaps gegen Leibweh gemacht, daher in Dietmarschen Leibwehblume genannt. In Böhmen wird sie unter dem Namen Kreuzkraut gegen Kreuzschmerzen benutzt. Die Öldrüsen lassen die Blättchen wie durchlöchert erscheinen, daher der Name „Tausend- loch“. Über den Namen Hartheu, vergl. unter den niederl. Namen, y. Mille pertuis = Tausendloch, desgl. norm. Herbe ä mille trous. Herbe aux voituriers. Herbe aux militaires, Reisenden- und Soldatenkraut: da es als Wundkraut diesen besonders dienlich, event. auch deswegen so genannt, weil es häufig an Wegen wächst; vergl. Traveller’s-joy (Clematis) und Speedwell (Teucrium). — Herbe de St. Jean: Jo- hanniskraut. — Chasse- diable = Jageteufel.
e. St. John’s-wort.
n. Hertshooi = Hirschheu, da es eine gute Äsung für das Wild ist. Daher der deutsche Name Hartheu. — Jaag den duivel. — St. Janskruid.
Hypochoeris.
Ableitung von vrto unter und yoiqoo, Schwein, ein Kraut, das man den Schweinen zum Fressen vorwirft, oder wie VTcaqvo(^^ von xrtu unter und aQr(v Lamm, das säugende Lamm genannt wird, so vtto- XOiQig das milchende Schwein. Hypochoeris, eine milchende cichorien- artige Pflanze, hieße demnach so viel als: Schweinemilch, d. h. in ähnl. Sinne wie Roßkastanie, Hyoscyamus, Meerrettich usw. „unechte“ Milch.
d. Ferkelkraut. — Wie ist der Name „Kosten“ zu erklären?
f. Porcelle = Ferkel.
e. Cat’s-ear, Katzenohr, wegen der behaarten Blattform einer Art. — Hypochoere.
71. Biggenkruid = Ferkelkraut.
HyssopuSj vGGLOJtog.,
von vg Schwein und tuxp Gesicht, wegen der einem Schweinekopf ent- fernt ähnlichen Labiatenblüte. Mit der hebr. benannten Pflanze Ezob, Ezab hat sie nur den Klang des Namens gemein, Ezob soll jedoch eine ganz andere Pflanze sein.
d. Ysop, zu Josephli, Seppli assimiliert.
f. Hyssope.
e. Hyssop.
71. Hyssop.
I.
Ilex.
Isid. XVII. 7. 26. Ilex ab electo vocata. Huius enim arboris fruc- tum homines primum ad victum sibi elegerunt.
Unter Ilex verstanden die Alten Quercus ilex, deren Früchte zum Essen „electi“: ausgewählt wurden, woher dieser Eichenart der Name
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Ilex wurde. Auf unsere Gattung wurde der Namen wegen der Ähn- lichkeit der Blätter der Stechpalme mit denen der env^ähnten Stecheiche übertragen. — Nach anderer Erklärung ist Ilex dasselbe Wort wie griech. 0{XL%a^ der auch fxlXa^ genannt wurde. Unter diesem Namen verstand man jedoch die verschiedensten Pflanzen: die Eibe, eine Eichenart, ein Schotenge wächs und eine Convolvulusart. Welches gemeinsame Moment diesen gleichnamigen Pflanzen zugrunde liegt und ihre Benennung veranlaßt haben mag, ist schwer zu eruieren. — Nach dritter Erklänmg wird Ilex mit dem hebr. elon, worunter man eine Eichenart verstanden hätte, in Beziehung gebracht.
d. Stechpalme: wegen der stechenden Blätter und der Verwendung statt Palmzweige. — Hülsenstrauch, Hülsdorn, Kiesebusch, Klose- busch; wahrscheinlich sind diese Namen miteinander verw'andt und mit lat. culmen in Beziehung zu bringen, das Spitze bedeutet. Die Namen hätte die Pflanze also wegen der stechenden Blätter erhalten.
f. Houx, s. unter Hülsenstrauch.
e. Hoily, desgl., oder aus holy tree: heiliger Baum, weil seine Zweige und Blätter zur Weihnachtszeit als Kirchenschmuck benutzt werden. Gael. : cuillon, irländ. cuilleann, corn. celin, breton. kelen, ags. ho- legen weisen auf die unter Hülsenstrauch gegebene Erklärung.
71. Hulst.
Illecebrum,
von illecebra, die Anlockung; urspmnglich wohl der Name einer besonders schönen oder stark riechenden Pflanze, Eigenschaften, auf die die jetzige Gattung keinen Anspruch erheben kann.
d. Knorpelkraut. Die Kelchblätter sind membranös und zäh, ebenso wie bei dem nächsten Verwandten Scleranthus, der daher den Namen erhalten hat. Knorpelkraut wird überdies auch Sedum acre, wegen seiner fleischigen Blätter, genannt.
f. Illecebre.
e. Illecebrum.
n. Hardkelk: Hartkelch.
Tmpatiens,
zu deutsch ungeduldig, empfindlich, da die Samenkapsel bei der geringsten Berührung zur Zeit der Reife aufspringt und die Samen weit wegschleudert. Hierauf beziehen sich die sämtlichen Namen; vergl. I. noli (me) tangere = I. wolle (mich) nicht berühren.
d. Springkraut. Rühr mich nicht an. — Hüpferling. — Westböhm.: Huppemannl und oberösterr. : Altweiberzom, Kikrihahn.
f. Balsamine sauvage : wilde Balsamine. Die Balsamine, von ßalloj : werfen und semen: Samen, ist die nächste Verwandte und hat die- selbe Eigenschaft. — Impatiente — N’y touchez-pas = Berührt da nicht! — Herbe de Sainte Catherine = St. Katharinenkraut; das Kraut ist der heil. Katharina von Alexandrien geweiht, die das Rad,
tv 0;.
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auf das der Scherge sie bringen wollte, in Splitter zerschellen ließ. — La merveille: das Wunder.
e. Impatience — Balsam — Touch -me -not: Rühr mich nicht an!
71. Springzaad — Kruidje-roer-me-niet.
Inula^ eXevLov.
PI. XXI. 33. Helenium e lacrimis Helenae dicitur natum et lauda- tissimum ideo in Helene insula.
Von Korb, wegen der korbförmigen Kompositenblüte, oder
von \vato, reinigen, wegen der medizinischen Wirkungen. — Der Sage nach soll das Kraut aus den Tränen der Helena entstanden sein und daher den Namen haben.
d. Alant. f. Aunee.
e. Inule.
n. Alant — sämtliche Namen aus dem Lateinischen,
Inula vulgaris, s. conyza,
gewöhnliche Inula. Betreffs conyza vergl. Diosc. HI. 126. y^ovvQa — xat ycovwTcag aneXavveiiy). Es vertreibt Ungeziefer, der Name also wohl von ywvwip = culex, pulex usw. : der Name irgend eines Insekts — Abi. ev. von yiovvCa, Krätze, als Mittel gegen diese — oder von xcwg, Staub, da die rauhblättrige Pflanze wie bestäubt aus- sieht oder sich leicht mit Staub bedeckt.
d. Dürrwurz, wegen der holzigen, zu nichts nützen Wurzel, daher auch Dummeijan genannt. — Ruhrkraut: gegen die Ruhr. — Flohkraut: daher auch einst Pulicaria genannt.
/. Herbe aux mouches: Mückenkraut. — Herbe aux puces: Plohkraut.
e. Ploughman’s - spikenard : des Pflügers Spikenard. Unter Spikenard: Nardus spicata verstand man ein wohlriechendes Öl. Inula vulgaris wird so genannt wegen des aromatischen Geruches seiner Wurzel.
71. Donderkruid: wie viele goldgelb blühende Pflanzen, dem Donner- gott geweihtes Kraut. — Auch Sedum wird Donnerkraut genannt; es blüht ebenfalls goldgelb und wird auf Häusern und Torpfosten gegen Blitzschaden angepflanzt.
Iris, iQLg.
Diosc. 1. I. a7Td uiv rrjg yctT ovqavov Ifxcpeqeiag (Lvof^iaaiai.
Plin. XXL 20. Iris floret versicolori specie, sicut arcus caelestis, unde et nomen.
Isid. etym. XVII. 9. 9. Iris a similitudine Iris coelestis nomen accepit.
Von iris, iqig, Regenbogen, wegen der Buntfarbigkeit seiner Blüten — oder, da auch Iqlg geschrieben, von einer vermutlichen Form '^Qig, die von tiq, Frühling abzuleiten wäre, also Frühlingsblume, da sie im Frühling blüht; vergl. unter Hyadnthus.
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d. Iris, Schwertel, Schwertblume, s. unter Gladiolus.
f. Iris. — Grande laiche, auch liage, beides von lier, da man die Blätter zum Binden benutzen kann. Vergl. unter Carex. — Fleur de Luce, aus Fleur de Louis, Ludwigsblume, da Ludwig VII. von Frankreich, bevor er den Kreuzzug an trat, die Iris als heraldisches Emblem wählte. — Fleur de lis, Lilienblume, volksetymologisch aus vorhergehender Bezeichnung ent standen, oder aus Vergleich mit der der Iris nahverwandten Lilia.
e. Iris. — Lily-flower. — Roast-beef plant, nach dem Geruch der zer- riebenen Blätter.
71, Lisch.
Isatis^ löcciLQ.
Caesar V. Bellum Gallicum 14. Omnes vero se Britanni vitro in- ficiunt, quod caeruleum efficit colorem.
Vitruv. architect. VII. 14. Item propter inopiam coloris indici cretam, selinus iam aut annulariam vitro, quod Graeci Igcctiv appellant, inficientes, imitationem faciunt indici coloris.
Diosc. II. 215. ^loaxLg, ^ o\ ßacpslg xQwvTai,
Plin. XX. 24. und 25. Lactucae sponte nascentis primum genus est, quam caprinam vocant, alterum est genus quod Graeci caesipon vocant, tertium iodriv vocant, quarto infectores lanarum utuntur. Galen. Z. IX. 6. ^lodzLg rj j^iev ^uegog, ol ßaq)elg loaTtg von loduo, gleichmachen, da die Pflanze als Färbemittel diente — oder von läa&ai, heilen, wegen der Heilwirkungen.
d. Waid.
f. Guede, gu tritt häufig für w.
e. Woad.
71. Weede. Ursprung dieser miteinander verwandten Namen ist vom lat. vitrum, womit sowohl das Glas wie der Waid benannt wurden; vitrum seinerseits verwandt mit lat. viridis, grün, da das Glas der Alten stark eisenhaltig war und daher grün aussah und der Färber- waid grünblau färbte. Das tertium comparationis wäre also die grüne Farbe.
Isnardia,
nach A. D. d’Isnard, Prof, zu Paris, f 1724.
d, Heusenkraut (?).
f. Isnardie.
e. Marsh Ludwigia = Sumpf-Ludwigia, eine Wasserpflanze, benannt nach dem Leipziger M. C. S. Ludwig.
71. Waterlepeltje = Wasserlöffelchen, wegen seiner elliptischen Blättchen.
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J.
Juglans.
Varro, lingua lat. IV. Juglans. haec glans optima et maxima, ab Jove et glande Juglans est appellata.
Isidor, etym. XVII. 7. 21. Hane alio nomine Latini iuglandem vocant, quasi Jovis glandem. Fuit enim heac arbor consecrata Jovi. Juglans: aus Jov-(pater): Juppiter und glans: Eichel: Frucht „Juppiter- fruchF‘. Der Baum war wegen seiner Schönheit dem Jupiter ge- weiht.
d, Nußbaum: Nuß, lat. nux, wird mit nocere: schaden in Beziehung gebracht, da der Geruch der Nußbaumblätter Kopfschmerzen macht. Doch ist diese Erklärung wohl schon deshalb nicht zutreffend, weil man unter Nuß ursprünglich die eßbare Frucht der Haselnuß ver- stand. Andere Erklärer bringen Nuß mit ahd. niczan, schlagen in Verbindung, da die Frucht vom Baume herabgeschlagen oder zum Essen aufgeschlagen wird. — Walnuß: welsche Nuß: sie stammt aus Kaschmir und wurde über Frankreich und Italien, welche ro- manischen Länder als Welschland bezeichnet werden, nach Deutsch- land eingeführt.
f. Noyer: Nußbaum.
e. Walnut.
n. Noteboom: Nußbaum — Wallnoot — Okkernoot. Ok(k)er aus noker, frz. noyer, lat. nucarius: Okkernoot ist also ein Pleonasmus.
Juncus,
von iungere binden: wegen der Verwendung der Pflanze. d. Binse: von binden. — Simse, Sembde verwandt mit dem got. Stamm siman: binden, vergl. d. sammeln, y. Jone: aus dem Lat.
c. Rush, norm, reuche: vom kelt. ru: frz. ruisseau: Bach: wegen des Standortes. Oder verwandt mit Rohr und Riet, s. dieserhalb unter Carex und Phragmites.
n. Bloembies: Blumenbinse: die Ährchen stehen auffallend seitlich aus den Halmen heraus. — Rusch.
Juniperus.
Isid. etym. XVIL 7. 35. Juniperus Graece dicta, sive quod ab amplo in angustum finiat, ut ignis, sive quod conceptum diu teneat ignem. nvq enim apud Graecos ignis est.
Isidor glaubt, daß in Juniperus der Begriff revq enthalten sei, weil
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Das J. Holz das Feuer lange anhält oder weil der pyramidenförmige Wuchs wie ein Feuer aussieht, das sich ja auch nach oben verjüngt; vergl. d. Feuerbaum, ein Name, der abgesehen von der Verwendung des Strauchs vielleicht auch wegen des roten Kernholzes gewählt sein kann. — Nach anderer Erklärung ist Juniperus von iunix: Kuh und parere: gebären abzuleiten, da man den Kühen die Früchte gegeben hätte, um die Ge- burt zu erleichtern. — Nach dritter Erklärung von iuvenis, das nach Ovid auch Mädchen bedeutet, und parere gebären, um so mit Juniperus ein Abortivum anzudeuten. Doch dürfte diese Erklärung aus zwei Gründen nicht zutreffen, da J. sabina, auf die sich jene Wirkung bezieht, von den Römern nicht Juniperus, sondern Sabina genannt wurde und Juniperus communis durchaus keine abortive Wirkung hat. — Jedenfalls dürfte die Erklärung, die Boerhave in seinem Hortus Amstelodamensis gibt, die zutreffendste sein: Nomen a iunior et pario, quasi iunior pariens, quia haec arbor novos fructus parit, dum aliae baccae maturescunt: also von iunior: jünger und pario: gebären, da die jüngeren grünen Früchte gezeitigt werden, während die alten schwarzen noch am Strauch hängen. Vergl. Plin. XVI 44. Novusque fructus in his cum annotino pendet. — Als fünfte Erklärung sei diejenige gegeben, die Juniperus mit kelt. jeneprus: rauh, herb, wegen der starren Nadeln und des herben Geschmackes der Frucht in Verbindung bringt. — Die griech. Bezeichnung aQ/.evd^ig ist auf agäv „Ver-
wünschung in sich fassen“ zurückzuführen und hieße demnach soviel als verfluchter Strauch: wiegen der stechenden Nadeln, des düsteren Aussehens oder weil man ihn für giftig hielt.
Juuiperus communis,
gewöhnl. Juniperus.
d. Wacholder, zurückzuführen auf wach, in der Bedeutung lebendig, fortgrünend, und das ahd. trä (engl, tree), Baum. Wacholder hieße also soviel als Lebensbaum, wegen seiner immergrünen Nadeln, tat- sächlich wird er auch zuweilen als Lebensbaum bezeichnet. Ganz ähnlich wie Wacholder lauten die mhd. und ahd. Namen. Im Schwäbischen wird er Wächeltr, im Mittelniederdeutschen Wachandel genannt. Aus Wachandel ging durch Metamorphose von W in M das plattdeutsche Machan(d)el hervor (vergl. Dialekt: mir für wir). Machandel ist in Ostfriesland und der Lüneburger Heide die ge- bräuchlichste Bezeichnung. Vielleicht daß Machandel wiederum ver- wandt ist mit dem russischen Mazzelnik (z wird wie das frz. j aus- gesprochen). Die deutsche Dialektform Sachandel soll aus Wacholder verderbt sein. Das gleiche wurde von dem oberschlesischen Jach- andel behauptet. Doch glaube ich nicht, daß es sich hier um eine korrumpierte Form handelt, sondern daß jach (vergl. frz. gaie) munter bedeutet und somit ein Analogon von wach ist. Wach und jach ist wiederum gleichbedeutend mit quick: lebend, frisch (vergl. er- quicken). Daher die norddeutsche Bezeichnung Queckholder, das Osnabrücker Quakelbusch und das angelsächsische quicbeam. Schließ-
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lieh sei noch das schweizerische und alemannische Reckholder er- wähnt, dessen reck (vergl. regsam) ebenfalls mit jach, wach und queck gleichbedeutend ist.
Von dem altslawischen kaditi (böhm. ebenfalls kaditi, poln. kadzuc), räuchern stammt die slaw. Bezeichnung kadik (böhm. und poln.). Desgl. gebräuchlich in den Ostseeländem von Narwa bis Danzig, im Litauischen, Lettischen und Estnischen mit Variationen wie Kaddak, Kaddie, Kadagys und Kaddakas. Im Finnischen heißt der Wacholder Katachu, auch das lappländische Gaskes dürfte die erwähnte Ety- mologie haben.
Verbreitet ist ferner die Bezeichnung Kranwit mit ihren Modi- fikationen, z. B. Kramwit, Kraewetbaum und Kranatbaum. (Letzteres durch Assimilation zu Granatbaum.) Das Wort ist entstanden aus ahd. chrana Beere (vergl. lat. granum) und witu Holz (vergl. engl, wood) oder aus kran und wit: kran bedeutet im Ags. und noch heute im Schwed. Kranich. Kranwit hieße also Kranichholz, weil die Kraniche die Wacholderbeeren bevorzugen sollen. Die Anregung zu diesbezüglichen Untersuchungen ist leider unberücksichtigt geblieben. Österr. Kranawetstaude, siebenbürg. Kronewet, Tirol Kranawitter, illyr.-slaw. granawencha, Waldeck. Kranbaum. Kannikbaum ist wohl als IMischform zwischen den slaw. und österr. Bezeichnungen zu er- klären. Der (Krammetsvogel oder die Wacholderdrossel, die von den Beeren sich nährt, hat daher ihren Namen bekommen.) Die Be- zeichnung Knirk ist verwandt mit Knick, den niedrigen Hecken, die um die holsteinischen Triften als Abgrenzung angebracht sind, ebenso mit Knirps. Knick besagt also etwa soviel als niedriges Gesträuch; oder es ist verv^andt mit knirren, knistern, wegen des Prasseins seines Holzes im Feuer. — Dexenstaude: